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Hin-und hergerissen

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Luca
neuer Teilnehmer
Beiträge: 3
Registriert: 17.04.2007, 13:18

Beitrag von Luca » 17.04.2007, 18:37

hallo lina,
mein name ist luca und bin erst seit heute in diesem forum!
was du geschrieben hast kann ich so gut nachvollziehen, als meine mutter vor 13 jahren starb und mein vater anfing alkohol zu trinken ist für mich eine welt zusammen gebrochen!
es ging soweit das ich mit 13 jahren schon 2 selbstmordversuche hinter mir hatte und in psychiatrischer behandlung war! auch heute noch nach so langer zeit habe ich noch immer verdammmt dolle probleme mein leben in der spur zu halten und bin jedes mal am verzweifeln wenn ich sehe wie mein vater sich immer mehr kaputt macht! er hatte schon dreimal eine lange therapie gemacht und war jedesmal für mindestens ein halbes jahr wieder trocken, aber sobald irgendeine kleinigkeit in seinem leben kompliziert wird fängt er wieder an zu trinken, und das macht mich fertig, jedesmal zu hoffen das er es diesmal geschafft hat und dann doch wieder einbricht! aber am schlimmsten finde ich das mein vater schon erlebt hat wie 2 leute aus seinem engsten freundeskreis an den folgen der alkoholsucht gestorben sind und wie sie gestorben sind und ihn das überhaupt nicht abzuschrecken scheint! das verstehe ich nicht!!!!!
hoffe bald was von dir zu hören und verlier deine kraft nicht das zu überstehen!
liebe grüße

summerdream
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5773
Registriert: 05.02.2007, 17:10

Beitrag von summerdream » 18.04.2007, 00:47

hi lina

hm... wie fang i etz am besten an?

i nehm etz mal deinen bruder
kann ich scho verstehn, dass dein bruder die zeit für sich brauchte, aber deswegen auch dich links liegen lassen, sorry das versteh i etz net und ich könnte das auch net. oder hat er probleme damit ghabt, dass du auch viel getrunken hast und wollte sich das nicht nochmal antun? hast du darüber schon mal mit ihm ganz ausführlich geredet? durch seine abkapslung hat er scho mal viel net mitkriegt, was alles daheim abgelaufen ist, das war/ist gut für ihn. schade nur, dass er auch dich dabei allein gelassen hat. als i mal mit meinem vater gstritten hab, meinte der auch so nach dem motto, na so schlimm ist das alkoholproblem deiner mutter auch wieder net, das sich die menge und die häufigkeit aber drastisch gesteigert haben als er ausgezogen is, wollte/will er nicht wahrhaben.

schön das du angefangen hast, dir ein eigenes leben aufzubauen, inzwischen klappt es wohl auch ganz gut. aber ehrlich gesagt finde ich nicht, dass dich schuldzuweisungen und hass weiterbringen. wie heißts so schön "der hass zerfrisst einen nur selbst" (oder so ähnlich). das stimmt auf jeden fall. auch schuldzuweisungen bringen dich nicht wirklich weiter, was nützt es dir, wenn du sagst, meine eltern sind schuld an allen? klingt etz wahrscheinli hart, ich weiß es aber net wie ichs milder ausdrücken soll, sorry.

deinen eltern gefällt es anscheinend wie es ist, an dem punkt sich hilfe suchen zu wollen, sind sie wohl noch lange nicht :(

du wohnst schon allein, damit hast du schon mal räumlichen abstand, das is gut, mir hat es auf alle fälle viel geholfen. das die erinnerungen immer wieder hochkommen, ist wohl normal, aber wenn du anfängst das alles zu verarbeiten, wird es seltener werden und auch irgendwann nicht mehr so weh tun. als meine mom mal im betrunkenen zustand gesagt hat, dass sie hofft nicht mehr lange zu leben und genau das mit dem f... alk bezweckt, war ich lange fertig deswegen. is auch irgendwie das erste bild, dass mir durch den kopf schießt, wenn ich an alk denk, aber inzwischen muss i nimmi gleich deswegen heulen und kanns mit ner gewissen distanz betrachten.

so das wars etz erstmal von mir, sorry für das lange warten, hab zwar deine einträge gelesen, aber irgendwie san mir da im moment net dir richtigen worte eingefallen (weiß net mal, ob dir die etz wenigstens ne kleine hilfe san...)

