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Sein Trinken macht unsere Mama kaputt zum zweiten

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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ayla
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 02.05.2007, 20:59

Sein Trinken macht unsere Mama kaputt zum zweiten

Beitrag von ayla » 02.05.2007, 23:05

Hallo,
bin zu unerfahren im Umgng mit Foren, sorry, ich versuch es noch einmal.
Ich bin neu und stellt mich kurz vor. Bin 30 Jahre alt und habe 3 Kinder. Ich bin die jüngste von 5 Kindern und wohne mit meinen Eltern unter einem Dach.

Mein Vater ist Alkoholiker seit ich denken kann und schon davor. Meine Eltern sind über 40 Jahre verheiratet, eigentlich glücklich, wenn nur das Trinken nicht wäre. Dieses nimmt an Stellenwert immer mehr zu, da mein Vater immer elender dahängt und trotzdem immer weiter trinkt. Er trinkt keineswegs heimlich, geht täglich zum Stammtisch und trinkt auch zu Hause ohne Scham. Er gehört zur Nachkriegsgeneration, für die der Alkohol keine Droge zu sein schien. Ich habe den Eindruck, dass man früher ein echter Kerl war, je mehr man vertrug. Die Tatsache, dass er Alkoholiker ist, ist in meiner Familie erst seit ein paar Jahren wirklich klar, Mein Vater trinkt seit ich denken kann eine bis drei Flaschen Wein am Tag. Eine trank er zu Zeiten, als er den Konsum bewusst etwas einschränken wollte. Zwei oder Drei mal war er trocken, bzw. halbtrocken. Halbtrocken heißt, er trank nur auswärts, nicht zu Hause. Das hat er dann so ca. 1 Jahr durchgehalten und mit einem Anlaß kam dann meistens langsam aber sicher wieder der Einstieg in den täglichen Mißbrauch von Wein.


Seine Leber ist nun kaputt. Er ist immer müde, schläft oft ein, hat Schmerzen ist schlapp, man kann ihm keine Aufgaben mehr übertragen. Eigentlich nimmt er am täglichen Familienleben kaum mehr teil. Nachts ist er anhänglich, sucht Mamas die Nähe, ist dabei aber zapperlig und unruhig und muss ständig auf die Toilette, so dass an schlafen nicht zu denken ist.

Er war auch schon (auf Terminabsprache meiner Mutter in der Hoffnung, dass er ihm ins Gewissen redet) beim Arzt, der hat ihm klipp und klar gesagt, dass er sterben wird, wenn er mit dem Alkohol nicht aufhört. Aber das scheint bei ihm gar nicht mehr anzukommen. Beim zweiten Arztbesuch hat er vorgegeben, dass es ihm gut gehe und er gar nicht weiß, weshalb er hier ist.

Wir Kinder haben alle schon mit ihm geredet, meine Mutter hat schon unzählige Gespräche mit ihm geführt (immer morgens, wenn der Pegel am niedrigsten ist). Früher hat es dann ein paar Tage gehalten, dass er nur 3 - 4 Gläser / Tag getrunken hat. Heute scheint das total an ihm vorbeizuziehen. Für uns Kinder ist der Zustand auch schlimm, aber wir können gehen. Ich denke, jetzt kommen viele Anregungen, dass meine Mutter ins Gästezimmer ausziehen könnte. Aber das ist gar nicht so einfach, denn er ist abgesehen vom Alkohol ein lieber Mann, Vater und Opa.

Es geht mir einfach darum, es meiner Mutter möglichst einfach zu machen und ihr zu helfen. Vielleicht gibt es manche, die ähnliche Erfahrungen haben und ansonsten wars jetzt einfach mal gut zu schreiben, auch in doppelter Ausführung weil mein erster Beitrag irgendwie verschwunden ist :oops:

Nun bin ich gespannt...

kleine biene
neuer Teilnehmer
Beiträge: 94
Registriert: 14.05.2006, 13:17

Beitrag von kleine biene » 03.05.2007, 06:59

Hallo ayla,

herzlichen Willkommen hier im Forum.

Wie Du sicher schon gelesen hast, gibt es hier unzählige Gleichgesinnte.

Schreib Dir Deinen Frust und Schmerz von der Seele, das tut gut.

Jedoch ein Patentrezept gibt es nicht. wenn Dein Vater nicht selber einsichtig wird, wird sich nichts ändern.

Tut mir Leid Dir keinen besseren Rat geben zu können.

Wenn Deine Mutter ihn nicht verlassen kann, muß sie weiter mit leiden.

Mein Mann war auch der beste, liebste auf der Welt. Ich bin bei ihm geblieben und mußte mir ansehen wie er stirbt. Er ist nur 38 Jahre alt geworden.

Erst danach hab ich das Forum gefunden. Aber es tut gut zu wissen, man ist nicht allein. Und es gibt Menschen die mich verstehen.

Sorry, dass ich Dir nicht wirklich weiter helfen kann.

Jenny22
neuer Teilnehmer
Beiträge: 63
Registriert: 29.04.2007, 16:27

Beitrag von Jenny22 » 05.05.2007, 19:29

Hey!
In einigen Sätzen kann ich mich da wiederfinden. Wenn meine Eltern nichts getrunken haben, kann ich mir eigentlich keine besseren wünschen, aber mit dem Alkohol is das vorbei. Ich meine, sie tun uns nichts, also mir und meinem Bruder, wir werden nich vernachlässigt, meine Ma kocht, macht ihre Arbeit und alles, aber sie ist einfach betrunken... Und sie macht ja nich einfach nur ihr Leben kaputt, wir anderen leiden ja auch darunter. Ich weiß nich, ob das jetzt ein wenig egoistisch klingt, jedenfalls ist es so nich gemeint...

Aber so oft wir auch mit ihr und auch mit meinem pa geredet haben, gebracht hat es bisher nichts. Ich nehme mir jedes Mal vor, nich mehr mit ihr darüber zu reden, weil es sowieso nichts bringt, aber in manchen Situationen kann man einfach nich anders.

Jedenfalls hoffe ich, dass es bei dir auch irgendwann besser geht, auch wenn wir als Angehörige anscheinend nichts weiter machen können, als abzuwarten, bis sie es selber einsehen...

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