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Unsere Selbsthilfegruppe - Unser Forum

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

Moderator: Moderatoren

katharina2401
neuer Teilnehmer
Beiträge: 269
Registriert: 13.02.2008, 11:13

Beitrag von katharina2401 » 15.04.2008, 21:36

Hallo

Ich schliesse mich den Vorrednern an.

Speziell wichtig ist für mich die "Tiefe" des Forums.
Ich gehe ja auch in die reale SHG, doch dort ist alles viel oberflächlicher.
So wichtige Dinge wie die Grundbausteine, eine mögliche Suchtverlagerung, etc. kommen gar nicht zur Sprache.
Ich muss mich wirklich jeden Tag mit dem Thema befassen, was ich nur hier kann. Einmal die Woche reale SHG wäre für mich zu wenig.

Katharina

Angelina1

Beitrag von Angelina1 » 16.04.2008, 08:02

Hallo,

ich bin nun seit ca. 5 Monaten hier im Forum dabei. Es hat mir schon zum Einen sehr geholfen, einfach nur belastende Dinge von der Seele zu schreiben und dabei von den anderen Teilnehmern Unterstützung und Anteilnahme zu erfahren.

Zum Anderen hat es mir selbst die Augen geöffnet. Ich habe hier gelernt, nach mir selbst zu schauen und Veränderungen in Angriff zu nehmen. Ich weiß nicht, wann oder ob überhaupt das sonst mal irgendwann so gekommen wäre. Hier wird man/frau aufgefangen ohne bewertet zu werden oder sich bloßzustellen. Alle haben das gleiche Problem, finden sich im Anderen selbst wieder, können unheimlich viel von den Erfahrungen und Erlebnissen der Menschen hier profitieren. Ich bin nicht alleine.

Mein Weg liegt noch vor mir aber mit Sicherheit nicht ohne Euch. Hier kann ich täglich, stündlich, sekündlich am Ball bleiben, es ist (fast) immer jemand da, solange ich will, ich bestimme selbst, was ich mir hier nehmen kann, wenn ich es brauche oder ob ich etwas geben kann. Wo gibts das noch? Mir fällt nichts ein.

Beachtlich finde ich ebenfalls, dass hier ein solider Rahmen vorgegeben wird. Es wird von den Moderatoren/Administrator geschützt, geprüft und alles gelesen, um zu verhindern, dass hier sich was vermischt oder bei den Beiträgen was schiefläuft. Jeder wird da hin geführt und begleitet, wo er am besten seinen Weg gehen kann und an sich arbeiten kann. Das finde ich extrem gut und habe das auch noch in keinem Forum auf diese Art und Weise erlebt. Dickes Lob!

So, das wars, was mir dazu eingefallen ist. Lieben Gruß

ClaudiA
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2515
Registriert: 28.06.2007, 19:45

Beitrag von ClaudiA » 18.04.2008, 15:06

Hallo zusammen,

um es kurz zu machen... das Forum ist mir im Laufe der letzten Monate sehr ans Herz gewachsen. Nicht nur in puncto Alkohol, sondern eigentlich in allen möglichen Lebensbereichen. Es ist mir wie eine Familie geworden, mit der Ausnahme, daß ich hier nicht nur Honig um den Bart geschmiert bekomme, sondern auch ehrliche und gut gemeinte Kritik etc. zu hören bekomme.

Kein MUSS, sondern alles auf freiwilliger Basis, somit denke ich, daß die Beiträge hier von Herzen kommen. Ich habe hier sehr viel bekommen von sehr vielen Menschen, und manch einer ist mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen - mehr als meine eigene Familie...

Ich möchte es nicht mehr missen, dieses Forum, die Menschen hier... und ich hoffe, daß auch ich manchmal ein wenig Hilfreiches beisteuern konnte und weiterhin kann.

