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Zivilcourage

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Moderator: Moderatoren

Slowly
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Beitrag von Slowly » 18.07.2014, 07:45

Hallo Linde und Renate,

als ich Lindes Beitrag las dachte ich mir, genau das ist es !

Das denke ich übrigens noch immer :) .

Ich finde diese Haltung absolut nachahmenswert und mir wird es auch nicht schwer fallen, in künftigen Situationen so zu handeln.

Es ist in meinen Augen ein Kompromiss zwischen wegsehen, nur zusehen oder drohend einzuschreiten.
Das Risiko selbst zum Opfer zu werden sinkt, durch die deeskalierende Art und Weise des Umgangs, ein Kontakt zum Täter ist hergestellt, während das Kind sich gesehen fühlt.

Was dir passiert ist Renate finde ich natürlich sehr schlimm, es muss eine üble Zeit gewesen sein. :(

Ich kann auch gut verstehen, dass du es sehr gut abwägen würdest wieder einzugreifen aber was ich hier so von dir gelesen habe, lässt mich zu der Vermutung kommen, dass du nicht einfach nur weghören oder wegsehen können wirst.

Und das finde ich auch gut.
Erfahrungen müssen sich ja nicht unbedingt wiederholen.


Allen ein schönes WE

Slowly

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 18.07.2014, 08:02

glück auf
Slowly hat geschrieben: als ich Lindes Beitrag las dachte ich mir, genau das ist es !
ging mir auch so.
aber vorsicht - s is n unterscheid, ob ich ne entnervte mutti vor mir hab oder n aggressiven mann.

schöne zeit

:D
matthias

RenateO
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Beitrag von RenateO » 18.07.2014, 10:08

Hallo Slowly
Zitat:
Was dir passiert ist Renate finde ich natürlich sehr schlimm, es muss eine üble Zeit gewesen sein. Traurig

Ich kann auch gut verstehen, dass du es sehr gut abwägen würdest wieder einzugreifen aber was ich hier so von dir gelesen habe, lässt mich zu der Vermutung kommen, dass du nicht einfach nur weghören oder wegsehen können wirst.

Und das finde ich auch gut.
Erfahrungen müssen sich ja nicht unbedingt wiederholen.
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Natürlich würde es mich wieder berühren wenn ich miterleben würde das jemand der sich nicht wehren kann,schutzlos Gewalt ausgesetzt ist ,übrigens gibt es ja inzwischen Gesetzte die Prügel und Gewalt gegen Kinder verbietet,aber wo bleib der Schutz für denjenigen der solchen Fall meldet?
Ich fühlte mich damals sehr alleingelassen
von unseren ,,Gesetzeshütern,,.
Eine Einrichtung in unserer Stadt die Opfern von Verfolgung und Gewalt helfen und schützen sollen(also dann mich vor diesem Typ) riet mir doch in Urlaub zu fahren(wovon denn bitte!!) oder meinen Wohnort zu wechseln,da hab ich endgültig den Glauben an sowas wie Gerechtigkeit verloren und als Hilfe habe ich das auch nicht wahrgenommen!!
Der Impuls anderen in Not helfen zu wollen ,gehört also gründlich überlegt,denn schnell ist man selbst hinterher das Opfer!!
Wenn man mal genauer schaut wohin sich unsere Gesellschaft verändert,erkennt man schnell das Frechheit und Gewalt oft siegt ,Einrichtungen ,Lehrer,Angestellte in Behörden(Jobcenter etc)selbst die Polizei uvm aus Angst vor ,,den Folgen,,untätig bleiben.
Ich habe selbst erlebt das Lehrer nichts mehr gegen Drogenhandel an ihrer Schule gemacht haben weil ihnen die Reifen zerstochen wurden.
Mitarbeiter von Jobcentern eher Gelder bewilligen an drohende,freche Antragsteller, aus Angst das sie abgestochen werden.
Sicher gibt es noch viel mehr Beispiele.
Es gibt inzwischen viele Menschen die sich nehmen was sie wollen(Kinderbanden von den eigenen Eltern ,,ausgebildet,,) und unser Staat steht hilflos daneben,wen interessieren die Opfer die können sehen wie sie sowas verarbeiten,den Tätern kommt ,,Hilfe,, zu,da gibt es Einrichtungen und Organisationen die argumentieren mit ,,die armen Kinder....,, und die Gesetze fassen bei noch nicht Strafmündigen nicht.
Das nenne ich verkehrte Welt!.
LG R...

garcia
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Beitrag von garcia » 18.07.2014, 17:30

Hallo,

ich finde daß das eigentliche Thema irgendwie um den Punkt kreist, bis wohin ich für jemanden dasein kann, von wo ab ich für mich dasein muß und wo die Grenze verläuft - und die ist ja gern kaum sichtbar.


