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Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Grünes Kistchen
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Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von Grünes Kistchen » 28.09.2018, 17:39

Liebe Mulle,
ich habe großen Respekt vor Dir. Missbrauch, ein Vater, der Alkoholiker ist. Du hast 3 Kinder und bist eine liebe und verantwortungsbewusste Mutter, dass lese ich in Deinen Berichten. Du machst Dir große Vorwürfe und viele Gedanken.
Trauer und Wut sind normal, man muß sie zulassen. Ich habe beides im Zusammenhang mit meiner Mutter oft erlebt. Sie ist schon lange Alkoholikerin und auch bei ihr hat sich die Sucht langsam aufgebaut. Was bei ihr der Auslöser war, darüber kann man nur spekulieren. Aber das führt zu nichts. Ich habe als Kind auch diese feinen Antennen (Anmerkung Aurora) entwickelt, habe sie immer noch. Heute höre ich manchmal " das Gras wachsen", früher habe ich oft versucht, den Zustand meiner Mutter anderen gegenüber zu vertuschen. Am schlimmsten waren die Haushaltstage ( ein freier Tag im Monat für werktätige Mütter in der DDR), da war sie oft schon betrunken, wenn ich aus der Schule kam. Ich habe die Sucht meiner Mutter angenommen als das was es ist. Eine Krankheit. Und ich weiß, das es keine 10 Jahre mehr braucht, dass auch sie sich tot säuft.
Es ist ihr Leben und ihre Entscheidung, so wie Dein Vater sich dafür entschieden hat.
Ich gebe Aurora vollkommen Recht, wenn sie Dich fragt, ob Du wirklich wieder Kontakt hättest haben wollen. Du darfst trauern und zweifeln, aber sie sollen Dir nicht die Sicht verschleiern. Schau nach vorn, sprich mit Deinen Kindern über den Alkohol, was er mit Menschen macht. Vertraue Deinen Kindern, gib ihnen Halt und Geborgenheit. Ich habe auch 3, wenn auch schon fast alle erwachsen sind. Ich habe ihnen auch viel über meine Mutter erzählt und meinen Standpunkt zum Alkohol verdeutlicht.
Ich wünsche Dir alles Gute!

Viele Grüße!

Mullemaus1989
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Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von Mullemaus1989 » 28.09.2018, 18:49

Ich danke euch,es tut wirklich gut mich "auszuschreiben "
Das ist wirklich eine sehr gute frage,und ehrlich ,ich kann sie garnicht wirklich beantworten. Wie gesagt,vermisst habe ich ihn schon vorher (hauptsächlich wenn ich an die nüchternen momente gedacht habe)und auch als er noch lebte habe ich mich immer mal wieder gefragt ,was wäre wenn. Hatte auch oft überlegt ihm zu schreiben. Aber ich hatte da immer angst davor(eigentlich hatte ich mein ganzes leben schon angst vor den Reaktionen meines vaters)er hat leider auch öfter mal ausgeteilt. Trotzdem wusste ich immer das er mich liebt(wobei,wenn er einen doch liebt warum tut er mir dann sowas an?da käme wieder der alk ins spiel)
Naja auf jeden fall,in meinem leben dauerhaft hätte ich ihn glaub ich nicht haben wollen,bzw. Nicht in meiner nähe..aber ab und zu mal telefonieren oder so..das wahrscheinlich eher schon.
Mir hilft es auch sehr weiter etwas über euch und euren weg zu lesen,und genauso tut es mir auch leid für euch. Das Leben kann einfach manchmal so fies sein.
Ich habe beschlossen meinem vater einen brief zu schreiben und fotos von seinen enkeln und mir rein zu tun,und den dann bei der beisetzung mit ins grab zu Legen.

Ich hoffe wirklich das es mir hilft.aber ich merke ja schon wie es mir hilft mich mit euch auszutauschen. Also bin ich guter dinge das auch der brief helfen wird.

Ich danke euch wirklich 😘

Mullemaus1989
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Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von Mullemaus1989 » 28.09.2018, 19:25

Ich hab mir gerade alles nochmal durchgelesen..in dem einen text steht das mein vater sich trennte,in dem anderen das meine mutter sich trennte. Damit da keine verwirrung aufkommt. Ursprünglich hat meine mutter sich räumlich getrennt,sie haben sigh dann noch an den wochenenden gesehen,endgültig hat mein vater sich dann aber getrennt als er die andere Frau (die die jetzt die Beerdigung organisiert) auf einem Besuch in seiner Heimatstadt kennenlernte.
Das wollte ich nur mal aufklären,bevor fragen aufkommen:)

Hull

Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von Hull » 28.09.2018, 21:27

Hallo,

wie glaubst du denn, ist das wahre Verhältnis der letzten Lebensgefährtin deines Vaters dir gegenüber gewesen? Du schreibst, dass sie "es nicht böse meinte", aber trotzdem hat sie es explizit erwähnt, dass nach deiner Anzeige scheinbar alles "richtig bergab ging". Dass sie sich der Wirkung dieser Aussage nicht bewusst war, schließe ich aus. Es ist auch nichts beiläufiges, das gesagt wird. Nun ist es im Internet immer so eine Sache, Vermutungen anzustellen, dennoch sehe ich einige Möglichkeiten - die du offenbar überhaupt nicht in Betracht ziehst - als naheliegend. Ich will diese Vermutungen nicht klar formulieren, da es mit allen fehlenden Angaben gar nicht den Anspruch einer Präzision oder einer Richtigkeit haben kann, aber ein paar grundlegende Probleme der Evolution scheinen hier doch recht offensichtlich zu sein.

