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Neu und unsicher...

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Heinz1
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Neu und unsicher...

Beitrag von Heinz1 » 26.06.2006, 18:37

Hallo.

Mein Name ist Heinz und ich hab nen Rückfall gebaut.
Ich war zehn Jahre trocken und nun hat sich über die letzten 3 Jahre das ganze wieder eingeschlichen...
Stolz war ich das ich nach zehn abstinenten Jahren kontrolliert trinken konnte.
Damals in der Selbsthilfegruppe sagten die "alten Hasen" das sei nicht möglich...
Ha,ich habs ihnen gezeigt,konnte es doch...
Bis ich jetzt merke das ich fast wieder dort bin wo ich schon mal war...
Zum Glück noch nicht ganz unten. Zum Glück noch nix kaputt gemacht...
Oh Mann, letzte Station mit Möglichkeit zum aussteigen. Wenn ich jetzt weitermache bin ich voll drauf.
Hoffentlich schaff ich es nochmal.

Gruß
Heinz

Karsten
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Beitrag von Karsten » 26.06.2006, 18:45

Hallo Heinz und Willkommen,

es ist auch nicht möglich, kontrolliert zu trinken für einen abhängigen Menschen. Da haben die alten Hasen recht gehabt.
Was nützt es Dir jetzt, dass Du 10 trockene Jahre weggeworfen hast und es eine Zeit lang geschafft hast, nicht unter der Brücke zu landen?
Ha,ich habs ihnen gezeigt,konnte es doch...
Was hast Du Ihnen denn gezeigt? Das sie recht hatten und Du nun wieder von vorne anfängst? Die "alten Hasen" werden sicher weiterhin nüchtern sein, Du bist wieder da, wo Du mal warst, am Höhepunkt Deiner nassen Zeit und suchst nun wieder Hilfe.

Wenn Du kein Doktor bist, bitte ich Dich mir einen anderen Nicknamen zu senden, damit ich das ändern kann.
Danke.

Heinz1
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Beitrag von Heinz1 » 26.06.2006, 18:56

Entschuldigung das ich schrieb was ich dachte.Das diese Gedanken falsch waren habe ich mittlerweile erkannt...
Entschuldige bitte das ich dachte ich könnte Hilfe bekommen...

Heinz1
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Beitrag von Heinz1 » 26.06.2006, 19:18

Wegen einem anderen Nick war die Kontaktaufnahme nicht möglich..
Fehlermeldung:
Der Administrator hat private Nachrichten für dich gesperrt.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 26.06.2006, 19:20

Hallo Heinz,

natürlich bekommst Du hier Hilfe, wenn Du wieder den nüchternen Weg einschlagen möchtest.

Vielleicht sind meine Worte etwas hart gewesen, aber wem nützt es wenn ich Dich bedaure und Dich bemitleide?

Der Weg muß nun von vorn begonnen werden.
Wenn Du das möchtest, bist Du hier richtig.

Heinz1
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Beitrag von Heinz1 » 27.06.2006, 07:46

Du hast recht,Karsten.
Ich bin im Moment etwas agressiv und unzufrieden mit mir und meiner selbst verschuldeten Situation.
Würdest du bitte meinen Nick ändern indem du das Dr einfach weglässt? Oder irgendetwas anderes,ich lasse dir da freie Hand. Das wichtigste ist das ich hier bin und das ich etwas tue...

Heinz

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Beitrag von Heinz1 » 27.06.2006, 08:17

So geht es nicht weiter...ein Satz der mir hoffentlich die Kraft gibt es durchzuhalten. Es zu schaffen. Wieder einmal...

Es ist ja nicht so das ich nicht wüsste wie es geht. Ich habe es schon mal geschafft. 10 Jahre lang trocken und dann aus Dummheit,Leichtsinn oder was auch immer...alles in den Sand gesetzt.

Momentan bin ich nicht ganz unten,eher auf dem absteigenden Ast. Deshalb glaube ich auch den Absprung zu schaffen. Jetzt,wo mir bewusst wurde das ich wieder ins Verderben steuere.

