Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Meine Mutter zerstört das zusammenleben meiner Familie

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Antworten
bjoern
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 07.01.2007, 18:19

Meine Mutter zerstört das zusammenleben meiner Familie

Beitrag von bjoern » 07.01.2007, 19:09

Hallo,
ich habe folgendes problem:
Meine mutter ist Alkoholikerin, sie sieht es allerdings selber nicht ein.
Sie steht ständig neben sich und ist aggressiv,sie lässt niemanden in ihre nähe.
Sie versteckt den Alkohol damit ihn keiner findet, allerdings ist sie darin nicht sehr gut. Das geht jetzt etwa 12 Jahre schon so.
Ich habe schon öfters versucht sie in ruhigen Stunden darauf anzusprechen aber sie weißt alles ab und Wechselt die Themen meistens sind das solche wie z.b. "ob wir denn kein alkohol trinken würden", "ob wir perfekt wären und sie nicht", "und das sie immer alles im Haushalt macht" und und und.....
Ich mache mir am meisten um meinen Vater Gedanken, sie hackt ständig auf ihm herum und schlägt ihn, mein Vater ist insgemein ein gutmütiger Mensch und schlägt daher auch nicht zurück sondern geht ihr meistens aus dem weg.
In ihrem Rausch sagt sie oft verrückte sachen wie das er bei den Zeugen Jehovas wäre oder das er irrgentwelche Drogen nehmen würde.
Mein Vater möchte meiner Mutter mit Beispiel vorraus gehen und trinkt jetzt gar keinen Alkohol mehr.
Wenn er nach hause kommt dann schaut er nach ob er irrgentwo Alkohol findet und schüttet ihn weg, in der Hoffnung das sie vielleicht mal einen Abend nüchtern ist.
Seid 2 Jahren schläft er nun im Keller in seinem Arbeitszimmer und kommt auch nichtmehr dort raus, nicht zum essen, nicht zu Geburtstagen er gräbt sich völlig ein, ich glaube er hat sie aufgegeben, er versucht nichtmal mehr mit ihr zu reden.
Sie Telefoniert den ganzen Tag mit ihrer Schwester (also meine Tante)
und erzählt ihr das wir sie alle moben würden und wie schlecht es ihr ging.
Allerdings habe ich viel Kontakt mit meiner Tante und sie weiß das es nicht stimmt,
was ich schlecht finde ist das meine Tante nicht auf sie eingeht und es ihr verständig macht das sie Krank ist.
Mein Bruder (wir sind zu zweit) ist mit mir zusammen hinterher das sie das Trinken an den Nagel hängt.
Naja zumindest war das so er ist der ältere von uns beiden und verfällt mitlerweile in das selbe Problem. Er sagt immer "ist ja nur ein Bierchen" (das er zum feierabend trinkt) finde ich ja nicht verkehrt wenn es ja nur ein Bierchen wäre aber das ist oft nicht der fall.
Das man ihr nicht wirklich Helfen kann weiß ich da sie es ja nicht einsieht das sie krank ist.
Alle würden sie am liebsten aus dem Haus werfen.
Weder ich noch mein Bruder können das tun das liegt allein in der Verantwortung meines Vaters, allerdings bekommt er es nicht übers Herz.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Ich besuchte 1 Jahr lang ein Gymnasium,
darauf 2 Jahre eine Realschule,
Den Abschluss dann auf einer Hauptschule mit 3,5 :( .
Jetzt bin ich 16 Jahre alt, mache momentan ein Ausbildung zum Elektroniker und stehe kurz vor der Zwischenprüfung, das Problem ist das ich Zuhause einfach nicht Lernen kann da meinstens dann meine Mutter irrgentwann in mein Zimmer kommt und mich anschnautzt was ich doch für ein Taugenichts wäre und das ich immer gegen sie wäre.
Und in dem selben Moment wenn sie sowas sagt verschwindet alles aus meinem Kopf was ich davor gelernt habe und kann noch mal von vorne anfangen oder bin dann so Demotiviert das ich garnicht lerne.
Wenn sich Nachst aufsteht um zu trinken fängt sie an rumzuschreien weil sie ihren selbst versteckten Alkohol nicht mehr findet -> darauf hin werde ich wach und kann nicht mehr einschlafen.
Das Resultat ist das ich morgens nicht aus dem Bett komme -> daher auch öfters mal zu spät komme.
Ich bin dann auf der Arbeit desintressiert und möchte am liebsten einfach nur irrgentwo hin um Ruhe zu haben.
Ich bin auch schon im Gedanken die Ausbildung hinzuschmeißen und einfach nichtsmehr zu machen.
Letzte woche war das wieder dieser beschriebene Fall.
Ich sitze in meinem Zimmer und lerne, dann kommt sie rein und fängt an mich fertig zu machen.
Dann konnte ich nicht mehr ..
Die Ganze gestaute Wut.... Ich war auser mir.
Ich ging auf sie zu Packte sie am Arm wurf sie ins Bad zog den Schlüssel von innen raus und Schloss sie ein.
Nach etwa 2 Stunden kam mein Vater von der Arbeit nach hause.
Er hörte ihr Rumgeschreie und ging zum Bad schloss auf sie rante raus und Schreite ihn an warum er sie einsperren würde, obwohl sie genau wusste das ich es war.

