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Bücher- und Lesethread

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Pancho
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Beitrag von Pancho » 22.11.2015, 08:59

garcia hat geschrieben:Je älter ich werde, desto mehr geht hier der Trend dahin, Bücher zum zweiten Mal zu lesen und je mehr ich dies tu, desto mehr neige ich der Ansicht zu, daß mir im Innern ein Buch eigentlich erst ganz "gehört" wenn ich es mehrmals gelesen habe.
Ja, schön gesagt, das geht mir auch so.
Gerade bei umfangreichen, komplexen Büchern ist man beim ersten Lesen ja mitunter schon komplett dadurch in Anspruch genommen, es überhaupt durchzulesen, weil es auch anstrengend ist.
Erst beim zweiten Lesen wird es dann zur vergnüglichen "Entdeckungsreise".

Selbst beendet:

Daniel Richter
Nüchtern. Über das Trinken und das Glück

Wird wohl das erste Buch, in dem ich Absätze markieren werde.
Weil sie so zutreffend und damit hilfreich sind bei der Arbeit an mir selbst.

Ich hatte in meinem Thread schon einiges zitiert.
Hier noch ein Zitat, dass mich zum Grübeln brachte und dessen Aussage ich nach getaner Grübelei zustimme:

"Abhängig sein bedeutet auch immer, nicht erwachsen sein zu können."

Klare Leseempfehlung von mir!

Gruß Pancho

Pancho
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Beitrag von Pancho » 22.11.2015, 09:01

Ähm, sorry.

"Daniel Schreiber" heißt der gute Mann, nicht "Richter".

Pancho
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Beitrag von Pancho » 24.11.2015, 06:41

Jetzt auch beendet:

Philip Kerr, Die Berlin-Trilogie

Ich hatte es ja schon geschrieben:
Ich schätze den Autor, aber nicht für alle Werke.
Hätte ich die Berlin-Trilogie als erstes Buch von ihm gelesen, wäre es wahrscheinlich auch das letzte gewesen.

Der interessanteste Aspekt ist noch die Verknüpfung von historisch realen Figuren und Geschehnissen (das Buch spielt im Zeitraum 1936-1947) mit Fiktion.
Die Kriminalfälle sind kaum der Rede wert, spannend waren sie jedenfalls nicht für mich.
(Ich erwarte nicht jederzeit Hochspannung bei einem Krimi, aber ein gewisses Interesse für den Fall sollte sich bei mir schon einstellen. Das war nicht der Fall.)
Am meisten gestört hat mich aber wohl das gewollte, aber nicht gekonnte Trimmen der Hauptfigur auf Hardboiled-Detective.
Ich glaube wirklich, das sollte man den Amis überlassen, die können das!
Ich kenne zumindest keinen außeramerikanischen Hardboiled-Detective, der nicht immer auch ein wenig lächerlich auf mich wirken würde.
Einwände sind willkommen!

Also: Kann man lesen, muss man nicht.

Gruß Pancho

schatzmeister
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Beitrag von schatzmeister » 25.11.2015, 18:16

Hallo Zusammen,
ich habe unlängst ,,5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen,,ausgelesen und bin nun beim lesen an,,Tschernobyl:Eine Chronik der Zukunft,,.
Beim Beiden Büchern sind mir schon mehrfach die Tränen gekommen,also Nix für Zartbesaitete :wink: aber beide Bücher sind äusserst lesenswert.
LG schatzmeister

Pancho
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Beitrag von Pancho » 01.12.2015, 08:59

Beendet:
Reginald Hill, Der Schrei des Eisvogels

(Nicht vom blöden deutschen Titel abschrecken lassen, da kann Reginald Hill nichts dafür. Überhaupt ist das im negativen Sinn bemerkenswert, mit welcher Einfallslosigkeit englische Titel "übersetzt" werden.)

Vor etwa einem Jahr nahm ich auf gut Glück aus einer Wühlkiste ein Buch des mir bis dato unbekannten Reginald Hill mit. Der Titel: Das Dorf der verschwundenen Kinder.
Und ich hatte Glück:
Es war einer der besten Kriminalromane, den ich gelesen hatte.
Mit den folgenden zwei Büchern, die ich vom Autor las, eroberte sich Reginald Hill einen Platz ganz weit oben in der Liste meiner Lieblingskrimiautoren.

Nun das vierte Buch, und ich wurde wieder nicht enttäuscht.
"Der Schrei des Eisvogels" einen Krimi zu nennen, ist fast verwegen.
Es gibt eigentlich gar keinen wirklichen Kriminalfall.
Wie auch in den anderen mir von Hill bekannten Büchern übernehmen die Hauptrolle die Protagonisten, die ermittelnden Polizisten und die Bewohner eines englischen Dorfes.
Viel mehr will ich nicht verraten.
Das alles ist so liebevoll geschildert, so warmherzig, schalkhaft, abseits von Stereotypen - Reginald Hill macht einfach großen Spaß!

