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Können wir unsere Mutter einweisen lassen?

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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NiMa
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 20.01.2007, 21:13

Können wir unsere Mutter einweisen lassen?

Beitrag von NiMa » 20.01.2007, 21:38

Hallo ihr Lieben!

Unsere Mutter ist seit vielen Jahren alkoholkrank. Wir sind drei Kinder und zwei sind schon aus dem Haus. Unser Bruder (13 J.) lebt noch bei ihr. Er ist es in erster Linie, um den wir uns Gedanken machen. Ist es möglich unsere Mutter von uns aus einweisen zu lassen? Wir versuchen es, seit Jahren mit ihr zu sprechen, aber sie streitet alles ab und gibt grundsätzlich anderen die Schuld für ihre jew. Lebenssituationen. Sie würde niemals zu einer Selbsthilfegruppe o.ä. gehen, da ihr und auch ihrer Mutter öffentlich alles zu peinlich wäre. Gibt es die Möglichkeit einer Zwangseinweisung um unserer Mutter von der Sucht zu befreien? Und wie können wir unserem Bruder helfen?

lavendel
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2672
Registriert: 23.05.2006, 20:05

Beitrag von lavendel » 20.01.2007, 21:50

hallo nima,

willkommen hier im forum.

zu deiner frage: nein, ihr könnt eure mutter nicht zwangseinweisen lassen. das geht ganz einfach nicht, solange sie noch das wort "nein" über sie lippen bringt. und zum zweiten teil deiner frage: einweisen lassen um ihr zu helfen? geht auch nicht. man kann einem alkoholiker nicht "helfen" trocken zu werden, wenn er es nicht will, und so schon garnicht. tatsächlich muss ein alkoholiker von sich aus aufhören wollen zu trinken, sonst klappt das nicht. er/sie muss das aus eigenem antrieb tun, sich kümmern, erst einmal einen (ärztlich überwachten) entzug machen und sich dann ausgiebig mit der krankheit alkoholismus auseinandersetzen. sowas kann in einer stationären oder ambulanten therapie passieren, oder eben in einer selbsthilfegruppe.

aus deinen worten schliesse ich aber, dass sie das nicht will und nicht tun wird. habt ihr schon mal versucht, im nüchternen zustand mit ihr zu reden, ihr zu sagen, dass euch das weh tut, dass ihr angst um euren kleinen bruder habt, dass er schaden nehmen könnte? das wäre ein erster schritt.

wenn das nicht fruchtet könntest du mal überlegen, in deiner stadt zur suchtberatung zu gehen und dort zu fragen, was es für möglichkeiten für deinen bruder gibt, so etwas weiss ich einfach nicht. wenn es ganz schlimm würde, könnte man vielleicht auch über eine pflegefamilie oder sowas nachdenken, oder ihn bei verwandten unterbringen? aber da bin ich überfragt, da müsstest du wirklich in einer suchtberatung oder vielleicht auch beim jugendamt nachfragen, wie das gehandhabt wird, wenn einem minderjährigen schaden droht. wie sieht das denn mit dem vater aus?

was ihr noch tun könnt: mit deinem bruder zu reden. ihm klar machen, dass er keine schuld an der situation hat, dass er ncihts dafür kann, und auch nichts daran ändern kann. kinder beziehen das trinken ihrer eltern oft auf sich und fühlen sich schuldig. das solltet ihr zusehen, dass ihm das nicht passiert.

lieben gruß

lavendel

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