liebe grüße

lina86
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Beitrag von lina86 » 18.04.2007, 15:16

Hallo luca,
vielen Dank für deine Antwort, dass ist ja grad das unbegreifliche am Alkoholismus, dein Vater sieht, wie zwei ihm bekannte Menschen an dieser Krankheit sterben und ändert rein gar nix an seinem Problem.
Genauso schlimm ist es für uns, immer und immer wieder zu hoffen, dass es besser werden kann oder gar aufhört und jedes mal kommen diese Enttäuschungen, die sehr an einem zerren!
Kenne das zwar jetzt nicht in dem Bezug darauf,dass meine Eltern trocken sind und wieder rückfällig werden, was sehr schlimm ist! Aber alleine schon Versprechungen, die die Eltern oder der Vater/die Mutter einem geben und am nächsten ist alles vergessen bzw es klappt doch nicht, weil sie zu voll sind. Wäre schön, wenn ich weiter etwas von dir höre ;)
Liebe Grüße

lina86
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Beitrag von lina86 » 18.04.2007, 15:19

Hey Luca,
nochmal zu dir, hab zu früh abgeschickt....
Darf ich fragen, woran deine Mama gestorben ist? Tut mir sehr Leid für dich, aber ich denke das hörst du oft?!Weiß grad net, wie ich es sonst ausdrücken soll...
Wie gehst du heute mit deinen beiden Selbstmordversuchen um?Bist du noch in Therapie?

Nochmal lieben Gruß

lina86
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Beitrag von lina86 » 18.04.2007, 15:33

Hallo summerdream,
vielen lieben Dank für deine Antwort!
Auf der einen Seite kann ich meinen Bruder sehr gut verstehen, dass er Abstand von dem ganzen gewinnen will und so gut wie nichts an sich rankommen lassen will, aber finde es wirklich nicht gut, dass er mich in der schlimmsten Zeit im Stich gelassen hat, aber okay. Jetzt hab ich es auch schon gut allein geschafft.

Da besteht wirklich ein Vergleich zwischen deinem Vater und meinem Bruder....vielleicht ist es für sie einfacher so!Oder sie wollen nicht wahrhaben, dass es noch schlimmer geworden ist. Wobei es ja schon schlimm für sie war, als beide noch zu Hause bzw dein Vater bei euch wohnte(n).

Wie ist im Moment der Kontakt mit deiner Mutter? Wie oft siehst du sie?

Natürlich Schuldzuweisungen bringen mir gar nix, aber es ist ja nun mal so, wie es ist!Wenn meine Eltern nicht trinken würden, wäre mein Leben weit aus angenehmer...(Aber wie heißt es so schön, wenn das Wörtchen WENN, nicht wär...)

Ganz liebe Grüße

summerdream
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5773
Registriert: 05.02.2007, 17:10

Beitrag von summerdream » 18.04.2007, 17:29

hi lina

der kontakt zu meiner mutter is besser wie nie zuvor, sie war auf therapie, hatte zwar zwei rückfälle, aber seit drei monaten ist sie etz trocken. red mit ihr viel mehr wie früher oder machen was zam, was aber bestimmt net wär, wenn sie noch trinken würde. hab mit ihr gar nix geredet, wenn sie betrunken war, das war einfacher für mich, hab ja davor auch gemerkt, dass da eh alles zum einen ohr rein und gleich wieder zum nexten raus geht :( da heb ich mir meine lebensfreude lieber für mich, meine brüder und meine freunde auf, da hab i wenigstens was davon...

meine schwester is ausgezogen als meine mom von der therapie heim kam. auch davor war sie immer bei ihrem freund und meine brüder waren/sind total enttäuscht von ihr, dass sie nie für sie da war. für sie war es wohl besser, aber ich finds scho schwach von ihr, dass sie während der therapie große sprüch grissen hat, was mir danach alles zam machen können und das sie dann mehr daham is und dann einfach gegangen is. zu gesicht bekommen wir sie äußerst selten, nur wenn sie geld braucht oder sorgen hat :(
daher kann ich wirklich gut verstehen, dass du enttäuscht bist, dass dein bruder nicht für dich da war.

liebe grüße

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