Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Gibt es eine Suchtverlagerung ?

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Hobbit
neuer Teilnehmer
Beiträge: 180
Registriert: 31.01.2007, 12:50

Gibt es eine Suchtverlagerung ?

Beitrag von Hobbit » 07.02.2007, 11:10

Hallo Ihr alle ,

Meine Fragen an euch :

Wird das Suchtverhalten über Generationen weitergegeben?

Erkennt ihr eine Verlagerung der Süchte in eurem Verhalten?(Zwangsverhalten)

Wie lange muß man in einem Haushalt gelebt haben oder Kontakt zu Alkoholikern gehabt haben als Kind um selbst ein Suchtverhalten zu entwickeln?

Schon von Geburt an oder Grundschulalter?

15-17 Jahren was denkt ihr ?

Ist es Relevant wie aktiv Du dich am Familiendrama beteiligt hast?

Wie gehst Du heute mit deinen eigenen Kindern um ?
Regelverhalten? Suchtaufklärung?

Ich warte Gierig auf eure Antworten :wink:
alles liebe Hobbit

baggerschen
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 520
Registriert: 05.01.2007, 12:45

Beitrag von baggerschen » 07.02.2007, 12:56

Hallo Hobbit ...

Gutes Thema ... Gute Fragen ... Verzweifelte Antwortsuche... bei mir jedenfalls...
Suchtverlagerung ... hm ... das ist doch eigentlich das .. wenn ein Mensch von einer Sucht in die nächste Springt ... richtig?... Also wenn ein Alkohliker trocken ist und dafür nun ein Spieler ist ...
Also weiß ich nun nicht ob man als Angehöriger eines Suchtkranken ... ein Suchtverlagerer wird ...
Ich würde mal das so bezeichnen...
Man trägt die Folgen der Sucht... und gibt diese eventl... ungewollt weiter...
So wie bei mir dieser Kontrollzwang .. entstanden daraus das ich als Kind damals immer versucht habe alles unter Kontrolle zu behalten .. jede Situation schon im Vorfeld zu sehen und da schon anzufangen die Folgen der Situation aufzufangen ... hm... ich merk schon .. komisch ausgedrückt ...versuch ich mal ein Beispiel...
Ich hab dauernd meine Arbeiten im Haushalt kontrolliert und mich vergewissert das alles da ist wos hingehört usw. damit ich keinen Anlass gegeben habe das es wieder zur Eskalation gab...
daraus entwickelte sich natürlich zwangsläufig ein Perfektionismus...
beide Sachen leb ich zum Teil heute noch aus... es ist ein Muster aus dem ich einfach nich rauskomme...es trägt dazu bei mich selber wohlzufühlen...
Wie gehe ich mit meinen Kindern um ?...aufjedenfall nicht so wie meine Mutter mit mir ... ich halte mir aber auch immer vor Augen was ich mir damals gewünscht hätte ...
bei und gibt es keine Schläge kein Schreien oder sonstiges...Was ich aber mache ist ... konsequent sein ... meine Kinder wissen immer wie sie bei mir dran sind ... mein Verhalten ist für sie einschätzbar ... sie haben alle ein sehr gutes Selbstbewußtsein und trauen sich auch mal Aufzulehnen...ein einfaches Nein .. gibt es nicht ... es wird erklärt und immer versucht ein Kompromiss zu finden...

das ist momentan erstaml was mir so grob einfällt .. aber ich denke da fällt mir noch en Menge mehr ein und ich werds vielelicht auch genauer tipseln können...

Das tiefe Graben in der Vergangenheit wühlt mächtig auf ...
Trotzdem danke an dich Hobbit das du solche Fragen stellst...schon alleine das Nachdenken und Vergleichen... hilft weiter .. vorallem wenn man die Gedanken direkt mitteilen kann....

in diesem Sinne...

Lilly12

Re: Gibt es eine Suchtverlagerung ?

Beitrag von Lilly12 » 07.02.2007, 15:49

Hallo Hobbit,
kann darauf nur so gut wie möglich als Alkoholikerin antworten..

Wird das Suchtverhalten über Generationen weitergegeben?

