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Beziehungsunfähig

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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Kerstin1978

Beziehungsunfähig

Beitrag von Kerstin1978 » 07.01.2007, 21:03

Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob ich den Thread so passend gewählt habe.

Mich würde es aber mal interessieren, wie andere erwachsene Kinder von Alkoholikern sich in ihren Beziehungen sehen... .

Also, um jetzt nicht jeden einzelnen Fall zu beschreiben, eine kurze UMschreibung: Ich sehne mich im Prinzip nach einer intakten Familie (wenn es die überhaupt noch gibt), in der jeder gleichberechtigt ist und in der der Alkohol keine Rolle spielt.
Nun habe ich stets das "glückliche" Händchen und greife jedes Mal in die Kloschüssel, wenn es um die Partnerwahl geht - wie z.B auch jetzt.
Wahrscheinlich habe ich dem Typen zu sehr deutlich gemacht, dass ich nicht nur für das eine zu haben sei und schon gar nicht so schnell.
Jedenfalls habe ich heute feststellen müssen, dass er weiterhin nach weiblichen Artgenossen Ausschau hält.

Ich habe auch schon mal das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" gelesen. Da traf ja schon so einiges auf mich zu. Z.B. dass Frauen, die aus einer zerrütteten Familie kommen, über ihr Schicksal in ihrer eigenen Beziehung (z.B. Partner ist ebenfalls Alkoholiker wie der eigenen Vater, betrogen werden, etc.) hinwegsehen und erdulden.

Geht es Euch auch so, dass Ihr Probleme bei der Partnerwahl habt und quasi in das gleiche Muster verfällt wie Eure Eltern ?

Also, mir geht es zumindest so.....
Nur hatte ich mir seit meiner letzten Beziehung vorgenommen (die dran gescheitert ist, dass er mich und mein Kind nicht ernst genommen hat), dass ich dem nächsten deutlich zu verstehen gebe, dass ich nicht das Mädel für eine Nacht oder auch ein paar Nächte bin(immer wieder Hoffnung machend, dass sich alles wieder hinbiegt, weil "er" ja grade immense Probleme mit weiß nicht wem hat...blablabla...).

Ist unsereins predesziniert (korrekt geschrieben ?) für solche "Schicksale" ??? Oder kommt mir das nur so vor?

Gruß einer momentan etwas verzweifelten
Kerstin

Teaser

Beitrag von Teaser » 07.01.2007, 21:41

Willkommen im Club :P !

Probleme bei der Partnerwahl? Darüber könnte ich ganze Bücher schreiben!

Gruß eines momentan ebenso verzweifelten

Teaser

Paddy
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Registriert: 19.12.2006, 01:35

Beitrag von Paddy » 08.01.2007, 00:22

Hi Kerstin,
es sit eine schwierige Frage dies zu beantworten. Ich selber bin da nciht das beste Beispie. Denn ich komme aus einer harmonischen Beziehung und habe trotzdem kein Glück mit meinem Partner. Er ist ALkoholiker und hat mich mehrmals schon betrogen. Ich nehme ihn immer wieder zurück, es ist wie ein Ping pong spiel, aber ich habe auch vieles erst jetzt hier durch das Forum kapiert.
Aber den Thread von Teaser lese ich immer wieder auch mit Begeisterung. Auch wenn ich da kiene Betroffene bin finde ich es erstaunlich, was die Leute dazu schreiben, in welche Richtungen man sich als Kinder entwickeln kann. Es betrifft ja letztlich auch sicher meine Kinder und ich mache mir da schon Gedanken drüber.
Ich möchte jedenfalls nciht, dass sie beziehungsunfähig werden.
Ausserdem wollte ich auch nochmal sagen, dass man auch nciht unbedingt alles nur auf den Alkohol schieben darf. Es gibt wirklich vile problematische Beziehungen. Ist es hier der Alk , so ist es dort Gewalt oder Machogehabe....
Ich frage mich manchmal , wo denn nur die unproblematischen Männer sind. Oder gehöre ich auch etwa zu denjenigen , die die einfachen, harmoniebdürftigen Männer als langweilig abstempelt? jedenfalls muß ich gestehen, dass auch in meinem weiblichen Freundeskreis so eine Tendenz besteht. Daher ein sehr interessantes Thema ( von Teaser).

