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Seit heute weiß ich es sicher...

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

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Danni
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Seit heute weiß ich es sicher...

Beitrag von Danni » 22.09.2007, 21:35

Hallo zusammen,
ich bin Angehöriger eines wie ich vermute Alkoholiker, oder jemanden, der zumindest auf dem besten Weg dahin ist.
Mein Vater ist schon immer gerne und oft in die Kneipe gegangen, vorallem vor der Scheidung. Beide haben sich getrennt, als ich im besten Tenageralter war und wir sind weggezogen. Ich hatte aber den Eindruck, daß es meinem Vater besser ging danach. Er trank nicht mehr viel, hörte das Rauchen auf und seine letzte Lebensgefährten war eine sehr nette Frau, mit der wir ( meine Schwester und ich ) uns gut verstanden. Seit letztem Jahr ist mein Vater in Rente. Ich hatte alle paar Wochen Kontakt zu ihm, wir hatten keinen Streit, nur wohnen wir etwas auseinander und er hat mit seiner Lebensgefährtin viel unternommen.
Jetzt hat er sich vor ein paar Monaten getrennt und eine eigene Wohnung genommen. Ist wieder mit den Leuten von "früher" zusammen und auf Brautschau.
Seit ein paar Wochen kenne ich meinen Vater nicht mehr wieder, er ruft alle Nase lang an, wobei ich mich ja zu Anfang über mehr Kontakt gefreut habe. Aber er wurde immer bestimmender, mischte sich in Sachen ein, die ihn nichts angingen und oft konnte man hören, daß er betrunken war, dann bekam er oft seinen Moralischen und wollte mir vom Leben erzählen.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, daß ein fremder Mensch vor mir steht. Heut Nachmittag hat seine Ex bei uns angerufen, und sich das Herz ausgeschüttet. Sie hat mittlerweile Angt vor und um ihn, und hat mir einiges erzählt. Mein Vater ist ständig in der Kneipe und betrunken, er hat sich finanziell übernommen und ist wohl nun mit einer stadtbekannten Alkoholikerin zusammen. Mein Vater wollte sich von uns Geld leihen, ich wollte da in Ruhe mit ihm drüber reden, dazu ist es nie gekommen. Seit dem Gespräch heut nachmittag ist auch klar, er wird kein Geld bekommen. Was mir Sorgen macht, ist, daß er Dinge erzählt, die nie passiert sind, teilweise nur wirres Zeug redet und alles tierisch wichtig macht. Kennt das jemand? Kann sowas vom Alkohol kommen? Ich weiß, daß ich nicht viel tun kann. Aber falls es soweiter geht, was kann ich tun, damit er sich nicht verschuldet oder verwahrlost. Notfalls auch mit Ämtern und Ärzten?
Ich nehme das ganze sehr ernst und halte es nicht nur für eine Phase.
Über Meinungen und Erfahrungen anderer, speziell bei älteren Menchen würde ich mich freuen.
Zu mir möchte ich noch sagen, daß ich die 30 schon überschritten habe und beruflich auch schon oft genug mit Alkoholikern zu tun gehabt habe. Nachdem Gespräch heut nachmittag ist in mir eine Klappe gefallen, man kann das schlecht ausdrücken, ich wusste nur, ich muss mich und meine schwester schützen. Die Frage ist nur wie....
Vielen Dank euch allen.
Gruß, Danni

Dies schrieb ich gestern im Vorstellungsbereich, 1,5 Stunden später bekam ich einen Anruf, daß mein Vater total verwirrt durch die Gegend lief, überall für Stunk sorgte und am Ende bei der Polizei schlief. Nachdem ich heute unzählige Gespräche mit meiner Mutter und seiner Ex-Lebensgefährtin hatte, weiß ich nun sicher, daß mein Vater ein Alkoholiker ist. Er hat schon länger wieder mehr und öfter getrunken, auch heimlich und sich nur Aktivitäten gesucht, bei denen getrunken wurde. Ansonsten war er total motivationslos. Habe gerade nochmal eine Stunde mit meiner Schwester telefoniert und bin einfach nur müde. Gut geschlafen habe ich letzte Nacht nicht. Von meinem Vater selber habe ich nichts mehr gehört und gesehen und habe aber auch Angst davor, was ist, wenn er anruft oder hier auftaucht... ich weiß nicht, wer mir dann gegenüberstehen oder zu mir reden wird. Wird er sauer sein, weil ich ihm heute etwas weggenommen habe, was uns beiden gehört und ich Angst habe, daß er damit was anstellt, wird er das heulende Elend sein, oder sogar "normal" und vernünftig. Ich weiß es nicht, aber es macht mir Angst...
Morgen will ich einfach nur mal wieder einen halbwegs normalen Tag haben und das schöne Wetter genießen. Im Moment komm ich mir vor, als wäre ich im falschen Film...
Ich hoffe, ihr könnt mir ein wenig helfen und ich euch vielleicht hier und da auch.
Wünsch euch einen schönen Abend,
Danni