Meinst Du jetzt damit, ob Suchtverhalten vererbbar ist oder ob Suchtverhalten durch Beobachten und Nachahmen weitergegeben wird ?
Vererbung ist bisher nicht nachgewiesen, es gibt wohl aber Studien, die in gewsser Weise darauf hinweisen könnten, ich las neulich von einer Zwillingsstudie, die wollt ich eh nochmal nachlesen.
Erkennt ihr eine Verlagerung der Süchte in eurem Verhalten?(Zwangsverhalten)
Das ist eine schwierige Frage, zumal ich mich frage, sind wir überhaupt alle frei von Süchten? Ich für meinen Teil neige zur Suchtverlagerung, ich weiß aber nicht, ob es anderen Alkies auch so geht ? Ich betreibe Dinge leider oft exzessiv, eine zeitlang spiele ich immer ein PC-Spiel oder ich stricke 3 Paar Socken hintereinander oder ich aß mal ne Zeitlang jeden Tag ne Packung Reiswaffeln :oops: , alles so merkwürdige Dinge, weiß auch nicht, woher das kommt ? Vielleicht ist mein Sport auch eine Suchtverlagerung ? Aber diese ganzen Dinge kann ich stoppen, ich vermisse es dann ein paar Tage vielleicht und dann habe ich es wieder vergesen. Meine Alkoholsucht konnte ich allerdings nicht mehr allein stoppen, weil ich körperlich einfach zu abhängig war.

Es gibt ja auch tausenderlei Süchte, Magersucht, Kontrollsucht, Waschzwang, Borderline, Fressucht, Spielsucht, S.e.xsucht und wer weiß was alles ? Und vielleicht übt man auch manche Süchte unbewußt aus ? Wahrscheinlich , weil einem irgendwas fehlt ?
Wie lange muß man in einem Haushalt gelebt haben oder Kontakt zu Alkoholikern gehabt haben als Kind um selbst ein Suchtverhalten zu entwickeln?
Schon von Geburt an oder Grundschulalter?
Nun ja, die Prägungsphase von Kindern ist ja schon sehr früh, ich weiß nicht genau, wann, mit 3-5 Jahren ? Es liegt auch sicher in der Persönlichkeit der Kinder, ob sie suchtkrank werden. Meine Eltern tranken z.B nicht, bzw. sehr wenig Alkohol, vielleicht mal n Glas Sekt auf ner Feier oder mein Vater mal ein Bier zur Sportschau, das wars dann aber auch schon.
15-17 Jahren was denkt ihr ?
ich denke, in dem Alter ist bereits alles gelaufen. Ich persönlich glaube, das das Suchtverhalten von dem Umfeld geprägt wird, in dem ein Kind aufwächst. Obwohl es bei mir nicht so zutraf... aber in anderen Fällen, die ich kenne, würde ich das darauf zurückführen. In dem Alter von 15-17 gingen meine Freunde und ich relativ unvorsichtig mit Alk um, tranken in der Disco was etc. Wir fanden einfach nix dabei, "normal" eben..tztztz, haben da gar nicht weiter drüber nachgedacht.
Ist es Relevant wie aktiv Du dich am Familiendrama beteiligt hast?
Das kann ich nicht beantworten.
Wie gehst Du heute mit deinen eigenen Kindern um ?
Regelverhalten? Suchtaufklärung?
Mh, meine Tochter hat ja alles mitbekommen, was passiert, wenn man alkoholkrank ist, obwohl sie da schon erwachsen war. Wir haben oft über Drogen gesprochen, allerdings wohl eher weniger über Alkohol, denn darüber wollte ich ja am allerwenigsten sprechen.
Meine Tochter kam auch mal angesoffen als Teenie nach Hause, trinkt aber heut (sie ist 28 ) nur sehr wenig Alkohol, wenn sie mit Freundinnen in die Disse fährt, ist sie immer die Fahrerin. Ansonsten trinkt sie vielleicht mal ein Glas Sekt oder einen Coctail, mehr nicht. Ich denke, sie hat durch meinen eigenen Alkoholismus alles über diese Krankheit gelernt und sich auch umfassend darüber informiert. Das beantwortet aber leider Deine Frage nicht.

Auweia Hobbit, ich konnte Dir gar nix gut beantworten :oops: , im Gegenteil, Dein Beitrag wirft bei mir eher wieder viele andere Fragen auf... Ich werde mich über viele Dinge noch genauer informieren müssen, weil mich die Antworten auf Deine Fragen auch interessieren.
Aber ich kenn hier jemanden im Forum, der weiß datt wahrscheinlich, dem schrieb ich mal ne PN, ob er dazu mehr sagen kann.

