Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Zucker-Sucht-Befreiung

Dieser Bereich kann für alle Themen, wie Hobby, Freizeitgestaltung und andere Interessen zum Erfahrungsaustausch genutzt werden

Moderator: Moderatoren

Antworten
Slowly
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1439
Registriert: 28.02.2014, 01:29

Beitrag von Slowly » 14.10.2014, 21:22

Hallo Aiko,

so, für heute hätte ich es schon mal geschafft. :)

Kein Industriezucker, außer den in meiner Vanillesojamilch von heute Morgen.
Die verdünne ich aber noch mit der zuckerfreien Variante.

Ich habe mir heute mal in einer ruhigen Minute Gedanken gemacht.
Ob ich das überhaupt wirklich will, dieses zuckerreduzierte Leben.
Das ist nämlich anstrengend für mich.
Ziemlich sogar.

Der Zucker ist so gut wie das letzte Mittel, was noch übrig ist an Hilfestellung aus meiner alten Zeit, als das Leben noch sehr anstrengend und gar nicht so schön war und ich viele Dinge brauchte, um überleben zu können.

Den Alkohol habe ich abgeschafft, Nikotinkonsum auch, die Coabhängigkeit verlernt und ich habe nun ein Leben, das mir Freude bereitet.

Trotzdem habe ich oft Stress, innerlich, wenn zu viel auf mich einprasselt, ich es mir und allen anderen Recht machen will und dann kommt meist der Zucker in´s Spiel.
Und er hilft dann auch. :(

Aber irgendwie fällt es mir nicht mehr so leicht wie früher, das ganze süße Zeugs in mich reinzuschaufeln ( es handelt sich dann bei mir nicht um ein Stückchen Kuchen bei der Nachbarin , sondern um weitaus größere Mengen ).
Ich denke ich bin auf dem Weg es auch zu fühlen, quasi so wie du es schriebst.......Ich möchte die Wahl haben.

Heute hatte ich sie :)

Darüber freue ich mich ( ein bisschen ;) ).

Ich denke den Zuckerkonsum kann ich, bis zu einem bestimmten Maß das noch übrig bleiben darf, verlernen.

Ich hoffe nur es bleibt dann nicht ein täglicher "Kampf" auf Lebenszeit.
Vielleicht erlerne ich durch den Verzicht ja auch andere Strategien, um mit Überforderung umzugehen ?

Wie war das denn bei dir nach dem Fasten ?

Hatte es sich verselbstständigt, sodass es normal wurde für dich keinen Zucker zu essen und wie kamst du wieder in die alten Muster zurück ?

Lebst du ganz vegan oder gibt es nur ab und zu veganes Essen bzw. Kuchen.

Ich halte die vegane Lebensweise aus ethischen Gründen in unserer Gesellschaft (die meistens keine eigenen glücklichen Tiere mehr hält ) für die richtige, schaffe es aber nicht sie zur Zeit für mich umzusetzen. ( Zu viele Menschen mit denen ich zusammen esse - zu umständlich daher ).


Liebe Grüße und Gute Nacht !

Slowly

Aiko
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1115
Registriert: 26.03.2013, 08:55

Beitrag von Aiko » 15.10.2014, 10:20

Liebe Slowly,

das Fasten fiel mir ziemlich leicht, denn ich habe angefangen als es mir gesundheitlich richtig schlecht ging. In so einer Schub-Phase lebe ich dann auch vegan – denn damit lasse ich die entzündungsfördernden Lebensmittel weg. Ich habe nämlich eine chronische Krankheit die mit Entzündungen einhergeht. Und die erschreckt mich in den akuten Phasen so sehr, dass ich dann eine große Motivation habe. Wenn es mir wieder besser geht lockere ich die Regeln dann wieder.

Ich bin gar nicht soo die Süß-Esserin, Kuchen gabs teilweise aber täglich. Und die ersten Tage hat sich mein Verlangen nach Kuchen oder Waffeln mit Eis gesteigert, ebbte dann aber schnell ab. Als ich dann auf einer Feier was gegessen habe (weil ich Hunger hatte, es nichts anderes gab und ich auch nicht unhöflich sein wollte) fand ich alles viel zu süß. Zum Abgewöhnen sozusagen.

Ostern habe ich dann auch in kleinen Mengen Schokolade gegessen – war mir aber auch zu süß. Danach habe ich dann eben ganz selten Kuchen gegessen – als Highlight oder eben bei Einladungen. Das lief echt unproblematisch. Mir fehlte nichts. Ab und zu kaufe ich mir sündhaft teure zuckerfreie Schokolade im Bioladen – da ess ich dann ein Stück wenn das Verlangen zu groß wird.