Ein dickes Dankeschön nochmal und liebe Grüße

Claudia

kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5624
Registriert: 20.06.2006, 17:01

Beitrag von kaltblut » 18.04.2008, 16:27

Hallo,

ich lese viel, wobei sich das sehr auf den Cobereich, vorrangig Bekannte eingrenzt und einige wenige gelegentliche Neuzugänge in der offenen Abteilung, sowie manchmal Besuche in etwas vertrauten alkoholabhängigen Threats, wobei ich mich nicht mehr verrückt mache alles mitzubekommen, zu lesen oder auf alles zu antworten. Ich möchte mich wohlfühlen und dazu gehört keine Überforderung.

Es tut mir sehr gut, meine Gedanken hier abzulegen, manchmal auch nicht Angebrachtes, auch da etwas zu sagen, wo ich es für mich für angebracht halte.

Was ich am Meisten schätze ist die Tatsache, daß ich hier lesen kann, auch mich nachlesen, immer, zu jeder Zeit, von überall. Wenn ich meine reale Gruppe verlasse, sind da 2 vielleicht 3 konkrete Gedanken und Ansatzpunkte die mich beschäftigen, einen Tag, vielleicht eine Woche, aber sie verschwinden, hier kann ich alles nachlesen, verfolgen, auch abgleichen oder auch nur aus der Vielzahl der Gedanken genau das Passende finden, was mir gerade fehlt.

Anhand der Texte kann ich zudem erkennen wie ich mich von Zeit zu Zeit gefühlt und verändert habe.

Genauso teilen sich andere mir aus ihren Erfahrungen mit, woraus ich Anregungen und Anstöße ziehe. Ich erwarte keine therapeutischen Maßnahmen, wobei die Anregungen und Gedankenschübe hier anregender sein können, als gezielte therapeutische Gespräche. Diskussionen brauche ich nicht, es steht alles hier, ich muß es nur finden und anwenden. Ich bin hier um konkret etwas zu verändern, immer mehr.

Die Kombination aus realer SHG, der Nähe zu den Betroffenen und der hier jederzeit und von überall nachlesbaren geballten Ladung, wobei ich hier einige Menschen besser kenne und verstehe als die Meisten draußen, ergibt für mich die ideale nutzbare Form der Selbsthilfe.

LG kaltblut

Ette
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1599
Registriert: 25.01.2007, 22:46

Beitrag von Ette » 19.04.2008, 07:34

Guten Morgen,

ja, als Ergänzung zu meiner realen SHG sehe ich dies hier auch. Ich glaube nicht, dass es mir ausreichen würde, nur hier zu schreiben, denn mir fehlt hier das Gegenüber, Mimik, Gestik und die Emotionen, die „in echt“ ganz anders wahrgenommen werden können als nur virtuell.

Ich bin davon überzeugt, dass sich Mancher real anders darstellt als hier. Denn in der Realität hat er nicht so lange Zeit, darüber nachzudenken, was er äußert. Spontanität, so denke ich, zeigt aber mehr von dem Menschen hinter der Fassade, weil sie authentischere Reaktionen hervorbringt. Trotzdem hole ich mir hier immer wieder einmal Denkanstöße.

Inzwischen habe ich eine zweite Gruppe gefunden, in die ich gehe, wenn es mir zeitlich nicht möglich ist, meine „Hauptgruppe“ zu besuchen. Und inzwischen setze ich auch die Prioritäten mal so, dass ich gar nicht gehe, weil es andere Dinge gibt, die mir wichtig sind. Gestern hatte ich ein Gespräch darüber, dass man irgendwann gruppenmüde ist und nicht mehr hingehen mag. Das kann ich bei mir nicht feststellen. Ganz ohne würde mir etwas fehlen, denn die Themen, die dort auf den Tisch kommen, sind so vielfältig, wie die Menschen, die die Gruppe ausmachen.

Da Sucht und Co-Abhängigkeit ganz viel mit Selbstwert zu tun hat bzw. mit dem nicht vorhanden sein desselben, sehe ich in einer SHG auch eine hervorragende Maßnahme der Persönlichkeitsentwicklung. Und es ist ganz erstaunlich, welche Fortschritte es dort oftmals zu beobachten gibt. Auch an mir selbst.....

