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Spionage der Amerikaner und Engländer

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elchtreiber
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Privatisierung und staatliche Aufgaben

Beitrag von elchtreiber » 24.11.2013, 11:47

Moin,

in den letzten Jahrzehnten ist vieles privatisiert worden und damit ausschließlich
auf die Erzielung von Gewinnen maximiert worden.
Die Ergebnisse kann man z.B. bei der Bahn bewundern.

M.E. ist der Betrieb der Netze und damit der Grundversorgung der Bevölkerung
eine staatliche Aufgabe. Und das ist nicht nur Strom, Gas, Wasser sondern eben
auch Straße, Bahn und - jetzt eben auch - Kommunikation und Internet.

Private Firmen sollen gerne diese Netze gegen Entgelt nutzen um uns damit
zu versorgen, aber das Netz an sich in private Hände zu legen führt zu
schlechter Versorgungsqualität.

Das sieht man dann auch in den USA, wenn man sich deren Strom-Netz anschaut.
Die Konzerne verdienen am Verkauf von Strom, nicht an der Netzmodernisierung.
Entsprechend sieht das Netz aus.
Im Internet läuft es anders, weil da Werbeeinnahmen erzielt werden können und
nur durch ein schnelles Netz Kunden gewonnen werden. Da ist dann das
kommerzielle Interesse da.

Die moralische Frage, ob die Spionage der Briten und Amerikaner zu rechtfertigen
ist, kann man wohl eindeutig mit Nein beantworten.
Nur Abhilfe kann man allein durch moralische und ethische Beurteilung
mit Sicherheit nicht erreichen.
Auch Gesetze enden an den nationalen oder EU-Grenzen.

Gruß
Ralf

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 24.11.2013, 12:01

Da schlagen wir in die gleiche Kerbe. Die Privatisierung der Grundversorgung, die Du ansprichst, war ein Riesenfehler. Und es wird noch schlimmer, denn nun denkt man offenbar auch über die Privatisierung der Wasserversorgung nach...ein Schuß, der nur nach hinten losgehen kann.
So wird ohne jegliche Kontrollfunktion alles den Gesetzen des Marktes überlassen, die schon jetzt von den Oligarchen der Versorgung wesentlich beeinflußt werden.
Selbst Erhardt würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er sehen könnte, was aus unserer sozialen Marktwirtschaft (die wir ja de facto auch nie ganz erreicht haben), geworden ist.

Tja, die moralische Frage stellt sich schon...Lösungen werden aber selbstverständlich auf der moralischen Schiene gefunden, das geht nur über Regulierung des Marktes. Und diese Regulierung hat man von politischer Seite selbst in die Hände von Großkonzernen und Fastmonopolisten gelegt.

Aber selbst auf wirtschaftlicher Ebene war es zweifellos ein Versäumnis der Europäer, fast die komplette IT-Schiene den Amerikanern zu überlassen.

LG Andreas

dorothea
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Beitrag von dorothea » 24.11.2013, 12:26

hallo ihr

moral ist doch bei gewinnorientierten konzernen noch nie ein kriterium gewesen. wenn es um gier geht hat doch moral oder ehtik kein platz. da geht es einzig und allein darum noch mehr nullen auf einem display aufleuchten zu lassen. das das unterm strich alles völlig sinnfrei ist, diese erkenntniss ist mit der moral und ethik beerdigt worden. und irgendwann wird das alles der erkenntniss weichen das auch die auf dem gleichen planeten leben....

ich hab mir mal diesen film "2012" angesehen, spiegelt ja irgendwie schön die denke der reichen wieder, nur würde mich der 2. teil interessieren, wie die sich dann drum prügeln wer den stall ausmisten muß oder die kartoffeln einbuddeln. fals sie überhaupt so weit denken das man das tun muß um die zu vermehre. irgendwann werden die alle merken das man geld nicht essen kann. ich habe für den ganzen mist echt nur noch sarkasmus übrig. die halten sich alle für sooo schlau aus nichts geld zu machen, aber sie sind im prinziep einfach nur dumm, weil aus nichts ergibt sich letztendlich nur,.... nichts. dauert allerdings etwas bis sie es merken.

doro

elchtreiber
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Moral und Ethik in der Industrie

Beitrag von elchtreiber » 24.11.2013, 17:21

Hi,

sehe ich ein bisschen anders...

