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Alte Muster und nie ein Ende......??

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Teaser
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Registriert: 17.08.2007, 12:36

Beitrag von Teaser » 17.08.2007, 21:02

Hallo Skye,

na du? Du fährst auch manchmal über das leuchtend rote Stoppschild hinaus? Blöd nicht? Wenn man es nicht gesehen hätte, wäre es ja okay. Wenn man es aber klar und deutlich wahrgenommen hat kann einen das schon zur Verzweiflung bringen. Wäre auch wieder eine schöne Gelegenheit an sich selbst herumzukritisieren.

Aber lass uns nicht so ungerecht zu uns selbst sein. Es gibt Ursachen weshalb wir so sind. Wir machen Fehler, manchmal sehr dumme Fehler und das obwohl wir halbwegs intelligent sind und uns deutlich mehr mit uns selbst beschäftigen als andere. Aber mit dem Verstand hat das auch nicht soviel zu tun, mehr mit Emotionen und Mustern wie du ja auch weißt. Komischerweise scheint unser Gefühlsleben ja doch noch ganz gut zu funktionieren. Es zeigt uns die Stoppschilder und wir erkennen sie sogar. Nur schade, dass wir dann manchmal erst recht aufs Gaspedal treten. Oder anders ausgedrückt, dass es uns so schwer fällt unser Handeln danach auszurichten, was gut für uns ist.
Es hört sich so leicht an, herausfinden was wir wollen und dann danach handeln. Aber es ist so schwer, so viele Gedanken mit denen wir uns selbst sabotieren. Dürfen wir überhaupt wollen? Haben wir es eigentlich verdient glücklich zu sein? Müssten wir nicht erst noch mehr dafür leisten? Wäre es nicht besser uns abzusichern und uns erst von anderen das "Okay" zu holen? Haben wir nicht wichtigere, ernsthaftere Dinge zu tun als glücklich zu sein? Es ist so ungewohnt, wer weiß was passiert wenn wir plötzlich anfangen glücklich zu sein? Vielleicht werden wir nachlässig, vergessen unsere superwichtigen Aufgaben, machen Fehler, verlieren die Kontrolle? Ist es da nicht besser ernsthaft und konzentriert zu bleiben? Denn wenn wir uns nicht Kümmern macht es Keiner und dann bricht unsere hart erkämpfte, kleine, traurige Welt zusammen. Das bißchen Sicherheit an das wir uns Klammern. Egal wie armselig und unbefriedigend, wir haben nichts anderes. Deshalb kämpfen wir um die Erhaltung des Ist-Zustandes, bloß kein Zurückrutschen in die Unsicherheit und Hilflosigkeit aus der wir kommen. Verantwortung teilen? Viel zu unsicher! Neues wagen? Sehr riskant! Vertrauen? Lächerlich! Wirf uns eine Aufgabe hin und wir stürzen uns darauf wie der Hund auf einen Knochen. Wir machen das schon, haben es immer gemacht.
Da bleibt wenig Raum für Entspannung und Lebensfreude. Dafür ist der Druck und die Alarmbereitschaft allgegenwärtig. Das ist der Preis den wir zahlen. Dafür werden wir niemals "kalt erwischt", wenn jemand Unberechenbarkeit unter Kontrolle bekommt dann wir. Selbstüberforderung kennen wir gar nicht, selbst wenn wir so etwas wahrnehmen sollten, es wird nicht akzeptiert. Wir funktionieren! Immer!

Es ist zum ko...!

(Eigentlich wollte ich dich aufmuntern, ist wohl irgendwie schiefgelaufen :( . Trotzdem: schön das du noch hier bist :D !!!)

LG,
Teaser

Teaser
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Beitrag von Teaser » 17.08.2007, 21:02

Hallo Skye,

na du? Du fährst auch manchmal über das leuchtend rote Stoppschild hinaus? Blöd nicht? Wenn man es nicht gesehen hätte, wäre es ja okay. Wenn man es aber klar und deutlich wahrgenommen hat kann einen das schon zur Verzweiflung bringen. Wäre auch wieder eine schöne Gelegenheit an sich selbst herumzukritisieren.

