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Jeder ist seines Glückes Schmied!

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

Moderator: Moderatoren

Emma2010
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Jeder ist seines Glückes Schmied!

Beitrag von Emma2010 » 11.11.2014, 06:34

... und Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit.


Hallo Leute,

auf den Tipp von Girasole eröffne ich diesen Faden. Jedoch nicht weil ich noch zu den Suchenden gehöre und Unterstützung brauche, sondern
um die Erkenntnisse aus meiner langjährigen Beziehung mit einen
Alkoholabhängigen zu beschreiben.

Mein Mann ist ein wunderbarer Mensch mit vielen Facetten und positiven
Eigenschaften, allerdings konsumiert er auch seit einer gefühlten Ewigkeit Alkohol, es ist und war das Rauschmittel seiner Wahl ( ist Unbewusst) um so zu leben wie er will und ist.

Natürlich ist aber der Preis den er mit seiner schwindenden Lebensenergie
bezahlt hat, sowie dem ständige Auf- und Ab an Lebensqualität, das Leben in Abhängigkeit irgendwie nüchtern gesehen bedauernswert.

Worauf ich hinaus will ist, das man als Angehöriger aufhören sollte, das Leben eines Alkoholiker noch zusätzlich mit unnötigen Forderungen und eigenen Vorstellungen zu belasten.

Alkoholismus ist eine Krankheit und so wie jede Krankheit etwas mitteilen will, muss man lernen die Botschaften zu verstehen.
Es funktioniert nicht dem Kranken das Rauschmittel zu verbieten, wenn
der/diejenige im Rausch das Gefühl hat, genau dort zu sein wo er hin will.
Die Macht des Alkohols lässt sich durchschauen, wenn der Trinker versteht, dass das banale Ziel der Droge Befriedigung bedeutet und je
mehr Glücksgefühle und Befriedigung ich in mein Leben einbauen kann,
erleben kann, es im Herzen spüre, detso weniger und wichtiger ist das Rauschmittel.

Das bedeutet also, es ist Arbeit (besonders die Arbeit an sich/ Selbsterkenntnis) um ein glückliches Leben in Freiheit zu erreichen.


Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit, warum weil der Co-Abhängige als
Rauschmittel den Partner benützt, um sich damit selbstbelohnend ebenfalls in den Zustand von Befriedigung zu bringen.
Die Welt eines Co-Abhängigen ist so aufgebaut, dass insbesonders der/die
Partnerin ins eigene Vorstellungsbild passen muss. In die Vorstellung von
Familie, Freizeit, Liebe...

Der Co-Abhängige, bzw. Beziehungssüchtige sucht in der Partnerschaft
also jemanden, der in glücklich macht, erst dann ist er glücklich, weil er/
sie mit sich selbst oder in sich unglücklich/unzufrieden ist.

Es ist also ganz gut, dass in jeden von uns ein hoffentlich gesundes Maß
an Egoismus angelegt ist, da es in erster Linie unsere Aufgabe ist, für das
eigene Glücksgefühl zu sorgen und wenn man will und kann, es macht glücklicher, wenn man den/die anderen Teilhaben lässt, glücklich macht, also die Freude mitbringt.


Nachdem ich mittlerweile in Pension bin, nütze ich heute mal die Zeit über mein Leben und auch meine Fehler und über meine Erfahrungen nachzudenken, bin zufrieden mit mir, weil ich den Gestaltungsraum habe, eben die Zeit und jetzt Zufriedenheit zu erleben,... nach den oft langen und schweren Jahren.

Mit diesem Text will ich euch nicht von meiner Sichtweise bekehren, den eigentlich trägt doch jeder eine innere Wahrheit bereits in sich,
würde mich freuen, wenn ihr das Geschriebene einfach als Gedanken
versteht, das Geschriebene nicht zerpflückt und mir die möglichen Schreibfehler verzeihen könnt.


Liebe Grüsse
Emma

silberkralle
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Beiträge: 7197
Registriert: 04.12.2009, 12:40

Re: Jeder ist seines Glückes Schmied!

Beitrag von silberkralle » 11.11.2014, 08:17

glück auf ema



hab mich gefreut deine gedanken kennenzulernen, sie sind für mich wertvoll.
Emma2010 hat geschrieben: ... wenn ihr das Geschriebene einfach als Gedanken
versteht, das Geschriebene nicht zerpflückt ...
s is gut, dass du das geschrieben hast - ich wollt schn mit dem zerpflücken anfangen :wink:

schöne zeit

:D
matthias

Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3981
Registriert: 25.07.2013, 11:35

Beitrag von Sunshine_33 » 11.11.2014, 08:17

Hallo Emma,
Danke das Du Deine Erfahrungen mit uns teilst.