Linde hat eine gute Erfahrung gemacht und Renate eine üble. Beide haben sich aber vollkommen richtig verhalten. Was sagt uns das, die wir nicht gleichgültig durch die Welt stolpern wollen?

Ich hab keine Antwort und zweifle ob es die gibt ... aber so als Gedankenanstoß zwischendrin kams mir so in den Kopf.

Silberkralle hat völlig recht - manche Leute sind einfach gefährlich. Da hielt ich mich raus und Ruf 110 an.

Wichtiges Thema, klasse Thread, danke Slowly

RenateO
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Beitrag von RenateO » 20.07.2014, 00:35

Hallo zusammen
Heute als ich mich fertigmachte um in den Garten zu fahren(Grillen mit den Kindern) mußte ich mehrmals durchs Haus zum Wagen laufen Dinge einladen.
Als ich zurück zum Haus kam und mich in Höhe der ersten 2 Wohnungen befand, gab es plötzlich einen lauten Knall ,hörte sich an als ob etwas zerplatz war oder vielleicht auch ein Schuss????
Zeitgleich laute Hilfeschreie der jungen Frau und des Kindes .
Dort wohnt ein sehr junges sehr süßes Pärchen mit seinem kleinen Mädchen (1 1/2)
und gleich danach eine Männerstimme,es war offenbar ein Streit(dieses Paar ist sonst immer sehr unauffällig,noch nie gab es so eine Situation dort)
Ich überlegte kurz ,begann dann aber zu klopfen und zu schellen,drinnen war es sehr laut und die Frau schie um Hilfe.
Dann öffnete sich die Tür auf mein Klopfen.
Er stand im Rahmen das Kind auf dem arm und sie sürzte an ihm vorbei in meine Arme.
Sie war total verheult ,die Schminke lief ihr im Gesicht runter und sie hielt sich mit beiden Händen ihr linkes Ohr fest ,sie weinte bitterlich.
Ich fra

RenateO
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Beitrag von RenateO » 20.07.2014, 00:53

Sorry Fortsetzung.

Ich fragte was denn passiert wäre und sie verstand nichts,irgendwaqnn sagte sie ihr Ohr würde so wehtun und es wäre taub bzw es würde laut quietschen /pfeifen.
Da wir wenige 100 meter entfernt ein Krankenhaus haben bot ich an sie dorthin zu bringen,sie nahm ihre Tasche ,wollte das Kind vom Arm ihres Partners nehmen ,der gab es aber nicht raus.
Inzwischen war der Nachbar von der Wohnung darüber dazugekommen ,er war von dem Knall wachgeworden(arbeitet Nachts)so kümmerte ich mich um die Frau und er sprach beruhigend mit dem Mann.
Der sagte dann es ging in dem Streit darum das Sie in der Nacht wohl nicht nach Hause gekommen war und er mit dem Kleinkind alleine war,mehr war nicht herauszubekommen.
Ich riet beiden doch nochmal in Ruhe miteinander zu reden nachdem die Frau ihr Ohr hat nachschauen lassen.
Zwischendurch hatte ich auch den Mann mal beruhigend an den Unterarm gefasst und das kleine Mädchen gestreichelt.
Ich verlies die Situation erst als auch der Nachbar anbot weiter drauf zu schauen/hören.
Aber ich hatte ein gutes Gefühl als ich dann weiter meins erledigte.
Als ich eben von unserem Gartenfest zurückkam stand der hilfreiche Nachbar auf dem Balkon und wir sprachen kurz.
er sagte es wäre danach alles ruhig gewesen.
Möglicherweise erfahre ich irgendwann was da der Knall war oder auch nicht ,wichtig fand ich Hilfe anzubieten und die Situation zu entschärfen.
Denn wenn beide auch noch sehr jund sind ,sie sind erwachsen und sollten wissen das man Wege finden muß um Dinge anders zu klären.
Aber wie gesagt diese kleine Familie ist sonst immer sehr lieb miteinander und ich fand immer das machen die für ihr Alter schon recht gut.
Also wie erwarte habe ich natürlich nicht weggeschaut.
Wobei die Frau über mir(mit der ich diesen Psychoterror erlebt habe) könnte überm Zaun hängen ,die ist für mich schon gestorben............

