Mein Vater

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
Antworten
GretaG
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 13.04.2018, 13:08

Mein Vater

Beitrag von GretaG » 20.04.2018, 14:35

Hallo,

Nun noch einmal hier, dass ich mich vorstelle.

Der Tod meines Papas hat mich hergeführt, denn ich bin so tieftraurig wie ich es nicht vermutet hätte. Er beging seit Jahren/Jahrzehnten Selbstmord auf Raten durch seinen Alkohol. So ist zumindest meine Wahrnehmung.

Ich habe lange Zeit gehofft, aber ich schätze vor ein paar Jahren habe ich ihn aufgegeben. Wir waren schon noch in Kontakt, aber ich habe mich nicht mehr so eingebracht wie es sich doch eigentlich nötig gewesen wäre. Er lebte die letzten Jahre in einem Suchtheim, die pflegerischer Unterstützung könnte nur etwas geleistet werden, ein Umzug ins Pflegeheim lehnte mein Vater fast bis zum Ende immer ab. Am Ende des Daseins wird man als Alkoholiker wahrscheinlich einsam und die Unterstützung einer Tochter wünscht sich jeder. Ich will mich auch nicht zu doll in meinen Schuldgefühlen suhlen und jeder muss als EKA seinen eigenen Weg finden und jedes Konstellation ist anders.
Es ist schade, dass ich das Kapitel nicht schon wieder eher geöffnet habe und auf das Forum gestoßen bin, dann hätte ich vielleicht anders das letzte Jahr gehandelt und mehr Zugang zu meinen Gefühlen gehabt. Irgendwie bestraft man sich ja selber, da man nun diese Schuld(Gefühle)trägt.

Ich schätze, dass ist jetzt alles sehr konfus. Aber so ist auch gerade mein gesamtes Gefühlsbild.
Ich habe alte Tagebücher von ihm, in dem er seine Aktivitäten und Essen/Trinken verzeichnet hat, auch trockene Phasen. Gefühle oder pers. Gedanken fand ich nicht.
Aber ich war schockiert, dass meine eigene Erinnerung ein sehr abwesenden Vater aufwies und seine Bücher schon ein sichtbares Intersse/Bemühen offenbarten. Auch hatte er wirklich längere Zeiten zwischen 1989-2006, wo er trocken war...insgesamt im Schnitt fast die Hälfte der Zeit. WAhnsinn, war mir nicht mehr klar. Ich frage mich nun, warum ich ihn hab so fallenlassen und dieses Bemühen, was natürlich mit den Jahren danach abnahm, nicht mehr sehen wollte. Aber irgendwie zermürbt einen das Thema irgendwann und als er dann zuletzt nach seiner erfolgreichen Krebsbehandlung wieder weiter getrunken hat, war der letzte Drops der Abstinenz gelutscht.

Und auch wenn ich rational wusste, dass Ende nahte, hatte ich gefühlsmäßig kaum einen Zugang. Vielleicht ist das für euch, die ihr noch euren Vater/Mutter habt, ein Hinweis.

VG
Greta

Antworten