Ich bin Alkoholikerin und springe natürlich auf diesen Textteil an, ich hoffe, das wird jetzt nicht schon als "Zerpflücken" ausgelegt, denn es soll bei dieser einen zitierten Passage bleiben.
Alkoholismus ist eine Krankheit und so wie jede Krankheit etwas mitteilen will, muss man lernen die Botschaften zu verstehen.
Es funktioniert nicht dem Kranken das Rauschmittel zu verbieten, wenn
der/diejenige im Rausch das Gefühl hat, genau dort zu sein wo er hin will.
Die Macht des Alkohols lässt sich durchschauen, wenn der Trinker versteht, dass das banale Ziel der Droge Befriedigung bedeutet und je
mehr Glücksgefühle und Befriedigung ich in mein Leben einbauen kann,
erleben kann, es im Herzen spüre, detso weniger und wichtiger ist das Rauschmittel.
Was Du beschreibst, ist von meiner Seite aus gesehen, eher noch als Alkoholmissbrauch zu deuten.
Wenn man in diesem Stadium erkennt, was los ist, das man den Alk benutzt für was auch immer (Rauschzustände, Glücksgefühle, Betäubungsmittel, Stressminderung etc.pp) kann man evtl. noch allein aus der ganzen Misere aussteigen.

Wenn die Abhängigkeit dann so "richtig" physisch und psychisch eingesetzt hat, hat man nämlich keine Wahl mehr.
Dann schreit die Psyche und der Körper geradezu nach der Droge.
Dann ist da bald nicht mehr viel von den alten Glücksgefühlen, ab dann leidet man im Grunde nur noch.
Beginnt, immer mehr nur vor sich hinzuvegetieren.
Sicher redet man sich auch dann noch was schön, verdrängt etc., weil man noch nicht bereit ist, was zu ändern.
Weil man sich sein Leben ohne Alk nicht mehr vorstellen kann.
Wie denn auch, wenn man denkt, man könne keinen Tag mehr ohne leben?
Dann trinkt man für mich wirklich abhängig und ist damit auch alkholkrank geworden.
Und dann kann der CO tun und lassen, was er will. Er kann bitten und weinen... zetern und drohen...und auch alles andere vorstellbare...aber er kann damit nicht seinen Partner vom Alk wegkriegen.
Das kann nur der Alkoholiker ganz allein, indem er sich selbst Hilfe sucht, und zwar, weil ER /SIE das so will. Weil der persönliche Tiefpunkt ereicht ist.

Ich kenne durchaus Menschen, die in schweren Lebenssituationen zu viel gesoffen haben, also Missbrauch betrieben haben.
Einige davon sind in die Alkoholsucht abgerutscht, einige aber auch nicht.

Will damit nur sagen, nicht jeder, der mal zu viel säuft, wenn er nicht mehr weiter weiss, wird auch automatisch alkoholkrank.
Und die Schwelle zwischen Missbrauch und Sucht ist sehr schmal.

Darf ich fragen, ob Du noch mit Deinem Mann zusammenlebst?
Hast Du Dich mit seinem Alkoholmissbrauch/Alkoholkrankheit arrangiert?
Oder ist er trocken geworden?

Du hast sehr gut erkannt, das BEIDE Partner in diesem "Spiel" krank sind.
Der eine ist alkoholkrank, der andere ist ebenfalls suchterkrankt, aber eben "nichtstofflich".
Ich weiß, das CO`s sowas nicht gern lesen, weil es doch ihr ganzes "Gutmenschentum"in Frage stellt.
Da soll gefälligst doch nur der saufende XY krank sein.
Und dem fällt es oftmals genau so schwer, seine Alkoholabhängigkeit als Krankheit zu begreifen.
Das fällt ja manchmal sogar abstinent/trockenen lebenden Alkoholikern immer noch schwer, wie man hier auch manchmal im Forum lesen kann.
Soll mir aber egal sein, auch wenn jemand seine Krankheit nicht als solche annehmen kann, bedeutet das nicht, das er keine hat :wink:
Und Entwicklungsschritte sind auch immer noch möglich... manch einer denkt nach 2-3 Jahren schon, er hätte die Alkoholkrankheit begriffen, dabei hat er grad mal an der Oberfläche gekratzt, sag ich mal jetzt einfach mal ganz frech :wink:

Wie auch immer, jeder der beiden Partner trägt also seinen Teil zur kranken Beziehung bei, nicht nur der Alkoholiker !
Und wenn man das mal begriffen hat, kann man auch an sich selbst arbeiten als CO.
Zu der Erkenntnis muss man aber erstmal kommen :wink:
Denn ansonsten nützt eine Trennung auch wenig, denn viele CO`s rutschen dann gleich in die nächste Beziehung mit einem Alkie oder anderweitig kranken und somit hilfsbedürftigen Menschen.
Und das alte Verhalten wird weiter "lustig" ausgelebt und alles wiederholt sich nur.
Dauert dann meist nicht lange und man steht als CO wieder vor dem alten Dilemma, diesmal nur mit anderem Partner.