Ich finde dieses Forum sehr gut und wichtig als Ergänzung zu einer realen SHG, weil es immer verfügbar ist. Als alleinige „SHG“ denke ich jedoch, ist es nicht das richtige Medium, da einfach zu viele Aspekte zwischen Menschen aufgrund der Technik außen vor bleiben.

LG
Ette

Karsten
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Beitrag von Karsten » 24.04.2008, 10:35

Hallo,

ich habe heute viele Beiträge des letzten Jahres aus den Tagebüchern gelesen.
Der Anlaß war der 1. nüchterne Geburtstag, den wieder ein Forenteilnehmer heute feiern kann.

Wie in vielen Beiträgen hier zu lesen, haben alle Langzeittrockenen einen ähnlichen Weg hinter sind, der sich durch Risikominimierung und Einsicht zur Alkoholkrankheit auszeichnet.

Gerade die Tagebücher zeigen mir, das dieser gerade Weg, den viele Forenteilnehmer gegangen sind, unsere gerade Linie hier unterstreichen.

Die anfänglichen Beiträge sind auch oft durch Fragen, Hinterfragen, aber auch durch Vertrauen durchzogen, die heute zu einem glücklichen Leben geführt haben.

Ich möchte mich hier heute mal bei allen bedanken, die mir und den anderen Langzeittrockenen vertraut haben, durch ihr neues und nüchternes Leben gezeigt haben, dass wir hier mit dem Forum auf dem richtigen Weg sind.

Unsere kleine Gemeinschaft ist eine feste Gruppe, die sich gegenseitig hilft und ich wünsche allen, dass weitere Geburtstage der Nüchernheit folgen.

Gruß
Karsten

liv
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Beitrag von liv » 26.04.2008, 18:42

Hi Karsten,

ich fühl mich da etwas angesprochen ... keine Ahnung wieso :lol: .... . Mein trockener Geburtstag war auch für mich ein Anstoss über meinen Weg hier im Forum nachzudenken. Und es war, wie Du schreibst; am Anfang sehr viel Hinterfragerei, Haarspalterei, Wortklauberei und Zweifel ... aber schlussendlich doch auch der Versuch, zu vertrauen und einfach mal anzunehmen, was mir gesagt wird. Heute ist mir vieles klar, wogegen ich anfangs noch so kleine Rebellions-Versuche startete. Aber ich hatte ja nichts zu verlieren und versuchte wirklich zu tun, was mir gesagt wurde.

Das Forum hier ist meine Selbsthilfegruppe. Ich besuche zwar auch noch eine "reale" Selbsthilfegruppe, aber dorthin gehe ich weniger, um Infos zu bekommen und mich auszutauschen, sondern einfach, um die "Atmosphäre"/"Nähe" dort einzusaugen.

Ganz zu Anfang habe ich täglich viiiele Stunden hier verbracht. Auch noch bis vor einem Monat bin ich täglich lange hier gewesen. Seit ich arbeite fehlt mir einfach die Zeit, mich täglich hier zu melden und mitzulesen. Daher bin ich so froh und dankbar, dass ich so früh hierher gefunden habe und viel Zeit hatte, hier zu reflektieren, zu lernen, umzudenken. Wenn ich jetzt so nach ein paar Tagen mal wieder hereinschaue, fühle ich mich wohl, akzeptiert und geborgen hier. Es ist immer wieder wie ein Heimkommen, Kraft und Ruhe tanken, um dann wieder für ein paar Tage "rauszugehen". Das Forum gibt mir grossen Halt - auch wenn ich nicht mehr täglich hier sein kann.

Ich möchte daher den Dank zurückgeben. Ich danke dafür, dass Ihr Euch die Mühe gemacht habt (und immer noch macht), mich auf meinem Weg zu begleiten.

Liebe Grüsse, simi

Karsten
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Beitrag von Karsten » 26.04.2008, 19:13

Hallo Simi,

gerade bei Dir sehe ich auch, wenn ich Dein Tagebuch lese, das es einen Weg für jeden gibt, ein zufriedenes Leben zu ereichen.:lol:

Gruß
Karsten

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