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Mutter liegt fast im sterben

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

honig
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Mutter liegt fast im sterben

Beitrag von honig » 20.02.2007, 19:25

Hallo Zusammen,

ich habe auch das Problem, dass meine Miuuter seit über 12 Jahren Alkoholkrank ist. Leider kam bei Ihr nie der Punkt, dass sie sich ihre Krankheit eingestanden hat.

Wenn sie mal klar war, war sie immer ein sehr liebenswerter Mensch, der aber viel schlimmes im Leben erlebt hat (Ihr Mann/mein Vater ist nun seit ca. 9 Jahren mit der Exfrau ihres Bruders zusammen. Ich weiß, klingt kompliziert...)

Nun liegt sie seit gestern Nacht im Krankenhaus auf der Intensivstation, die Leber ist zerstört, die Nieren werden nun von den Giftstoffen auch angegriffen. Sie hat letzte Nacht einen Kreislaufzusammenbruch erlitten und bekam Magenbluten, da sich im Körper durch die Krankheit Krampfadern gebildet haben, die nun geplatzt sind.

Ihr Körper ist in den letzten 3 Wochen bis auf ca. 40 kg heruntergemagert, reden oder auch nur ein Glas in die Hand nehmen ging vor verlegung auf die Intensivstation schon nicht mehr.

Es macht mich sehr traurig, sie so zu sehen und nichts machen zu können. Wie die nächsten Tage verlaufen sollen, weiß ich nicht...

Die Ärzte sagen auch nichts konkretes, an dem meine Schwester und ich uns "festhalten" können.

Hat jemand schon einmal Erfahrungen mit so etwas gemacht?

Wird sich ihre Lage wohl noch einmal verbessern?
Wenn ja, was wird dann aus ihr?
Die schlimmste Frage, die wir uns stellen: Wieviel Zeit hat sie noch?

Lieben Gruß,
Honig

summerdream
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Beitrag von summerdream » 20.02.2007, 20:02

hallo und erstmal ein herzliches willkommen hier.

wieviel zeit deine mutter noch hat ist eine frage, die dir hier niemand beantworten kann, da wir a) den genauen gesundheitszustand deiner mutter nicht wirklich kennen und b) keine ärzte sind. da müsst ihr ihren arzt fragen und zwar ganz direkt.

was aus ihr wird, das wird auch von ihr selber abhängen. erholen kann sie sich, aber dann muss sie an ihrem lebensstil radikal was ändern. wenn sie das nicht tut, bezweifle ich, dass sie es schaffen wird.

wie gesagt, versucht mit dem arzt und eurer mutter zu reden, mehr fällt mir im moment leider nicht ein.

liebe grüße

- Dani -

baggerschen
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Beitrag von baggerschen » 20.02.2007, 21:04

Hallo Honig...

Ich habe deinen Thread gelesen unter der Rubrik der co-abhängigen Angehörigen ..
ja der Zustand ist mehr wie kritisch ...und du kannst ihr momentan nicht helfen ...
ihr alle steht in einer Warteschleife ...
Ich möchte euch etwas vorschlagen .. so schwer wies ist ... ihr wisst nicht was kommt ...aber .. bereitet euch darauf vor das sie die Situation nicht überlebt ... gebt ihr soviel Zeit wie möglich .. versucht mit ihr zu reden ... sagt alles was ihr schon lange sagen wolltet... versucht intensiv Abschied zu nehmen...das erleichtert zwar die derzeitige Lage nicht aber sollte sie von dieser Welt gehen habt ihr die Möglichkeit genutzt alles noch zu klären ... setzt euch mit diesem Gedanken auseinander fragt sie was sie sich noch wünschen würde ... dem Menschen einen letzten Willen erfüllen , ihr habt die Chance dazu ...begleitet sie auf dem Weg... nicht viele Menschen haben die Möglichkeit einen Angehörigen auf diesem Weg zu begleiten...
das ist das was ich vorschlagen würde ...
wenn sie es schaffen sollte ... ergibt sich eine andere Situation ... aber momentan könnt ihr nur das eine für sie tun ...

