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Kein Ausweg

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

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hilflos75
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Registriert: 22.01.2007, 20:43

Kein Ausweg

Beitrag von hilflos75 » 22.01.2007, 21:18

Hallo Zusammen,

ich weiß nicht, was ich noch machen kann. Mein Vater ist Alkoholabhängig. Vor ungefähr 4 Jahren hat er fast von alleine begriffen, dass er ein Problem hat. Er hat professionelle Hilfe gesucht aber nicht bekommen. Unsere Psychologen haben ihn nicht ernst genommen und hatten keine Termine frei. Irgendwann kam der Punkt, dass er einen Unfall gebaut hat. Zum Glück ist niemend verletzt worden. Nur das Auto war Schrott.

Es erfolgte eine erste Entgiftung und ein halbes Jahr später die erste Therapie. Nach der Therapie war er ein neuer Mensch. Ich hatte ihn selten so voller Tatendrang und Energie erlebt. Leider hat das Ganze nicht lange angehalten. Nach ca. einem halben Jahr ist er zum ersten Mal rückfällig geworden. Danach hat es wieder ein gutes halbes Jahr funktioniert. Dann kam wieder der Griff zur Flasche. Leider bekomme ich das alles nur am Rande mit (vielleicht ist es auch gut so), da ich mittlererweile 400km weit weg wohne und arbeite. Es belastet mich trotzdem sehr.

Letztes Jahr hat er dann eine 2. Therapie gemacht. Wiederum freiwillig. Diese Therapie wurde auf Empfehlung der Betreuer um 6 Wochen verkürzt. Ich hoffe mal, dass das so stimmt.
Diese Therapie hat nicht einmal 4 Monate gewirkt. Er lebt inzwischen in einem ständigen auf und ab. An einem Tag geht es ihm super und er versucht sein Leben in den Griff zu bekommen, am nächsten Tag kann es schon wieder völlig anders aussehen. Wenn ich mich mit ihm unterhalte, kann er dieses gravierenden Wechsel nicht erklären. Zusätzlich ist er inzwischen sehr ungedultig. Alles muss sofort gemacht werden, aber nicht unbedingt von ihm. Er weist alle in seinem Umkreis auf Fehler hin, aber eigenes Fehlverhalten nimmt er sofort als überzogene Kritik auf und reagiert sehr heftig und wütend. Er wird zum Glück nicht handgreiflich, aber er kann sich für seine Gemeinheiten nicht einmal entschuldigen. Er tut so, als ob diese nicht passiert sind. Gleichzeitig fühlt er sich von allen anderen kontrolliert und manipuliert.

Beim letzten Mal, passender Weise war es Silvester und ich war mal wieder in der Nähe, konnte ich ihm einen großen Teil seiner Vorräte abnehmen. Erstaunlicherweise hat er diese sogar freiwillig herausgegeben. Diesen Rückfall konnte er sogar begründen. Er hat noch nie seinen Abschied von der Trinkerei gefeiert. Ich halte es für eine sehr einfälltige Entschuldigung, die er sich selbst gegen musste. In diesem Gespräch hat er sich selbst als Narzist bezeichnet. Ich glaube dazu muss ich nicht viel sagen. Aber das nehme ich ihn nicht ab. Er sagt auch immer wieder, dass er sich für die Gefühle anderer geöfnet hat. Seinem Verhalten nach kann ich das aber nicht nachvollziehen. Wie schon gesagt, er fühlt sich ständig kontrolliert und bevormundet. Über seine Gefühle redet er nur noch mit mir.

Mum kommt aber die Krönung. Gestern hat er von selbst das Gespräch gesucht. Er will sich von seiner Frau und meiner Mutter trennen. Das würde in einer Katastrophe enden.

Was fehlt ihm? Hat sein Hirn schon Schäden davon getragen? Ich weis beim besten Willen nicht mehr weiter.

LG

PS: sorry, wenn es etwas verworren klingt

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