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Rauchen

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Lindi
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Rauchen

Beitrag von Lindi » 09.02.2013, 21:33

Ich dachte mir, ich mach mal einen Thread zu dem Thema auf.
Es gehoert ja im weiteren, sehr weiteren Sinne auch zum "Suchtfrei und Bewusst leben".
Beim Lesen stolpere ich immer wieder ueber einzelne Aussagen dazu und finde es schade, dass die so "verstreut und versteckt" untergehen.
Z.B. hatte Garcia mal Jemand geschrieben: " Denk dran, es ist nur die Vorstellung an eine Zigarette, die schoen ist....die Fluppe qualmen nicht wirklich".
Ich muss das jetzt mal so frei zitieren, weil ich wirklich nicht wuesste, wo ich das gelesen habe und es auch nicht mehr wiederfinden wuerde.

Es geht mir NICHT um eine weitere Grundsatzdiskussion, wie schaedlich das doch ist und wie unsolidarisch gegenueber der Allgemeinheit und so weiter.

Was ich gerne moechte, ist eine Sammlung kleiner "privater" Tips und Erfahrungen. Z.B. an anderer Stelle schrieb Jemand, er haette Zigarettenstummel in einem Etui mit sich rumgetragen und bei Geluesten daran geschnuppert....denn kalte Kippen riechen auch fuer einen eingefleischten Erzraucher nicht wirklich lecker.

Auch Erfahrungen dazu "wann das Schlimmste" vorbei war waeren schoen.

Und ja - ich moechte gerne aufhoeren und wuensche mir so eine Art Notfallkoffer.
Wer mag mir helfen, ihn zu packen?
Gruesse, Lindi

s.z.
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Beitrag von s.z. » 10.02.2013, 00:12

Hi Lindi!....

Also ich habe mich extrem auf den Tag x vorbereitet, hab n Buch gelesen, nen Kurs mitgemacht und ein online Programm, am wichtigsten aber war mir die Art wie ich aufghehört habe, nämlich so ganz im Gegenteil zu meinen vorigen Versuchen, also eben nicht das klassische vor'm schlafen gehen die letzte und mit höllischen Entzugserscheinungen den 1. Rauchfreien Tag durchquälen, sondern ich habe mir überlegt in welcher Situation ich sowieso schon über mehrere Stunden
Nichtraucher bin und danach auch kein Verlangen habe....

Diese Situation hatte ich im Fitnesscenter, also habe ich vor'm Training die letzte geraucht und hab .meine ersten Stunden als Nichtraucher nach dem Training mit nem sehr guten "befreit von diesem Drecks Kraut" Gefühl gestartet. ...

Und siehe da, unvorstellbar aber war, ohne irgendwelche Probleme, kein Entzug, gar nichts......

Grüße Sven. ....

.

Cora723
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Beitrag von Cora723 » 10.02.2013, 08:22

Liebe Linda,

ich bin grad auch wieder dran weil ich die Qualmerei als Ersatzdroge und total schädlich empfinde, leider ist der innere Sauhund zu Gruß. Bei Online-Hilfe suche dir eine Seite / Forum mit Vorbereitungszeit und Programm, weniger mit Chat etc. Warum? Weil ich währen meiner Aufhörversuche immer wieder auf Threads wie "wenn ich was trinke krieg ich Schmacht" "ersten Rausch ohne Schmacht überstanden" "trinke jetzt abends einen Wein zur Beruhigung" gestossen bin und das nervt doch wirklich sehr. Ein Programm und wenig Forum ist da besser ;)

Die Süchte hängen eng zusammen, daher sicher auch der angehobene Alkoholmissbrauch diesbezüglich.

Cora

Lindi
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Beitrag von Lindi » 10.02.2013, 13:43

Hallo ihr Beiden,
@Cora: Du hast Recht mit Deiner Anmerkung, dass Alk-Konsum und (uebermaessiger) Qualm eng miteinander verknuepft sind und sich gegenseitig triggern koennen...
Diese kleine Sammlung ist ja auch nicht nur fuer mich allein gedacht, sondern eben auch fuer Andere.
Wobei ich persoenlich nicht aus der Sparte der Trockenen komme, sondern von den Angehoerigen......
Ist aber sicher ein Punkt.

@s.z: Deine Strategie koennte fuer mich hilfreich sein. In dem Sinne wirklich versucht aufzuhoeren habe ich noch nie. Mal halbherzig hier und da, bissl einschraenken.
Was ich allerdings gemerkt habe, es faellt mir relativ leicht, bestimmte Situationen gedanklich abzukoppeln. Z.B. "Nicht im Auto" oder "nicht draussen in der Natur".
Nach einiger Zeit habe ich in den abgekoppelten Situationen dann auch kein Verlangen mehr. Das koennte ich ja erst mal ausweiten. Immer mehr "hier nicht und da auch nicht" einfuehren....
Besonders schlimm sind halt die typischen Situationen, morgens beim Kaffe, nach dem Essen, etc.

