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Trinken alle Alkohol ?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Karsten
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Beitrag von Karsten » 07.12.2016, 23:12

Hallo,

weil die Tage wieder das Thema aufkam, dass unsere Gesellschaft sehr alkoholgeschwängert ist man den Alkohol kaum aus dem Weg gehen kann, möchte ich dieses Thema mal wieder aktivieren.

Ich bin immer noch der Meinung, dass es viele, wenn nicht sogar die Mehrheit, Menschen gibt, die kaum oder sogar keinen Alkohol trinken.

Ich habe letztens erst irgendwie wieder gehört, dass es in DE ca. 10 Millionen alkoholkranke- bzw. alkoholgefährdete Menschen gibt.
Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, so sehr diese Zahl auch alarmierend ist, dass es ca. 50 Millionen Menschen gibt, die nicht darunter fallen, wenn man jetzt mal von c. 60 Millionen erwachsenen Menschen ausgeht.

Gruß
Karsten

Peerless
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Beitrag von Peerless » 11.01.2017, 12:43

Hallo, Karsten,

ich bin ehrlich, ich achte gar nicht so darauf.
Was mir aber immer wieder auffällt und was mich auch immer wieder ärgert,
dass im Supermarkt an den Kassen immer noch genügend "Wackelmänner" rumstehen und die Leute, die an der Kasse warten, regelrecht verleiten, sich schnell noch einen kleinen Wackelmann zu kaufen.

Das sollte man echt unterbinden!

L.G. Peerless

Martin

Beitrag von Martin » 11.01.2017, 13:54

Hallo Peerless,

warum sollte es denn unterbunden werden, nur weil wir nicht mit Alkohol umgehen können ?

Wie geht es denn dem Diabetiker mit den Süßigkeiten an der Kasse ?

Es gibt viele Beispiele bei denen bestimmte Waren für eine Gruppe der Gesellschaft "unpassend" sind.

Mich stören diese "Wackelmänner" schon lange nicht mehr, meist gibt es ja mehrere Kassen.

An denen ohne Alkohol gibt es dann Schokoriegel, Kaugummi, Bonbons.......

LG Martin

depardieu
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Beitrag von depardieu » 15.01.2017, 12:33

Hallo Martin,
also ich achte da gar nicht drauf, weil für mich jede/r der/die Alkohol trinkt dies nur tut um seinen/ihren persönlichen Rausch-Level zu erreichen. Also nix mit "Entspannung" und "kultivierte/r Rotwein-Liebhaber/in aus Genuss". Und da dies so viele sind und es nicht mehr mein Thema ist, ist es mir egal, egal ob im Restaurant, Cafe-Besuch etc.pp.
Der einzige Moment wo es mir extrem auffällt:
Ich bin ein "Experte" was die Deutung von Einkaufswagen-Inhalten und dem Verhalten des/der Einkaufswagenschieber/in im Supermarkt an einem Vormittag um z.b. 10.00 Uhr angeht :-) Ich bilde mir ein zu wissen, wer spätestens 5 Minuten nach dem Bezahlen sofort eine Flasche noch im Auto vor dem Losfahren öffnet. Das ist eine ganz traurige Sache und erinnert mich daran, wie oft ich damals völlig außer mir im Supermarkt aufgeschlagen bin weil zu Hause nichts mehr war...

Martin

Beitrag von Martin » 15.01.2017, 13:27

Hallo depardieu,
also ich achte da gar nicht drauf, weil für mich jede/r der/die Alkohol trinkt dies nur tut um seinen/ihren persönlichen Rausch-Level zu erreichen
dann bewegst du dich im falschen Umfeld oder legst die Messlatte anders an.

Ich kenne genug Menschen die alle "Schaltjahre" mal 1 Bier oder Wein trinken,

also viel zu wenig um sich einen Rausch anzutrinken.