summerdream
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Beitrag von summerdream » 23.09.2007, 01:21

hallo danni

hm... ham wir evtl. den gleichen vornamen? daniela? eigentlich egal...

herzlich willkommen hier im forum, schön das du hergefunden hast!

falls du es noch net gemacht hast, les dich hier einfach mal ein bißchen durch, da wern dir bestimmt einige fragen beantwortet werden, wahrscheinlich auch fragen, die du dir vielleicht no gar net gestellt hast.
Im Moment komm ich mir vor, als wäre ich im falschen Film...
glaub ich dir, besonders da es bei dir auch alles ziemlich schnell ging. am einen tag is noch alles ok und dann is plötzlich alles ganz anders.

leider ist es so, dass du deinem vater nicht helfen kannst, wenn er net will. er ist krank, kranken hilft man zwar normalerweise, aber alkoholkranken kann man net helfen, damit unterstützt man nur die krankheit.

ganz ehrlich, ich wäre sauer wenn man mir mein auto wegnimmt, denke dein vater wird net viel anders reagieren. aber du hast das richtige getan, er hat sich zwar am kaufpreis beteiligt, aber wenn er dann betrunken fahren würde und was passiert??? ich bezweifle, dass du mit deinem vater darüber vernünftig reden wirst können, aber egal was kommt, kann ich dir nur empfehlen, bei deinem standpunkt zu bleiben. seine beteiligung kannst ihm ja wieder geben... is etz nur meine denkweise, danach musst du dich aber net richten, will dich ja net bevormunden.

du kannst versuchen mit deinem vater zu reden, sag ihm, dass du dir sorgen um ihn maxt. das sollte aber passieren, wenn er nüchtern is und ob es wirklich was bringt, sei dahingestellt. aber mehr kannst du leider net machen.

liebe grüße

Danni
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Beitrag von Danni » 23.09.2007, 09:49

hallo namensvetterin :) ,
danke für deine antwort. ich werde es wohl sehr schwer haben mal nüchtern an ihn ran zu kommen. vor ein paar tagen wollte er noch zu mir kommen und ich habe gesagt, " dann reden wir mal" ( auch wegen des geldes und weil ich wissen wollte, was mit ihm los ist ), da ist er ja später dann doch nicht gekommen. eine sms, wo er mir absagt ist das letzte was ich bisher von ihm gehört habe. zu hause ist er nicht oft und festnetztelefon hat er keins. ihm hinterherrennen tu ich auch nicht. habe ihm eine sms geschrieben, daß er sich melden kann, wenn er nüchtern ist und, daß ich weiß, was passiert ist, wir werden sehen, wenn und ob er es tut. mein mann hat gestern die ganze zeit auf sein handy angerufen, drangegangen ist er nicht. aber die wahrscheinlichkeit ist auch groß, daß er es irgendwo liegen gelassen hat
es handelt sich aber nicht um ein auto, das gehört ganz allein ihm und das kann ich ihm auch nicht weggnehmen. seine ex meinte, daß er nicht besoffen fahren würde, ich weiß aber, daß er es früher gemacht hat und ob er sich jetzt noch so unter kontrolle hat, daß er es wirklich nicht mehr tut bezweifle ich.
dabei habe ich ja in vielen dingen noch "glück", er wohnt nicht dirket um die ecke und vorallem kann ich meine restliche familie sehen, ohne daß er dabei ist. durch die scheidung und unseren wegzug musste ich ja eh schon lernen im alltag ohne ihn auszukommen und ihn nicht mehr so oft zu sehen.
trotzdem ist es halt mein vater und ich liebe ihn und mein herz tut mir weh, wenn ich weiß, daß ich wohl auf abstand zu ihm gehen muss und ihm wohl auch dinge sagen muss, die nicht nett sein werden. dass er jemals professionelle hilfe in anspruch nimmt ist mehr als unwahrscheinlich, da haben mir sowohl meine mutter und seine ex gesagt, daß er immer der meinung ist, daß problem liegt bei allen anderen und daß er weggrennt, wenn man mit ihm über probleme reden will.