Ich bin gespannt, was bei Deinem Nachdenken noch alles so bei rüber kommt. Zu welchen Erkenntnissen Du noch kommst....viele hast Du ja längst.
Ansonsten liest Du Dich irgendwie ganz zufrieden und in sich ruhend.
Ist das so?

LG Sunshine

Emma2010
neuer Teilnehmer
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Beitrag von Emma2010 » 12.11.2014, 15:27

Danke Sunshine und Silberkralle für die Rückmeldung.

Kann man als jahrelange Partnerin an der Seite eines Suchtkranken wirklich mal in sich ruhend und zufrieden sein?

Ja ich kann es, dass soll aber nicht heißen, dass meine Gefühlswelt vorbildlich und ideal abläuft, es gibt so wie in jeder normalen
Beziehung Momente wo ich mich ärgere, nichts richtig gelingen mag,
wütend bin oder auch einfach nur mal faul.

Aber gleichzeitig spüre ich es ganz schnell, wenn ich aus der inneren
Mitte bin und weiß dann wie ich mich fange, das gelingt ganz gut, weil ich spät aber doch, zum mir gefunden habe.

Es tut mir gut, muss sowieso jeden Tag 3x mit dem Hund laufen, arbeite gerne, kann auch beim Kochen gut runterschalten, und tue auch so die üblichen Sachen.

Sunshine, du schreibst, dass in der Beziehung mit einen Alkoholiker
beide krank sind. Doch das Fatale dabei ist es, wenn der Co
irgendwann mal die Schnauze voll hat und sich trennt, bereits der süchtige Partner viel viel kränker ist, als man selbst und den Weg
zurück vlt. nicht mehr schafft. Hat die Arbeit verloren, Wohnung weg,
Führerschein, Frau/Mann, Kinder, Freunde,...

Ich wünschte ich hätte vor 23 Jahren als ich meinen Mann kennenlernte,
schon eine Anleitung gehabt, wie das Zusammenleben mit einen Süchtigen
möglich ist.

Ich hatte a) selbst auch schon einiges durch, daher ging ich auch mit seiner Krankheit sehr tolerant um.
Heute glaube ich, man sollte den Alkoholkonsum nie tolerieren, aber muss
es akzeptieren.

Ich glaubte mal, die Liebe heilt alles, verzeiht alles, muss doch stärker
sein als die Sucht.
Heute weiß ich, klar kann man einen Alkoholiker lieben, man darf aber nicht erwarten, dass sie zurückkommt, meinen Alkoholiker reichte die
Zweisammkeit, Freundschaft, die S***ualität und ... bitte wenns geht,
nur keinen Stress.

Mein Partner neigte bei der kleinsten Auseinandersetzung zu cholerischer
Wutausbrüche, ihr kennt das ja, Worte die sehr verletzend sind.
Ich habe lange gebraucht, bis ich es verstand, mich abzugrenzen,
die Wohnung zu verlassen, mich bei Streitigkeiten zurückzuhalten,
es nicht mehr persönlich zu nehmen.
Der Nüchterne denkt halt, bevor er spricht, der Betrunkene streitet von der Leber weg.

Als Partner eines Suchtkranken darf man nicht vertrauen, nicht zu hingebungsvoll sein und sollte jederzeit unabhängig bleiben.

Eigentlich ist es egal wie gut oder wie schlecht eine Beziehung läuft,
denn am Trinkverhalten ändert es nichts. Es kann tausendende
Gründe geben, die der Säufer selbst nicht kennt, bis hin zum frühkindlichen Trauma, vielleicht wird eine Familientradition
fortgesetzt oder was auch immer.


Vor ungefähr 4 Jahren hatte ich meinen Mann entgültig verlassen...


Lg Emma
Ich werde zu einen späteren Zeitpunkt weiterschreiben, muss
wieder was arbeiten gehen.

Emma2010
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Registriert: 06.10.2010, 08:40

Beitrag von Emma2010 » 13.11.2014, 15:38

Bitte nur lesen, wems interessiert.


Cirka ein Jahr nach der entgültigen Trennung, wir hatten zwischenzeitlich vlt. 2 oder 3 mal telefoniert, wobei diese Anrufe nie von mir ausgegangen sind, wollte ich dann doch mal wieder wissen, wies ihm geht.