Mein Bruder (20 Jahre) ist jetzt zu seiner Freundin gezogen und lässt mich alleine zuhause mit den Problemen.

Jetzt sitze ich hier und will auch nurnoch weg...
Ich lebe schon lange genug mit der Tatsache...
Ich frage mich wie das weiter gehen soll...
Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
Ich kann nicht mehr...
Bitte helft mir....

StefanB
neuer Teilnehmer
Beiträge: 36
Registriert: 19.03.2006, 17:18

Beitrag von StefanB » 07.01.2007, 20:29

Hallo Bjoern,

auch ich kenne das, wenn die Mutter trinkt. Zum Glück war es bei uns nicht ganz so krass wie bei Dir. Ohne die notwendige Einsicht und dem Willen Deiner Mutter, wirst Du Ihr auch nicht helfen können. Da was da auch Deinen Schultern abgeladen wird, kannst Du allein gar nicht tragen. Du musst Deinen Vater - den vor allem! - und den Rest Deiner Familie mit in die Pflicht nehmen. Mit Deiner Ausbildung und den Problemen zuhause bist Du allein überfordert. Es tut weh, zusehen zu müssen wie die eigene Mutter ( oder auch Vater ) sich nicht helfen lassen wollen. Vieleicht kann Dir eine öffentliche Einrichtung ( Jugendamt o.ä. ) weiterhelfen. Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft.

Gruß

Stefan.

Dante
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3386
Registriert: 05.08.2006, 19:56
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Beitrag von Dante » 07.01.2007, 23:32

Hallo Björn & willkommen hier im Forum,

auch ich möchte am liebsten zuallererst auf die üblichen öffentlichen Institutionen verweisen. Aber hilft dir das?
Ganz am Anfang sollte ein ruhiger & sachlicher Austausch mit deinem Vater stehen. Versuche, eine einheitliche Sichtlinie zu ermitteln. Wenn er schon seit 2 Jahren lieber im Keller schläft als seine Frau neben sich zu erdulden, ist ziemlich klar, dass er sie eigentlich schon aufgegeben hat. Im Kern ist der ganze Haushalt mit allen Beziehungen & Einrichtungen nur noch Last, nichts mehr da, woran man etwas neues dran wachsen lassen könnte.
Hauptproblem ist die Uneinsichtigkeit deiner Mutter. Ganz wichtig: Wenn sie etwas getrunken hat, darf man sie in keinem Fall ins Gespräch ziehen. (Das macht nicht nur nach deiner Beschreibung keinen Sinn, das gilt in allen Fällen mit Betrunkenen).
Einige dich mit deinem Vater auf eine gemeinsame Vorgehensweise. Im nüchternen Zustand ist sie vielleicht unter Druck zu setzen, dann muss man sich allerdings vorher darüber einig sein, was dieser Druck bezwecken soll. Sie ist nämlich so aggressiv, weil sie genau diesen Druck fürchtet.

Puh, nun habe ich alles ziemlich durcheinander geschrieben. Also noch mal geordnet:
1. Sprich dich gründlich mit Vater ab (zeig ihm doch diesen Thread!)
2. versuche, Hilfe von außen zu erhalten (Pro Familia, Caritas oder Diakonie, zur Not auch Behörden)
3. gemeinsam abgesprochene Vorgehensweise im Umgang mit deiner Mutter

Bei all dem gerät etwas in Vergessenheit: deine Zwischenprüfung. Die hat oberste Priorität. Zur Not gehst du für diese Zeit erstmal aus der Bude. Den Beruf brauchst du für DEIN Leben. Da steht alles andere hintenan.

chrissyta
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1047
Registriert: 23.03.2005, 11:17

Beitrag von chrissyta » 08.01.2007, 00:06

hallo bjoern,

ja, was soll man dir raten. deine mutter ist nicht bereit sich zu ändern, auch das alkohol weg giessen bringt nichts, davon ist noch kein alkoholiker trocken geworden. erst wenn sie selbst aufhören will mit trinken kannst du hoffen.

deine schulischen leistungen sind zurückgegangen und jetzt hat dieser ganze druck noch auswirkungen auf deine ausbildung, du musst einen weg finden wie du in geordneten verhältnissen deine ausbildung zu ende bringen kannst.

erstmal solltest du mit deinem vater in ruhe über alles sprechen, du kannst auch deine tante in das gespräch mit einbeziehen, wenn ihr euch gut versteht. es kann doch nicht sein, dass dein vater „vogel- strauss-politik“ betreibt und den kopf in den sand steckt. in erster linie solltest du jetzt wichtig sein, so kannst du wirklich nichts zum abschluss bringen. es geht hier immerhin um deine zukunft.

z.b. kannst du dir auch hilfe beim jugendamt holen, wenn du dieses vorschlägst wacht deine familie vielleicht mal auf und es ändert sich etwas.

lieben gruss
chrissyta

Antworten