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Irgendwann muss man drüber reden ...

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

charisma
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Beitrag von charisma » 31.12.2006, 12:06

Ich habe mir vorgenommen, mich jetzt erstmal nicht mehr einspannen zu lassen und damit das Verhalten meines Vaters zu unterstützen. Ich werde meinen Eltern heute sagen, dass ich sie vorerst nicht mehr mit dem Auto wegfahre, wenn sie irgendwo trinken wollen.
Ehrlich gesagt habe ich auch überlegt, damit zu "drohen", eine Szene vor der ganzen Familie (also Tante, Onkel, Oma, Großtnte, Cousinen,..) zu machen, wenn mein Vater morgen (1.1.) dort wieder trinkt.... aber das drängt ihn wahrscheinlich nur noch mehr in die Enge und das will ich ja auch nicht.

Gestern hab ich noch mal mit meiner Oma darüber gesprochen. Auf meinen Satz "Ich glaube, es dürfte für niemanden ein Problem sein, 2 Std seines Lebens nicht zu trinken" sagte sie, für meinen Vater wäre es ein Problem (grins grins). Da musste ich mich echt zurückhalten. Diese Ignoranz macht mich wütend. Und gleichzeitig ärger ich mich über mich selbst, dass ich so einen Terz um sowas mache und nicht einfach "mitspiele". Ähm, ja, ich werd die Tage mal berichten, wie er auf das mit dem Fahren reagiert. Vielleich fährt er ja doch freiwillig und trinkt dann nicht *hoff*

Guten Rutsch euch allen. Haltet die Ohren steif!

charisma
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Beitrag von charisma » 31.12.2006, 15:12

Ich hab meiner Mutter eben gesagt, dass ich morgen nicht fahren werde.
Sie meinte ich soll das meinem Vater sagen.
Erst hab ich mich nicht getraut, aber als wir dann zu dritt in der Küche waren hab ichs versucht. Papa hat die ganze Zeit nichts dazu gesagt, ist immer nur hin und her gelaufen und hat rumgeräumt. Ergebnis: Dann fahren wir eben mit dem Rad.
Kurz darauf hab ich dann gesagt, dass Oma wohl recht hat, wenn sie sagt, Papa könnte keine zwei Std ohne Alkohol.
Papa hat immer noch nix dazu gesagt. Mama hat ann geredet von wegen, man wär ja auf einen Sekt eingeladen, dann könnte ich nicht erwarten, dass kein Sekt getrunken würde etc. Papa hat immer noch nichts gesagt. Dann fing meine Mutter an, dass es ja kein Geheimnis wäre, dass er zu viel trinkt. Aber wenn er das so wollen würde, müsste er eben so weitermache. Papa stand immer noch daneben und sagt nix dazu, räumt nur rum, stellt zwischendurch irgendwelche Fragen, wo dies und jenes steht etc. Dann sagt er auf einmal, wie unverschämt das von meiner Oma wäre, sowas zu sagen. Sie hätte ja keinerlei Ahnung, das würde nicht stimmen. Da hab ich gesagt, dass er dann ja morgen fahren könnte. Dnn hat er gefragt, wo die Schüsseln für heute abend sind. Ich hab nur blöd geguckt und gefragt "Sagst du denn jetzt nichts mehr dazu?". und er hat nichts gesagt, gar nix. und mama hat nur gesagt "ja, ist doch klar".
und dann war's das.

Okay, ich hab zum ersten Mal meinen Mund aufgemacht und weiß jetzt, dass anscheinend alle bescheid wissen und einfach nur niemand was sagt.
Meine mutter tut mir leid, weil sie in einer Bruchfamilie lebt. Teilweise dachte ich eben, er hätte wegen mir angefangen zu trinken, hier gabs genug Ärger.
Aber er hat ja vorher auch schon getrunken.
Ich sollte mir keine Gedanken machen und sofort ausziehen, ihr habt recht. Aber ich mache mir Sorgen.

Das Gespräch grad lief überhaupt nicht so, wie erwartet. Heute morgen dachte ich noch, ich müsste einfach nich mehr auf die Seite hier kommen und schon wär das Thema aus der Welt. So ists jetzt aber nicht mehr...

