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bin ich hier richtig?

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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Lexe79
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 20.01.2007, 10:41

bin ich hier richtig?

Beitrag von Lexe79 » 20.01.2007, 12:04

Hallo,

ich bin neu hier und hab das Forum heute nacht entdeckt.

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, mir geht gerade wieder so viel im Kopf rum. Mein Vater ist alkoholkrank schon seit ich denken kann. Zur Zeit habe ich keinen Kontakt zu meinem Vater, seit ca. nem halben Jahr als ich in einer Klinik war (bin schwer depressiv und hab eine Essstörung) Ich habe es ihm per Brief mitgeteilt. Trotzdem bestimmt er mein Leben und ich muss mich nur nach ihm richten, wann ich meine Mom besuchen kann und ich muss es immer bei meiner Mom auf dem Handy klingeln lassen, dass sie mich zurückruft muss alles zeitlich planen dass ich ihm nicht begegne, weil er im Vorruhestand ist.
Letzte Woche hat er mich angerufen, ich bin nicht ans Handy gegangen, hab es dann bei meiner Mom klingeln lassen, dass sie mich zurückruft und ich fragen kann, was er will. Gesagt getan, aber es war nicht meine Mom sondern mein Papa. (Er hat mich verarscht!) Ich war geschockt, hab gleich angefangen zu heulen. Er meinte dann er will alles klären, bevor ER in die Klinik geht, aber nicht wegen seinem Alkoholproblem, denn das hat er ja nicht! Sondern wegen seinen Depressionen... Ihm tut es ja weh und er will ja was ändern und er will mit mir reden blablabla, das kenn ich alles schon, huntert mal gehört und nix passiert ich habe immer nachgegeben und gehofft, aber dieses mal bin ich nicht drauf eingegangen. Er hat auch in den 10 Minuten versucht mich zu manipulieren und ich hätte den Brief ja nicht selbst geschrieben, sondern die Klinik usw. Er weiss worum es geht, ändert aber nix nach wie vor, meine Mom und meine Schwester wohnen mit ihm zusammen, ich bin damals vor 5 Jahren ausgezogen, als meine Krankheit richtig rausgekommen ist. Ich glaube ich schweif ab und ich weiss auch nicht genau ob ich hier richtig bin!
Auf jeden Fall wollt ich einfach mal Fragen ob ich ihm sagen kann, dass ich erst wieder Kontakt mit ihm haben will wenn er trocken ist oder deshalb in Behandlung. Oder ist das dann eine Erpressung? Es interessiert ihn ja nicht wirklich hab ich das Gefühl! Wir haben ihm ja auch schon immer Hilfe angeboten, auch als ich in die Psychiatrie gekommen bin und wir ein Familiengespräch hatten, aber es nützt alles nix, er verspricht und verspricht... Er tut zwar alles für mich, wenn ich Probleme hab/hatte er kümmert sich schon, hat uns auch nie verprügelt aber beschimpft, will ich jetzt aber nicht näher erläutern, fällt mir eh schon alles richtig schwer. Aber er ist immer betrunken und hat eine Fahne auch als er mich letztes Jahr in die Klink gebracht hat...

Freund

Beitrag von Freund » 20.01.2007, 13:44

Hallo Lexe,

herzlich willkommen.

Dein posting ist natürlich mit den Zusammenhängen deiner familiären Situation sehr schwer zu lesen und zu verstehen.

Zu deiner Frage ... ob ich ihm sagen kann, dass ich erst wieder Kontakt mit ihm haben will wenn er trocken ist oder deshalb in Behandlung. Oder ist das dann eine Erpressung? Es interessiert ihn ja nicht wirklich hab ich das Gefühl!

Erpressung ist nichts. Du musst wissen, welche Voraussetzungen du für ein weiteres harmonisches, wenn überhaupt möglich, Zusammensein abverlangst. Andererseits sagst du, dass dein Vater sehr dominant ist und dich bestimmt und manipuliert.

