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Wie schafft ihr das???

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

monsi81
neuer Teilnehmer
Beiträge: 8
Registriert: 07.12.2006, 10:45

Wie schafft ihr das???

Beitrag von monsi81 » 13.12.2006, 14:12

Hallo,

ich hab in den letzten tagen viel hier im Forum gelesen, und bin froh das es noch viele andere gibt die auch so Probleme wie ich haben.

Dennoch bin ich echt erstaunt darüber das ihr mit dem Problem so locker (oder kommt es mir nur so vor) umgeht.
Mein Vater trinkt jetzt wieder seit 4 Monaten und ich halte es nicht aus, am liebsten würde ich meinen Vater den Alkohol aus dem Körper schlagen, aber geht ja nicht :wink: .

Am Anfang dachte ich gut, jetzt wo meine Mutter gestorben ist, sei es ihm nochmal verziehen das er sich mal abends ein oder auch zwei Bier trinkt, aber mittlerweile ist er ja schon morgends um 11 Uhr dicht, und das auch jeden Tag. Ich möchte mit ihm nichts zu tun haben wenn er was getrunken hat, und das weiß er auch, aber dennoch tut es mir weh, er ist mein Vater.
Was hab ich schon auf ihn eingeredet, aber er will sich einfach nicht helfen lassen, er ist jetzt auf der Suche nach einer neuen Frau und das ist für ihn viel wichtiger, ich komme einfach nicht an ihn ran.

Annika
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Beiträge: 3509
Registriert: 05.12.2005, 12:29

re

Beitrag von Annika » 13.12.2006, 14:29

Guten Tag Monsi,

ich begrüße dich hier bei uns im Forum.

Ich bin unter anderem hier dafür zuständig, damit es hier nicht locker zu geht.

Es geht hier um Leben und Tod, denn unserer Krankheit wird früher oder später den Tod bedeuten, wenn wir nicht völlig auf Alkohol verzichten.

Deswegen möchte ich dich fragen, was dir hier locker vorkommt.

Vielleicht magst du es mal erklären.

LG Annika

lavendel
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2672
Registriert: 23.05.2006, 20:05

Beitrag von lavendel » 13.12.2006, 15:26

hallo monsi,

ich glaube nicht, dass irgendwer das problem alkoholismus "locker" sieht. ich kann mir vorstellen, dass dir vielleicht vieles abgeklärt vorkommt, was hier geschrieben wird. das mag aber daran liegen, dass sich vielleicht mancher damit abgefunden hat, dass man als angehöriger nichts tun kann, seine eigene hilflosigkeit erkannt hat, sich abgegrenzt hat... ich kann heute auch ziemlich emotionslos über die "alkoholikerkarrieren" meiner eltern schreiben - das hat aber nichts mit "locker" zu tun. ich stecke nur nicht mehr mittendrin, wie du.

glaub mir, die wut, die enttäuschung, die hilflosigkeit, die du jetzt fühlst, die kennen wir alle. auch wenn sie momentan aus verschiedenen gründen nicht mehr so verzweifelt präsent ist. da musst du schon zwischen den zeilen lesen und genau hingucken :wink: .

lavendel

josu
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Registriert: 23.09.2006, 19:05

Beitrag von josu » 13.12.2006, 15:33

Hallo Monsi

vllt hast du ja schon meine Beiträge bezgl. meines Vaters gelesen, und beziehst dich darauf, dass ich so kühl reagieren kann und alles so nüchtern sehe. Das liegt jedoch daran, dass meine Vater schon seit meiner Kindheit trinkt, ich ihn gar nicht anders kenne, und mir auch keine Hoffnung mehr mache, dass er jemals aufhören wird zu trinken.

Bei dir ist es vllt. etwas anders, da du schreibst, dass dein Vater "erst" seit vier Monaten trinkt. Ich würde an deiner Stelle mal mit ihm reden, ihm ehrlich sagen, was du von seiner Trinkerei hälst und dass du dir Sorgen um ihn machst. Das ist manchmal wichtig und gibt deinem Vater vllt, das Gefühl, dass er nicht allein mit seinen Sorgen ist.

Ich wünsche dir und deinem Vater alles Gute

Josu

Meni

Beitrag von Meni » 13.12.2006, 18:39

Hallo Monsi,

damit hier aus Deinem Thread keine Wortklauberei wird, stelle ich einfach mal anheim, dass Du mit "locker" eigentlich "offen" meinst.

Du schreibst, dass Dein Vater seit vier Monaten "wieder" trinkt - hat er denn vor dem Tod Deiner Mom schon getrunken?