Mal schauen, ob sich die Sammlung noch weiter anreichert..... bin gespannt.
Gruesse, Lindi

B.Nyborg
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Beitrag von B.Nyborg » 11.02.2013, 15:49

Vielleicht hilft es zu wissen, dass lediglich die ersten drei Züge eine das Hirn "entspannende" Wirkung erzielen. Vielleicht hilft es zu hinterfragen, welchen Zigaretten du am meisten "nachtrauerst", der gesellschaftlichen, der traurig helfenden oder der gestressten.. Ich nehme nach einem Jahr Nichtrauchens noch immer jeden Tag den "Druck" nach der Kippe wahr, aber das ist wohl total unterschiedlich. Je nach dem, wie dich Trigger treffen. Hypnose soll bei Rauchentwöhnung helfen, situationale Verknüpfungen im Gehirn zu löschen.

Meine Erfahrung: Mit dem Rauchen aufhören, auch das macht man nicht einfach mal so nebenbei. Auch hier gilt: Lebensumstellung. Und am Ende vielleicht noch, das Rauchen ja auch seine Funktion hat (mal unbewertet): Nicht alles riechen ist nicht immer das Schlimmste, was passieren kann.. Das solltest du wissen, wenn du aufhören willst, nicht das es dich überfällt.

Alles Liebe, Emilie

pintura
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Beitrag von pintura » 11.02.2013, 15:49

huhu lindi,

dazu hab ich hier ein super buch, ich nehme mal an daß ich den titel nicht nennen darf?
ich rauche seit anfang des jahres nicht mehr, das ist jetzt zwar noch nicht so lang, aber bisher klappt es ganz hervorragend.
den zugrundeliegenden denkansatz darf ich doch hoffentlich wiedergeben?

und zwar geht es darum daß die meisten raucher nicht wegen des nikotinspiegels und schon gar nicht wegen des geschmacks rauchen, auch nicht weil es gewohnheit ist, wie manche sagen.
sondern sie rauchen wegen dieses klitzekleinen kicks, den sie jedes mal bekommen wenn sie die ersten züge an der zigarette nehmen.
das suchtgedächtnis verlangt nach diesem kick und der raucher befriedigt das verlangen indem er sich eine anzündet.
jedes mal wenn er das tut, wird dadurch die verknüpfung im suchtgedächtnis verstärkt.

bei vielen rauchern ist die verlustangst das schlimmste; das gefühl daß ihnen etwas weggenommen wird wenn sie sich selbst sagen "ich darf nicht mehr rauchen" oder "ich muß aufhören zu rauchen".
gegen dieses gefühl des zwangs rebellieren viele raucher dann schon von vornherein, indem sie "jetzt erst recht" rauchen wollen.

in wirklichkeit hat jedoch jeder raucher jederzeit die freie wahl und wird zu nichts gezwungen.

in der praxis geht das dann so:
- man verspürt das verlangen zu rauchen.
- man hält sich vor augen daß man jederzeit die freiheit hat, zu rauchen.
- man macht sich aber auch klar, daß ein zug an der zigarette bedeutet, daß man weiterhin rauchen wird.
- dann trifft man die entscheidung: entweder man zündet sich eine an, oder man beschließt, das verlangen zu rauchen für den moment einfach nur zur kenntnis zu nehmen.
- hat man sich entschieden, macht man sich die vorteile bewußt, die die entscheidung mit sich bringt.

für mich hat das so bisher ohne probleme funktioniert.

viele grüße

pintura



p.s.: wäre diese technik möglicherweise auch auf andere süchte anwendbar?

Poster
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Beitrag von Poster » 13.02.2013, 17:57

Hallo

Du musst es nur einmal kapiert haben :

Jede Zigarette, jeder Zug bringt Dich Deinem erbärmlichen Ende näher.

Die Befreiung vom Nikotin ist in der Bedeutsamkeit gleichzusetzten

wie die der Befreiung vom Alk.

Bei der Todesrate liegt Nikotin sogar in Führung.

Heissen krebserregenden Rauch einzuatmen macht noch weniger

Sinn als giftiges Ethanol zu konsumieren.

Aufhören bedeutet keinen Verlust im Gegenteil der Gewinn ist immens.

lg

der Poster

jms
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Registriert: 27.03.2013, 02:33

Beitrag von jms » 14.04.2013, 15:06

Unglaublich, aber bei mir hat tatsächlich dieses Buch von Allen Carr sein Scherflein dazu beigetragen, dass ich aufgehört habe zu rauchen. Letztendlich motiviert hat mich nur ein Satz aus dem Buch. Sich beim Inhalieren einer Zigarette wirklich klar zu machen, dass man sich Nervengift ganz tief in das Innerste seines Körpers zieht. Weitere Motivation war die finanzielle Seite, also die Unmengen an Geld die man spart wenn man nicht wie ich damals jeden Tag ne Schachtel raucht.
Von der BzgA gab's damals auch irgend so ne Broschüre wie sich der Organismus bereits nach 24 Stunden rauchfrei sein regeneriert und wie es dann mit der Zeit weiter aufwärts geht. Auch das half mir meinem Entschluss treu zu bleiben.
Viel Erfolg!
jms

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