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Meine Mutter trinkt - wie verhalten wir uns richtig?

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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mueckelchen
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 10.01.2007, 12:28

Meine Mutter trinkt - wie verhalten wir uns richtig?

Beitrag von mueckelchen » 10.01.2007, 13:32

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe bei euch Rat zu finden.
meine Mutter ist 59 J. und trinkt seit ca. 12 J. seit sie erfuhr dass Papa an Leukämie erkrankt ist. Vor 7 Jahren ist Papa verstorben und seitdem geht es stetig bergab.
Wir haben schon alles versucht, im Guten und im Bösen, mit Gesprächen und was weiß ich noch alles - nichts hat genützt. Nur leere Versprechungen. Erschwerend dazu kommt noch, dass meine Mutter einen ebenfalls Alkoholiker kennengelernt hat, der sie psychisch stark unter Druck setzt und ihr ganz nebenbei noch ordentlich das Konto abräumt.
Trotz Entgiftung und Kur-Aufenthalt 2005 ging es sofort nachdem sie wieder zuhause war wieder alles von vorne los.
Ich glaube meine Mutter trinkt nur aus Langeweile und Einsamkeit. In der Kur hatte sie einen geregelten Tagesablauf und Menschen um sich und es hat alles wunderbar geklappt. Und wieder zuhause hat sie nicht 1 Woche durchgehalten. Da sie in letzter Zeit wohl mehrfach alkoholisiert auf der Arbeit erschienen ist, ist sie nun fristlos gekündigt worden, aber selbst dass hält sie nicht ab.
Meine Schwester und ich haben alles in Bewegung gesetzt um "Haus und Hof" zu retten, aber unsere Mutter interessiert das alles nicht. Sie war zwar auf unser drängen erneut zum Entzug im Krankenhaus, drei Tage später allerdings hat sie wieder getrunken.
Wie verhalten wir uns richtig? Sollen wir sie fallen lassen und gar nichts mehr tun?? Sie zeigt keinerlei Eigeninitiative, hat null Motivation und ist an allem Desinteressiert. Es ist ihr auch egal dass sie ihren Job verloren hat, ich glaube sogar eher dass sie froh ist da nicht mehr hin zu müssen.
Ich habe ihr die Autoschlüssel weggenommen weil ich es nicht verantworten möchte wenn sie einen Unfall baut - als "Dank" wurde ich beschimpft dass ich sie zuhause einsperre. Das macht mich fertig. Jeder sagt mir ich soll sie machen lassen, sie ist wohl noch nicht weit genug gesunken. Ich bin oft so wütend dass ich das auch am liebsten tun würde, aber mein Gewissen kann ich nicht so einfach abstellen schliesslich ist sie meine Mutter und wir leben unter einem Dach. Ausserdem würden wir gerne noch etwas retten solange es noch geht. Sie kriegt ihre Bankgeschäfte etc. nicht mehr alleine geregelt, geschweige denn die Anträge für´s Arbeitsamt etc.
Wie verhalten wir uns richtig???

für ein paar Tips wären wir dankbar.
LG

mueckelchen[/b]

lavendel
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2672
Registriert: 23.05.2006, 20:05

Beitrag von lavendel » 10.01.2007, 14:04

hallo mueckelchen,

erst einmal willkommen hier bei uns im forum, wenn du dich ein bisschen umschaust wirst du feststellen, dass du mit deinem problem nicht alleine bist, hier sind viele (erwachsene) kinder von alkoholkranken eltern.

und wie auch allen anderen kann ich dir nur sagen, dass - wenn deine mutter nichts ändern will - ihr auch nichts tun könnt. der abhängige muss aus sich selbst heraus aufhören wollen und erste schritte gehen. letztlich muss jeder süchtige erst einmal an seinem (persönlichen) tiefpunkt angekommen sein, und das scheint bei deiner mutter noch nicht der fall zu sein.

was ich dir raten möchte: such noch einmal gemeinsam mit deiner schwester das gespräch mit ihr - wenn sie nüchtern ist. erklärt ihr, wie es euch geht und dass ihr ihr unter solchen umständen nicht mehr helfen werdet, ihr leben zu regeln. dass du, wenn sie trocken werden möchte, gerne zur seite stehst, aber dass du ihr trinken nicht mehr unterstützen wirst. und mit unterstützung ist mehr gemeint als alkohol zu kaufen, da gehts auch um wohnung saubermachen, kochen, anträge ausfüllen, das trinken vor anderen verschleiern.... darf ich fragen, wie alt du bist, und ob du nicht eventuell ausziehen könntest? du kannst deine mutter sowieso nicht vor ihrem untergang bewahren, wenn sie das nicht will.

in erster linie musst du auf dich aufpassen, dass du nicht psychisch unter die räder kommt, wenn dich das alles so belastet. und eins solltest du dir immer wieder sagen: du bist nicht "schuld" und du hast auch keine verantwortung für deine mutter.

liebe grüße

lavendel

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