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Unterschied im Verstehen

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

Moderator: Moderatoren

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Karsten
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Unterschied im Verstehen

Beitrag von Karsten » 20.04.2012, 11:28

Hallo,

ich mache mal ein neues Thema auf, weil sich das andere Thema sonst wieder total verwässert :)

Matthias hat ja hier ( http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic28276-72.html ) geschrieben, dass er anders schreibt, als im realen Leben redet, weil er hier wohl sonst nicht verstanden wird.

Was macht denn aber den Unterschied im Verstehen aus?

Für mich der wichtigste Punkt, weil man sich nicht kennt.
Daran ist aber jeder selber Schuld, wenn man sich zum einen nicht die Mühe macht, den anderen kennen lernen zu wollen und zum anderen, sich selbst nicht oder kaum bekannt macht.

Viele hier in den offenen Bereichen geben nur ihre Augenblickssituation bekannt, andere schreiben über theoretische Dinge ( was wäre wenn ), aber sich miteinander austauschen, tun die Wenigsten.

Ist zwar schade, aber ist nun mal so.

Gruß
Karsten

silberkralle
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Re: Unterschied im Verstehen

Beitrag von silberkralle » 20.04.2012, 13:50

glück auf karsten
Karsten hat geschrieben: weil er hier wohl sonst nicht verstanden wird.
? - ich denk da hast du was interpretiert :wink:
silberkralle hat geschrieben: ich seh das aber durchaus positiv. bei mir haben sich in der altagssprache ne ganze menge "tini-ausdrücke" und leider auch verbalinjurien(wenn ich aufgeregt binn) "eingeschlichen". wenn ich also schreibe "wie mir der schnabel gewachsen is" hab ich hier im text ne reihe anfangsbuchstaben mit drei punkten dahinter. andere ausdrücke vermeide ich, weil sie triggern können (danke @linde für den hinweis). ich überleg mir also genau was ich (und vor allem wie) schreiben will, dadurch wird mir selber einiges klarer. dann kommt dazu, dass ich ja zitate vermeide (gründe sind bekannt). zitate, beispiele und vergleiche gehören aber bei mir auch zur altagssprache (macht einige erleuterungen einfacher).
ich geb mal paar beispiele: A... = körperteil / hintern; A... = heftige berührung des besagten körperteils eines anderen mit dem eigenen fuß (tritt in den A...); ... Sche*** = stoffwechselendporodukt; S** = körperliche und/oder geistige betätigungen zum spasshaben (auch teilweise zur fortpflanzung geeignet) S** = bezieht sich auf die vorgenannten betätigungen; ... und und und. die trigger schreib ich hier nich auf (sie würden ja triggen).
in der altagssprache hab ich mir, besonders in gesprächen mit alkoholikern die nich kappiern wollen, ne sehr drastische ausdrucksweise angewöhnt, um deutlich zu machen wie ernst die krankheit zu nehmen is.
wenn ich hier schreiben würde wie ich im alltag rede ... würd ich schon verstanden werden ... aber s gäbe bestimmt ne menge meldungen: "beleidigung"

schöne zeit

:D
matthias

Karsten
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Beitrag von Karsten » 20.04.2012, 14:00

Hallo Matthias,

dann habe ich dich da missverstanden, aber vom Sinn her bleibt es ja doch so.

Es geht ja darum, wenn sich jemand bekannt macht, dann weiß man, wie man es verstehen sollte ( wenn man denn überhaupt verstehen will ), weil er oder sie sich immer so ausdrückt, weil er diese oder jene Erfahrungen gemacht hat und deshalb so und das schreibt.

Nur fehlt das hier, weil sich viele einfach nicht bekannt machen, sich nicht wirklich einbringen oder eben auch nur hochtrabende Beiträge schreiben, wo sich jede Diskussion im Kreis dreht.

Gruß
Karsten

oldie
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Beitrag von oldie » 20.04.2012, 14:11

"Verstehen" ist doch nur ein Aspekt der vielen Seiten von Kommunikation.
Weil du Karsten doch eine Metadiskussion angeregt hast, möchte ich darauf hinzuweisen, dass manchmal theoretische Hintergründe helfen könnten. .
Es wurde bereits an anderer Stelle auf das 4 Seiten-Modell der Kommunikation von F. Schulz von Thun hingewiesen, das für mich jedenfalls sehr einleuchtende Erklärungen gibt, wieso Verstehen (und damit Kommunikation) ein schwieriger und mißverständnisanfälliger Prozess ist bzw. sein kann.

Ein Punkt, der mir in meinem persönlichen Umfeld immer wieder auffällt ist die unterschiedliche Auffassung von Humor und Witz.

Das, was ich als witzige Anmerkung empfinde, ist für andere oft alles andere als witzig. Ich lebe allerdings heute in einem Landesteil, der verallgemeinernd gesprochen eben gerade in diesem Bereich eine andere Kultur hat.

Deshalb ist der Spruch, dass ich nur verantwortlich bin für das, was ich sage/schreibe und nicht dafür, wie es ankommt oder aufgefaßt wird, für mich nur eingeschränkt gültig.
Auch in meinen täglichen Gesprächen - so wie hier im Forum - achte ich darauf, dass ich nach Möglichkeit für mich erkennbare unnötige Mißverständnisse und "Beleidigungen" vermeide.