Lieben Gruß an Dich
Lilly

Hobbit
neuer Teilnehmer
Beiträge: 180
Registriert: 31.01.2007, 12:50

Beitrag von Hobbit » 08.02.2007, 09:52

Hallo Lilli12,
Danke für deine schnelle Antwort.
Ich mußte lachen ich mag deinen Humor,
Es kam mir verdächtig vertraut vor diese Reiswaffeln :shock:

Früher schlimmer als heute vieleicht weil die Kraft nachläßt oder Lernt man nur Sie richtig zu Dosieren?Jeden Morgen um 5.00 Joggen nur eine Zeitlang.Ständig umstellen ,öfter als andere streichen und tapezieren.
Nähe mir 2-4 teile,oder häkel ein deckchen aber dann muß ich all diese Dinge für eine lange Zeit verbannen .
Denn wenn ich es durchgehend betreiben sollte müßte ich wohl Spucken. :roll:

Ich vermutete immer ,das es meine Art ist ,mir neues Lebensgefühl zu verschaffen.

dann habe ich etwas brauchbares im Internet gelesenund fand es eine gute Erklärung,für ein verhalten was vieleicht auch genetisch bedingt ist.
Schau, das Exzessive Verhalten stimuliert ja im Hirn ein Bereich wodurch Hormone wie Endorphine ausgeschüttet werden,was als angenehm empfunden wird.
Das ganze wird ja heute auch als Verhaltenssucht bezeichnet,warscheinlich um ein Oberbegriff zu haben.
Diese Verhaltenssucht( dinge exzessive zu betreiben)wird dazu benutzt, unangenehme Gefühle wie Ängste und Frustrationen sowie Stress zu verdrängen und die Auseinandersetzung damit zu vermeiden.
Auch dadurch ähnele eine Verhaltenssucht einer stoffgebundenen Abhängigkeit wie beispielsweise Alkoholismus.

Also ist das exzessive Verhalten eigentlich nur eine Überlebensstrategie der Menschlichen Psyche?
Es ist ja erst mal nur ein Suchtverhalten bis du es nicht mehr stoppen kannst dann werden es Zwangshandlungen oder?Wie Waschzwang ,Fressucht,Magersucht,,,,,,,,
Aber alles läuft daraus hinaus entweder die Totale Kontrolle über sich zu haben oder gar keine!
Liegt das dann wieder an der jeweiligen Persöhnlichkeit eines jeden Menschen?
Nun die Typische Frage :"Was war zuerst da das Huhn oder das Ei", ist doch berechtigt oder nicht ?

Kinder lernen nur durch Beobachten und Nachahmen.
Da könnte man ja meinen alle Kinder die im Tatort Familie Alkohol aufgewachsen sind Alle eine abhängigkeit/ / Suchtverhalten entwickeln müßten ?

Wobei es noch Unterschiedliche Fachmeinungen gibt .

Scheinbar macht es gravierende Unterschiede welcher Elternteil trinkt!
Wie Alt waren die Kinder als ein Elternteil sein Verhalten plötzlich verändert hat !
Wie stabil war das Elternhaus?
Oh,je :x ich muß wieder runter kommen .Vergesse gerade meine Häuslichen pflichten und muß gegen die Zeit rennen.
Zu einem anderen Zeitpunkt weniger närrisch ,besser geordnet und hoffendlich etwas brauchbares!?
lieben gruß und Dank Hobbit

baggerschen
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 520
Registriert: 05.01.2007, 12:45

Beitrag von baggerschen » 08.02.2007, 13:41

Hallo liebe Hobbit...