Im Urlaub hatte ich dann das Gefühl mir was Gutes tun zu wollen (als wenn das dann gerade Süßes sein müsste) und hab das auch genossen. Wir alle haben dort fast täglich den oberleckeren Kuchen aus der Bäckerei gegessen, es gab zum Ostfriesentee auch mal Waffeln mit Kirschen und Eis (das liebe ich!) – die waren mir dann aber zu süß und sind mir auch nicht gut bekommen. Und dann hab ich auch Eis gegessen – meine Tochter mag das ja auch gern und dann ist die Verlockung zu groß gewesen wenn ich ihr eins gekauft habe. Und ich will halt auch zunehmen und denk dann immer, dass da ein Eis / Kuchen auch gut sein könnte. ;)

Dachte noch, zu Hause lässt Du es dann eben wieder.

Mhhh. Das hat nicht so gut geklappt. Ich esse zwar nicht täglich Zucker aber zu oft für mein Empfinden – weil ich es direkt an der Haut merke und auch daran, dass ich müder bin. Große Müdigkeit (Fatigue) ist eh ein Krankheitssymptom bei mir und ich empfinde das als sehr belastend.

Das Fatale ist, dass mein Körper bei Müdigkeit denkt: „Ich brauch Zucker!“ – was wirklich quatsch ist. Der Zucker wirkt ja nur ganz kurz und dann gehts steil bergab. Da muss ich mir dann gut zureden ... Ich arbeite direkt neben einem schönen Kaffeeladen und neben leckerem Kaffee gibt es auch viele Kuchen, auch vegane.

Nein, ich lebe nicht komplett vegan. Ich halte das wie Du auch für eine gute Lebensweise und bei meiner Erkrankung wird vegane Ernährung auch oft empfohlen. Aber ich lebe noch nichtmal straight vegetarisch. Manchmal (selten) habe ich einfach Lust drauf und da ich wie gesagt so dünn bin, mag ich mir das nicht alles verkneifen. Ich trinke keine Kuhmilch mehr, esse kaum Käse (Frischkäse schon ab und zu), selten Butter. Kochen tu ich meist vegan, backen sowieso – denn da fehlt nichts am Genuss nachher. Auf ein Frühstücksei verzichte ich nicht immer. Das mag ich einfach zu gern.

Mein Kind ist so klein und mäkelig, dass ich mir da auch nicht zutraue sie vegan zu ernähren. Sie hätte glaub ich Mangelerscheinungen bei der kleinen Auswahl an Nahrungsmitteln die sie überhaupt akzeptiert. Und so ist halt auch immer Käse und Wurst im Kühlschrank, Eier sowieso ... das macht es nicht leichter für mich. ;)

Liebe Grüße, Aiko

Aiko
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1115
Registriert: 26.03.2013, 08:55

Beitrag von Aiko » 17.10.2014, 08:31

Hallo!

Kein Zucker die letzten beiden Tage, war aber auch nicht so schwierig.
Heute bekomme ich Besuch von jemandem der gern Kuchen ist ... vielleicht schaffe ich es vorher noch zuckerfreie, vegane Pflaumenpfannkuchen zu backen. Mal sehen.

Aiko

Slowly
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1439
Registriert: 28.02.2014, 01:29

Beitrag von Slowly » 18.10.2014, 06:49

Hallo Aiko,

das hört sich für mich super an.

Am besten noch Vollkorn, dann ist das ja fast eine volle Mahlzeit ;) !

Nimmst du dann Honig statt Zucker oder Zuckerrübensirup oder setzt du auf die natürliche Süße des Obstes ?
Was nimmst du statt der Eier ?

Bei mir sah es nicht so toll aus wie bei dir, wobei ich durch meinen Zuckerkonsum auch nicht so schnell (oder deutlich) gesundheitliche Nachteile empfinde.

Leider hatte ich die Tage zwar keinen Stress aber doch ein paar seelische kleine bis mittelgroße Kümmernisse und dann hat die Zuckerfalle wieder zugeschlagen.

Gott sei Dank kaufe ich ja inzwischen, noch einmal verstärkt durch unser Schreiben hier ( was ja auch gut für die Familie ist ) , kaum mehr Süßes ein und so hielt es sich noch einigermaßen im Rahmen.