in diesem Sinne...

didiwerdau
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Beitrag von didiwerdau » 21.02.2007, 13:15

hallo honig,

bin im moment in einer ähnlichen situation. Mein vater ist vor zwei wochen ins kh gekommen weil man ihn bewusstlos und ausgekühlt vor seiner wohnung fand.
Er hatte wohl eine ziemlich heftige Alkoholvergiftung. Er lag dann auf der Intensiv, auch weil Magengeschwüre auf waren und bluteten. Wusste am anfang auch nich, wie es ausgehen wird.
Wurde im Krankenhaus entgiftet und scheint sogar etwas einsicht zu zeigen, dass er sich helfen lassen muß.

Das deine Mutter nix mehr isst, das scheint bei alkoholikern im fortgeschrittenem Stadium fast normal zu sein. Is bei meinem Vater auch so. Genauso mit dem Magen. Jetzt ist sie auf alle fälle erstmal unter ständiger beobachtung. wenn sie wieder ansprechbar ist, dann würde ich vielleicht direkt im KH mit ihr reden. Dann weiß sie noch am besten wie schlecht es ihr geht. vielleicht sieht sie dann etwas ein. Ansonsten kann ich dir noch empfehlen dich mit der Sozialschwester des Krankenhauses mal zu unterhalten. Die kennen dann die Einrichtungen in der Umgebung, die da helfen können.

Ansonsten kannst du wohl nicht viel tun. Bin auch gespannt, wie es mit meinem Vater weitergeht. Er kommt heute aus dem Krankenhaus raus.

lavendel
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Beitrag von lavendel » 21.02.2007, 13:39

hallo honig,

schlimme situation, in der du da steckst. ich hab mit meinem vater das gleiche erlebt, und es ist nicht gut ausgegangen, er ist gestorben.

kann dich auch nur dazu ermuntern, möglichst viel bei ihr zu sein, ihr die dinge zu sagen, die dir noch auf dem herzen liegen, damit DU nachher das gefühl haben kannst, ihr seid in frieden auseinander gegangen, bzw. du kannst in frieden damit leben, dass sie nicht mehr da ist. ich glaube, dass das für uns alkoholikerkinder ganz wichtig ist, dass wir nicht immer weiter mit unseren eltern hadern, das macht uns nur kaputt.

versuch auch weiter die ärzte zu löchern, aber ich glaube nicht, dass sie dir was definitives sagen können.

bei mir war es so, dass ich noch abends bei meinm vater auf der intensivstation war, die ärzte sagten mir, ich solle mir keine sorgen machen, er sei stabil, er war auch klar. irgendwie war ich dann doch unruhig und bin nachts nochmal hingefahren, durfte dann zu ihm, und dann hat er mich ganz fest in den arme genommen und hat nur gesagt "ich hab angst". ich hab das damals nicht kapiert, aber wahrscheinlich hat er es da schon gespürt. acht stunden später kriegte ich den anruf, es geht zu ende, eine halbe stunde später war er tot. was ich damit sagen will: prognosen gehen in solch einem zustand wahrscheinlich wirklich nicht.

wünsche dir viel kraft.

lieben gruß

lavendel

NadineK.
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Beitrag von NadineK. » 22.02.2007, 14:22

