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Seit heute weiß ich es sicher...

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

summerdream
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Beitrag von summerdream » 23.09.2007, 01:21

hallo danni

hm... ham wir evtl. den gleichen vornamen? daniela? eigentlich egal...

herzlich willkommen hier im forum, schön das du hergefunden hast!

falls du es noch net gemacht hast, les dich hier einfach mal ein bißchen durch, da wern dir bestimmt einige fragen beantwortet werden, wahrscheinlich auch fragen, die du dir vielleicht no gar net gestellt hast.
Im Moment komm ich mir vor, als wäre ich im falschen Film...
glaub ich dir, besonders da es bei dir auch alles ziemlich schnell ging. am einen tag is noch alles ok und dann is plötzlich alles ganz anders.

leider ist es so, dass du deinem vater nicht helfen kannst, wenn er net will. er ist krank, kranken hilft man zwar normalerweise, aber alkoholkranken kann man net helfen, damit unterstützt man nur die krankheit.

ganz ehrlich, ich wäre sauer wenn man mir mein auto wegnimmt, denke dein vater wird net viel anders reagieren. aber du hast das richtige getan, er hat sich zwar am kaufpreis beteiligt, aber wenn er dann betrunken fahren würde und was passiert??? ich bezweifle, dass du mit deinem vater darüber vernünftig reden wirst können, aber egal was kommt, kann ich dir nur empfehlen, bei deinem standpunkt zu bleiben. seine beteiligung kannst ihm ja wieder geben... is etz nur meine denkweise, danach musst du dich aber net richten, will dich ja net bevormunden.

du kannst versuchen mit deinem vater zu reden, sag ihm, dass du dir sorgen um ihn maxt. das sollte aber passieren, wenn er nüchtern is und ob es wirklich was bringt, sei dahingestellt. aber mehr kannst du leider net machen.

liebe grüße

summerdream
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Beitrag von summerdream » 23.09.2007, 22:35

hey danni

oh, dachte weil du im vorstellungsbereich fahrzeug geschrieben hast, da hab ich halt gleich mal auf auto getippt, sorry :oops:

ja ich weiß wie du das mit deinem vater meinst. meiner trinkt zwar net, aber meine eltern sind geschieden, ich seh ihm kaum noch, weiß au gar net was ich mit ihm reden soll. ich verüble ihm auch vieles, aber dennoch isser halt mein vater...
daß problem liegt bei allen anderen
das is so typisch alki-mäßg, da is mei mutter net viel anders. das gehört einfach dazu, das andere schuld sind und wenn sich dafür ein grund gesucht wird. da langt es scho, das einer ihm den parkplatz wegnimmt oder ihn irgendjemand blöd anschaut.

is natürlich doof, wenns schwer is ihn nüchtern zu derwischen, aber im endeffekt hat es keinen sinn mit ihm zu reden, wenn er betrunken is. ein brief wäre auch ne möglichkeit, tut dir bestimmt gut, alles aufzuschreiben und falls er ihn liest, liest er ihn vielleicht auch mal wenn er nüchtern is.

liebe grüße

summerdream
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Beitrag von summerdream » 25.09.2007, 00:20

huhu danni

na, das mim fahrzeug is ja net so wichtig.
wenn er jetzt natürlich mit einer frau, die auch alkoholikerin ist zusammen ist, dann stehen die chancen natürlich schlecht. aber mit bleibt ja noch der brief, das ich da nicht selber drauf gekommen bin...
das mit der frau seh ich genauso. das mim brief war ein vorschlag, ob es wirklich was bringt, ist eher zu bezweifeln, aber so hast du ihm gesagt was du denkst, bist einfach alles losgeworden und über manches denkt er bestimmt doch nach. ob es langt, dass er zur erkenntnis kommt mim trinken aufzuhören, bezweifle ich, aber er wird auf jeden fall damit konfrontiert und du hast es probiert.

deine mutter erinnert mich an meine großeltern. aber du hast recht, hinterhertelefonieren würd ich ihm auf keinen fall und da er ja deine nummer hat, kann er dich jederzeit anrufen oder eben bei dir vorbeischaun. find deine einstellung dazu absolut korrekt!

