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Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

Moderator: Moderatoren

Pellebär
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2095
Registriert: 21.11.2012, 17:00

Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Pellebär » 21.06.2020, 07:54

Karsten hat geschrieben:
21.06.2020, 05:02
Hallo Correns,

es ist natürlich jeden selbst überlassen, wie er es angeht. Nur wenn jeder selbst seine eigenen Erfahrungen möchte, was machen wir denn hier?

Gruß
Karsten
Moin Karsten

Wir tauschen unsere Erfahrungen aus, lernen von einander, suchen und finden, wenn wir es denn wirklich wollen, so den Weg, den wir gehen können. Ich kann nur zufrieden trocken sein, wenn ich mit mir und meinem Weg im Einklang bin.

LG PB

Correns
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Correns » 21.06.2020, 10:19

Hallo Karsten,

ich finde, dass Pellebär eine wunderschöne Antwort gegeben hat. Ich stimme ihren zwei Zeilen zu 100% zu. Für mich beschreibt dies das Motto des Forums, das ich mag.

Viele Grüße
Correns

Cadda
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1726
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Cadda » 21.06.2020, 11:41

Ich denke, hilfreich ist das Forum und das Mitteilen immer. Selbst wenn Manche die Erfahrungen nicht annehmen und ihre eigenen Erfahrungen machen und es schief geht, dann weiß man wenigstens, woran es gelegen hat ;-)

Hartmut
Moderator
Moderator
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Hartmut » 21.06.2020, 21:58

Hallo zusammen,

ich gebe mal zu bedenken.

Wie soll ich als „Neuer" aus Erfahrungen lernen, wenn ich meine Eigene erstmal machen möchte? Wo ist die Grenze der Erfahrungen, die ich machen kann, wenn ich nicht weiß welche nun die Richtige für mich ist?

Ist ein Rückfall aus mangelnden Erfahrungen der richtige Weg, um dann wieder Neue machen zu können? Wo bleiben denn da die Rückfälligen, die es nicht mehr schaffen, aus eigenen Erfahrungen raus zu kommen.

Alkoholismus lässt sich nicht durch Austausch stoppen. Durch Annehmen von Erfahrungen schon.

Gruß Hartmut

Dhyana
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Dhyana » 22.06.2020, 01:21

Regina hat geschrieben:
17.06.2020, 00:23
Es gibt ja auch genug Menschen, die einfach nur ab und zu etwas trinken. Wir gehören halt nicht dazu. Und solange wir uns das immer wieder bewusst machen, dass es bei uns anders ist, sehe ich keinen Grund, Alkohol an sich zu verteufeln. Ich habe auch viele Jahre nur ab und zu getrunken - nur leider den Punkt nicht bemerkt, an dem die Regelmäßigkeit und dann die Sucht einkehrte.
Eben darum ist Alkohol für mich Teufelszeugs und wird leider sehr verharmlost. Denn so wie es dir ging, mir ging, geht es auch anderen ... viele Jahre nur ab und zu und dann immer häufiger und man merkt nicht, wie es einem verschlingt und in den Absturz führt. Ich war lange überzeugt mein Konsum ist normal, weil um mich gefühlt fast alle tranken, zumindest in den Kreisen in denen ich mich damals bewegte.
Es sollte eine Gebrauchsanleitung geben, um ihn als „Genussmittel“ auch richtig zu konsumieren. Finde den Ausdruck Betäubungsmittel allerdings besser.

Für mich ist Alkohol ein Gift, dass mich töten kann und da wir alle gleichen gebaut sind, kann es für jeden ein Gift werden.

Ich vermeide trinkende Menschen und Ansammlungen deren, oder anders ausgedrückt mich zieht es da nicht hin, ich will da nicht hin. Ich werde mich nicht in einem Biergarten verabreden, ich gehe auf Anlässe wo viel getrunken wird, gar nicht erst hin, ausser es ist ein ganz spezieller Anlass und ich weiss, dass ich jederzeit gehen kann, wenn es mir zuviel wird. Ich gehe ins Restaurant, in Kaffee‘s und Eisdielen, aber sicher nicht in Lokale, wo hauptsächlich getrunken wird. Das werde ich auch so behalten, weil es so für mich stimmig ist und zu meinem Schutz... einmal süchtig, immer süchtig. Das Suchtgedächtnis kann jederzeit aktiviert werden vom Suchtmittel, durch Stress, Freude und Trauer oder auch einfach so, aus dem nichts. Saufdruck ist anstrengend und kann zum trinken führen. Das will ich nicht und schon gar nicht herbei provozieren.
Sind das nun eigene Erfahrungen ? Ja. Mir ist es erst gelungen aufzuhören, als ich so handelte und den Alkohol aus meiner Umgebung weiträumig entfernt habe. Und ich habe so gehandelt, weil es anders nicht geklappt hat und ich mich dann endlich, endlich an die Erfahrung der LZT gehalten habe... die auch hier zu lesen sind.

Nicht wundern, habe bis spät gearbeitet und bin am mich runterfahren ... liebe Grüsse

Regina
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Regina » 22.06.2020, 13:39

Es ist halt so, wie auch in den verzweifelten Berichten der Co's zu lesen ist, dass man nur selbst die Erkenntnis haben kann, krank zu sein und selbst den Schritt in den Entzug gehen muss.

Dhyana
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Dhyana » 23.06.2020, 10:07

Ja, nur wie entsteht die Erkenntnis, dass man krank ist ?
Alleine, durch Versuch und Irrtum? Mit Unterstützung von Ärzte, Therapien, andere Betroffene ?
Mir haben die Erfahrungen von anderen, die Ähnliches bis das Gleiche durchgemacht haben, am meisten geholfen, mich darin zu erkennen und meine Krankheit anzusehen und die Schritte zu lernen, die ich machen muss, um sie zu stoppen.
Gerade bei der Abhängigkeit als Krankheit ist es schwierig, weil so lange man konsumiert, man nicht fähig ist, klar zu denken und zu erkennen. Das Suchtmittel umnebelt meine Gedanken und Gefühle ... da ist erkennen so schwer :roll:

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