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Bin ausgezogen aus Wohnung mit alkoholkrankem Elternteil

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Eule89
neuer Teilnehmer
Beiträge: 461
Registriert: 20.04.2017, 12:57

Beitrag von Eule89 » 26.04.2018, 12:47

Hallo kingslayer,

ich bin sowohl EKA als auch Co.

Bei beiden fand ich immer, dass genau dies der schlimmste Moment war: Wenn sie nüchtern und nicht allzu verkatert waren, also einfach sie selbst. Und gleichzeitig das Wissen in einem selber, dass das nicht lange anhält.

Das Problem: Du kannst nicht helfen. Du kannst nur dir helfen. Es tut unendlich weh, das weiß ich. Zum Teil bis heute. Aber du musst jetzt dein Leben und in die Zukunft blicken. Wenn deine Mutter nicht aufhören will, dann ist das ihre Entscheidung. Sie ist alt genug. Genieße die Stunden, die sie "sie selbst" ist, aber ohne den Schmerz. Lass den nicht an dich heran, denn du kannst es eh nicht ändern.

Liebe Grüße
Eule89

Gotti
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3515
Registriert: 04.02.2008, 19:01

Beitrag von Gotti » 05.05.2018, 07:31

Hallo Kingslaver!

Ich finde es sehr mutig von dir, dass du ausgezogen bist, und Abstand zwischen deiner Mutter geschafft hast! Diesen Schritt gegangen zu sein, ist der erste Schritt in deine Gesundheit. Jetzt musst du aber noch weiter heilen, und das braucht. Zeit und viel Geduld. Vor allem mit DIR.
Hast du jemanden, mit dem du über diese Sorgen reden kannst? Freunde, Kollegen, eine Selbsthilfegruppe ??? Oder einen Therapeuten?? Arzt???
Ich finde es sehr wertvoll, wenn man vor Ort jemanden persönlich hat. Das zwischenmenschliche hilft mir direkter.
Mich hat das Gespräch mit meiner Hausärztin damals sehr viel Mut gekostet, aber schlussendlich den Anfang zum Heilungsprozess bedeutet. Und glaub mir, es ist keine Schande, eine Therapie zu machen! Mit dem richtigen Gegenüber ist es einfach nur pure ERLEICHTERUNG!!!
Meine SHG möchte ich noch lange nicht missen! 8)
Du kannst ihr ja dann auch Material ( Angebote für Gruppen von Alkoholikern, Flyer usw.) schicken, oder in den Briefkasten legen, oder ihr anbieten, sie dorthin zu begleiten. Wenn du stark genug dafür geworden bist!
Mehr Hilfe braucht sie nicht. Sie ist erwachsen und muss ihr Leben selbst auf die Reihe bekommen. Ich habe das in vielen Jahren lernen müssen. Aber jetzt verstanden.
Lass keine "Erpressung" zu : Wenn dur mir nicht hilfst, dann....
Das ist keine Liebe! Solche Menschen sind unserer Liebe nicht wert.
Und als Mutter soll man sich freuen, wenn die Kinder selbständig und alleine leben können. Das ist unser Ziel, denn wir müssen vor ihnen gehen.
Du machst das völlig richtig!!!
Ich wünsche dir ganz viel Mut weiterhin, viele Menschen an deiner Seite, die dir helfen und viel guten Austausch hier!!!
LG Gotti.

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