Gute Nacht und
LG R..

Kitze
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Beitrag von Kitze » 20.07.2014, 03:06

Mensch, RenateO,
was ist denn bei euch im Haus los? Nach dem was du da schilderst hätte ich auch nicht die Füsse still halten können, ich hätte es genauso gemacht. Fein von dir trotz der Erfahrungen so zu handeln.
Wenn Kinder im Spiel sind kann ich ko****, die können am wenigsten für sowas. Als Mama kenn ich Situationen, da könnte man vor Stress, Frust, Überforderung explodieren, aber die Kinder spiegeln genau das mit ihren Mitteln aus Verunsicherung und Angst, mit weinen, schreien, oder nörgeln, anders können sie sich nicht wehren/bemerkbar machen. Unverschämt, dreist und krank dir dann so nachzustellen... Opferschutz in Deutschland und sonst irgendwo gibt es nicht, paradoxer Weise werden die Täter geschützt.
Vor einigen Jahren wohnte ich an einem Unicampus mit einer klein angelegten Parkanlage, eines nachts im Sommer wachten wir von einer laut schimpfenden, Panik erfüllten Frauenstimme auf, die sich rasch in Schreierei umschlug. Schon standen Nachbarn von Gegenüber auf der Strasse, sie hatten die Polizei gerufen. Im Nachhinein erfuhren wir, dass eine junge Frau vergewaltigt wurde und der Täter entkam! Ich schäm mich noch immer dafür nicht nach ihr gesucht zu haben, aber man weiß auch nicht wie gefährlich die Situation hätte werden können. Dieses Fragezeichen und die Schreie kommen mir noch häufig aufs Bett, hätte man noch schneller und besser handeln können?
Vier Tage später wurde bei uns im Haus der Kiosk ausgeraubt, mit Scheiben einschlagen und Getöse und Polizei.
Seitdem traute ich mich nicht mehr allein im dunkeln raus und zog 2 Monate später weg.
In diesem Sinne, gebt auf euch Acht!!!
LG
Kitze

RenateO
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Beitrag von RenateO » 20.07.2014, 11:51

Hallo Kitze
Ich dachte mir gestern als ich meinen Beitrag schrieb,bestimmt denk jetzt jemand ich wohne in einer ,,Assigegend,, weit gefehlt ich wohne in einer gehobenen Wohngegend unser Haus besteht aus Eigentunswohnungen(alle vermietet) und 2 Häuser weiter beginnt das Villenviertel wo u.a. der vorletzte Bürgermeister sein Domizil hat.
Es ist also eher ein gesellschaftliches Problem inzwischen, das die Menschen so ,,entarten,, Situationen oder dem Leben (Stress) allgemein nichtmehr gewachsen sind und unter Stress eskaliert es dann ,es gibt zuwenig ,,Miteinander,, Familienbande zerfallen weil inzwischen mindestens 2 Generationen voll arbeiten müssen um ihre ,,Kinder,, und ,,Alten,, finanzieren zu können.
Kaum eine Oma kann so die Kinder unterstützen (mit Zeit) für ihre Enkelkinder,das erledigen Einrichtungen gegen gutes Geld (das wiederum verdient sein will) Ebenso kann kaum noch jemand die Großeltern pflegen/versorgen,sie leben zu lange ,Krankheiten wie Demenz u.a. bringen den ,,normalen,, Angehörigen bald an ihre Grenzen,also wird auch dort für entsprechende Unterbringung /Versorgung zur Kasse gebeten.
Die zwei Generationen dazwischen sollten dann nach Arbeitsschluß noch viel leisten können was Menschlichkeit ausmacht?
Meiner Meinung nach geht unserer Gesellschaft wichtiges verloren und als Einzelkämpfer ist der Mensch nun mal nicht gemacht.
LG R..

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