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Alte Muster und nie ein Ende......??

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

summerdream
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5164
Registriert: 05.02.2007, 17:10

Beitrag von summerdream » 02.10.2007, 15:20

hey skye

wollte nur mal wissen, wie's dir so geht und ob bei dir alles in ordnung is!

irgendwie fehlt was, wenn du hier net unterwegs bist :wink:
is etz aber net die aufforderung, dass du hier schreiben musst, denk du weißt, wie ich's mein...

liebe grüße

Skye

Beitrag von Skye » 10.11.2007, 16:44

Hallo Ihr Beiden,

vielen Dank für Eure Nachfrage, die ich leider erst heute gesehen habe. :oops: Ich hab’ mich sehr gefreut… :D

Es geht mir gut! Es geht mir richtig gut…… Ich habe Ende August eine Woche Urlaub gemacht und mir mit diesem Urlaub und seinem Ziel einen langgehegten Traum erfüllt. Einen Traum den ich mir selbst viel zu lang verwehrt habe. Das, das Nachdenken darüber und noch ein paar Kleinigkeiten haben dazu geführt, dass ich mich sehr auf mich konzentriert habe und einfach nicht den Kopf für das Forum hatte, auch meine reale SHG habe ich vollkommen außen vor gelassen. Ich habe mich seit, ich weiß nicht wie viel Jahren, das erste Mal nur auf mich konzentriert und wollte mich nicht durch irgendetwas von außen ablenken lassen. Ich hatte nicht das Bedürfnis nach etwas anderem außer mir.

Es hat mir gut getan, ich habe in Ruhe mal geschaut was sich die letzten zwei Jahre bei mir getan hat. Vor zwei Jahren hatte meine Mutter ihren Totalabsturz der mich ans Ende meiner Leistungsfähigkeit und auch Leistungsbereitschaft gebracht hat.

Ich bin stolz auf mich, was ich seitdem für mich erreicht habe. Ich nehme mich wieder besser wahr, ich kann wieder Nähe zulassen, ich kümmere mich um mich und meine Bedürfnisse, ich nehme mich selbst wieder wichtig, ich habe mir Wünsche erfüllt, die ich mir selbst schon lange versagt hatte. Bei manchen habe ich erst jetzt bemerkt, dass ich endlich getan habe was ich schon lange wollte, es noch nicht mal bewusst geplant, sondern einfach getan.

Bei all meiner Ungeduld, mit der ich diesen Weg begonnen habe, habe ich einfach nicht bemerkt, was ich schon alles geschafft habe. Habe immer auf den Paukenschlag gewartet und die ganzen leisen Töne überhört. Anderseits nehme ich nicht mehr alles was sich in meinem Leben ereignet wichtig, sondern habe gelernt loszulassen, manches lässt sich nicht kontrollieren, es passiert oder es passiert nicht. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste, was soll’s, das Leben geht weiter. (Und so was sage ich… :shock: )

Das alles ist immer noch nicht fertig, ich habe noch viel zu tun, außerdem ist das Leben Veränderung und fertig wird man nie. Es werden sicherlich auch mal wieder nicht so schöne Tage kommen, aber ich bin auf dem richtigen Weg, es wird…. Von dieser inneren Umschau wollte ich mich nicht ablenken. Ich bin ich und ich bin stolz auf mich.

So langsam bin ich wieder bereit die Außenwelt reinzulassen. Ich werde also auch wieder hier auftauchen. Manchmal braucht man einfach eine Auszeit und die sollte man sich dann auch nehmen.

Ich möchte allen Angehörigen die hier unterwegs sind sagen, egal ob Kinder, Partner, Geschwister, Freunde, wie auch immer, verschwendet Eure Kraft nicht auf den sinnlosen Versuch helfen zu wollen, wo ihr nicht helfen könnt und keine Hilfe erwünscht ist. Nehmt Eure Kraft für Euch und macht Euch selbst ein schönes Leben, bringt wieder Freude in Euer Leben, Freude ohne schlechtes Gewissen. Sein Leben für jemanden zu vergeuden der sein eigenes nicht möchte ist den Preis nicht wert. Das nimmt nicht den Schmerz und die Trauer, wenn man sieht das ein geliebter Mensch sich ruiniert, aber das gibt die Kraft um damit fertig zu werden ohne selbst dabei drauf zu gehen und sein eigenes Leben abzugeben.