summerdream
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Beitrag von summerdream » 23.09.2007, 22:35

hey danni

oh, dachte weil du im vorstellungsbereich fahrzeug geschrieben hast, da hab ich halt gleich mal auf auto getippt, sorry :oops:

ja ich weiß wie du das mit deinem vater meinst. meiner trinkt zwar net, aber meine eltern sind geschieden, ich seh ihm kaum noch, weiß au gar net was ich mit ihm reden soll. ich verüble ihm auch vieles, aber dennoch isser halt mein vater...
daß problem liegt bei allen anderen
das is so typisch alki-mäßg, da is mei mutter net viel anders. das gehört einfach dazu, das andere schuld sind und wenn sich dafür ein grund gesucht wird. da langt es scho, das einer ihm den parkplatz wegnimmt oder ihn irgendjemand blöd anschaut.

is natürlich doof, wenns schwer is ihn nüchtern zu derwischen, aber im endeffekt hat es keinen sinn mit ihm zu reden, wenn er betrunken is. ein brief wäre auch ne möglichkeit, tut dir bestimmt gut, alles aufzuschreiben und falls er ihn liest, liest er ihn vielleicht auch mal wenn er nüchtern is.

liebe grüße

Danni
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Beitrag von Danni » 24.09.2007, 18:11

hi,
heute fühle ich mich schon ein wenig mehr in der realität.
daß mit dem fahrzeug ist auch leicht misszuverstehen, aber ist ist ein spezielles fahrzeug und das wollte ich nicht schreiben, ich schreib dir ne pn.
gehört hab ich immer noch nix. aber das mit dem brief ist ne tolle idee, wenn ich mal ne ruhige minute und lust hab schreib ich einen.
es ist ja uch nicht so als wäre er ständig betrunken, zumindest war das bis vor 10 tagen noch so. er hat sich auch immer am riemen gerissen, wenn wir zu besuch waren. aber die letzte zeit wollte er uns dann aber auch ab einem gewissen punkt schnell wieder los werden, so war mein gefühl und nun weiß ich ja warum. wenn er jetzt natürlich mit einer frau, die auch alkoholikerin ist zusammen ist, dann stehen die chancen natürlich schlecht. aber mit bleibt ja noch der brief, das ich da nicht selber drauf gekommen bin...
haben jetzt auch meine schwiegereltern aufgeklärt. da der leibliche vater meines mannes und Ex-mann meiner schwiegermutter auch alkoholker ist, hat sich mich auch bestätigt, daß ich ihn fallen lassen muss. und daß ich auch nicht viel hoffnung in eine klärendes gespräch, wenn er nüchtern ist, stecken soll. gerade dieses gespräch mit ihr hat mir sehr gut getan. meine mutter hat mich nämlich gestern versucht zu überreden, nochmal bei der polizei oder bei meinem opa an zu rufen um zu erfahren, wo mein vater steckt. sie konnte nicht damit umgehen, daß ich so hart bin und gesagt habe, daß ich meinem vater nicht hinterher telefoniere. ER weiß, wo ich wohne und er kennt meine nummer, das hat sich alles nicht geändert. egal wo er ist, die möglichkeit mich zu informieren hat er immer, wenn er es will. und er will wohl zur zeit nicht...

