Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Stille Wutausbrüche/Verqueres Denken und ein Hauch von Angst

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Antworten
Aurora
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 12994
Registriert: 02.05.2007, 13:47

Re: Stille Wutausbrüche/Verqueres Denken und ein Hauch von Angst

Beitrag von Aurora » 06.02.2019, 19:30

Liebe Banshee,

herzlich willkommen!

Du schreibst:
Damals habe ich es nie verstanden wieso sie sich selber sowas angetan haben, ich versteh es ja nicht mal heute. Für mich ist das alles so unbegreiflich.
Ich bin selbst keine Alkoholikerin sondern auch Angehörige. Ich bin schon lange getrennt inzwischen von meinem 1. Mann, inzwischen ist er auch an den Folgen seiner Sucht verstorben. Bis heute verstehe ich nicht "Sucht". Das heißt, ich verstehe es kopfmäßig, ich weiß, was theoretisch passiert aber ich kann es nicht nachfühlen und nicht "begreifen".

Ich hatte auch Wut und Hass damals in mir. Unverständnis, Schuldgefühle, Fassungslosigkeit. Aber als Frau eines Abhängigen hatte ich immer die Wahl mich trennen zu können. Warum ich das erst nach so langer Zeit konnte ist ein anderes Thema.

Aber als Kind bist du ausgeliefert. Du bist ja abhängig von deinen Eltern. Und trotz allem ist da auch die Liebe zu Mutter und Vater. Es ist eine völlig andere Ebene, auf der sich alles abspielt.

Ein Austausch mit anderen EKAs, also erwachsenen Kindern von Alkoholikern, ist super und hilfreich. Aber hast du auch schon mal überlegt, dir professionelle Hilfe zu holen? Wenn dich im Kopf solche Bilder verfolgen muss das sehr belastend sein. Und wiederum Schuldgefühle auslösen, also könnte ich mir vorstellen. Du schreibst ja, dass du seit einiger Zeit Dinge aufschreibst und dadurch Wutausbrüche bekommst. Ich bin keine Psychotherapeutin aber vom Gefühl her kann ich mir vorstellen, dass da immenser Druck in dir ist. Ungeweinte Tränen, Gefühle, die immer wieder unterdrückt worden sind. Und die durch das Aufschreiben plötzlich einen Weg nach draußen finden.

Selbsthilfegruppe und Therapie, damit habe ich persönlich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Vielleicht kann das auch für dich ein Weg sein.

Liebe Grüße
Aurora

Antworten