Frozen Tears
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Beitrag von Frozen Tears » 05.01.2007, 03:27

Hallo Charisma,
wie hier schon viele auch geschrieben haben kann ich mich nur anschließen, irgendwie gleichen unsere Geschichten sich in gewisser Weise doch. Denke blos biemals, dass DU irgendwas mit der Sauferei Deines Vaters oder jemals irgendeiens menschen zu tun hast. Das wäre ein großer Irrtum. Du bist nur für DIch selbst verantwortlich. Und wie DU auch siehst kannst Du herzlich wenig Einfluß nehmen auf Deine Vater, selbst nicht einmal auf Deine Mutter, die ja nciht trinkt.
Das liegt grundsätzlich erstmal wohl daran, dass DU ja das Kind bsit und Eltern sich grundsätzlcih nciht gerne Vorschriften von ihren Kindern machen lassen, und schon gar nicht wenn es um soclh wichtige Theman geht , wo sie sich ja grundsätzlich mal in Frage stellen müssen und eine riesige Veränderung in Kauf nehmen müssen. Du ziehst ihnen beiden gewissermaßen den Teppich unter den Füßen weg, wenn Du mit Recht kritisierst was bei Euch los ist.
Daher haben alle Recht, dass es das beste für Dich ist Du gehst so schnell wie möglcih und so weit weg wie möglich, Auch ich habe diese Erfahrng hinter mir und es hat mir geholfen zu gehen. Mir selebr war im Gegensatz zu Dir zu der Zeit nciht einmal bewußt, dass es sich um eine Krankheit meines Vaters handelte. Ich hatte mir nciht viel Gedanken darüber gemacht, sondern hatte einfach 'die Schnauze voll' von allem.
Einige Male hatte ich bzw, wir an unsere Mutter apelliert, dass sie sich doch trennen solle. Da war ich ungefähr 13. Aber meine Mutter war irgendwie geistig weggetreten, so hab ich es damals empfunden. Sie war so abhängig von meinem Vater, dass sie die Realität schon garnicht mehr richtig wahrgenommen hat oder es nicht wollte.
Es ist sehr mutig von Dir, dass Du mal Deine Meinung gesagt hast. In der Tat brauchst Du niemanden durch die Gegend fahren, nur damit man sich vollaufen lassen kann. Das kann Dir keiner zum Vorwurf machen. Du kannst ruhig sagen, dass Du das ekelig und peinlich findest.
Vielleicht kannst DU aber auch so nach und anch versuchen erstmal Deine Mutter zu bearbeiten. Wenn sie es nicht gewohnt ist über Probleme zu reden, dann kannst DU es ja so nach und nach probieren.
Und Deinem Vater kannst Du auf jeden Fall sagen, dass Du es unangenhem findest, wenn Deine Freunde zu Besuch kommen und er betrunken ist. Wie er es denn finden würde. Kannst ja auch mal damit drohen, dass Du Dich in Zukunft daneben benimmst, wenn ER Besuch kriegt. Vielleicht entwickelt er schon nach und nach ein Bewußtsein dafür, was er da macht. Frag ihn doch mal, ob der viele Alkohol ihn glücklich macht und ob er Dir das auch weiter empfehlen würde . Dann muß er sich ja damit auseinandersetzen. Ich würde heutzutage versuchen meine Vater so richtig bloßzustellen. Wenn jemand anruft , würde ich sagen, dass er gerade nicht sprechen kann, weil er besoffen ist und nur noch rumlallt.
Aber wie auch immer- das kannst Du machen, aber Du brauchst es nicht und Du brauchst auch keine Schuldgefühle haben. Schuldgefühle sollten Deine Eltern Dir gegenüber haben.
Ich hoffe, dass Du das alles was hier für Dich geschrieben wurde zu Herzen nimmst und ganz viel Kraft für Dich hast, in erster Linie IMMER an DICH denkst, was aus Deinem Leben machst. Denn das ist wirlich nicht leicht ohne Unterstützung Deiner Eltern.

Alles Gute für Dich
Frozen Tears

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