Hm... nun hatte ich gerade meinen Text fertig zum abschicken ... weg war er .. man man ..nu probier ich das nochmal...
Also ... mit den Reiswaffeln... komisch .. die Teile mag ich auch gerne... ess ich dann 3 bis 4 tage packungsweise ... und dann ein halbes Jahr wieder gar nicht ...
Gutes Stichwort ist das renovieren und Möbel umstellen... ohhh das kenn ich gut ... ich hab auch noch son Gardinenfimmel... tzzz...je nach Lust und Laune... und ich liebe kalte Farben ... blau grün in allen Nuancen...zuviel rot und gelb erstickt mich...
und mein Sohn hat einen Rotfimmel ... auweia... da tu ich mich ja nun echt schwer...
Dann betont mein Mann zu gerne das ich einen Putzfimmel habe...hm... wo er recht hat ...Ich brauch ne absolute Ordnung um mich herum ... alles geradlinig .. kein Geschnörksel...
zudem kommt das ich bis Mittag meinen Haushalt picobello haben muss ansonsten dreh ich am Rad...warum eigentlich ?... hm... frag mich gerade ob ich normal bin...aber ich glaube da passt dieser Satz mit der Stimulierung der Hormone...ja ich glaub so ist das wirklich ...Nur so fühle ich mich wohl...Mein Mann ist genau das Gegenteil..das ist oft auch ein Streitpunkt bei uns...Ich extrem ordnungsliebend .. er muss das nicht unbedingt zum wohlfühlen haben...
Ich habe ständig das Gefühl durchs Leben zu rasen .. alles muss schnell gehen ... für alles gibt es en Zeitlimit...
Habe ich diese Verhalten entwickelt weil ich aus dem Haushalt einer Alkohlikerin komme ?... hm... eins weiß ich .. auch meine Mutter war und ist immernoch so ein Ordnungsfanatiker...
Lange Zeit habe ich kämpfen müssen umzu akzeptieren das meine Kinder wenn sie was gebaut haben das auch stehen lassen wollten..graus für mch .. weil oft stands mitten im Zimmer und weiteres Zubehör lag drumrum ...meine Kidis. sagten dann .. das muss so bleiben wies ist .. wr bauen morgen weiter...oje fiel mir das schwer..und noch schwerer war zu erkennen das man sich beschäftigen kann ohne Zeitlimit und ohne genaues Ziel...ich habe lange gebraucht um das so zu akzeptieren .. heute kann ich das ...Das einige worauf ich bestehe ... Küche Bad Wohnzimmer und Schlafzimmer ... darüber hab ich zu bestimmen ...

Ich mach an dem Punkt nun auch erstmal einen Punkt....
muss erstmal wieder nachdenken ...
in diesem Sinne...

Lilly12

Beitrag von Lilly12 » 08.02.2007, 18:03

Hallo Hobbit, Hallo Baggerschen,

jetzt muß ich aber auch ein bischen lachen, ich hatte schon Angst, ich betreibe hier allein exzessives Verhalten :oops: . Aber das tun anscheindend doch viele Menschen...

Auch brauche ich eine gewisse Ordnung, sonst werd ich ganz wirr im Kopf. Zwar nicht übertrieben, aber ich mag es gar nicht, wenn die Tische mit allem möglichen Kram volliegen, dann muss ich das wegräumen, weil es mich nervös macht. Ist auch so ne kleine Macke von mir. Oder die Fernsehzeitung muss rechtwinklig auf der Tischecke liegen und schön ausgerichtet dazu die Fernbedienungen, au weia, hoffentlich liest das niemand, ich seh schon, ich bin nicht umsonst in der "Geschlossenen" hier. :lol:

Aber Hobbit, das mit der Verhaltenssucht kann ich gut nachvollziehen. Ich baue damit sicher Frustrationen und Stress ab, Angst hab ich relativ selten. Und ja, ich denke, es ist eine persönliche Überlebensstrategie.

Naja, von den Reiswaffeln bin ich glücklicherweise wieder runter, war voll der fiese Entzug :shock: . Neee, nur Spaß, eines Tages hingen sie mir einfach zum Halse raus und datt wars dann mit der unheilvollen Freundschaft zwischen ihnen und mir.
Neulich fand ich noch ne Packung in meinem geheimen Lager, aber sie schmeckten auf einmal nach Pappe und ich hab sie weggeschmissen.
Seitdem hab ich manchmal "Reiswaffeldruck" :shock: , nee auch nur Spaß, ich glaub, mit denen bin ich fertich :lol:

So, nun werd ich auch wieder ein bisschen nachdenken, wenn ihr das beide tut, kanns mir sicher auch nicht schaden :wink:

Lieben Gruß an Euch beide
Lilly

baggerschen
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 520
Registriert: 05.01.2007, 12:45

Beitrag von baggerschen » 08.02.2007, 19:14

Hallo Lilly...

