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Rückfall als Merkmal des Alkoholismus

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
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Penta
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Rückfall als Merkmal des Alkoholismus

Beitrag von Penta » 18.06.2014, 06:53

Guten Tag,

in einem anderen Thema schrieb ich (bisher war ich keine Co), dass Rückfälle Merkmale des Alkoholismus seien. Scheinbar eine recht wilde Theorie.
Mich interessieren die Merkmale, die irgendwer mal irgendwohin geschrieben hat (z.B. Jellinek) herzlich wenig, denn ich führe hier keinen wissenschaftlichen Diskurs, sondern berichte von meiner Motivation und meiner Erfahrung.
Und die ist so, dass mir bisher sehr bewusst war, dass ich rückfällig bin, wenn ich heute wieder saufe, da ich an demselben Alkoholismus leide wie andere Alkoholiker. Mit allem Drum und Dran.
juergenbausf hat geschrieben: Ich versteh' nach wie vor nicht, warum die nicht einfach ansagen:
Ich möchte und werde ab heute wieder trinken.
Euch möchte ich damit nicht belästigen und suche mir daher eine eigene Wohnung in Kneipennähe.
Wäre einfacher für alle.
Ich weiß nich, warum "die" das nich tun, aber ich würde es vermutlich sogar so ähnlich machen.
Es geht mir nicht um "die", sondern um euch selbst.
Es wäre schön, wenn ihr mir von eurer Motivation und/oder euren Rückfällen berichten würdet und mir etwas auf die Sprünge helft.

Gruß, Penta

Penta
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Beitrag von Penta » 18.06.2014, 08:11

Ach ja, ne Frage: Ist der Rückfall ein Merkmal eures Alkoholismus?

juergenbausf
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Beitrag von juergenbausf » 18.06.2014, 08:16

Moin Penta,
Ach ja, ne Frage: Ist der Rückfall ein Merkmal eures Alkoholismus?
bei mir bisher nicht, seit ich weiss, dass ich Alkoholiker bin, hatte ich keinen Rückfall mehr.
Dass ein "Säufer" nicht rückfällig werden kann, ein "abstinenter Alkoholiker" schon, ergibt sich einfach aus der Tatsache, dass der eine nie aufhörte und der andere aufhörte und eine Suchterkrankung einräumt, bei der jede Wiedereinnahme des Suchtmittels "Rückfall" genannt wird.

Gruß Jürgen

Karsten
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Beitrag von Karsten » 18.06.2014, 08:21

Hallo Penta,

diese Frage würde ich eher mit nein beantworten, denn ich bin ja nun auch schon seit über 20 Jahren mit dem Thema konfrontiert.
Nur weil es sehr viele Rückfälle gibt, heißt es nicht, dass jeder einen Rückfall braucht oder einen haben erleiden muss.

Ich hatte einige Rückfälle, aber nur, weil ich zu diesen Zeitpunkten wieder saufen wollte und wenn ich darüber nachdenke, zu dem damaligen Zeitpunkten auch nie wirklich aufhören wollte zu saufen.
Ich wollte nur die schlechten Begleiterscheinungen nicht mehr haben, aber im Grunde genommen wollte ich mein Leben so weiterführen.

Ich schreibe es ja oft, jeder kann trocken bleiben, aber dazu muss er oder sie auch wirklich bereit sein.

Gruß
Karsten

Penta
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Beitrag von Penta » 18.06.2014, 08:22

Hallo Jürgen,

danke für deine Antwort.
bei mir bisher nicht, seit ich weiss, dass ich Alkoholiker bin, hatte ich keinen Rückfall mehr.
.. und weil du keinen hattest, betreibst du keine Rückfall-Vorsorge oder so was?

Gruß, Penta

Penta
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Beitrag von Penta » 18.06.2014, 08:25

Hallo Karsten,

mir ist wirklich nicht klar, was die Aussage, dass Rückfälle Merkmale des Alkoholismus sind, damit zu tun hat, dass jemand sie "braucht". :?

Ich muss doch anerkennen, dass auch ich rückfällig werden kann, um überhaupt zu akzeptieren, dass ich das Risiko minimieren muss, damit es eben nicht dazu kommt. Oder nich?

Gruß, Penta

juergenbausf
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Beitrag von juergenbausf » 18.06.2014, 08:27

Hallo Penta,
.. und weil du keinen hattest, betreibst du keine Rückfall-Vorsorge oder so was?
umgkehrt wird vermutlich ein Schuh draus, ich tue sehr viel für meine Abtinenz.
Beteiligung an 2 Foren, Leitung 1 Live-SHG, Teilnahme 2 weitere Live-SHG, ehrenamtliche Arbeit Bahnhofsmission und Obdachloseneinrichtungen, drogen- und alkoholfreie WG bei mir zuhause, absolute Offenheit zum Thema Alkoholabhängigkeit und Abstinenz.

Angst vor der Zukunft habe ich nicht und damit auch keine Angst vor einem Rückfall.

Gruß Jürgen

Karsten
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Beitrag von Karsten » 18.06.2014, 08:48

Hallo Penta,
Penta hat geschrieben:Hallo Karsten,

mir ist wirklich nicht klar, was die Aussage, dass Rückfälle Merkmale des Alkoholismus sind, damit zu tun hat, dass jemand sie "braucht". :?

Ich muss doch anerkennen, dass auch ich rückfällig werden kann, um überhaupt zu akzeptieren, dass ich das Risiko minimieren muss, damit es eben nicht dazu kommt. Oder nich?

Gruß, Penta
Ich habe meine Antwort mal in Zusammenhang meiner ganzen Gedanken geschrieben, die ich hier so in den letzten Tagen habe.
Das jemand einen Rückfall eventuell braucht, hat nur in sofern was mit deiner Frage zu tun, dass ich selbst früher meine Rückfälle als Veranschauung meiner Krankheit genutzt hatte, um anderen Menschen zu zeigen, wie sehr ich doch ihre Hilfe brauche.
Da habe ich wohl beim schreiben, zu sehr an meine Rückfälle gedacht, wie sie eben gekommen sind.
Ich bin mir immer bewusst, dass auch ich wieder rückfällig werden kann und tue eben alles mir Mögliche dafür, dass es zu keinen Rückfall kommt.
Nur weil ich 15 Jahre trocken bin, bin ich ja nicht geheilt und geschafft habe ich es auch nie.

Gruß
Karsten

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