LG oldie

Ghiuirgean

Beitrag von Ghiuirgean » 20.04.2012, 15:17

Allo

Auch ich schreib' (hier) durchaus anders als ich da draußen sprech'. Auch
und nicht zuletzt deshalb, weil ich mich absichern möcht', daß nicht's bzw.
möglichst wenig schreib', das auf Tonfall, Mimik oder Gestik angewiesen
ist, um zumindest von daher nicht flashc verstanden zu werden. Ich weiß
auch, das Smilies das im 'Notfall' nicht rausreißen können. Im schriftlichen
Medium zu schreiben-wie-man-spricht kann zu noch unvorhersehbareren
Mißverständnissen führen. Und, weil das hier kein Echt-Zeit-Medium ist,
kann eine Relativierung oder Entschärfung des Geschriebenen schon mal
dauern. Ich hab' vor Jahren viel im (leider immer mehr in Vergessenheit
geratenen) Usenet (und NEIN, das ist nicht das Bezahl-Dingen; bitte nicht
editieren) geschrieben, in dem es sogar 'ne ganze Diskusionsgruppe zu
eben diesem unseren Thema gibt. Heut' kennen viele, wenn überhaupt,
nur noch G**gle groups; das ist allerdings dasselbe und dort kann jede/r
weltöffentlich mitlesen und schreiben (leider auch pseudo-annonym). Im
Vergleich dazu halten sich die Mißverständnisse hier im Forum im kleinen
Rahmen.

Und ja, weil man sich nicht kennt. Dazu hab' ich in meinem Tagebuch mal
was geschrieben:

"Ich find's anrührend, wie sich die Menschen hier umeinander kümmern.
Noch nie hab' ich so viel geballtes "Kopf hoch!" gelesen (gesehen oder
gehört) wie hier. Die Anteilnahme ist einfach überwältigend. und es sind
so viele Menschen hier, das ich mich außer Stand' seh', auszuwählen.
Auszuwählen, wen ich denn lesen sollt' und bei wem ich schreiben sollt'.
Schön, daß hier so viele schreiben. Schade, daß hier so viele schreiben."

Das Forum ist groß, geradezu riesig. Ansonsten bis hier in diesem Thread
Zustimmung von meiner Seite.

Lieben Gruß
Ghiuirgean
>> Sorgen Sie dafür, daß es Ihnen gut geht. <<

PS: Bin etwa ich mit hochtrabend gemeint?

Karsten
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Beitrag von Karsten » 20.04.2012, 15:21

Ghiuirgean hat geschrieben:
PS: Bin etwa ich mit hochtrabend gemeint?
Hallo,

nein :)

Gruß
Karsten

Speranza
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Beitrag von Speranza » 20.04.2012, 15:21

Hallo Karsten!
Daran ist aber jeder selber Schuld, wenn man sich zum einen nicht die Mühe macht, den anderen kennen lernen zu wollen und zum anderen, sich selbst nicht oder kaum bekannt macht.
Ich kann den Anderen nur so weit kennenlernen wie er es zulässt. Nun ist hier im offenen Bereich oft ein Kommen und Gehen das es schwierig macht überhaupt jemanden kennenzulernen.

Ich weiss ja nicht wie meine Art des Schreibens ankommt ich persönlich finde meine Beiträge klar und verständlich. Natürlich kann ich mir vorstellen dass einige Dinge die ich schreibe schon so oft gelesen haben dass sie darauf nicht mehr eingehen weil es ihnen zu langweilig ist.
Das finde ich aber nicht weiter schlimm.

Aber ich kann dir sagen was mich besonders stört und was in meinen Augen manche Kommunikation für mich sehr schwierig macht sind diese allgemeine Aussagen:

"Mache meinen mich verändern zu müssen, manche schreiben hochtrabend, manche haben nichts Besseres zu tun als den ganzen Tag im Forum zu sitzen usw."

Da frage ich mich wiederum was das soll ist der jetzt zu feige mich persönlich anzusprechen wenn ihm etwas nicht passt? Ich habe durchaus nichts dagegen wenn jemand mir eine Kritik schreibt, ich setze mich damit auseinander.

Liebe Grüsse
Speranza

Karsten
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Beitrag von Karsten » 20.04.2012, 15:29

Hallo Speranza
Speranza hat geschrieben:Hallo Karsten!
Daran ist aber jeder selber Schuld, wenn man sich zum einen nicht die Mühe macht, den anderen kennen lernen zu wollen und zum anderen, sich selbst nicht oder kaum bekannt macht.
Ich kann den Anderen nur so weit kennenlernen wie er es zulässt. Nun ist hier im offenen Bereich oft ein Kommen und Gehen das es schwierig macht überhaupt jemanden kennenzulernen.
Das stört mich auch, aber so richtig weiß ich nicht, wie man das ändern kann.
Mich stört nicht mal, dass jemand geht, wenn es ihm oder ihr nicht mehr gefällt, sondern eher die vielen Anmedlungen, die sich einmal kurz im Vorstellungsbereich vorstellen und dann liest man nichts mehr von ihnen.

Irgendwie muss ich mir da was einfallen lassen.
Auch dese Kurzbesuche über drei, vier Tage, verursachen einfach zu viel Unruhe.

Gruß
Karsten

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