LG Martin

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 16.01.2017, 07:33

depardieu hat geschrieben:Hallo Martin,
also ich achte da gar nicht drauf, weil für mich jede/r der/die Alkohol trinkt dies nur tut um seinen/ihren persönlichen Rausch-Level zu erreichen. Also nix mit "Entspannung" und "kultivierte/r Rotwein-Liebhaber/in aus Genuss". Und da dies so viele sind und es nicht mehr mein Thema ist, ist es mir egal, egal ob im Restaurant, Cafe-Besuch etc.pp.
Der einzige Moment wo es mir extrem auffällt:
Ich bin ein "Experte" was die Deutung von Einkaufswagen-Inhalten und dem Verhalten des/der Einkaufswagenschieber/in im Supermarkt an einem Vormittag um z.b. 10.00 Uhr angeht :-) Ich bilde mir ein zu wissen, wer spätestens 5 Minuten nach dem Bezahlen sofort eine Flasche noch im Auto vor dem Losfahren öffnet. Das ist eine ganz traurige Sache und erinnert mich daran, wie oft ich damals völlig außer mir im Supermarkt aufgeschlagen bin weil zu Hause nichts mehr war...
Moin Depardieu,

erstmal herzlich willkommen in Forum...

Ich denke, ich weiß, was Du meinst. Man kriegt schon so ein gewisses Gespür dafür, ob jemand Alkoholprobleme hat oder nicht. Es gibt gewisse Anzeichen, die eindeutig sind.

Deine generelle Aussage zum Alkoholkonsum finde ich...überheblich ist nicht ganz das richtige Wort - ich würde es vielleicht eher einseitig und unreflektiert nennen.

Nur weil wir nicht in der Lage sind, einen vernünftigen Umgang mit Alkohol zu pflegen, bedeutet das nicht, daß Andere das nicht können. Wir reden uns damit mMn. was schön, was nicht schönzureden ist.

Andere können nach einem Bier oder einem Glas Wein aufhören, wir eben nicht. Das ist jedoch nicht das Problem der Anderen, sondern exklusiv unseres.

Wir sind weder bessere noch schlechtere Menschen als die, die noch konsumieren. Wir haben nur irgendwann konsequent auf ein Defizit reagiert, das andere gar nicht haben - manche nennen es Krankheit :-)

Schönen Gruß und schöne Zeit

Andreas

Martina02

Beitrag von Martina02 » 16.01.2017, 16:30

...Es würde die Welt aber mit Sicherheit zu keinem schlechteren Ort machen, wenn es keinen (vor allem Trink)Alkohol mehr geben würde....

...wie so vieles andere auch.

Ich finde die Vorstellung schön,wie vielen Menschen der Alkoholismus in Zukunft erspart werden würde, wäre der Alkohol vom Parkett.

Vor allem schön für jene die unter Alkoholkonsumenten sekundär leiden.

Man darf ja noch Träume haben :)

Gruß
M

Ach, hallöchen Depardieu! :lol:

Carl Friedrich
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Beiträge: 1427
Registriert: 06.07.2015, 22:47

Beitrag von Carl Friedrich » 16.01.2017, 18:21

Martina02 hat geschrieben:...Es würde die Welt aber mit Sicherheit zu keinem schlechteren Ort machen, wenn es keinen (vor allem Trink)Alkohol mehr geben würde....

...wie so vieles andere auch.

Ich finde die Vorstellung schön,wie vielen Menschen der Alkoholismus in Zukunft erspart werden würde, wäre der Alkohol vom Parkett.
Hallo!

Diesen Wunsch habe ich schon mehrfach gehört: In meiner ambulanten Therapie und der dazugehörigen Vorgruppe. Stets wurde er von Herrschaften vorgebracht, die ganz neu im Geschäft der Abstinenz sind.

Warum wurde er vorgebracht: Dafür gibt es m.E. 2 Gründe:

1.) Man hat selbst noch nicht seinen Frieden mit der "Krankheit" gemacht. Dieser Prozess dauert eine ganze Weile. Und wer hat schon gerne eine Krankheit?

2.) Man hätte es im Hinblick auf die eigene erstrebte Abstinenz leichter, wenn der Stoff nicht omnipräsent wäre.

Ist man dafür länger dabei, kann man Carpenter nur voll und ganz zustimmen. Warum sollen sich andere einschränken, nur weil ich nicht in der Lage bin, damit umzugehen?

Zurück zur Ausgangsfrage: Alle trinken nicht, aber in unserer westlichen Welt doch sehr viele. Und daran werden wir alle hier garantiert nichts ändern. Warum uns das Trinken anderer so auffällt? Weil wir ausgewiesene Trinkexperten sind.

Gruß Carl Friedrich

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