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was sollen wir tun?

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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doreen_kbg
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 15.01.2007, 17:06

was sollen wir tun?

Beitrag von doreen_kbg » 15.01.2007, 17:40

ich weiß nicht wie ich damit umgehen sollen. die mutter meines freundes trinkt. nicht sehr regelmäßig, aber wenn in großen mengen.
es belastet unsere beziehung weil das familienleben dadurch sehr schwierig wird.

sie ist zu allem übel ein sehr egoistischer und herrischer mensch. sie streitet alles ab und nur ihre meinung zählt. damit haben sich wohl alle anderen in der familie abgefunden nur ich komme damit nicht klar.
mit ihr reden ist zwecklos. man könnte sich ebenso gut mit einer wand unterhalten. sie hört weder zu noch nimmt sie sich irgendetwas an. weder wenn sie gtrunken hat noch wenn sie nüchtern ist.

eine therapie kommt nicht in frage, weil sie immer noch nicht eingesehn hat, das sie ein problem hat. also was kann man tun?

sie plündert das gemeinsame konto, fährt betrunken auto und hat auch sonst nichts positives zum familienleben beizutragen.
wir können sie doch nicht einsperren...

ihr hausarzt kann oder will nichts tun. gibt keine empfehlungen. polizei und notarzt sind öfters da, wenn es wieder zu viel alkohol war. sie wird aggressiv. sie wirf mit gegenständen. bedroht uns mit messern.

sie ist krank. nicht nur alkoholkrank. sie hatte schon hirnblutungen. aber auch das interessiert sie nicht. ebensowenig wie ihr epileptischer anfall, als sie das letzte mal getrunken hat.

ich glaube ich bin die einzige die noch hoffnung hat. aber es belastet. mich, meinen freund, den rest der familie.

also was können wir tun? gibt es überhaupt eine lösung? oder sollte ich meine hoffnungen begraben?

Freund

Beitrag von Freund » 15.01.2007, 17:56

Hallo Doreen,

das sind natürlich nur einige Brocken, die du uns hier vorgibst.
Das ist eine schwierige Frage, zumal ich deine Familienverhältnisse so noch nicht erkennen kann.

Solltet ihr alle zusammenwohnen, kann ich dir für dein Wohl nur raten, auszuziehen und einen eigenen Hausstand zu gründen.
Wie alt seid ihr denn ?

Sollte dieser eigene Hausstand bereits bestehen, würde ich mich von dieser kranken Schwiegermutter trennen, zumal sie uneinsichtig ist, du so oder so nichts ändern kannst, und dein Leben dir (euch) nicht kaputt machen lassen darfst.

Gruß, Freund.

Kerstin1978

Beitrag von Kerstin1978 » 16.01.2007, 06:37

Hallo Doreen,

ich kann mich Freund nur anschließen.

Es ist sicherlich hart, aber wie Du beschrieben hast, wollen weder Dein Freund noch seine restliche Verwandtschaft etwas dagegen unternehmen. Sie haben wohl längst eingesehen, dass sie nichts tun können.
Was ich allerdings nicht verstehe: Wenn sie mit Messern auf Euch zukommt und mit Sachen um sich wirft, da hätte ich schon längst den Schlußstrich gezogen.

Wohnt Ihr denn noch bei seinen Eltern ? Dann sucht Euch etwas eigenes....denn je länger Ihr da noch drin steckt, um so schwieriger wird es für Euch den Absprung zu machen bzw. umso mehr merkt sie, dass sie Euch in ihrer Hand hat.

Bei meinem Vater ist es ähnlich, auch wenn er nicht mit Messern auf uns zukommt. Ich weiß, wie schwer es ist, sich davon zu lösen. Aber es muss sein. Ich habe es hier durch dieses Forum quasi gelernt, weil mir endlich die Augen geöffnet wurden.
Und was soll ich sagen ? Ich lebe gedanklich freier...und es ist ein so wunderbares Gefühl !!!

Ich schick Euch mal ne gehörige Portion Kraft...lasst Euch Euer Leben nicht jemandem kaputt machen !