Hallo! Ich bin 28 jahre und habe seit 1 Woche keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter. Sie lag schon mehrfach im KH und wurde auch dort einige Male trockengelegt. Sie verfällt total, hat noch 42kg und sieht ihre Sucht nicht. Die Leber ist defekt, die Nieren machen Probleme, sie hat schweres Bauchwasser- glaubt aber nicht daß das irgendwas mit Alkohol zu tun hat.
Aber nach dem letzten Kh Aufenthalt war sie einige Zeit trocken und sehr stolz. Sie hatte mir angeboten, meinen 7- jährigen Sohn zu betreuen. Ich hab sie gelobt das sie trocken ist und ihr das Versprechen abgenommen, daß sie trocken bleibt, damit sie meinen Sohn betreuen kann. Es hing sogar mein Job davon ab! Sie war absolut positiv eingestellt, hatte mehr Lebensfreude. Als ich letzte Woche bei ihr war fand ich durch Zufall einige versteckte Flaschen. Ich sprach sie freundlich und ruhig darauf an. Sie flippte völlig aus! Ich würde maßlos übertreiben, sie würde ja wohl nichts Schlimmes tun wenn sie hin und wieder ein Glas trinken würde. Ich sagte daraufhin "ein wenig süchtig gibt es nicht", bot ihr erneut meine Hilfe an und wurde nur angemeckert. Dann bin ich gefahren. Ich komme mir belogen vor. Ein offenes Wort über einen Rückfall wäre okay gewesen, aber mir ins Gesicht lügen??? Ich hatte ihr mal angedroht den Kontakt abzubrechen, weil ich es psychisch nicht mehr verkrafte. Ich liebe sie und sie bringt sich systematisch um. Jetzt ist es wohl soweit. Nachdem ich gefahren bin habe ich nichts mehr von ihr gehört. Heute seit 7 Tagen- das ist für uns eine verdammt lange Zeit. Sonst hatten wir mehrmals täglich Kontakt. Ich möchte nicht bei ihr anrufen, obwohl ich sie schrecklich vermisse. Ob sie jemals einsichtig wird? Oder kippt sie jetzt ganz um, weil sie meinen Halt nicht mehr hat? Ich habe Angst und will meine Mutter gesund zurück!

baggerschen
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Beitrag von baggerschen » 22.02.2007, 14:33

Hallo Nadine..

willkommen im Forum ...

es währe günstiger gewesen wenn du einen eigenen Thread erstellt hättest ...
dann können das alle lesen und auch antworten ...
Also kopier das ganze mal in einen eigenen Thread...dann gibts Antworten und Hilfestellungen...
in diesem Sinne...

Meni

Beitrag von Meni » 22.02.2007, 15:29

Hallo Honig,

meine Mutter hat sich fast zu Tode getrunken, schwere Leberzirrhose etc.. Sie hat die Kurve gekriegt, ist seit 20 Jahren, trocken. Dass ich die schlimmen Jahre mit ihr endlich aufarbeiten konnte und noch kann, ist heute für mich, nachdem ich selbst alkoholkrank geworden bin, von unschätzbarem Wert.

Mein Vater starb qualvoll am Missbrauch von Alkohol und Drogen, als er erst 38 Jahre alt war, dürre wie Spargelkraut, Magenblutungen, Leberzirrhose, Krebs, alles. Ich hatte nie die Möglichkeit, mit ihm irgend etwas aufzuarbeiten, er hatte nicht einmal die Möglichkeit, mich um Verzeihung zu bitten. Ich hätte ihn nicht sehen wollen zu diesem Zeitpunkt, ich glaube, ich hätte erst heute die Kraft dazu.

Möchtest Du denn bei Deiner Mutter sein? Oder möchtest Du es nicht?

Bei meinem Vater wollte ich nicht sein, nicht mal auf dem Sterbebett, meine Mutter würde ich selbst bei einem Rückfall (oh bitte nicht und damit ist auch nicht zu rechnen) in meiner Nähe haben wollen. Ich glaube, es kommt wirklich darauf an, womit wir selbst leben können und wollen, welche Bedürfnisse w i r haben, nicht wieviel Z e i t uns für die Dinge bleibt, sondern, o b wir sie tun m ö c h t e n. Dies ist meine Erkenntnis, sie muss nicht für Dich oder Deine Schwester gelten.

Ich wünsche Dir und Deiner Schwester viel Kraft für die nächste Zeit...

LG, Meni

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