Wenn mir das jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, ich hätte ihm besten Falls nur einen Vogel gezeigt. Nun habe ich mich selbst eines besseren belehrt. Und wenn der Weg auch steinig ist und oft unangenehm, er ist es wert gegangen zu werden.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende…
Skye

summerdream
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Beitrag von summerdream » 10.11.2007, 17:35

hi skye

na super, etz hab ich urlaub und hab deswegen kein drucker zur verfügung um mir deinen post auszudrucken und an die wand zu hängen - hättest des net gestern früh scho schreiben können :wink:

schön zu hören, dass es dir gut geht!

dein post liest sich positiv und gleichzeitig realistisch, du weißt, dass es nicht immer leicht wird, aber du weißt, wer du bist und das du stolz auf dich sein kannst - dazu hast du auch jedes recht!

nur weiter so, ich freu mich das du hier auch wieder von zeit zu zeit zu lesen sein wirst :lol:

liebe grüße

Grünes Kistchen
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Beitrag von Grünes Kistchen » 16.01.2018, 22:04

Hallo Zusammen!

Beim Lesen bin ich auf diesen Beitrag von Skye gestoßen und der Abschnitt "Ich habe keine Lust..." hat mich tief bewegt.

Die Alkoholabhängigkeit meiner Mutter dauert mittlerweile über 30 Jahre und ich empfinde nur noch, was eigentlich? Wut und Zorn auf mich, auf meine Mutter?

Ich kann noch immer nicht loslassen, ich lasse mich nach jedem Anfuf runterziehen, ob mit oder ohne Alkohol. Mit Alkohol, weil sie jammert, Müll erzählt, ohne weil sie nur von sich spricht und in einem unbedeutenden Nebensatz nach mir fragt, um dann doch wieder von sich zu reden. Andere sind besser, können alles besser, ich bin die Tochter, die ihr nichts nutzt, weil viel zu weit weg wohnt. Ich bin es leid mich immer rechtfertigen zu müssen, ständig ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich will nicht ständig von meinen Kindheitserinnerungen überrollt werden. Ich möchte mich an schöne Zeiten mit meiner Mutter erinnern, aber da war nur Ungewissheit, da war keine Freude, da gab's keine Umarmungen. Da war viel zu oft der Suff und ich mittendrin. Ich habe es gehasst! Es fällt mir heute noch schwer Freude und Empathie zu zeigen, obwohl ich es gern möchte. Mein Selbstwertgefühl ist sehr niedrig, ich habe das Gefühl mich ständig verteidigen, rechtfertigen zu müssen. Ich kann von Wärme jäh in Kaltschnäuzigkeit umschalten und habe damit schon einige Leute vor den Kopf gestoßen. Ich habe Angst, wenn etwas Unvorhergesehenes, nicht kalkulierbares auf mich zukommt. Ich habe die Sauferei meiner Mutter so satt, ich ertrage es nicht mehr!
Ich versuche mich von meiner Mutter zu distanzieren, da ist keine Liebe, da ist auch keine richtige Wut. Eigentliche ist da nur Leere.
Zur Zeit ziehen mir meine Erinnerungen, die ungefiltert an die Oberfläche drängen, mir den Boden unter den Füßen weg.
Ich weiß nicht so recht wie weiter...

Viele Grüße Grünes Kistchen!

Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 17.01.2018, 21:16

Ach Leute,
Wenn ich mir diesen Thread durchlese passieren zwei Dinge:
Ich fühle mich nicht mehr so alleine.
Und
Ich bekomme eine Gänsehaut.

Grünes Kistchen,
Ich kann dich so gut verstehen. Skye schrieb 2007?, dass ihre Mama nüchtern eine liebenswerte Person war. So war es bei mir auch und genau dieser Umstand hat es mir immer erschwert sauer auf sie zu sein und mich abzunabeln.
Ich habe sie zu den AA's gefahren, in die Entzugsklinik, ihr immer wieder verziehen und trotzdem war ich ihr nie genug.
Das schmerzt einfach sehr, denn es fehlt irgendwann massiv an Liebe und Respekt und Vertrauen.
Ich war irgendwann emotional so dicht, dass ich ungesteuert auf fiese Bemerkungen meiner Mutter sofort die Jacke überwarf und ging. Natürlich begleitend mit schlechtem Gewissen. Ich fühle mich heute noch schuldig. Andererseits weiß ich aber endlich, dass ich nicht schuldig bin.
Jetzt muss der Kopf mit dem Herzen noch die Verbindung finden.
Was mir hilft ist im Wald zu spazieren und wenn es sein muss auch Tränen zu vergießen. Die Vögel zu sehen und ihnen zuzuhören. Die Tierwelt zu beobachten und festzustellen, wie einfach es bei Ihnen zugeht. Tiere leben ausschließlich im jetzt. Mich können derartige Gedanken trösten.
Liebe Grüße

Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 17.01.2018, 21:27

Ich habe leider erst nach meinem Post🤔Deinen ersten Thread gelesen und möchte dazu noch etwas anmerken.
Deine Geschwster gehen damit unterschiedlich um. Verständlich, denn wir sind nun mal individuell. ABER:
Bei mir war es z.B. so, dass mein Bruder weniger Last tragen musste und vor allem von mir lernen konnte - ich bin die Erstgeborene.
Das macht einen Unterschied!
Hinzu kommt auch, auf wen sich deine Mutter eingeschossen hat...

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