Aber lass uns nicht so ungerecht zu uns selbst sein. Es gibt Ursachen weshalb wir so sind. Wir machen Fehler, manchmal sehr dumme Fehler und das obwohl wir halbwegs intelligent sind und uns deutlich mehr mit uns selbst beschäftigen als andere. Aber mit dem Verstand hat das auch nicht soviel zu tun, mehr mit Emotionen und Mustern wie du ja auch weißt. Komischerweise scheint unser Gefühlsleben ja doch noch ganz gut zu funktionieren. Es zeigt uns die Stoppschilder und wir erkennen sie sogar. Nur schade, dass wir dann manchmal erst recht aus Gaspedal treten. Oder anders ausgedrückt, dass es uns so schwer fällt unser Handeln danach auszurichten, was gut für uns ist.
Es hört sich so leicht an, herausfinden was wir wollen und dann danach handeln. Aber es ist so schwer, so viele Gedanken mit denen wir uns selbst sabotieren. Dürfen wir überhaupt wollen? Haben wir es eigentlich verdient glücklich zu sein? Müssten wir nicht erst noch mehr dafür leisten? Wäre es nicht besser uns abzusichern und uns erst von anderen das "Okay" zu holen? Haben wir nicht wichtigere, ernsthaftere Dinge zu tun als glücklich zu sein? Es ist so ungewohnt, wer weiß was passiert wenn wir plötzlich anfangen glücklich zu sein? Vielleicht werden wir nachlässig, vergessen unsere superwichtigen Aufgaben, machen Fehler, verlieren die Kontrolle? Ist es da nicht besser ernsthaft und konzentriert zu bleiben? Denn wenn wir uns nicht Kümmern macht es Keiner und dann bricht unsere hart erkämpfte, kleine, traurige Welt zusammen. Das bißchen Sicherheit an das wir uns Klammern. Egal wie armselig und unbefriedigend, wir haben nichts anderes. Deshalb kämpfen wir um die Erhaltung des Ist-Zustandes, bloß kein Zurückrutschen in die Unsicherheit und Hilflosigkeit aus der wir kommen. Verantwortung teilen? Viel zu unsicher! Neues wagen? Sehr riskant! Vertrauen? Lächerlich! Wirf uns eine Aufgabe hin und wir stürzen uns darauf wie der Hund auf einen Knochen. Wir machen das schon, haben es immer gemacht.
Da bleibt wenig Raum für Entspannung und Lebensfreude. Dafür ist der Druck und die Alarmbereitschaft allgegenwärtig. Das ist der Preis den wir zahlen. Dafür werden wir niemals "kalt erwischt", wenn jemand Unberechenbarkeit unter Kontrolle bekommt dann wir. Selbstüberforderung kennen wir gar nicht, selbst wenn wir so etwas wahrnehmen sollten, es wird nicht akzeptiert. Wir funktionieren! Immer!

Es ist zum ko...!

(Eigentlich wollte ich dich aufmuntern, ist wohl irgendwie schiefgelaufen :( . Trotzdem: schön das du noch hier bist :D !!!)

LG,
Teaser

Nelly81
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Beitrag von Nelly81 » 17.08.2007, 21:41

Hey Skye und Teaser,

Teaser, Du schreibst mir aus der Seele! Du beschreibst genau und zutreffend, was ich oft denke, manchmal wissend, dass das Quatsch ist, und manchmal überzeugt, dass ich das Glücklichsein gar nicht verdient habe, gehen dann doch so viele Dinge wie Kontrolle oder die perfekte Bewältigung all der anstehenden Aufgaben verloren, Risiko!

Du bringst es genau auf den Punkt. Stoppschilder, ja, die gelten für andere, andere müssen geschont werden, können es nicht (ertragen?), wir wissen besser, was alles passieren kann, uns muss man nicht schonen, wir erkennen alles besser auf eigene Faust, auch Gefahren, gehen wir doch in der Aufgabe „Krisenmanagement“ erst so richtig auf, als Experten, und zeigen, was wir können, um endlich was wert zu sein, es zu verdienen, da zu sein, sind wir doch oft so untauglich für den Alltag.