Ich bin 44 Jahre alt und es fing eigentlich alles in meiner Jugend an. Mein Vater war Alkoholiker mit allen Schikanen. Haushaltsgeld versoffen,meine Mutter und mich regelmäßig geschlagen usw.
So wie er würde ich nie werden,das war mir klar. Dann kam meine Lehrzeit,als Maurer,guter Job und viele Maurer waren damals noch so wie ihr Ruf.
Um mitzuhalten und aktzeptiert zu werden trank ich mit. Bald war ich echt gut darin...Dann kam die Bundeswehr. 8 Jahre lang in Grün und ständig blau...
Nach der BW Zeit wieder am Bau...dann mehrfach der Führerschein weg usw.
Irgendwann kam was kommen musste. Ehe kaputt und Freiheitsentzug wegen Alkohol am Steuer. Beim 7 mal hatte der Richter halt mal die Schnauze voll.
Da merkte ich zum ersten mal das eigentlich ich es war der Schuld ist. Nicht die Maurerkollegen,nicht die anderen Soldaten die tranken...Nein, Ich selbst war es der den Alkohol zu den Lippen führte. Der sich mies fühlte ohne Alk.
Jetzt musste etwas geschehen.
Ich ging zu einer Selbsthilfegruppe und hörte auf zu trinken.
Ich heiratete erneut und fing ein neues Leben an...Ohne Alkohol.
Meiner Frau erzählte ich von meinem Alkoholproblem...Gestand ihr Alkoholiker zu sein.
10 Jahre lang ging es gut. Dann hatte ich einen schweren Arbeitsunfall und bin seither schwerbehindert.
Ach Mist...ich suche schon wieder einen Schuldigen,eine Rechtfertigung...
Nein,ich hab wieder angefangen weil ich glaubte es im Griff zu haben.
Immerhin lasse ich die Finger vom Auto wenn ich besoffen bin.Und ich bin stolz darauf mich so im Griff zu haben...man bin ich schon wieder kaputt.
Bisher ist noch alles in Ordnung,zumindest in der Ehe und meinem Umfeld.
Ich denke mal das jetzt der Zeitpunkt ist wo es noch nicht zu spät ist,wo ich es nochmal schaffen kann,wo ich noch nicht alles verdorben habe.
Ich höre auf...
Aber ich habe Angst und verdammt nochmal warum fange ich jetzt an zu flennen..

Hoffentlich könnt ihr wenigstens ein wenig verstehen was ich eigentlich meine.

Heinz

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Beitrag von Karsten » 27.06.2006, 08:40

Hallo Heinz,

gerade nach langer Trockenheit glaubt man einen erneuten Versuch zur Trockenheit nicht gewachsen zu sein.
Ich war damals zwar nicht so lange trocken, aber habe dreimal nach einem Jahr ohne Alkohol wieder angefangen. Bei mir war es einfach Überheblichkeit, weil ich auch den anderen beweisen wollte, dass es eben einen Weg gibt, außer die vollkommene Abstinenz.

Ich möchte sicher hier niemanden beleidigen oder vor den Kopf stoßen. Ich kann auch viele Beweggründe verstehen und nachvollziehen.
Da ich aber selbst weiß, wie schwer ein Rückfall ist und wie schwer es einem fällt, sich wieder neu zu motivieren, halte ich nichts vom trösten oder Händchen halten.
Davon ist noch niemand nüchtern geworden.
Ich möchte einfach anderen Menschen das ersparen, was ich durch meine Überheblichkeit und Arroganz erleben mußte.

Ich habe mehrere meiner guten Freunde verloren, weil sie genauso nach einigen Jahren der Nüchternheit dachten und daran gestorben sind.

Einer trinkt seit ca. 6 Jahren wieder, der mir ein großes Vorbild war, weil er mir mit aller Konsequenz ein nüchternes Leben vorgelebt hat. Er war auch sieben Jahre trocken.
Nur heute fühle ich mich hilflos, weil ich ihm nicht helfen kann.

Das sind für mich Lebenserfahrungen, die ich anderen eben ersparen möchte.

PS.

Die PN sind für neue Forenteilnehmer noch gesperrt. Ich habe Deinen Nicknamen in "Heinz1" umgewandelt, weil es einen "Heinz" schon einmal gibt.

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