Was ich inzwischen bemerkt habe:
Es ist nicht zwingend notwendig, bei Reginald Hills Gesamtwerk chronologisch vorzugehen, aber es ist sinnvoll, weil man so wunderbar die Entwicklung bestimmter Personen miterleben kann und weil sich manchmal auch Passagen auf bereits in früheren Büchern Geschehenes beziehen.

Und weil es so viel Spaß gemacht hat, freue ich mich jetzt auf:
Reginald Hill, Das Haus an der Klippe

Gruß Pancho

Pancho
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Beitrag von Pancho » 06.12.2015, 07:48

Beendet:

Simon Borowiak, Alk

Kennen sicher auch einige hier.
Nach Daniel Schreibers "Nüchtern" mein zweites Buch zum Thema.

Fazit: Nicht schlecht.
Gut zu lesen, hat mir aber im Endeffekt bis auf ein paar für mich neue medizinische Details nicht viel gebracht.
Sehr treffend fand ich die Schilderung der Entgiftungsstation (die Mitpatienten, das Schweigen beim Frühstück, das Raucherzimmer).

Obwohl ich unbedingt dafür bin, fast jedem nicht lustigen Thema auch mit Humor zu begegnen, würde ich das Buch nicht als Einstiegslektüre für Ausstiegswillige empfehlen.

Aber als kurzweilige Lektüre für Nichtbetroffene oder länger Trockene durchaus.


Hier in der Klinik habe ich jetzt die "Suchtfibel" bekommen.
Immerhin 450 Seiten stark, ich bin gespannt.

Pancho
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Beitrag von Pancho » 19.12.2015, 11:02

Beendet:
Reginald Hill, Das Haus an der Klippe

Na gut, jetzt hat er es doch mal geschafft, mich zu enttäuschen.
Es sei ihm verziehen.

Zu lang, zu wirr, zu viel Leerlauf.
Die Qualitäten von Hill kommen kaum zum Tragen, die Story wirkt teilweise an den Haaren herbei gezogen.
Das klingt vernichtend, soll es aber nicht.
"Das Haus an der Klippe" ist in meinen Augen einfach ein schwächeres Werk eines ansonsten sehr guten Autors.

Und jetzt freue ich mich riesig auf "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace.
Eine gehörige Prise Respekt schwingt bei der Freude allerdings mit.
Ich kann mich nur noch allzu gut daran erinnern, wie ich Thomas Pynchons "Mason & Dixon" nach fünfzig Seiten entnervt in die Ecke warf.
Da war ich allerdings auch nicht ganz so klar im Kopf wie jetzt.

Gruß Robert

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 29.12.2015, 08:45

Moin Robert,

nachdem Du hier so aktiv bist (was mich als Leseratte natürlich sehr freut), will ich mich mal mit einklinken.

Ich könnte nicht behaupten, in den letzten Wochen recht abwechslungsreich unterwegs gewesen zu sein. Ich habe jetzt im November/Dezember die fünfteilige Waringham-Saga von Rebecca Gablé (letzter Band "Der Palast der Meere" ist erst im September erschienen) durchgezogen, jeweils ein ziemlicher Wälzer mit knapp 950 Seiten.

Es gibt Literaturkritiken, die Gablé, die eigentlich aus dem Rheinland stammt, fies lächelnd in die Gala-Schublade stecken, also ihre Werke als Unterhaltungsschinken abqualifizieren.

Das mag zum Einen daran liegen, daß ihre Bücher sehr gut zu lesen sind, sie sich einer einfachen, aber doch angenehmen und keineswegs billigen Sprache bedient. Und das mag zum Anderen daran liegen, daß die Waringham-Saga quasi eine generationsübergreifende Familiensaga darstellt, eingebettet in die englische Geschichte des Mittelalters.

Dabei legt Gablé sehr viel Wert auf korrekte Recherche und auch wenn sie die ein oder andere Person dazudichtet, um ihre Handlung abzurunden, so bekommt man durchaus einen sehr guten Überblick über die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Verhältnisse zur damaligen Zeit - sozusagen ganz nebenbei.

Da ich ein Faible für Geschichte habe, war ich ziemlich schnell gebannt und habe ganze Nachmittage und Nächte durchgelesen.

Für Leser, die sich für mittelalterliche Geschichte interessieren, keinen Wert auf künstlich verkomplizierte Sprache legen, gelegentliche Schwächen in der logischen Weiterentwicklung und gelegentliche Wiederholungen in der Handlung in Kauf nehmen können, dafür aber eine Menge Lesespaß haben wollen, kann ich Frau Gablé nur empfehlen.

Schönen Gruß

Andreas

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