Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

vater ist kurz davor alles zu verlieren

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Antworten
tilo88
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 16.12.2006, 01:17

vater ist kurz davor alles zu verlieren

Beitrag von tilo88 » 16.12.2006, 01:40

hallo!
gestern bin ich auf dieses forum gestoßen und ich dachte mir ihr könnt mir vielleicht bei meinem problem weiterhelfen.
ich bin momentan total verzweifelt und fühle mich mit dem problem total allein gelassen.
um die situation besser nachvollziehen zu können hier ein paar hintergrund informationen:
Vor etwa 10 Jahren, als ich etwa 8 wahr haben sich meine eltern getrennt.
schon damals hatte mein vater alkoholprobleme, die unter anderen auch ein grund für die trennung waren. Er hatte zwar immer wieder aussetzer und ich erlebte einige sehr unangenehme momente mit ihm aber er hat sich immer wieder gefangen. nun seit ein paar jahren wird es immer schlimmer. seit etwa 1,5 jahren hat er eine neue freundin, die selbst kinder hat. sie hat ihr altes leben aufgegeben und ist mit ihm zusammen gezogen. seit ein paar jahren wird mein vater jetzt allerdings regelmäßig rückfällig und jedes mal wird es schlimmer. Er war schon des öfteren in der nächst gelegenden Entzugsklink doch jedes mal ist er rückfällig geworden. im moment ist es schlimmer als jemals zuvor. er arbeitet jetzt seit einem monat nicht mehr und ist daher total pleite im moment. ich selbst wohne 40 km von ihm und seiner freundin entfernt. sie selbst ist damit völlig übervordert weil sie so etwas gar nicht kennt. sie erzählt mir er würde betrunken auto fahren und sogar manchmal in der wohnung randalieren. ich selbst bin erst 18 und kann von hier...von meiner mutter aus nicht viel unternehmen. zumal ich gar nicht weiß mit meinen 18 jahren was zu tuen ist. Seine freundin hat ihn daraufhin volltrunken in die entzugsklinik nach bad rehburg gebracht aber ein tag später hat er sich entlassen lassen. gestern habe ich zuletzt mit ihm telefoniert und er sagte nie wieder will er da hin. es gäbe keine medikamente etc. und eher würde er sich den kopf aufschlagen um in ein richtiges krankenhaus zugehen als da nochmal hin. das problem ist, dass diese entzugsklinik die einzige ist, die ihn nimmt. alle anderen lehnen ihn ab, da er nicht in ihren bereich liegt und die örtlichen kranken häuser wolen ihn natürlich auch nicht.
ich sitze hier also und habe jeden moment angst darum, dass er sich was antut oder einen unfall erleidet. er meinte er weiß das er einen entzug machen muss aber das will er alleine zu hause machen-tatsache ist, dass er seit 3 wochen trinkt und sich täglich neue schnappsflaschen bringen lässt....
ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll-ich weiß nicht ob ihr euch vorstellen könnt wie ich mich fühle-was soll ich mit ihm machen? er bricht blut und geht wenn er soweiter macht unter...kein geld...keine arbeit...keine freundin mehr....das wäre sein ende.....
das schlimmste ist, dass die freundin völlig überfordert ist und zu mir sagt ich solle ihn in eine klinik bringen ich wäre der einzige auf den er hört...aber wie soll ich mich als kind um meinen vater kümmern?!?
ich hoffe ihr könnt mir sagen was ich machen kann und vielleicht können mir auch andere angehörige tipps geben wie ich mit sowas umgehen kann...diese tatsache verfolgt mich schon mein halbes leben...schon in jungen jahren musste ich mich damit auseinandersetzen, was meinen character denk ich sehr geprägt hat....freunde können bestätigen, dass ich ein sehr introvertierter ernster mensch bin...
vielen dank

Frozen Tears
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 573
Registriert: 30.11.2006, 19:00

Beitrag von Frozen Tears » 16.12.2006, 02:06

Hi,
es ist schon ziemlcih hart, was Du durchgemacht hast und immer noch machst. Wenn Du aber noch weiter liest in diesem Forum, insbesondere bei den Kindern von Alkoholikern, wirst Du feststellen, dass Du nciht viel für Deine Vater tun kannst. In erster Linie kann er sich nur selber helfen. Immerhin ist er schon zu der Einsicht gekommen, dass er einen Entzug machen muß. Wenn er es zuhause machen will, dann ist es doch auch oka solange er unter ärztlciher Aufsicht bleibt.
Empfehle seiner freundin doch auch mal sich hier im Forum schlau zu machen. Da sie ja wohl die Bezugsperson für ihn im moment ist, sollte sie schon Bescheid wissen, wie sie selber damit umgehen sollte.