Jetzt musste ich mal deftig grinsen .... Das mit der Fersehzeitung auf dem Tisch und Ferbedienung hab ich mich gar nicht getraut zu schreiben ... so ist das bei mir mit jedem Tisch ... alles korrekt usw... mein Mann sagt schon immer ... du hättest Feldwebel bei der NVA werden können ... uijui...aber gut zu wissen das ich nicht die einzige bin mit soner Macke ... so lebts sich doch schon besser...
Also Reiswaffeln gabs schon lange nicht mehr ... aber da ihr mich bheute dran erinnert habt .. hab ich mir direkt welche mitbringen lassen ... nu sitz ich hier un kau und krümel alles voll und tipsel über Reiswaffeln... grins...
So nun denk auch ich wieder über meine anderen Macken nach .. wer weiß was ich noch so rauskrame...
in diesem Sinne....

Dante
Moderator
Moderator
Beiträge: 3423
Registriert: 05.08.2006, 19:56
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Beitrag von Dante » 08.02.2007, 22:28

Neurobiologisch ist Sucht eine hormonelle Erkrankung, die auf eine Dysfunktion des Belohnungs- & Dämpfungszentrum im Gehirn beruht. Welcher Stoff als Träger der Sucht fungiert ist letztlich unerheblich. Von daher ist auch eine Verlagerung von Süchten möglich & gar nicht so selten. Meine Schwester z.B. hing an der Nadel & ist jetzt Alkoholikerin; in meiner Tagesklinik gab es Mehrfachabhängige (Polytoxikomane). Sucht kann erlernt oder vererbt werden; diese Aussage basiert allerdings nur auf Beobachtungen, wissenschaftlich belegt ist das meiner Kts. nach noch nicht.
Neurosen, wie z.B. Wasch- oder Zählzwang sind psychische Abnormalitäten, die nicht zwingend als Ersatz für eine unterdrückte stoffliche Sucht in Erscheinung treten. Viel eher ist zu vermuten, dass solche Verhaltensmuster eine Folgeerkrankung der Sucht sein können (auch nicht wissenschaftlich belegt). Überhaupt erfährt der Begriff "Sucht" in den letzten Jahren eine ziemliche Beliebtheit & wird in Zusammenhang mit nahezu allen leidenschaftlich ausgeübten Tätigkeiten gebracht. Ein Philatelist z.B. ist jedoch nicht briefmarkensüchtig.
Vier Theorien sind für die Entwicklung einer Sucht in der Diskussion: neurobiologische Grundlagen, familiäre Einflüsse, Stress als Dispositionsfaktor & sozio-psychodynamische Aspekte. Alle beinhalten eine Vielzahl von Facetten, die in jedem Einzelfall einander auf unterschiedlichste Weise beeinflussen, so dass eine allgemeingültige Aussage über die Vermeidung einer Suchtentwicklung (noch) nicht gemacht werden kann.
Es gibt also keinen idealen Sozialisationsansatz, um eine Suchterkrankung zu verhindern. Das Kind von Alkoholikern wird nicht zwangsläufig auch Alkoholiker (siehe Lavendel). Mir & meiner Schwester wurde unbescheidener Konsum von Alkohol durch unsere Eltern nicht vorgelebt; besoffen hatte ich sie nie in Erinnerung.
Die Wissenschaft hat im Bereich der Suchtproblematik also noch sehr viel vor sich, & sie ist wie alle jungen Wissenschaften hoch fehlerbehaftet. Wohl aber haben wir mittlerweile gute Kenntnisse in der Therapierbarkeit von Suchterkrankungen. Ich persönlich glaube zudem, dass eine mehr auf Abstinenz orientierte Kultur geeignet ist, Suchterkrankungen in ihren Ausmaßen kleinzuhalten.
Das ist es, was mir zum Thema einfällt. All das ist unkoordiniert & basiert auf Kenntnisse, die ich mir selbst angeeignet & so verstanden habe. Sie müssen deshalb nicht stimmen, zumal ich ein Laie in dieser Fakultät bin. Ich glaube jedoch nicht, dass ich mit meinen Einschätzungen so weit von fundierten Erkenntnissen entfernt bin.

Antworten