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Jetzt ist sie tot.

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

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Linde66
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Re: Jetzt ist sie tot.

Beitrag von Linde66 » 06.01.2019, 21:56

Hallo einfach sein,
es tut mir leid, daß du so durcheinander bist. :? Aber wer wäre das nicht, wenn die Mutter stirbt.
Ich kann dein Gefühlschaos nachfühlen.
Wir hatten hier vor Jahren mal einen Thread, wie es ist, wenn die Mutter trinkt bzw. wenn der Vater trinkt.
Wenn ich mich recht erinnere, war es für die meisten EK viel verstörender, wenn die Mutter der trinkende Elternteil ist. Es ist schwer im Leben Fuß zu fassen, weil man irgendwie zu wenig von all dem bekommen hat, was man von einer nichttrinkenden Mutter vielleicht bekommen hätte.
All deine Gefühle dürfen so sein, Trauer, Wut, Schuld, Erleichterung... und noch viele mehr.
Ich hatte Zeiten, da hat mir die Vorstellung geholfen, daß ich von meiner Mutter eine wirklich wichtige Sache bekommen habe: mein Leben. Mehr hat sie mir damals nicht geben können, als ich sie so gebraucht habe. Mit der Zeit und viel therapeutischer Aufarbeitung konnte ich Frieden schließen, mein Leben annehmen und zu leben beginnen. Mir hat Biographiearbeit geholfen, also rauszukriegen, warum meine Mutter getrunken hat. Und überhaupt die ganze Familiengeschichte, denn Alkoholismus, andere Süchte und auch Co-Abhängigkeiten in einem Familiensystem sind wie ein Mobile, alles hängt mit allem zusammen, vieles wiederholt sich in anderem Gewand über Generationen.
Das so einordnen zu können hat vieles bei mir relativiert. Aber wie gesagt, es war ein langer, teils quälender Prozeß.
eher trauere ich um die Mutter, die ich eh nie hatte... Und darum, dass dieses Thema jetzt wirklich "erledigt" ist
Laß die Trauer zu. Es kann einem regelrecht erschlagen, wenn einem die Endgültigkeit des Todes bewußt wird. Was auch immer man noch sagen, regeln, erfahren wollte, all das geht plötzlich nicht mehr. Das ist eine harte Zäsur. Es sind noch so viele offene Enden in all dem Gewirr.
Laß dir Zeit und schreibs raus.
LG, Linde

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