liebe grüße

summerdream
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Beitrag von summerdream » 26.09.2007, 20:21

hi danni

oje das war ja gestern ein gerenne bei dir. warst heut wieder im krankenhaus bzw. hast mit dem arzt geredet oder hast es sein lassen?

aller respekt vor dir, das muss ich etz erstmal sagen. du bist zu deinem vater, hast ihm gesagt, was sache is und hast dich nicht von deinem standpunkt abbringen lassen. hut ab vor dir!
bin ich zu hart, wenn ich sage, ich will gar keinen kontakt mehr, solange er keine hilfe in anspruch nimmt?

manche würden es vielleicht hart finden, isses wohl auch, aber im endeffekt musst du das machen, was DIR gut tut. wenn du merkst, dass dir gar kein kontakt gut tut, dann ist das ok.
ich persönlich möchte etz scho noch kontakt zu meiner mutter, aber halt nur dann, wenn ich es will. ich möchte auch mit ihr über gewisse sachen nicht mehr reden z.b. über alkohol, über meine großeltern also ihre eltern, bis etz hat es geklappt, mal schaun, wie's weitergeht. kann sein, dass ich irgendwann sag, das is mir zu wenig, keine ahnung, im moment gehts mir gut, wie's bis etz läuft.

verstehst du, ein richtiges patentrezept gibt es wohl net, am besten ist es vielleicht immer auf sein bauchgefühl zu hören. das finde ich persönlich am sichersten. wenn man dann anfängt zu denken, dann ist man oft im zwiespalt, weiß gar nicht mehr, was man selber will und macht dann das was andere wollen. (oje hört sich glaub verwirrend an :( )

liebe grüße

Steffi1301
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Beitrag von Steffi1301 » 27.09.2007, 12:09

Hey Danni!

Hab deinen Thread schon ein paar Tage verfolgt, aber im Moment ist hier ja so viel los, bin nie dazu gekommen, dir zu schreiben. Aber jetzt!

Erst mal kann ich dir sagen, dass du schon ein ganzes Stück weit gekommen bist. Die Einsicht, dass du deinen Vater allein lassen musst, dass du ihm nicht helfen kannst, das weist alles auf jeden Fall in die richtige Richtung. Und ich glaube nicht, dass du zu hart bist. Du hängst schließlich trotzdem irgendwie noch an ihm, bist enttäuscht, verletzt etc. Das Problem ist nur, dass uns unsere Eltern wahrscheinlich immer wieder verletzen werden. Aber im Prinzip sind wir selbst daran schuld, wir lassen uns schließlich verletzen. Wir sind natürlich nicht in dem Sinne schuld, dass unsere Eltern wegen uns trinken oder so ein Unsinn, nein, aber jeder Mensch kann über seine Gefühle bestimmen. Das erfordert viel Kraft und Geduld, aber man kann es schaffen. Deshalb muss man sich emotional von dem Alkoholiker lösen, auch wenn es noch so hart ist. Sonst werden wir immer wieder verletzt.

Dass der Arzt sagt, ein Alkoholiker würde, wenn er trocken ist, recht schnell wieder "normal", kann ich ehrlich gesagt nicht so ohne Weiteres unterschreiben. Mein Vater hat so viele Jahre getrunken, der hat sich schon einiges kaputtgesoffen und meine Mutter sagt auch immer wieder, wie sich auch seine Persönlichkeit verändert hat, obwohl er momentan trocken ist. Aber wir Kinder sind wohl leider immer wieder zu schnell dabei, unseren alkoholabhängigen Eltern zu vertrauen...

Ich wünsche dir alles Gute! Du bist auf einem guten Weg, auf einem, der dir selbst hilft. In eine SHG würde ich auch gerne gehen, aber so was gibt's hier nicht. Deshalb geh ich immer hier ins Forum, das hat mir schon enorm geholfen. Und ich hab eine Verhaltenstherapie angefangen, die wird hoffentlich auch helfen.

Gute Besserung!