Viele Unternehmer haben (zumindest früher) sehr viel für das Wohl
ihrer Mitarbeiter getan, und eine soziale Verantwortung für die Mitarbeiter
übernommen.

Nur sind diese "Familien"-Unternehmen eine aussterbende Gattung.

Die meisten Unternehmen sind inzwischen als Aktengesellschaften
unterwegs. Da hat der Vorstand und die Geschäftsführung das
vordefinierte Ziel Gewinn für die Aktionäre zu erwirtschaften.

In diesen Unternehmen ist dann kein Platz mehr für soziale Verantwortung
und auch Ethik und Moral werden schnell den Gewinnen untergeordnet.
Sonst wird der Vorstand bei der nächsten Aktionärsversammlung
eben ausgetauscht, wenn die Gewinnerwartungen nicht erreicht werden.

Letzten Endes wird das Unternehmen ja auch nur von Leuten geführt,
die dort auf Zeit arbeiten.
Der Satz "Eigentum verpflichtet" trifft bei einer AG nicht mehr zu.
Die Eigentümer sind eine anonyme Menge von Aktionären
und Fond-Inhabern.

Es ist auch in meinen Augen zu einfach, da von Gier zu reden.

Ich denke eher, es fehlt die langfristige Bindung an das Unternehmen und
damit an die Menschen (und die Umwelt). Nur aus solchen Bindungen
kann meiner Meinung nach Ethik und Moral in einem Unternehmen zur
Geltung kommen.

Gruß
Ralf

Carpenter
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Re: Moral und Ethik in der Industrie

Beitrag von Carpenter » 24.11.2013, 19:01

elchtreiber hat geschrieben:Hi,

sehe ich ein bisschen anders...

Viele Unternehmer haben (zumindest früher) sehr viel für das Wohl
ihrer Mitarbeiter getan, und eine soziale Verantwortung für die Mitarbeiter
übernommen.

Nur sind diese "Familien"-Unternehmen eine aussterbende Gattung.

Die meisten Unternehmen sind inzwischen als Aktengesellschaften
unterwegs. Da hat der Vorstand und die Geschäftsführung das
vordefinierte Ziel Gewinn für die Aktionäre zu erwirtschaften.

In diesen Unternehmen ist dann kein Platz mehr für soziale Verantwortung
und auch Ethik und Moral werden schnell den Gewinnen untergeordnet.
Sonst wird der Vorstand bei der nächsten Aktionärsversammlung
eben ausgetauscht, wenn die Gewinnerwartungen nicht erreicht werden.

Letzten Endes wird das Unternehmen ja auch nur von Leuten geführt,
die dort auf Zeit arbeiten.
Der Satz "Eigentum verpflichtet" trifft bei einer AG nicht mehr zu.
Die Eigentümer sind eine anonyme Menge von Aktionären
und Fond-Inhabern.
So langsam wirst Du mir unheimlich...das hätte direkt so aus meiner Feder stammen können.

Nur in puncto Gier sind wir nicht auf einem Nenner, denn selbstverständlich ist es letztendlich Gier, die Aktionäre dazu treibt, der Firma immer höhere Gewinnerwartungen aufzuerlegen.

Das Hauptproblem ist für mich, wie schon von Dir angesprochen, die Tatsache, daß die alten Mittelstandsunternehmer, die noch eine soziale Verantwortung verspürten, am Aussterben sind.

Die Aufweichung des Kündigungsschutzes durch den Einsatz von Zeitarbeitern ist ein weiterer Kernpunkt des Problems.

Aber damit entfernen wir uns jetzt vom eigentlichen Threadthema...