Dein Vater fühlt sich mit der Situation möglicherweise überfordert und kann nicht so für Dich da sein, wie Du es in dieser Situation wirklich brauchst. Hast Du Menschen, die Dir nahe stehen, denen Du Dich anvertrauen magst? Menschen, die Deinem Vater vielleicht auch nahe rücken dürfen?

Ganz liebe Grüße

Meni

Kerstin1978

Beitrag von Kerstin1978 » 13.12.2006, 18:42

Hallo Monsi,

ich kann mich den anderen auch nur anschließen. Auch mich hat es Jahre lang bewegt und gedanklich fertig gemacht, wie ich meinen Vater dazu bewegen könnte, den Alkohol sein zu lassen. Als ich merkte, dass er sich nicht helfen ließ, wollte ich zumindest meiner Mutter helfen, ihr aufzeigen, dass es Wege aus dieser Problematik gibt. Aber sie hat sich dazu entschlossen, bei ihm zu bleiben bis zum Ende. Sie sieht ihre eigenen Chance darin, dass er bald verstirbt und ihre Zukunftspläne basieren einzig auf seinen Tod. Demnach habe ich auch in dem Bereich resigniert.

Locker gelassen hat es mich viele, viele Jahre nicht...eigentlich im Prinzip bis zum Eintritt in dieses Forum hier. Erst hier wurde mir richtig bewusst, dass ich meinen Eltern nicht helfen kann, wenn sie selbst nicht einsehen, dass sie Hilfe benötigen.

Und seitdem geht es mir wesentlich besser. Ich habe eine Liste erstellt mit Dingen, die sich ändern werden. Und ich habe angefangen meine Geschichte aufzuschreiben. Nicht, um diese eines Tages zum Bestseller zu machen, sondern eigens für mich, um mich zu befreien.

Heute z.B. sagte ich zu meiner Mutter klipp und klar, dass ich mich nicht mehr von den Launen und Bestimmungen, etc meines Vaters einlullen und mein Leben von ihm bestimmen lasse, sonern leben werde, wie ICH es möchte. Die Reaktion meiner Mutter war lediglich ein kurzer Seufzer, nach dem Motto "Wenn Du meinst, dass Dir das etwas bringt."

An Deiner Stelle würde ich nochmal in aller Deutlichkeit mit Deinem Vater reden. Sage ihm, dass Du Dir Sorgen machst...vielleicht hilft es bei ihm ja....

Ich drücke Dir die Daumen

Kerstin

monsi81
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Beitrag von monsi81 » 13.12.2006, 18:49

Hallo zusammen,

erstmal vorweg, ich wollte hier niemanden Angreifen, mit meiner Aussage das ihr es so locker seht :oops: , mit locker meine ich schon alleine das ihr hier in der "Öffentlichkeit" darüber redet, bei uns zu Hause war das immer ein Thema über das man nicht reden darf, dies wurde mir schon seit meiner Kindheit von meiner Mutter so beigebracht.

@Annika, ich weiß das es um Leben und Tod geht, ich hab mich evtl. falsch ausgedrückt mit "locker" meine ich nicht das man mit Alkohol locker umgeht, sondern eher Locker mit der Situation, ich möchte meinen Vater gerne helfen, aber kann nicht, und das ärgert mich tierisch, hoffe Du verstehst was ich meine :?:

@Meni, mein Vater trinkt jetzt seit 4 Monaten WIEDER, er war vorher trocken :wink: , mein Vater trinkt seit ich denken kann, zwischenseitlich war er 2 mal trocken, einmal für 4 Jahre und jetzt war es gerade mal 1 Jahr.

lavendel
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Beitrag von lavendel » 13.12.2006, 20:31

hallo monsi,
monsi81 hat geschrieben:Hallo zusammen,

erstmal vorweg, ich wollte hier niemanden Angreifen, mit meiner Aussage das ihr es so locker seht :oops: , mit locker meine ich schon alleine das ihr hier in der "Öffentlichkeit" darüber redet, bei uns zu Hause war das immer ein Thema über das man nicht reden darf, dies wurde mir schon seit meiner Kindheit von meiner Mutter so beigebracht.
schon klar :wink: . weißt du, ich denke, dass ganz viele soooooo froh sind hier offen schreiben zu können, dass all das mal raus kann von dem man immer meinte, man sei allein. als ich noch jugendliche war fand ich das ganz furchtbar, mit niemandem reden zu können, und als ich dann meinen ersten freund hatte und wir nach vielen drucksereien festgestellt haben, dass wir das gleiche problem hatten, nämlich trinkende eltern, waren die schleusen offen zum reden. und ich denke, ganz ähnlich ist das hier. gerade jugendliche kinder von alkoholikern können endlich mal all die katastrophen und gefühle rauslassen, halböffentlich, aber eben nur halb. und ich denke, das hilft allen. dir auch. du bist nämlich nicht allein :D

lavendel

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