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Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Carl Friedrich
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Carl Friedrich » 12.03.2019, 15:49

Topaz hat geschrieben:
12.03.2019, 07:57

Mir ist dieser Begriff nicht geläufig. Für mich ist er negativ belegt, darum mag ich ihn für mich nicht verwenden.
Hallo!

Ehrlich gesagt, gefällt mir der Begriff auch nicht besonders, weil er mir zu militärisch ist und genau genommen die Unterwerfung unter eine fremde Macht bedeutet. Ich habe jedoch nicht vor, mich dem Alkohol zu unterwerfen.

Verwendet wird er jedoch bei Alkoholkranken als Einsicht, dass man dem Alkohol nicht gewachsen ist, da er stärker ist als wir. Seine überlegene Stärke vermag er auszuspielen, falls wir ihn zu nah an uns heranlassen. Daher kämpfen wir besser nicht mit ihm, sondern gehen ihm aus dem Weg und halten ihn auf Distanz. In diesem Sinn haben wir kapituliert.

Und diese Einsicht, unabhängig ob man sie als Kapitulation bezeichnet oder nicht, ist wichtige Voraussetzung für die eigene Abstinenz.

Vielleicht kannst Du mit meiner Erklärung was anfangen.

Gruß
Carl Friedrich

Topaz
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Topaz » 12.03.2019, 17:05

Hallo,

Mir war schon klar, was mit dem Begriff gemeint ist.
Aber allein schon die Erklärung, dass der Alkohol stärker ist, als wir und wir ihm deshalb aus dem Weg gehen müssen, ruft bei mir Magenschmerzen hervor.

Ich war in Bad Fredeburg in der Suchtreha. Ich weiss nicht, ob dir der Name Heinz-Peter Röhr etwas sagt. Er ist dort seit Jahrzehnten Therapeut und hat mehrere Bücher geschrieben.

Ich habe gelernt, dass Alkohol nur so stark ist, wie ich es zulasse. Zu sagen,ich bin dem Alkohol nicht gewachsen, würde für mich bedeuten, dass ich ihn auf einen Sockel setze.

Gruß

Topaz

Carl Friedrich
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Carl Friedrich » 12.03.2019, 20:19

Topaz hat geschrieben:
12.03.2019, 17:05
Ich weiss nicht, ob dir der Name Heinz-Peter Röhr etwas sagt. Er ist dort seit Jahrzehnten Therapeut und hat mehrere Bücher geschrieben.

Ich habe gelernt, dass Alkohol nur so stark ist, wie ich es zulasse. Zu sagen,ich bin dem Alkohol nicht gewachsen, würde für mich bedeuten, dass ich ihn auf einen Sockel setze.
Hallo!

Röhr's "Sucht, Hintergründe und Heilung" habe ich 2x gelesen. Sehr interessant. War ein Tipp von thalia, die hier seit Jahren schreibt.

Du setzt den Alk auf keinen Sockel, wenn Du dir eingestehst, dass Du ihn nicht trinken kannst. In diesem Sinn bist Du ihm nicht gewachsen.

Gruß
Carl Friedrich

Topaz
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Topaz » 12.03.2019, 20:43

Hallo Carl Friedrich,

das ist deine Ansicht, aber nicht meine. Und dabei bleibe ich.

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