LG Andreas

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 24.11.2013, 19:12

Hallo

ich sage spaßeshalber das wir der 51 Bundesstaat der USA sind. Nun was ich irgendwo poste wird irgendwo gelesen . Wenn ich mich irgendwo registriere wird auch registriert . Wenn ich etwas über gewissen Menschen wissen will, schaue ich mir das FB oder andere Sozial- Netzwerke an . Da ist das Mitteilungsbedürfnis besonderes stark ausgeprägt .

Nun frage ich mich auch wer so naiv sein kann wenn er telefoniert das nur der gegenüber es hören kann . Nun ich lebe damit und ich werde weiter damit leben müssen.

Der viel gelobte Datenschutz ist nur soviel wert, wie es die Machthaber für sich richtig halten . Deckmäntel für Verstöße wird es immer geben . Moral was ist das? Da bleibt mir wohl nur eines übrig. Mich daheim einzuschließen oder es zu akzeptieren . Schließe ich mich ein wird es gemeldet, weil jemand sich um mich sorgt oder ich etwas zu verbergen habe .

Gruß Hartmut

dorothea
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Beitrag von dorothea » 25.11.2013, 03:44

hallo

nur ist es wirklich so das wir da nichts tun können? solange wir diese einstellung haben ist das wohl auch so. nur gab es auch mal die ddr, ein absolut regiedes total überwachtes systhem. menschen wurden bespitzelt und verschwanden einfach wenn sie unbequem waren. und trotzdem gibt sie es nicht mehr, weil sich die menschen dort einig waren, weil sie keine lust mehr auf den mist hatten und all ihren mut zusammen genommen haben um was zu verändern. der kleine mann kann verdammt stark und groß sein wenn sich alle einig sind. nur wird natürlich in jedem medium das gegenteil propagiert, wenn alle mal anfangen würden wirklich alles zu hinterfragen, und mal darüber nachdenken, wer daraus seine gewinne zieht, und sich dann darauf besinnen würde welche macht der kleine mann hat, dann würde sich auch was ändern. wie sind denn gewerkschaften entstanden? wie hat sich die ddr aufgelöst, wie alle anderen gewaltregieme. immer stand der kleine mann auf der straße dahinter der die faxen dick hatte und sich gewehrt hat. die macht liegt beim volk, nur läßt es sich momental leider was anderes erzählen.

doro

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 25.11.2013, 08:23

Moin Doro,

das siehst Du aus meiner Sicht etwas zu optimistisch. Die sogenannte Revolution 89 fand nur deshalb statt, weil die Russen es zugelassen haben. Ohne die politische Gesamtentwicklung (de facto der Niedergang der Sowjetunion mit einem weitsichtigen Gorbatschov an den Schalthebeln) wären auch 89 wieder russische Panzer aufgefahren und hätten die sog. Revolution niedergeschlagen.

Wir Deutschen sind kein Volk von Revoluzzern, waren wir nie. Alle Versuche einer Revolution sind seit 1848 kläglich gescheitert.
Der Hinweis auf die Gewerkschaften ist eher dazu angetan, das Ganze zu verdeutlichen. Während in Frankreich und Italien massive Massenstreiks als echte Waffe der Gewerkschaften dienen, ist es bei uns schwierig, auch nur 10.000 Mann auf die Straße zu bekommen. Die Gewerkschaften in Deutschland haben ihren Machtstatus als Vertreter des kleinen Arbeiters eingebüßt.

Trotzdem geb ich Dir insofern recht, daß es fatalistisch ist, zu denken, man könne nix tun. Kann man sehr wohl...da steht man dann vielleicht, wie in einer neuen Spargel.de-Kolumne treffend beschrieben, als Gutmensch im negativen Sinne da, aber das darf einen dann eben nicht abhalten.

Ich frag mich allerdings auch schon manchmal, ob wir den Eisberg auf der Titanic noch vor uns sehen oder ob wir evtl. schon aufgelaufen sind...

LG Andreas

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