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Wie soll das enden?

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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deva
neuer Teilnehmer
Beiträge: 4
Registriert: 18.01.2007, 13:22

Wie soll das enden?

Beitrag von deva » 18.01.2007, 13:31

Hallo.
Also, ich bin Tochter einer Alkoholikerin. Sie trinkt seit 30 Jahren, manchmal gab es Phasen wo sie nichts trank, doch die letzten Jahre eskalierte es immer mehr. Vor 2 Jahren dann versuchte sie drei mal sich umzubringen, ließ sich aber finden, also Hilferufe. Sie kam in eine Klinik und - oh wie schön war das - kam als neuer Mensch zurück. Trocken - für 1 Jahr. nun trinkt sie wieder, und es teigert sich von Woche zu Woche. Wir leben nicht zusammen, sehn uns aber eiegtnlich realtiv viel, sie lebt mit Partner zusammen, der aber will mit mir nicht darüber sprechen, er wolle nicht hinterm rücken reden, tz. Neulich war ich mit meiner Mutter verabredet und sie kam so dicht an, dass sie auf der Strasse umfiel und der notarztwagen kam, eine Nacht Psychiatrie, das wars.
Ich hasse es, wie sie ist wenn sie trinkt. Sie wird dann wie ein kleines Kind, weint, leidet. Sie wuste nie warum sie trinkt, es war verdrängt, nun kam in der klinik hoch warum sie trinkt, und nun trinkt sie weil sies verdrängen will und so sehr leidet.
Es gab eine Zeit, nach der Klinik, da stand sie dazu, aber nun leugnet sie lieber wieder und ich hasse das, wenn sie mir ins Gesicht lügt. Das tut weh.
Ich bin selber psychisch krank und war in Kliniken, und immer wieder das Thema,Schuldgefühle. Bei uns wird es irgendwie totgeschwiegen dass sie wieder so viel trink, da rumort in mir. Aber wenn ich ma was ag, was kaum vorkommt hab ich schlechtes Gewissen weil ich denk, nun trinkt sie weil ich was gesagt habe. All die Therapeuten sagen mir, ich habe keine Schuld, irgendwie weiß ichs auch, es ist immer ihre Entscheidung und Verantwortung, aber trotzdem. ach mensch..wie soll das enden. Entweder Schlaganfall, Schädelhirntrauma weil sie wieder auf der Strasse umfällt oder sabbernd im altenheim enden.

sie geht nicht mal zu den AAs leider, warum kann sie mir nicht beantworten. ich überlege ob ich in eine Angehörigengruppe soll. TRau mich aber als nicht hin irgendwie...mh.
bye.

Meni

Beitrag von Meni » 18.01.2007, 20:38

Liebe Deva,

Deine Mutter trinkt, weil sie abhängig ist. Sie kann damit erst aufhören, wenn sie es selber will. Diese Entscheidung kannst Du, so bitter es ist, leider nicht für sie treffen. Wir Alkoholiker finden, wenn wir nass sind, immer Gründe, um zu trinken, und wenn wir die Schuld auch noch jemand anderem zuweisen können, fühlen wir uns gleich besser, dann drückt das schlummernde schlechte Gewissen nicht so...

Meine Mutter hörte erst auf zu trinken, als die Ärztin sagte, sie hat nur noch maximal ein halbes Jahr zu leben, wenn sie so weitermacht. Mein Vater verreckte mit 38 daran.

Die Hilfloskeit, nichts machen zu können, tut weh, aber mach Dir klar, dass nur Deine Mutter entscheiden kann, ob sie mit dem Trinken aufhören will. Du musst dabei auch nicht zugucken, das nützt keinem von Euch beiden etwas. Tu lieber etwas für Dich, bevor Dein Verantwortungsgefühl Dich auffrisst.

Alles Liebe, Meni

panther
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Beitrag von panther » 18.01.2007, 23:33

Hallo Deva!

Mein Vater war Alkoholiker (ist verstorben) und meine Mutter solange wie ich denken kann depressiv.