Du musst für dich, auch im Hinblick auf mögliche Konsequenzen, entscheiden.
Deinen gewünschten Erfolg (Alkoholabstinenz) sehe ich aber leider aus vorgenannten Gründen nicht.

Gruß, Freund.

lavendel
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2672
Registriert: 23.05.2006, 20:05

Beitrag von lavendel » 20.01.2007, 14:42

hallo lexe,

willkommen hier im forum.

zu deiner konkreten frage, ob es erpressung ist, wenn du den kontakt mit deinem vater verweigerst, solange er trinkt: nein. du musst für dich schauen, was für dich gut ist. wenn dir der kontakt mit ihm nicht gut tut, solltest du ihn vermeiden. dass er deshalb eine therapie anfängt, glaube ich allerdings auch nicht.

ich halte es mit meiner alkoholkranken mutter so, dass ich mich sehr distanziert habe, weil ich sie nagetrunken nicht ertrage. ich lege auch grundsätzlch auf, wenn ich am telefon das gefühl habe, dass sie nicht nüchtern ist. ich hab ihr mal klipp und klar gesagt, dass ich nur umgang mit ihr haben will und werde, wenn sie nüchtern ist. es liegt also an ihr, ob sie kontakt mit ihrem kind hat oder nicht.

gruß

lavendel

Skye

Beitrag von Skye » 20.01.2007, 23:25

Hallo Lexe,

meine Mutter tut auch alles für mich wenn ich Probleme habe bzw. würde es wenn ich sie noch lassen würde. Ich will das jedoch nicht mehr, denn es ist immer an die Bedingung geknüpft immer und jeder Lebenslage, sprich egal wie betrunken, für sie da zu sein. Auch sie hat mich nie geschlagen, „nur“ beschimpft, belogen, erpresst und mit Worten nieder gemacht, die Wahrheit verdreht bis sie in ihr Bild passt, egal wie es mir dabei ging. Doch auch ohne Schläge ist es eine Misshandlung. Gleichzeitig sagt Dir genau dieser Mensch, der Dir das antut, dass er Dich liebt. Eine vertrackte Zwickmühle an der man zerbrechen kann. Zusätzlich schaut man noch mit an wie ein Mensch den man liebt sich in Raten umbringt. So etwas hinterlässt Spuren. Wenn ich Deine Zeilen richtig lese, hat so etwas auch bei Dir Spuren hinterlassen.

Du hast jedes Recht Dich aus dieser Situation befreien zu wollen. Es ist definitiv keine Erpressung wenn Du für Dich Ruhe möchtest und Deinen Vater daher aus Deinem Leben ausschließen willst. Allerdings solltest Du das für Dich tun, weil Du Ruhe und Frieden in Deinem Leben möchtest. Wenn es tust in der Hoffnung, das er dann einsichtig ist und handelt könntest Du unter Umständen sehr hart landen. Bei dem was Ihr schon versucht habt um ihn zur Einsicht zu bringen ist es sogar sehr wahrscheinlich, das Du es „umsonst“ tun wirst.

So wie Du Deinen Vater beschreibst, wird er es aber unter Umständen als Erpressung sehen und sich auch nicht so schnell damit zufrieden geben. Wenn Du keinen Kontakt mehr möchtest, dann musst Dir auch darüber klar sein, dass Du das mit allen Konsequenzen durchziehen musst. Wenn Du nur ein wenig nachgibst, wird er genau da ansetzten und versuchen seinen Willen und damit seine Sicht der Dinge durchzusetzen. Dann wirst Du so schnell keine Ruhe haben und es heißt weiter, daß Du das Problem hast und nicht er. Bei jemandem der sogar die Authentizität, eines von seiner Tochter geschriebenen Briefes anzweifelt, wird das Anfangs sehr viel Kraft und langen Atem kosten.

Denk’ in Ruhe drüber nach, dass solltest Du nicht über’s Knie brechen. Du hast ja jetzt ein wenig Verschnaufpause, während er in der Klinik ist.

Gruß
Skye

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