Ein Gedankengang, der das Schreiben herausfordert, eine Herausforderung, das alles in Worte zu fassen, und doch: es zieht einen herunter. Selbst-Einsicht ist schwere Arbeit, auch geistige. Erst nach der Selbst-Einsicht kann man etwas ändern. Cogito, ergo sum. Wenn ich schon mal da bin, habe ich auch das Recht, glücklich zu sein.

Sei nett zu dem Gesicht im Spiegel. Immer.

Skye

Beitrag von Skye » 18.08.2007, 16:24

Hallo Teaser,

da bist Du ja wieder. :D Nun was raus muss, muss raus. Im Moment brauch ich auch grad nicht so besonders aufgemuntert werden. :wink: Was sich zwar auch wieder ändern kann, doch zur Zeit geht’s mir ganz gut und ich hab’ mich wieder gefangen, bin einigermaßen mit mir im Reinen.

Zu wissen, dass man mit seinen Problemen, Macken, gefühlten Absonderlichkeiten und Eigenheiten nicht allein ist, kann auch eine Hilfe sein und aufmuntern.

Du hast vollkommen Recht mit dem, was Du schreibst. Mir geht es nicht viel anders Spontaneität ist Leichtsinn, Loslassen die Vorstufe zum Absturz, Vertrauen ein Wesenzug von Lebensmüden. Dabei sind/waren wir selbst des Lebens so müde, dass wir im Grunde alles hätten wagen können.

Das kenne ich auch alles nur zu gut und in den Spiegel schauen, den Du mir mit Deinen Worten hinhältst ist zwar nicht unbedingt angenehm, aber hilfreich. Ich vergleiche die Arbeit an und mit mir immer mit einem Besuch beim Zahnarzt. Ich muss etwas Unangenehmes hinter mich bringen, damit es mir besser gehen kann und ich mich besser fühle. Wenn’s Kronen gibt, ist’ doppelt unangenehm, sieht’s aber auch doppelt besser aus.

Wie ich gesehen habe, hast Du Dich zwischenzeitlich abgemeldet und Deine alten Beiträge sind irgendwo im Forum entschwunden. Ich habe allerdings noch ein wenig im Kopf, wie Deine ersten Beiträge letztes Jahr waren. Du hast Dich inzwischen sehr verändert, zu Deinem Vorteil….

Gruß
Skye

summerdream
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Beitrag von summerdream » 02.10.2007, 15:20

hey skye

wollte nur mal wissen, wie's dir so geht und ob bei dir alles in ordnung is!

irgendwie fehlt was, wenn du hier net unterwegs bist :wink:
is etz aber net die aufforderung, dass du hier schreiben musst, denk du weißt, wie ich's mein...

liebe grüße

Nelly81
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Beitrag von Nelly81 » 02.10.2007, 16:06

Dani, wir hatten wohl den gleichen Gedanken :D , gerade heute habe ich auch an die liebe Skye gedacht und mich gefragt, wie es ihr wohl geht, und mir vorgenommen, sie das mal zu fragen…

Nun bin ich hier im Forum und sehe, dass Du die gleiche Idee hattest. Schöner Zufall! :D

Ich schließe mich also der Dani an und frage auch mal nach: Wie geht es Dir, liebe Skye?

Liebe Grüße von Nelly

Skye

Beitrag von Skye » 10.11.2007, 16:44

Hallo Ihr Beiden,

vielen Dank für Eure Nachfrage, die ich leider erst heute gesehen habe. :oops: Ich hab’ mich sehr gefreut… :D

Es geht mir gut! Es geht mir richtig gut…… Ich habe Ende August eine Woche Urlaub gemacht und mir mit diesem Urlaub und seinem Ziel einen langgehegten Traum erfüllt. Einen Traum den ich mir selbst viel zu lang verwehrt habe. Das, das Nachdenken darüber und noch ein paar Kleinigkeiten haben dazu geführt, dass ich mich sehr auf mich konzentriert habe und einfach nicht den Kopf für das Forum hatte, auch meine reale SHG habe ich vollkommen außen vor gelassen. Ich habe mich seit, ich weiß nicht wie viel Jahren, das erste Mal nur auf mich konzentriert und wollte mich nicht durch irgendetwas von außen ablenken lassen. Ich hatte nicht das Bedürfnis nach etwas anderem außer mir.

