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Musikthread

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Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 08.01.2013, 15:10

Hi,

ich denke, Jonas meinte nicht die Allgemeinbildung, sondern die musikalische. Ich denke, es geht drum, musikalische Strukturen zu erkenne, darauf zu hören, wie ein Musikstück zusammengesetzt ist, um daraus die Intention des Komponisten zu erkennen bzw. zu erahnen. Das geht sowohl assoziativ (wie Du es vermutlich gemeint hast) als auch über eine Art wissenschaftliche Methode.

Plump gesagt: Ein Song in Moll ist eher selten dazu geeignet, einen armeschwingend durch die Gegend hopsen zu lassen.

Zu 4`33" sag ich mal lieber gar nix...das ist mir dann doch zu experimentell :-)

LG Andreas

mutig

Beitrag von mutig » 08.01.2013, 15:42

Musikalische Bildung hat aber eben mit dem Hörvermögen zu tun.
Wenn ich die Sgt. Pepper’s von den Beatles 3000 mal gehört habe, dann erkenne ich auch jeden Ton und wie er gemacht wurde.

Sofern ich das ganze auf Vinyl und auf einer ordentlichen Anlage höre
auf einer CD hörst grade mal 30% von dem was gespielt wird ( damit meine ich Instrumente oder manchmal nur ein Ein/Ausatmen u.s.w. )
wenn du was auf you tube hörst, sind es noch weniger.

Bei klassischer Musik ist es noch viel extremer, es gibt heute nur noch live-Aufnahmen
die wirklich guten Sachen wurden früher solange aufgenommen ( in Tonstudios) bis sie saßen
das kann sich heute Keiner mehr leisten

aber jetzt genug, will euch nicht den Spass verderben
wirklich nicht.

Grüße

c2h5oh
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Beitrag von c2h5oh » 08.01.2013, 16:23

mutig hat geschrieben:
c2h5oh hat geschrieben:
mutig hat geschrieben:p.s.:
über Musik zu sprechen/schreiben ist ungefähr so
wie über Fußball zu singen


das macht wenig Sinn
Hallo mutig,

warum ergibt das keinen Sinn? Inwiefern könnte Musik überhaupt Sinn ergeben, wenn du dir nicht sprachlich Rechenschaft über das, was du hörst, ablegen kannst? Selbst, wenn dir die Termini technici nicht vertraut bist, versprachlichst du das, was du hörst. Je besser du gebildet bist, desto differenzierter vermagst du, musikalische Strukturen zu erkennen und sie zu beschreiben. Selbst Cages 4'33'' kann sprachlich erschlossen werden.

LG Jonas
noch kurz, dein Zitat:

"Je besser du gebildet bist, desto differenzierter vermagst du, musikalische Strukturen zu erkennen und sie zu beschreiben. "

Das sehe ich nicht so
Gehör hat nichts mit Bildung zu tun, höchstens mit Einbildung.
Das menschliche Ohr kann Töne hören und mit seiner jeweiligen Lebenssituation verbinden, daraus Schlüsse ziehen und (persönliche) Emotionen zulassen.
Alles andere ist für mich Fanatismus

L.G.
Hallo mutig,

diese Rancune ist mir nicht fremd. Gehörbildung ist übrigens Pflichtfach an jeder Musikhochschule. Du schreibst "Das menschliche Ohr kann Töne hören und mit seiner jeweiligen Lebenssituation verbinden, daraus Schlüsse ziehen(...)"
Du ziehst also Schlüsse. Wie? Mit dem Ohrläppchen? Mit dem viel zitierten Bauch? Oder etwa mit dem Gehirn? Und Emotionen "zulassen" (welche Instanz erlaubt oder verweigert Emotionen? Fußnägel?) und eine Fuge zu verstehen, schließen sich nicht aus. Je mehr du verstehst, desto mehr hörst du. So wird aus dem diffusen Klangbrei, der zum Vanilletee schmeckt und unheimlich gut irgendwie irgendwo emotionsmäßig gut rüberkommt , das großartige Meisterwerk, das es wert ist, studiert zu werden.

