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Ich drehe mich im Kreis

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 15.01.2018, 21:37

Da bin ich wieder.
Mir ging es besser, aber heute habe ich einen Tiefpunkt.
Ich hatte mich vor Wochen mit meinem Bruder gestritten. Es ging um die Familie, die Vergangenheit mit der Familie, denn wir sind ja die einzig übrig gebliebenen...
heute wären wir zusammen auf einem Konzert, hätte ich mein Ticket nicht an einen guten Freund vergeben.
Ich bin jetzt nicht traurig, weil ich meinen Bruder nicht sehe, sondern selber das Konzert nicht miterleben kann.
Wieder einmal verzichte ich auf meinen Spaß, weil ich einem Konflikt aus dem Weg gehen möchte.
Ich wette, dass mein Bruder nicht eine Sekunde darüber nachgedacht hat.
Ich gucke wieder in die Röhre und weiß, es ist meine Schuld😢
Chance verpasst.
Es ist wie immer.

Aurora
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Beitrag von Aurora » 15.01.2018, 22:27

Hallo Maskottchen,

nein, keine Chance verpasst, nicht ganz.
Du hast es erkannt und ärgerst dich darüber.
Es ist wie immer.
Der ewige Kreislauf. Da ist deine Chance. Du kannst diesen Kreislauf nun unterbrechen und bei der nächsten Situation was anders machen als sonst...

Liebe Grüße
Aurora

Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 15.01.2018, 23:00

Aurora,
Ja. Du hast recht. Aber heute blutet mein Herz trotzdem.
Meinem Bruder stand diese Band nie so nahe wie mir.😰
Er hat jetzt seine Spaß.Ich heule.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich verzichte...
Aber ja!
Ich habe den Fehler wieder einmal gemacht. Ich Idiot.
Du hast Recht. In meinen Worten: was dich nicht umbringt, macht dich hart.
Mein Fehler, wieder einmal einem Konflikt aus dem Weg zu gehen und dabei den eigenen Spaß zu vergeben.

Ich fühle mich gerade so schwach.
Ich würde so gerne mal meine Faust ballen und in die Fre......hauen
Sorry

Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 15.01.2018, 23:05

Und JA
Ich werde diesen Kreislauf durchbrechen
Ich schaffe das, wie schon vieles Anders auch-
Hoffentlich

Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 16.01.2018, 21:25

Hallo an Euch Alle,
Ich muss gerade grinsen, denn irgendwie beschleicht mich gerade das Gefühl, als würde ich öffentlich mein Tagebuch schreiben😉 und das stimmt auch irgendwie...aber ich möchte euch an meinem Prozess gerne teilhaben lassen.

Also nachdem es mir gestern Abend wirklich schlecht ging, selbstverschuldet, erzählte mir mein Mann ( er war mit dem besagten Freund auf dem Konzert), dass mein Bruder und seine Frau ihn komplett ignoriert hatten. Nun ist er wirklich der Letzte, der für den Konflikt zwischen meinem Bruder und mir verantwortlich ist, geschweige denn abgestraft werden sollte.
Eben haben wir uns das Konzert über YouTube gemeinsam angeschaut und mir liefen die Tränen und in meiner Magengrube spannte sich die Faust.
Glaubt mir, diese Lektion habe ich gelernt.
Warum soll ich wegen Anderer verzichten?
Ich bin ,glaube ich ,viel zu lieb. Schade, dass ich mit meiner Haltung alleine da stehe. Ich hasse das Ellenbogenhauen.
Aber nun werde ich mich bewaffnen😎
Mir ist auch klar geworden, dass der Konflikt zu meinem Bruder wohl noch andauern wird. Sehr sehr schade, aber auch hier bin ich zum ersten Mal bereit, das durchzustehen.
Ach das Leben ist wirklich nicht einfach.
Ich dachte immer: bist du erst mal älter, wird alles leichter...
🤣🤣🤣🤣🤣🤣🙃🤣

lütte69
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Beitrag von lütte69 » 18.01.2018, 10:16

Hallo Maskottchen,

ich bin auch so ein harmoniesüchtiges Etwas und scheue mich vor Konflikten. In unserer Familienkonstellation gibt es auch eine Person vor der ich lieber davon laufe und mir überlege, wenn ich das und das tue, was diese Person dazu sagt. Heute weiß ich, dass es niemand auf der Welt gibt, der dieser Person irgendetwas recht machen kann. Also versuche ich die Dinge so zu gestalten, wie ich es möchte, dann weiß ich, dass wenigstens ich zufrieden bin und die andere Person regt sich eh auf, egal wie ich gehandelt hätte. Vielleicht ist das ja auch für Dich ein Ansatz, Dinge in Deinem Sinne zu händeln, dann bist Du zufrieden und das ist das wichtigste.

sonnige Grüße
Lütte

Grünes Kistchen
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Beitrag von Grünes Kistchen » 18.01.2018, 18:57

Hallo Maskottchen!

Ich danke Dir fur Deine beiden Antworten. Ich bin auch die Erstgeborene, das Macher- Kind. Ich war früh selbstständig, habe geputzt, gewaschen, eingekauft. Meine beiden Geschwister sind einige Jahre jünger als ich, ich wollte sie wohl immer beschützen.
Ich weiß noch, dass ich einmal nachts dachte, ich werde meinen Geschwistern eine gute Mutter sein. Ich war 12, 13 und meine Mutter ist mitten in der Nacht nach einem heftigen Streit mit meinem Vater aus dem Haus gerannt, natürlich war sie betrunken. Damals dachte ich, sie kommt nicht wieder. Man steht da hinter seiner Zimmertür und schwitzt und zittert, jeden Moment zum Sprung bereit...
Aber auch ich hatte eine Oma, die mich aufgefangen hat. Von ihr habe ich Liebe geschenkt bekommen, von ihr habe ich kochen und backen gelernt. Sie war die Mutter meines Stiefvaters und sie hat NIE einen Unterschied zwischen meinen Geschwistern und mir gemacht.

Tja, und "eingeschossen" hat sich meine Mutter auf meine jüngere Schwester und deren Familie.

Ich wünsche Dir auch viel Kraft zum Aufarbeiten, es ist so gut zu wissen, dass man nicht allein ist. Diese Wissen hilft mir schon ein Stück.

Liebe Grüsse!

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 23.01.2018, 00:22

Hallo Maskottchen,

nun habe ich mal eine Frage an dich. Im Thread Fragen an einem Alkoholiker http://www.forum-alkoholiker.de/viewtop ... 867#911867


hast du geschrieben.
Ich werfe meinen Eltern zu Recht vor, dass sie sich nicht von ihrer Sucht befreit haben um uns Kindern ein suchtfreies Leben zu ermöglichen.
Bist du wütend auf deine Eltern oder eventuell doch mehr auf die Sucht (Krankheit) die es nicht zugelassen hat?

Gruß Hartmut

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