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Glaube-Spiritualität-Religion-Sekten

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Slowly
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Glaube-Spiritualität-Religion-Sekten

Beitrag von Slowly » 10.11.2014, 12:24

Hallo :)

Fernsehtip:

7 Tage ...leben in einer Sekte / Hare Krishna.

Wir tanzen um Gott, andere tanzen um Mc Donald´s......

ARD Mediathek.

Sehr lohnenswerter Beitrag, wie ich finde.

LG Slowly

Slowly
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Beitrag von Slowly » 11.11.2014, 08:58

Guten Morgen,

die besagte Sendung hat mich wieder einmal zum Nachdenken angeregt, was Glaube und Spiritualität für mich bedeuten kann.

Ich bin in keiner Kirche mehr und auch von meinen Eltern und meiner Umwelt nicht zu einem bestimmten Glauben angeregt worden. Eher war eine Art Abneigung und Skepsis seitens meiner Angehörigen der Normalfall.

Angeregt durch eine Freundin habe ich mich zu Beginn meiner trockenen Zeit stärker mit Spiritualität beschäftigt und daraus auch Kraft und Mut geholt.

Das heißt ich habe einiges über Religionen gelesen, mich mit den Schritten der AA beschäftigt, habe mich viel mit meiner Freundin unterhalten (ein sehr spiritueller Mensch) und habe auch ziemlich auf meine Wahrnehmungen geachtet und dabei Dinge erlebt die mir....wie soll ich sagen....höher ;) vorkamen.

Inzwischen, ziemlich "geerdet" und zufrieden hat das alles wieder stark abgenommen und ich lebe auch ohne die Hinwendung zu einem bewussten Umgang mit dem Glauben /Spiritualität vor mich hin. ;)

Das ist für mich auch ganz ok so.

Im Film, so hatte ich das Gefühl, werden Menschen ( ein Mensch ) gezeigt, der irgendwie hängen geblieben ist, an einem Glauben der ihm vielleicht auch in schwierigen Zeiten geholfen hat, dann aber für ihn zum eigentlichen Lebenssinn wird.
Ebenso berührte mich die Vorstellung des Buches eines jungen Mannes der aus der Zeugen Jehovas Sekte ausgestiegen ist.

Ist denn nicht die eine Aussage im Film: "Wir tanzen um Gott, wie andere um Mc. Donald´s" eigentlich nicht genau das beschreibend, was gar nicht der Sinn des Lebens sein braucht ?

Wozu verbringen Menschen ihr Leben im Kloster oder im Tempel und wenden sich von der ihnen seither vertrauten Welt ab, ja fühlen sich nicht einmal mehr wohl in ihrer alten Welt ?

Wozu verbringen ( auch einige Bekannte von mir ) immer mehr Zeit damit in "höheren Spären" ....mit allem möglichen was dazu gehört....Schamanen.....Rituale...etc. (und geben dafür viel Geld aus ) nach irgend etwas zu suchen, was es scheinbar hier im ganz normalen Leben nicht gibt für sie.

Eigentlich könnte mir das ja auch alles egal sein aber ich finde es sehr interessant über die Beweggründe zu erfahren und bin ja selbst auch nicht gänzlich von "höheren Lebenswahrheiten" abgestoßen.

Vielleicht verpasse ich ja auch was Elementares ?

Mag jemand was dazu schreiben ?

Liebe Grüße

Slowly

luzider Träumer
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Beitrag von luzider Träumer » 13.04.2016, 19:46

Hallo Slowly,

mir gefällt dein Name! :) Auch wenn dein Beitrag nun schon etwas älter ist, möchte ich darauf antworten. Evtl. stolperst Du ja doch noch mal drüber.

Genauso wie Du hatte ich bisher wenig Kontakt mit der Kirche oder anderen Glaubensrichtungen. Die einzigen spirituellen Erlebnisse efuhr ich durch die Einnahme von bewusstseinserweiternden Substanzen wie Magic Mushrooms oder LSD. Da wurde mir klar, dass es neben der für uns im Normalzustand bestehenden bzw. wahrgenommenen, noch andere Welten gibt. Damals war ich fürchterlich neugierig und auf einer Art Sinnsuche, welche im Grunde bis heute anhält.

Kurz bevor ich mich entschieden hatte nie wieder zu trinken, besuchte ich eine ortsansässige Meditationsgruppe. Ich gehe nun relativ regelmäßig dort hin und meditiere mit den anderen. Der Buddhismus ist undogmatisch und meiner Meinung nach ziemlich lebensbejahend.

Mein momentaner Beweggrund ist eine neue Sicherheit zu finden, eine Konstante, die mir Gleichmut und Gelassenheit spendet. Denn genau das brauche ich jetzt, um mit dieser neuen Leere klar zu kommen, die sich durch das Fehlen vom Alkohol aufgetan hat. Laut den Lehren des Buddhismus, haben wir im Prinzip alles was wir brauchen um ein glückliches Leben zu führen schon in uns. Wir müssen es nur freibuddeln.

Wie Du schon meintest, ist es nicht Sinn und Zweck der Sache, dass man sich aus der Realität abkapselt und daraus flieht. Es geht eher darum sich vom Leiden zu befreien, um anderen zu helfen.

Das göttliche zu suchen, ob nun in einem selbst, Religionen oder Sekten, ist so glaube ich eine menschliche Eigenschaft. Ich denke die meisten von uns können sich nicht vorstellen, was vor dem Urknall war oder was hinter dem Universum ist. Ob das alles geschaffen wurde oder einfach nur reiner Zufall. Mit dieser Unwissenheit geht jeder auf verschiedene Weise um. Auf jeden Fall ein spannendes Thema.

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