Auch ich bin ja Tochter eines Alkoholikers und ich aknn dir nur eins raten. Kümmere dich in erster Linie um dich selbst. Pass auf, dass es dir nciht allzu schlecht geht , denn du bist nciht an dem ganzen Schlamassel schuld oder dafür verantwortlcih. Du brauchst dir keien Vorwürfe zu machen. Du bist das Kind- ER ist der VAter. ER sollte sich um DICH gekümmert haben udn nciht umgekehrt. Klingt hart, ist aber so. Natürlcih willst du helfen, und das kannst du auch bis zu einer gewissen Grenze. Wenn dein vater auf dich hört, dann ist es ja sogar gut. Vielleicht kansnt du ja mal mit ihm zusammen zum Arzt gehen, wenn er einverstanden ist. Wenn du ihn ein bißcehn unter druck setzen kannst , ist es auch gut. Das geht aber bei einem Eltern/ Kind Verhältnis meistens nicht so gut, weil sich Eltern selten was von ihren Kindern vorschreiben lassen und die Notwendigkeit nicht sehen. Seine Freundin und Du ihr müßtet Euch einigen, wie ihr mit ihm umgehen wollt und dann auch konsequent bleiben.
Ihr müßt ihm klar machen, dass ihr ihm nur solange beisteht, wie er sich auch selber ernst nimmt. Es hilft ihm nichts, wenn ihr ihn nur bemitleidet, das tut er sicher selber schon genug. Wenn er sich gegenüber keine Härte und Disziplin zeigt, dann solltet ihr ihm das vorleben statt ihn mit Seidenhandschuhen anzufassen.

speedy53

Beitrag von speedy53 » 16.12.2006, 06:56

Guten Morgen Tilo,

herzlich Willkommen hier im Forum.

Es gibt hier ein Unterforum " Kinder und erwachsene Kinder von Alkoholikern ".

Dort findest Du sicher Gleichgesinnte, die sich gerne mit Dir austauschen werden!

Du bist nicht alleine mit Deinem Problem und Du wirst viele Geschichten lesen, die der Deinen ähneln.

Es ist schon mal gut, dass Du Dir Hilfe suchst.

Du kannst Deinem Vater nicht helfen und auch seine Frau wird nicht viel tun können, wenn er nicht will. Der 1. Schritt muss von ihm kommen!!

Also Tilo, lies Dich einmal durch hier und vielleicht kannst Du ja schon das eine oder andere für Dich rausziehen.

Du wirst hier auch ganz bestimmt sehr viel Unterstützung und Hilfe bekommen.

Liebe Grüße
Speedy53

tilo88
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 16.12.2006, 01:17

Beitrag von tilo88 » 18.12.2006, 20:07

hier mal der neuste stand:
mein vater ist gestern ins krankenhaus gekommen, so wie er es wollte.
er wird jetzt mit mediakamenten versorgt und ist wieder halbwegs nüchtern.
er ist grauenhaft anzusehen. so habe ich meine vater selten zuvor gesehen...er hat mit der weile schon einen bart-des weiteren kann er nicht vernünftig sprechen oder sich bewegen.
nun habe ich ihn heute besucht und ihm die nötigsten sachen vorbei gebracht. er wollte sich geld von mir leihen weil er gar nichts hat, vor angst, dass er es für alkohol ausgibt habe ich ihm nur 50 cent zum telefonieren gegeben. als ich ihn fragte ob er noch etwas brauche meinte er zigaretten.
nun weiß ich allerdings nicht, ob ich ihm schade, wenn ich ihm auch noch alle seine wünsche erfülle und ihn umsorge
ich wollte,dass er sich richtig schämt, aber anscheinend tut er das nicht und er will sich noch vor heiligabend entlassen...
ein schrecklicher anblick und ein tolles weihnachtsgeschenk...
wenn das so weiter geht, dann bin ich wohl bald halbwaise

trotzdem möchte ich mich für eure antworten bedanken und wenn ihr meint, der thread passt besser in den anderen bereich, dann könnt ihr ihn ja verschieben.
bis dahin viele grüße

lisa85
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 16.12.2006, 18:08

Beitrag von lisa85 » 19.12.2006, 16:29

Hi, du sprichst mir aus der Seele. Bin gerade in dersselben Situation. Mein Vater lässt sich jetzt auch einweisen, aber erst in zwei Tagen, hoffe er bleibt dabei. Hat auch schon einige Entzüge hinter sich. Fährt in seinem Zustand mit dem Auto weite Strecken. Bin auch eine wichtige Bezugsperson für ihn, erlebe alles mit. Ich kann nicht mehr, bin am Ende mit meinen Kräften. Es ist schwierig als Tochter eine permanente Stütze sein zu müssen. Frau hat sich von ihm getrennt.

Es ist wichtig die Alkoholsucht nicht zu unterstützen in dem man ihm fallen lässt. Ich weiß, dass ist leichter gesagt als getan und ist auch für mich nicht leicht. Hab ihn erst vor kurzen gesagt, dass ich nicht mehr kann und ihn in dem Zustand nicht besuchen werde. War ein Schock für ihn (meine Geschwister haben ein paar Tage zuvor ählich reagiert). Aber es war wichtig. Alles andere hilft ihm nicht weiter und unterstützt seine Sucht. Habe lange gebraucht um das wirklich zu realesieren, und vor allem durchzuziehen.

Allerdings denke auch, dass es wichtig ist die Person während des Entzuges zu unterstützen.

Wie gesagt, schau auf dich, und lass dich nicht zu weit reinziehen und verlier dich nicht selbst dadurch.

Lg lisa

Antworten