Ich merke aber schon, immer noch ist der Zucker meine Droge, um seelische Missstimmungen nicht so sehr fühlen zu müssen.

Das ist so ein altes Schema in mir, viel älter als die Alkoholsucht und ich komme da kaum raus. :(

Wenn es mir gut geht, dann ist Zucker kein Thema und meine Ernährung bombig.

Geht´s an´s Eingemachte, dann breche ich wieder zusammen.

Vielleicht wird das ein lebenslanges Thema bleiben.

Aber natürlich hilft es meinem Körper auch schon, insgesamt bewusster mit Zucker umzugehen.

Heute und Morgen bekommen wir lieben Besuch.

Da werde ich auch Nachtisch essen, den Genuß den gönne ich mir dann bewusst.

Liebe Grüße

Slowly

Slowly
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1439
Registriert: 28.02.2014, 01:29

Beitrag von Slowly » 18.10.2014, 09:50

....ups.... Honig ist ja auch nicht vegan. :)

Aiko
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1115
Registriert: 26.03.2013, 08:55

Beitrag von Aiko » 19.10.2014, 20:45

Hallo Slowly,

das mit den Pfannkuchen habe ich nicht geschafft, im Nachhinein war das auch echt utopisch. Ich musste noch aufräumen und vorbereiten – denn wir wollten ein paar handwerkliche Sachen zusammen erledigen.

Als ich beim Bäcker war um am Freitag für meinen Besuch und Helfer Kuchen zu holen hatte ich Hunger. Und in der Auslage lag eine vegane Avocado-Schoko-Torte ... den Rest kannst Du Dir denken. Ebenso gestern: Ich schaffte es nicht Mittag zu Essen, außer einem Apfel war da noch als ich mich Nachmittags mit einer Freundin zum Spazieren gehen traf, wir landeten etwas auswärts in einem Café in dem es außer Kuchen nichts zu beißen gab und ich mit großem Hunger ...

So war das also am Wochenende. Den Kuchen am Samstag finde ich ärgerlich, der war nicht einmal besonders lecker. Erkenntnis: Lieber ein paar Cräcker in der Tasche haben für Hunger-Notfälle.

Zum Rezept: Statt Zucker nehme ich Agavendicksaft. Toll ist auch Ahornsirup, aber ne teure Angelegenheit, deshalb mische ich es auch ganz gern. Statt Eier geht Sojamehl wunderbar. Man merkt echt keinen Unterschied, außer, dass die Sachen nicht so schwer verdaulich sind. 1 EL Sojamehl mit 2 El Wasser vermischt, ersetzen ein Ei.

Liebe Grüße, Aiko

Kitze
neuer Teilnehmer
Beiträge: 71
Registriert: 25.06.2014, 11:40

Beitrag von Kitze » 19.10.2014, 21:09

Man muss ja schon sehr sein Köpfchen einschalten um sich so bewusst zu ernähren. Super gesellschaftsfähig sind diese Ernährungsformen ja leider nicht, aber es tut nun einmal gut. Von euch angeregt werde ich auch versuchen mit einzusteigen, bei mir wird generell der Schwerpunkt auf Reduzierung von Kohlenhydraten gelegt. Habs vor 4 Jahren mal tapfer durchgezogen und mir ging es prächtig, dann wurde ich schwanger und litt wahnsinnig unter Übelkeit usw., und was half dagegen? Kohlenhydrate... Seitdem hatte ich noch nicht die Wahnsinnsmotivation wieder bewusster zu leben, aber jetzt wäre es ein prima Zeitpunkt loszulegen ;-)
Agavendicksaft ist bei mir ein fester Bestandteil geworden, und Weizenmehl wird teilweise durch gemahlene Nüsse ersetzt.
lg

Aiko
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1115
Registriert: 26.03.2013, 08:55

Beitrag von Aiko » 21.10.2014, 15:31

Hallo Kitze, herzlich Willkommen in diesem Faden!

Die meisten Ernährungsumstellungen werden ja zum Glück irgendwann zum Selbstläufer weil die anderen Sachen gar nicht mehr schmecken. :) Ich finde mittlerweile einfach vieles zu süß z.B.

Warum möchtest Du Kohlenhydrate reduzieren? Ich habe da schon viel gutes von gehört, kann mir das aber so schlecht vorstellen. Mein Kind z.B. liebt Nudeln und da kann ich dann schlecht zusehen. 8-o

Liebe Grüße, Aiko

Antworten