Wir Kinder haben in unseren jungen Jahren gelernt für unsere Eltern Verantwortung zu übernehmen. Wir mußten ganz schnell selbständig und erwachsen werden, um zu überleben, so daß man sich manchmal die Frage gestellt hat, wer hier eigentlich Mutter/Vater ist und wer das Kind.

In der Transaktionsanalyse spricht man vom eigenen Skript. Das hat mir gut geholfen, weil ich aus der Computerwelt komme und Skripte kenne. Also dieses Skript ist wie eine Art Programmierung in uns, die Botschaften enthält die wir so im Laufe der Zeit bekommen haben. Wenn Eltern sich so verhalten, was vermitteln sie den da ihren Kindern. Meine Botschaft lautete: der Alkohol und meine Depression ist mir wichtiger als du. Du mußt für mich die erwachsene sein. Du bist stärker als ich.
Skripte/Programmierungen können verändert werden. So daß man wieder ein Gleichgewicht erhält. Jetzt sind wir erwachsen. Damals als wir klein waren konnten wir nicht gehen, jetzt schon.

Laß Deine Mutter gehen. Akzeptiere ihr Entscheidung zum Leben bzw. wie sie leben möchte. Übernehme nicht mehr die Verantwortung für sie . Laß sie gehen aber liebevoll, so wie eine Mutter ihr Kind irgendwann gehen lassen muß und trotzdem liebt.

Ich bin jetzt selbst Alkoholkrank und sehe jetzt bei meiner Tochter das sich das zur nächsten Generation fortsetzt. Mein Entschluß steht fest, alles dafür zu tun um das zu unterbrechen. Das daß was ich gelernt habe nicht weiter zu geben und für mich Verantwortung übernehme da wo sie hingehört.

Alkoholiker sind Egoisten. Angehörige verlieren schnell dabei ihren eigenen gesunden Egoismus. Der Egoismus nicht nur zu überleben sondern zu leben.

LG und ein schöen Abend

Über Transaktionsanalyse gibt es Bücher eins davon heißt: Du bist ok, ich bin ok.
Analysiert werden die Ich Zustände: Eltern-Ich, Erwachsenen- Ich, Kindheits-Ich
Ist eine Therapieform

deva
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Beitrag von deva » 19.01.2007, 17:48

hey.
ich weiß dass ich sie nicht erretten kann, und ich versuchs auch nicht mehr, aber einfach zusehen fällt mir so schwer. Manchmal schaff ich das Abgrenzen, doch mmentan eher nicht.
Jetzt war ich vorhin mit ihr verabredet, sollte zu ihr. Ich klingelte Sturm, passierte nix. Also Schlüssel von Nachbarn geholt. sie lag volltrunken im Bett, schlief sofort wieder ein, nachdem ich sie wachgerüttelt hab. Das macht mich so verdammt wütend und stocksauer und traurig und und und.
Hab Zettel dagelassen wo drauf steht, ich will erst wieder was von ihr u Partner hören wenn sie mir konkrete Pläne vorlegen was als nächstesn, schnellstmöglich, passiert, sprich Klinik, Entzug etc. .

bye

deva
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Beitrag von deva » 23.01.2007, 15:24

hey..
tja, inwzischen hab ich immerhin mit ihrem Partner gesprochen. Er meint, dass er ununterbrochen auf sie einredet, sie sei aber die letzten Tage nicht gerade oft nüchertn gewesen. Und mehr als reden kann ja der Partner auch nicht.
Ich hab letzten Freitag einen Zettel bei mum gelassen auf dem stand,d ass ich erst wieder was von ihr hören will, wenn sie mir konkret was vorlegt was sie tun wird oder tut. Bis jetzt kam nichts, es ist Dienstag, tja. Ich werd mich nicht melden.
Mir bleibt nix übrig..ich muss nun zusehen wie sie stirbt. Kann ncihts mehr tun, habe auch keine Kraft. Denke schon darüber nach wenn ich sie halbtod in der wohnung finde o wieder mal ein Anruf aus der notaufnahme kommt. Hatten wir schon alles.
Und wieder die Frage..wo soll das enden...

bye

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