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Moderator: Moderatoren

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lavendel
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2410
Registriert: 23.05.2006, 20:05

Beitrag von lavendel » 28.01.2007, 11:25

hallo beachy,

herzlich willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. wenn du hier mal ein bisschen liest wirst du feststellen, dass es viele wie dich (und mich :wink: ) gibt. ist natürlich in der konkreten situation nicht wirklich ein trost, aber trotzdem kannst du dir vielleicht das eine oder andere rausziehen oder dich vielleicht auch notgedrungen damit abfinden, dass DU im prinzip nicht viel machen kannst.

also: der "normale" weg wäre, ein gespräch im nüchternen zustand mit deinem vater zu führen (wichtig: keine anschuldigungen, vorwürfe, schreien....). nur von dir reden. dass du angst um ihn hast, dir sorgen machst, ihn noch ien bisschen behalten möchtest....). so in der richtung. du könntest ihm auch dem weg skizzieren: gespräch mit dem arzt, entgiftung, therapie oder reha. ob er das dann macht oder will, kannst du nicht beeinflussen. vielleicht ist so ein gespräch ein schubs, wie du schreibst.

aber ehrlich gesagt bin ich da nicht so fürchterlich optimistisch. wie du es beschreibst, arbeitet dein vater ja richtig auf seinen untergang hin.
Ich will nicht mehr, dass es so weiter geht, wie bisher. Er schrammt am Tod vorbei und niemand macht etwas und ihn lässt das auch keine Lehre sein. Wie weit muss er denn noch sinken?
jeder braucht seinen persönlichen tiefpunkt, und dein vater hat ihn scheinbar noch nicht gehabt. also muss er noch weiter sinken. das ist einfach so.
Ich möchte mal gezielt mit ihm darüber reden, weiss aber nicht wie. Vielleicht kann es ihm ja einen Schupps in die richtige Richtung geben.

Aber was und wie sage ich es, dass es nicht das Gegenteil bewirkt und er es wieder als Grund ansieht, zu trinken? Manchmal hat er auch schon angedroht, sich umzubringen, aber das ist schon länger her. Da habe ich Angst, dass er das auf mein Reden hin vielleicht tut.
wie, hab ich ja oben schon beschrieben. dass er sich aufgrund solch eines gespächs umbringt, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. im übrigen: dass er damit droht, ist an sich schon ganz schön gemein. und außerdem: wenn sich jemand ernsthaft umbringen will, kannst du ihn auch nicht daran hindern.

und zum thema konsequenzen androhen: ich war im studium in einer ähnlichen lage wie du. ich hab dann irgendwann die konsequenzen gezogen: ich bin einfach nicht mehr nach hause gefahren. ganz einfach. und wenn ich meine freunde sehen wollte, sind sie entweder zu mir gekommen, oder ich bin eben zu ihnen gefahren. das geht alles. wer zwingt dich, die semesterferien zuhause zu verbringen? weitergehend habe ich als konsequenz angedroht, nur noch mit meinen eltern zu sprechen, wenn sie nüchtern sind, auch am telefon. dadurch hat sich der kontakt reduziert, aber ich konnte das lallen, erpressen und heulen am anderen ende einfach nicht ertragen irgendwann.

du siehst:die möglichkeiten, deinem vater zu helfen, sind beschränkt. die möglichkeiten, dir dein leben erträglicher zu machen, nicht. auch wenn das alles am anfang furchtbar schwer fällt, das weiss ich. dafür sind eltern eben eltern. aber trotzdem: du hast auch ein recht auf ein schönes leben.

lieben gruß

lavendel

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