Kerstin

daniel79
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Registriert: 07.01.2007, 00:54

was solltet Ihr alles nicht tun...

Beitrag von daniel79 » 16.01.2007, 23:19

Hi Doreen,

eigentlich hätte ich aus Deinen Beschreibungen gerne mehr über die individuellen Familienverhältnisse erfahren, denn trotz aller vorgefallenen Dinge gibt es jawohl noch eine Art von Rückhalt für die Mutter Deines Freundes.
Wie viele Angehörige von Alkoholikern aus eigener Erfahrung wissen, ist das ja auch "normal". Die Mutter Deines Freundes trinkt -wie Du so gut schreibst- nicht sehr regelmäßig, so dass es wohl Phasen geben wird, in denen man mit Ihr reden kann - nur nicht über Alkohol.
Da Du hoffentlich bislang mit dem Problem Alkohol wenig zu tun hattest, kann ich Dir nur raten, den Fakt der Hilflosigkeit einfach zu akzeptieren. Ich kenne bislang niemanden, der es geschafft hat, einen Alkoholiker vom Alkohol zu befreien, ohne dass dieser es selbst wollte. Das Akzeptieren bringt Dich vielleicht aus der Passiv-Haltung "wie kann ich dem Menschen helfen" zu dem Gedanken "was kann ich für meinen Freund und mich tun". In der passiven Haltung gibt die Mutter Deines Freundes den vermutlich negativen Weg vor, aktiv kannst Du aber etwas für Euch verändern.
Leichter gesagt als getan.... Als Kind eines Alkoholikers hatte ich selbst schon diese Probleme in meiner Beziehung. Du denkst sicher, Du würdest auch Deinem Freund einen Gefallen tun wenn Du versuchst, an den Verhältnissen etwas zu ändern. Vielleicht sieht Dein Freund das aber anders?! Er weiß, dass Du Dich mit dem Thema intensiv beschäftigst. So fehlt dann aber sogar in der Beziehung der nötige Abstand zum Alkoholproblem. Den Punkt, sich für das Verhalten der eigenen Mutter zu schämen, solltest Du auch nicht unterschätzen.
Wie in den Antworten vor mir kann ich Dir bzw. Euch nur mehr Abstand zum Problem wünschen. Auch wenn dieses Verhalten manchmal als eine Art von "vor dem Problem weglaufen" angesehen wird, denke ich es führt zu einer Erleichterung. Gerade die daraus enstehende Freiheit und Ruhe führt dazu, das Alkoholproblem mal "nüchtern" :) und ohne die störenden Gefühle zu betrachten.
Zu Deinem Text möchte ich Dir noch mal sagen, dass alle diese Dinge (von gesundheitlichen, finanziellen Ausfällen bis hin zu aggressiven Handlungen) bei Alkoholikern normal sind. Du denkst sicher, Gott - irgendwann muß sie doch aufwachen und das Problem erkennen. Aus meiner Erfahrung kann das aber sehr.... lange dauern.
Damit Dir, Deinem Freund und einfach Euch zusammen eine gute Zeit bevorsteht, wünsche ich Euch die nötige Kraft, sich aus der Situation zu lösen.
Grüße, daniel

doreen_kbg
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 15.01.2007, 17:06

Beitrag von doreen_kbg » 18.01.2007, 10:08

erstmal vielen dank für die ernüchternden aber trotzdem aufbauenden worte.
der abstand ist priniziell gegeben, denn mein freund verbringt die meiste zeit bei mir. er ist quasi nur zum wäsche waschen zu hause. wir besuchen dann seine eltern gelegentlich am wochenende. und wenn wir zum kaffeetrinken zusammensitzen scheint die welt ja auch in ordnung zu sein. allerding 1-3 tage nach einem doch recht harmonischem nachmittag kommt dann der alkohol und schlägt zu.
eigentlich würden wir davon nicht viel mitbekommen, käme da nicht der anruf vom vater, der wiedermal mit der situation nicht klarkommt und hilfe braucht. sollen wir ihn auch im stich lassen? er kann das doch auch unmöglich alles alleine durchstehen.

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