LG Jonas

Carl57
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Beitrag von Carl57 » 08.01.2013, 16:46

Eine Anmerkung

Wie über Geschmack so lässt sich auch über Kunst (i.S. der Schönen Künste) nicht streiten.

Die Menschen empfinden verschieden - eine Objektivierung ist unmöglich.

Allerdings gibt es Menschen, die ohne innere Überzeugung oder Meinung irgendwelchen (meist selbsternannten) Kunstexperten nachplappern, um eine (vermeintliche) "Bildung" zu demonstrieren.
Carl

c2h5oh
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Beitrag von c2h5oh » 08.01.2013, 16:48

Carpenter hat geschrieben:Hi,

ich denke, Jonas meinte nicht die Allgemeinbildung, sondern die musikalische. Ich denke, es geht drum, musikalische Strukturen zu erkenne, darauf zu hören, wie ein Musikstück zusammengesetzt ist, um daraus die Intention des Komponisten zu erkennen bzw. zu erahnen.
Hallo Carpenter,

ja, darum geht es. Um etwa ein Werk von Anton von Webern vollkommen zu erfassen, muss man hören können. Übrigens hast du in einem anderen Thread über dein öffentliches, misslungenes Gitarrenspiel geschrieben. Dort schriebst du über deine falsche "Seitenlage". Das hat mich irritiert. Ging es um deine Sitzposition oder die Saitenlage. Betrunken ist beides möglich: Schiefes Sitzen etwa, das ein sauberes Spiel verhindert oder falsches Greifen der Saiten.

LG Jonas

c2h5oh
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Beitrag von c2h5oh » 08.01.2013, 16:53

Carl57 hat geschrieben:
Allerdings gibt es Menschen, die ohne innere Überzeugung oder Meinung irgendwelchen (meist selbsternannten) Kunstexperten nachplappern, um eine (vermeintliche) "Bildung" zu demonstrieren.
Carl
Hallo Carl57,

richtig, die gibt es, und sie sind besonders peinlich, besonders wenn sie Opfer von Druckfehlern werden und die "himmlische Er....." gehört haben oder den "Ring der Zwiebelungen"...

LG Jonas

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 08.01.2013, 17:14

@Jonas:

Bzgl. Seitenlage:

Hauptsächliches Problem war unsauberes Greifen der Akkorde, unsauberes Anschlagen der Saiten...falsche Sitzhaltung dürfte auch in nüchternem Zustand der Fall sein :-)

LG Andreas

schnuffig
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Beitrag von schnuffig » 09.01.2013, 09:40

Hi Jonas!

Deine Schönberg Jürgens Kombination würde ich zu gerne hören!
Bei mir ist das so, dass die eine Musik von außen wirkt und die andere von innen.
Das Pop Zeugs, außen Zeugs, hilft mir beim Putzen. (Nachdem ich ja nicht mehr ausgehe um zu tanzen). Metal zum Beispiel nehme ich um Spinnweben von der Decke zu entfernen, weil das Musik ist, bei der ich hüpfe. Anderes gibt Tentakel Arme und somit Geschwindigkeit.
Bob Dylan ist ein prima Abwaschkumpel.
Sonst geht das nur bei Mahler 3.3 (jaja, die Kinderlieder) und Aaron Copland.
Bei dem Popzeugs kann ich außerdem mitsingen. Aber wenn Fafner kommt verlangsamt sich mein Herzschlag. Wenn Siegfried stirbt, dann schlägt mir die Musik von innen gegen den Magen und drückt ihn zusammen. Hätte ich was in der Hand würde ich es fallen lassen. (Ein Teller hab ich deswegen eh weniger) und wenn das Ende kommt, verlasse ich mit der Musik die Erde und spüre den Tod und die Geburt eines Sternes.
Um den Ring zu hören brauche ich alles was ich bin. Für das andere reicht ein Bein oder ein wenig Herz.

Liebe Grüße

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