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Alte Muster und nie ein Ende......??

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
Grünes Kistchen
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Beiträge: 23
Registriert: 12.01.2018, 10:22

Beitrag von Grünes Kistchen » 16.01.2018, 22:04

Hallo Zusammen!

Beim Lesen bin ich auf diesen Beitrag von Skye gestoßen und der Abschnitt "Ich habe keine Lust..." hat mich tief bewegt.

Die Alkoholabhängigkeit meiner Mutter dauert mittlerweile über 30 Jahre und ich empfinde nur noch, was eigentlich? Wut und Zorn auf mich, auf meine Mutter?

Ich kann noch immer nicht loslassen, ich lasse mich nach jedem Anfuf runterziehen, ob mit oder ohne Alkohol. Mit Alkohol, weil sie jammert, Müll erzählt, ohne weil sie nur von sich spricht und in einem unbedeutenden Nebensatz nach mir fragt, um dann doch wieder von sich zu reden. Andere sind besser, können alles besser, ich bin die Tochter, die ihr nichts nutzt, weil viel zu weit weg wohnt. Ich bin es leid mich immer rechtfertigen zu müssen, ständig ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich will nicht ständig von meinen Kindheitserinnerungen überrollt werden. Ich möchte mich an schöne Zeiten mit meiner Mutter erinnern, aber da war nur Ungewissheit, da war keine Freude, da gab's keine Umarmungen. Da war viel zu oft der Suff und ich mittendrin. Ich habe es gehasst! Es fällt mir heute noch schwer Freude und Empathie zu zeigen, obwohl ich es gern möchte. Mein Selbstwertgefühl ist sehr niedrig, ich habe das Gefühl mich ständig verteidigen, rechtfertigen zu müssen. Ich kann von Wärme jäh in Kaltschnäuzigkeit umschalten und habe damit schon einige Leute vor den Kopf gestoßen. Ich habe Angst, wenn etwas Unvorhergesehenes, nicht kalkulierbares auf mich zukommt. Ich habe die Sauferei meiner Mutter so satt, ich ertrage es nicht mehr!
Ich versuche mich von meiner Mutter zu distanzieren, da ist keine Liebe, da ist auch keine richtige Wut. Eigentliche ist da nur Leere.
Zur Zeit ziehen mir meine Erinnerungen, die ungefiltert an die Oberfläche drängen, mir den Boden unter den Füßen weg.
Ich weiß nicht so recht wie weiter...

Viele Grüße Grünes Kistchen!

Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 17.01.2018, 21:16

Ach Leute,
Wenn ich mir diesen Thread durchlese passieren zwei Dinge:
Ich fühle mich nicht mehr so alleine.
Und
Ich bekomme eine Gänsehaut.

Grünes Kistchen,
Ich kann dich so gut verstehen. Skye schrieb 2007?, dass ihre Mama nüchtern eine liebenswerte Person war. So war es bei mir auch und genau dieser Umstand hat es mir immer erschwert sauer auf sie zu sein und mich abzunabeln.
Ich habe sie zu den AA's gefahren, in die Entzugsklinik, ihr immer wieder verziehen und trotzdem war ich ihr nie genug.
Das schmerzt einfach sehr, denn es fehlt irgendwann massiv an Liebe und Respekt und Vertrauen.
Ich war irgendwann emotional so dicht, dass ich ungesteuert auf fiese Bemerkungen meiner Mutter sofort die Jacke überwarf und ging. Natürlich begleitend mit schlechtem Gewissen. Ich fühle mich heute noch schuldig. Andererseits weiß ich aber endlich, dass ich nicht schuldig bin.
Jetzt muss der Kopf mit dem Herzen noch die Verbindung finden.
Was mir hilft ist im Wald zu spazieren und wenn es sein muss auch Tränen zu vergießen. Die Vögel zu sehen und ihnen zuzuhören. Die Tierwelt zu beobachten und festzustellen, wie einfach es bei Ihnen zugeht. Tiere leben ausschließlich im jetzt. Mich können derartige Gedanken trösten.
Liebe Grüße

Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 17.01.2018, 21:27

Ich habe leider erst nach meinem Post🤔Deinen ersten Thread gelesen und möchte dazu noch etwas anmerken.
Deine Geschwster gehen damit unterschiedlich um. Verständlich, denn wir sind nun mal individuell. ABER:
Bei mir war es z.B. so, dass mein Bruder weniger Last tragen musste und vor allem von mir lernen konnte - ich bin die Erstgeborene.
Das macht einen Unterschied!
Hinzu kommt auch, auf wen sich deine Mutter eingeschossen hat...

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