Krümelmonster
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Beitrag von Krümelmonster » 08.01.2007, 08:37

Hallo Kerstin...

Ich schließe mich Deinem Club an. Auch ich könnte ganze Romanreihen über meine gescheiterten Beziehungen füllen und heute weiß ich, dass es daran liegt, dass ich als Kind von Alkoholikern aufgewachsen bin.
Die Lösung ist schlicht aber einfach... Nur mit dem Umsetzen haperts natürlich. Man muss als Frau lernen, wie es ist eine "normale" Beziehung zu führen. Auch, wie ein "normaler" Mann überhaupt ist, da wir Kinder von Alkis ja dafür bekannt sind uns unsere Partner nach unseren sogenannten Vorbildern zu suchen (!)... Und wenn ich auf meine vergangenen Beziehungen blicke hatten die KErle alle ausnahmslos entweder ein Problem mit Alk oder mit Drogen (...). Selbst mein jetziger Partner ist kein unbeschriebenes Blatt (er ist trockener Alkoholiker), aber ich kenne ihn nur seit er trocken íst. Und ich kann vom Glück reden, dass ich ihn habe :-). Er ist der beste Mann auf der Welt, ist aber halt auch schon "vorgeschädigt".
Gruß, KM

Julie1
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Beitrag von Julie1 » 09.01.2007, 23:28

Hallo Kerstin,

das ist ein für mich so schwieriges Thema.
Bei mir war es so, dass ich vor "langer Zeit" (mehr als 12 Jahre) meine letzte engere Beziehung hatte.
Und in alle den Beziehungen bis dahin (von Anfang bis Mitte / Ende 20), war ich schüchtern, zurückhaltend. Ich konnte mich nie ganz auf jemanden einlassen, S** fast gar nicht. Schämte mich davor. Das zuzugeben ist nicht leicht. Ob das mit meinem Vater zu tun hat, weiß ich nicht.

Seitdem hatte ich keine Beziehung mehr. Dieses jemanden nahe sein, zu kämpfen, eine Beziehung wachsen zu lassen - all dies möchte ich. Mir scheint das wie ein Wunder, wenn das klappt. Ich könnte dies jetzt besser "zulassen", vielleicht auch dank der Therapie. Aber vielleicht bin ich auch "schuld", dass es nie so kam. Klar, mein Vater war nie das Vorbild, wir haben immer miteinander und gegeneinadner gekämpft und durch viele ähnliche Tätigkeiten haben wir auch sehr nahe, ähnliche Gedanken.
Oft hatten wir beruflich miteinander zu tun. Habe mich sehr oft für meinen lauten, Grenzen überschreitenden Vater, der "jede Gesellschaft reißt" geschämt und bin ihm aus dem Weg gegangen.
Dennoch: andere haben das auch geschafft - und nicht nur gelitten.
Und unter "normalen Menschen" gibt es ja auch genügend Probleme.

Ich kann das jetzt nicht nur betrauern, dass ich das noch nicht geschafft habe. Aber ich versuche mich mehr und mehr zu öffnen, andere an mir Teil zu lassen, ihnen mehr mitzuteilen, wie es mir geht.
:D Ich möchte eigentlich es schaffen, in meinem Leben einen Partner zu haben. Würde heute meine Ängste in Zusammenhang mit körperlicher Nähe viel klarer benennen. Und wäre auch an meines Partneres Gedanken dazu sehr interessiert.
Ich gebe eigentlich die Hoffnung nicht auf.
8)
Julie

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