Danni
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Beitrag von Danni » 24.09.2007, 18:25

@ summerdream
jetzt habe ich dir eine schöne erklärende PN geschrieben, aber ich darf ja noch keine versenden als neues Mitgleid. :(
da muss ich noch was warten...
wünsch dir einen schönen Abend und allen anderen auch,
Danni

summerdream
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Beitrag von summerdream » 25.09.2007, 00:20

huhu danni

na, das mim fahrzeug is ja net so wichtig.
wenn er jetzt natürlich mit einer frau, die auch alkoholikerin ist zusammen ist, dann stehen die chancen natürlich schlecht. aber mit bleibt ja noch der brief, das ich da nicht selber drauf gekommen bin...
das mit der frau seh ich genauso. das mim brief war ein vorschlag, ob es wirklich was bringt, ist eher zu bezweifeln, aber so hast du ihm gesagt was du denkst, bist einfach alles losgeworden und über manches denkt er bestimmt doch nach. ob es langt, dass er zur erkenntnis kommt mim trinken aufzuhören, bezweifle ich, aber er wird auf jeden fall damit konfrontiert und du hast es probiert.

deine mutter erinnert mich an meine großeltern. aber du hast recht, hinterhertelefonieren würd ich ihm auf keinen fall und da er ja deine nummer hat, kann er dich jederzeit anrufen oder eben bei dir vorbeischaun. find deine einstellung dazu absolut korrekt!

liebe grüße

Danni
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Bin ich zu hart?

Beitrag von Danni » 25.09.2007, 21:34

heute habe ich etwas von meinem vater gehört. er hat bei bekannten in seinem wohnort angerufen und gesagt er läge im krankenhaus und hätte einen gehirntumor, sie sollen mich informieren, er braucht klamotten. die haben meine mama angerufen und sie hat mich angerufen.
ich habe im krankenhaus angerufen und man hat mich mit der station verbunden. die ärztin wollte mir am telefon nichts sagen, man hat mir meinen vater ans telefon geholt und er sagte die polizei hätte ihn ins krankenhaus gebracht und man hätte ihn auf einen gehrintumor untersucht, aber man wüsste nicht, woran es läge. er wäre jetzt auf einer "idiotenstation". er braucht klamotten, er möchte daß ich komme, seinen schlüssel von der wohnung hat er verloren bei der "aktion". was ich denn machen würde "ich arbeite" "und dein mann?" " der arbeitet auch" " na toll " ( für dieses "na toll" wäre ich ihm am liebsten durch telefon angesprungen). ich habe ihm gesagt, daß ich kommen würde. also habe ich früher feierabend gemacht und bin dahin gefahren. den ganzen weg habe ich mantramässig immer wieder wiederholt, daß ich ihm nicht helfen werde, daß ich nur dahin fahre um ihm nüchtern das sagen zu können, was ich ihm noch sagen möchte.
man hat mich im krankenhaus zur psychologischen ambulanz geschickt, das war die geschlossen abteilung. der pfleger sagte mir, daß mein vater heute in eine andere station verlegt wurde. ein behandelnder arzt war nicht mehr da, mit dem ich hätte sprechen können. also zur nächsten station, als ich sie betrat hatte ich das gefühl, daß dort die psyschichen fälle waren. ich fragte wieder nach einem behandelnden arzt. der hatte auch feierabend, ich solle noch mal anrufen morgen früh. als ich fragte, was denn für fälle hier behandelt werden guckte man mich mit großen augen an. ich wolle von ihnen wissen, ob mein vater wirklich organisch krank ist, oder ob er sich gerade kaputt säuft, dies wäre wichtig für meine entscheidung, was ich tun werde. das könne man zwar verstehen, aber ich solle doch bitte morgen anrufen, er wäre ja gerade erst verlegt worden.
ich musste also meine entscheidung treffen, alleine von dem , was man mir die letzten tage geasgt hatte.
also bin ich zu meinem vater ins zimmer...
ich setzte mich neben ihn und gab ihm keinen kuss, ich wollte es nicht. das fragte er natürlich, warum er keinen kuss bekäme. ich sagte ihm, daß ich wissen möchte, was los ist. " ich weiß es nicht".
ich sagte ihm, daß ich erfahren hätte, daß er viel säuft in letzter zeit und daß ich darin auch sein problem sehen würde. NEEEEEIIIIN, er säuft nicht er trinkt sich nur ma 2-3 bier, wer das denn gesagt hätte.

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