In dir und deinem Vater fließt nicht dasselbe Blut wie in der letzten Lebensgefährtin deines Vaters. Sie gehört also nicht zur Familie und hat damit auch alle Ängste, die jeder "Fremdkörper" in einer Familie hat. Dabei ist es sicherlich ausschlaggebend, wie genau die Konstellation nun war, aber es gibt zumindest Statistiken, die eindeutig besagen, dass es im Durchschnitt mehr Probleme mit jeglicher Form der Stieffamilien (dies umfasst alle Möglichkeiten nichtehelicher Lebensgemeinschaften usw.) gibt als bei geschlossenen Familien ohne externe Beimischung.

Sicherlich kann man anmerken, dass du nicht mehr in dieser Familie teilgenommen hast, aber auch dies nur scheinbar. Dein Vater wird sich immer wieder über dich geäußert haben, gerade unter Alkoholeinfluss ist es typisch, Probleme immer wieder aufzuwärmen, zu keinem Ergebnis zu kommen und die Zuhörer solange zu nerven, bis diese die Meinung des Klägers annehmen. Zudem kann die letzte Lebensgefährtin deines Vaters schon aus dem einfachen Prinzip keine Wärme dir gegenüber aufbringen, weil sie dich nicht kennt, aber auch, weil du - auch ohne deine Anwesenheit - zwischen der Vollständigung Eroberung deines Vaters und ihr standest. Dazu reicht es ja schlicht aus, wenn dein Vater über dich gesprochen haben mag und sie allerdings lieber etwas anderes mit ihm gemacht haben wollen.

Was auffällig ist, dass du deine Mutter nur beiläufig erwähnst, hast du noch Kontakt zu ihr? Was sagt sie zu deiner Problemstellung?

Grüße

Mullemaus1989
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Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von Mullemaus1989 » 28.09.2018, 22:52

Hmm so hab ich das alles noch nicht gesehen. Zu ihr kann ich eben nur sagen das sie sich auch schon lange vor dem tot meines vaters von ihm getrennt hatte. Ich weiss ihre tochter kümmerte sich wohl noch um seinen hund.eventuell waren sie noch befreundet? Vielleicht stand sie auch mit ihm in Kontakt um ihm zu helfen?ich weiss es nicht.

Sie hatte mir bilder meines vaters geschickt ,darauf meinte ich zu ihr(weil er da noch glücklich und normal aussah,und zum schluss muss er laut meiner tante ganz schlimm ausgesehen haben) das ich mir garnicht vorstellen kann woe es in den paar jahren so bergab mit ihm gehen konnte..daraufhin schrieb sie dann eben das es eben nach der ganzen Geschichte mit der anzeige richtig anfing bergab zu gehen.
Naja ..sie kam mir eigentlich ganz lieb und gefasst vor und sagte selbst das er ja selbst schuld wird.vielleicht wollte sie es auch nicht und hat in dem Moment einfach nicht daran gedacht das es mich treffen könnte??(ich muss dazu sagen,ich bin ein positiver mensch und versuche sowieso immer in allen nur das gute zu sehen.


Mit meiner mutter habe ich kontakt,wir Wohnen zusammen ,ich war immer ein mamakind.
Sie ist ein mensch der wenig Gefühle zeigen kann,aber sie ist kein schlechter Mensch,sie würde alles für mich und meine kinder tun(hängt
Mit ihrer kindheit zusammen) sie hatte schon lange mit meinem vater abgeschlossen. Er hat damals böse sachen gesagt,genau wie eine seiner schwestern.die tage hab ich sie gefragt wie es ihr mit der ganzen sache geht,sie sagt ,es ist schon komisch,aber man kann ja nix machen.das wars eigentlich.

Mullemaus1989
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Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von Mullemaus1989 » 28.09.2018, 22:53

Und überhaupt hatte sie ja abgeschlossen nach dem sie erfahren hatte was er mir angetan hat

sorra
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Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von sorra » 07.10.2018, 21:54

Hallo Mullemaus,

ich habe deine Beiträge gelesen und möchte mein Beileid kundtun.
Wie ist es dir diese Woche ergangen?

Alle Liebe,
sorra

Mullemaus1989
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Re: Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

Beitrag von Mullemaus1989 » 08.10.2018, 08:18

Danke
Ich muss sagen ,diese Woche ging es eigentlich ganz gut.hab mich viel abgelenkt und versucht nicht soviel nachzudenken.klar die gedanken schweifen immer mal wieder ab und dann kommt es wieder "warum,wieso,weshalb" aber sonst wie gesagt ganz gut.

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