Es hat mir gut getan, ich habe in Ruhe mal geschaut was sich die letzten zwei Jahre bei mir getan hat. Vor zwei Jahren hatte meine Mutter ihren Totalabsturz der mich ans Ende meiner Leistungsfähigkeit und auch Leistungsbereitschaft gebracht hat.

Ich bin stolz auf mich, was ich seitdem für mich erreicht habe. Ich nehme mich wieder besser wahr, ich kann wieder Nähe zulassen, ich kümmere mich um mich und meine Bedürfnisse, ich nehme mich selbst wieder wichtig, ich habe mir Wünsche erfüllt, die ich mir selbst schon lange versagt hatte. Bei manchen habe ich erst jetzt bemerkt, dass ich endlich getan habe was ich schon lange wollte, es noch nicht mal bewusst geplant, sondern einfach getan.

Bei all meiner Ungeduld, mit der ich diesen Weg begonnen habe, habe ich einfach nicht bemerkt, was ich schon alles geschafft habe. Habe immer auf den Paukenschlag gewartet und die ganzen leisen Töne überhört. Anderseits nehme ich nicht mehr alles was sich in meinem Leben ereignet wichtig, sondern habe gelernt loszulassen, manches lässt sich nicht kontrollieren, es passiert oder es passiert nicht. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste, was soll’s, das Leben geht weiter. (Und so was sage ich… :shock: )

Das alles ist immer noch nicht fertig, ich habe noch viel zu tun, außerdem ist das Leben Veränderung und fertig wird man nie. Es werden sicherlich auch mal wieder nicht so schöne Tage kommen, aber ich bin auf dem richtigen Weg, es wird…. Von dieser inneren Umschau wollte ich mich nicht ablenken. Ich bin ich und ich bin stolz auf mich.

So langsam bin ich wieder bereit die Außenwelt reinzulassen. Ich werde also auch wieder hier auftauchen. Manchmal braucht man einfach eine Auszeit und die sollte man sich dann auch nehmen.

Ich möchte allen Angehörigen die hier unterwegs sind sagen, egal ob Kinder, Partner, Geschwister, Freunde, wie auch immer, verschwendet Eure Kraft nicht auf den sinnlosen Versuch helfen zu wollen, wo ihr nicht helfen könnt und keine Hilfe erwünscht ist. Nehmt Eure Kraft für Euch und macht Euch selbst ein schönes Leben, bringt wieder Freude in Euer Leben, Freude ohne schlechtes Gewissen. Sein Leben für jemanden zu vergeuden der sein eigenes nicht möchte ist den Preis nicht wert. Das nimmt nicht den Schmerz und die Trauer, wenn man sieht das ein geliebter Mensch sich ruiniert, aber das gibt die Kraft um damit fertig zu werden ohne selbst dabei drauf zu gehen und sein eigenes Leben abzugeben.

Wenn mir das jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, ich hätte ihm besten Falls nur einen Vogel gezeigt. Nun habe ich mich selbst eines besseren belehrt. Und wenn der Weg auch steinig ist und oft unangenehm, er ist es wert gegangen zu werden.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende…
Skye

summerdream
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Beitrag von summerdream » 10.11.2007, 17:35

hi skye

na super, etz hab ich urlaub und hab deswegen kein drucker zur verfügung um mir deinen post auszudrucken und an die wand zu hängen - hättest des net gestern früh scho schreiben können :wink:

schön zu hören, dass es dir gut geht!

dein post liest sich positiv und gleichzeitig realistisch, du weißt, dass es nicht immer leicht wird, aber du weißt, wer du bist und das du stolz auf dich sein kannst - dazu hast du auch jedes recht!

nur weiter so, ich freu mich das du hier auch wieder von zeit zu zeit zu lesen sein wirst :lol:

liebe grüße

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