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Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

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kathrin
neuer Teilnehmer
Beiträge: 20
Registriert: 16.12.2006, 13:11

Beitrag von kathrin » 05.01.2007, 23:29

hallo nanu!

ich verstehe sehr gut, dass du nicht genau weißt, wie du dich deinem vater gegenüber verhalten sollst.

ich habe mit meiner mutter gerade auch diese schwierigkeiten, obwohl meine geschichte etwas anders ist als diene.

ich glaube, ihr tut keinem einen gefallen, wenn ihr bei der taufe ''ganz normal'' seid. ich nehme an, dieses ''ganz normal''-sein bedeutet eher so tun als wäre nichts gewesen.
bei dir ist sicher schon einiges vorgefallen, und da ist es klar, dass du nicht auf einmal einen auf friede-freude-eierkuchen machen kannst.
du sagst ja auch ganz klar dass du das gar nicht willst.

ich würde mich allerdings nicht abwärtend deinem vater gegenüber verhalten. also ich meine, du brauchst ihm nicht um den hals zu fallen aber eben auch nicht beleidigend werden oder ignorieren.
wenn du ihm sagen möchtest, dass du erstmal nichts mit ihm zu tun haben willst, finde ich das sehr ehrlich und mutig und meiner meinung nach auch ok.
du kannst ihm ja sagen dass das alles nicht von heute auf morgen geht und du erst ein mal zeit brauchst, und es erst dauerhaft SEHEN musst, dass er auch trocken bleibt.

aber das ist nur mein tipp, ich kenne ja auch nicht wirklich eure sonstigen familienverhältnisse.

was sagt dein bruder zu all dem?
wie ist er auf euren vater zu sprechen?

wünsch dir / euch viel glück ;)

lg, kathrin

Teaser

Beitrag von Teaser » 06.01.2007, 09:25

Hallo liebe nanu,

auf das Urteil Außenstehender würde ich nichts geben. Wenn sie Deinen Vater für einen Helden halten nur weil er zur Entgiftung geht, lass sie doch. Die haben halt keine Ahnung was Angehörige alles mitmachen müssen. Habe ich das richtig verstanden, Deine Mama und Du, ihr seid jetzt die "Bösen", weil ihr ihn in so einer schwierigen Situation im Stich lasst? Das ist so lächerlich.

Aber es ist auch nachvollziehbar, warum andere die Situation so falsch einschätzen. Waren wir selbst nicht immer darum bemüht zu vertuschen wie die Situation wirklich ist? Wir wollten ja nie, dass etwas nach außen dringt. Das wäre viel zu peinlich. Und, mir dreht sich dabei der Magen um, wir sind immer noch viel zu rücksichtsvoll. Ausgerechnet wir!

Warum ist es denn so schwierig zu entscheiden wie ihr euch bei der Taufe verhalten solltet?
Dein Vater lässt keine Gelegenheit aus Deinen Freund zu schikanieren und zu provozieren. Kann es einem wirklich unklar sein wie man darauf reagieren soll?
Mit etwas Abstand betrachtet kann es darauf nur eine Reaktion geben.
Mit welchen Recht kann er euch so respektlos behandeln? Wenn er seinen Verstand schon so kaputt gesoffen hat, dass er seine Grenzen von alleine nicht mehr kennt, dann muss man sie ihm eben klar machen. Je deutlicher, desto besser.

Das mag hart klingen aber wenn man sich wie so viele es tun alles gefallen lässt, geht man selbst dabei zu Grunde.
Es ist unser gutes Recht, uns gegen Schikanen und Provokationen zu wehren. Uns abzugrenzen und zu erwarten, dass man uns respektvoll behandelt. Falsch verstandene Rücksichtnahme oder Nachsicht sind da vollkommen fehl am Platz.

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

LG
Teaser

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