Steffi

summerdream
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Beitrag von summerdream » 27.09.2007, 23:17

hi danni
ich kan auch nicht unendlich verzeihen und so tun, als wäre nichts gewesen
das is auch richtig so, dummerweise erwarten das die alkis von uns, zumindest meine mutter. in der zeit wo sie net trinkt, macht sie immer ganz toll auf heile welt, ich kann das nicht mehr, sehe ich auch net ein, dass ichs noch mach. warum etwas vorspielen was net is??? damit sind wir wieder mitten drin in diesem netz aus lügen und das wollen wir ja net, gell!
er meinte, daß nach der entgiftung die leute sehr schnell wieder "normal" werden.
oh mann ich hasse es, wenn die ärzte es immer so gut meinen und uns hoffnung machen. :twisted: wenn es nur mit einer entgiftung getan wäre, gäbe es wohl keine alkoholprobleme! ne entgiftung machen viele, aber danach muss man auch einiges machen, um trocken zu bleiben.

ist sich dein vater überhaupt bewußt, dass er grad ne entgiftung macht? net oder, bei ihm wird wohl eher alles durchgecheckt... ich denke, wenn die ärzte ihm sagen, dass körperlich alles ok is, wird er wohl ganz schnell aus dem kh raus wollen :(
ich könnte ihm wohl verzeihen, wenn er einen trockenen weg geht und sich dem stellt.
bingo, könnte ich wohl auch, aber dabei erwarte ich etwas mehr als nur trocken sein, sondern eben auch offenheit und vergangenes klären. vielleicht bin ich da ja zu anspruchsvoll, aber im endeffekt isses eh egal, mei mutter wird eh weitertrinken.

liebe grüße

summerdream
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Beitrag von summerdream » 29.09.2007, 07:03

hi danni

naja hört sich eher so an, als hätte dein vater nix, aber no gar nix begriffen. da tut es ihm vielleicht mal ganz gut, wenn er merkt, dass seine kinder ihn net im kh besuchen, meine meinung. ob es was ändert, bezweifle ich, aber so macht er sich bestimmt ein paar gedanken.

grins... das mit dem stellen wollte ich nur anders ausdrücken. außerdem tut es mir immer gut, wenn i les, dass jemand anders die gleiche meinung hat wie ich :D

weißte, wie mei mutter mal gestürzt is und ins kh kam, da hat der arzt halt zu uns kindern gesagt "etz isse ja bei uns, etz wird auf jeden fall was unternommen". naja am nexten tag war se wieder daheim, hat sich auf eigene gefahr entlassen und alles war beim alten. naja, wenn no keine organe angegriffen sind, erholt sich der körper glaub nach ner trinkpause scho ziemlich schnell, wenn er das so meint, ist es ok.

achte auf dich, wie gehts dir denn eigentlich im moment? i weiß, dass hab i dich scho mal gfragt, aber is ja au scho a paar tage her...

liebe grüße

Steffi1301
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Beitrag von Steffi1301 » 30.09.2007, 15:59

Hallo Danni!

Da muss ich Marina Recht geben. Da können die Ärzte, die Schwestern, die Angehörigen, die Nachbarn, die Freunde... da kann jeder reden und machen, was er will. Solang dein Vater es nicht einsieht, ist er ganz schnell wieder dabei.

Und da ist dann wirklich das einzige, was ihr machen könnt, ihn allein zu lassen. Erst mal natürlich, weil es für dich besser ist, dich nicht mehr so sehr mit ihm zu beschäftigen und ihn gewissermaßen "machen zu lassen". Auf der anderen Seite ist das nun mal das einzige, das wir Kinder und Angehörigen tun können. Unsere Eltern allein lassen. Das ist die einzige Hilfe die wir ihnen geben können. Und wir müssen darauf achten, was für uns wichtig ist, was uns gut tut.

Mir scheint's auch, als hätte dein Vater wirklich noch nichts begriffen. Aber auf den Punkt wart ich bei meinem Vater ja auch immer noch. Dass er mal wirklich alles in seiner ganzen Fülle sieht und einsieht und dann beginnt, sein Leben zu ändern und auch anfängt, sein Leben zu leben. Aber ich denk, da kann ich noch lang drauf warten. Und so viel Zeit hat er nicht mehr. Also, kümmere ich mich doch lieber darum, dass ICH mein Leben lebe.

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