Er ging jedoch gar nicht ans Telefon, was für ihn untypisch ist. Habe daher Kontakt mit einer Nachbarin aufgenommen, die hatte in auch schon
länger nicht mehr gesehen.

Eine Weile später konnte ich dann doch mit ihm reden, aus Sorge
heraus musste ich enfach vorbeischauen, aber von sich aus hätte er sich sicher nicht mehr gemeldet.

2 Tage später ließ ich ihn in ein Krankenhaus einweisen, es folgten
mehrere längere Aufenthalte und er hat ziemlich viel durchgemacht.
Seit der Zeit leben wir wieder miteinander unter einem Dach.

Es dauerte ungefähr weitere 1 1/2 Jahre bis er sich wieder einigermaßen gefangen hat, ist seitdem aber nicht mehr so wie er mal war.

Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass man als Angehöriger nicht rückfällig werden darf, man einen Alkoholiker nicht helfen kann und keine Verantwortung übernehmen muss!

Es ist ja nicht so, dass ein Alkoholiker nur ein Alkoholiker ist, es gibt in jeden Menschen auch andere, wenn vorhanden gute Seiten.
Mein Mann ist normalerweise ein herzensguter Mensch von dem man alles haben kann, ist hilfsbereit und auch sehr unterhaltsam.

In unserer gesamten gemeinsamen Zeit, musste ich ihn eigentlich nie in seinen Entgleisungen zu lange aushalten, den wenns arg wurde, bin ich gleich gegangen. Man sollte sich einen zu schweren Anblick auch besser ersparen um nicht kaputt zu gehen.

Sich abzugrenzen fällt natürlich schwer, denn es ist ja nicht so, dass alle
Tage schlecht sind, zudem ist ein Prozess des Abstiegs über die Jahre hinweg schleichend.
Erst als ich merkte, dass von den guten Zeiten nichts mehr bleibt und das miteinander keinen Sinn mehr macht, konnte ich mit Hilfe des
Forums von dieser Bühne abtreten.

Wer von Alkoholismus nichts versteht, möchte dem Partner doch so gerne helfen, wenn da jemand ist, der nichts mehr auf die Reihe kriegt.
Damit tut man dem Süchtigen aber absolut nichts Gutes.
Man kann einen nassen Alkoholiker mit Worte nicht erreichen, daher muss er so oft und so lange über die selbstgebauten Hindernisse fallen,
seinem Schicksal erliegen, sich den Kopf stossen, bis es weh tut.

So wie man selbst, muss ein Trinker in den eigenen Schuhen laufen lernen.

Ich war und bin jemand, der die Probleme immer sofort anspricht, auch
jemand der sich nicht verbiegen lassen will, des anderen Probleme
zu den eigenen machen, das ist der falsche Weg.


Ich beende nun das Thema, lass es lieber wieder sein, nicht dass jemand glaubt, es könnte nur so gehen. Für mich war es ein Lebensabschnitt, der dann für uns beide gut ausgegangen ist.

Wollte das gerne mitteilen, vielleicht macht es ja jemanden Hoffnung
auf ein Ende des Desasters.


Liebe Grüße und alles Gute
Emma

Sunshine_33
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Registriert: 25.07.2013, 11:35

Beitrag von Sunshine_33 » 13.11.2014, 16:25

Irgendwie raffs ich nicht, Emma...
Du bist also zu Deinem nassen Alkie zurückgekehrt (ich nenne ganz gern die Dinge beim Namen :wink: ) habe ich das richtig verstanden?
Erst als ich merkte, dass von den guten Zeiten nichts mehr bleibt und das miteinander keinen Sinn mehr macht, konnte ich mit Hilfe des
Forums von dieser Bühne abtreten
Und das hier sagt mir jetzt wieder eher, das Du im Endeffekt doch gegangen bist... weil... siehen oben.
Oder lebt ihr trotzdem nun weiter zusammen ?
Sich abzugrenzen fällt natürlich schwer, denn es ist ja nicht so, dass alle
Tage schlecht sind, zudem ist ein Prozess des Abstiegs über die Jahre hinweg schleichend.
Emma, ich frage mich doch ganz schlicht und einfach...warum sollte ich mich denn von dem Menschen, mit dem ich zusammenleben möchte (und den ich liebe), abgrenzen ?? :shock:
Das ist für mich völlig unlogisch, denn ich lebe doch nicht mit einem Menschen freiwillig in einer Beziehung, um mich in derselbigen abgrenzen zu müssen, um mich so vor dem Partner zu schützen.
Dann stimmt doch hinten und vorn nix an der Beziehung, tut mir leid, aber so sehe ich das.
Dann kann ich doch auch gleich allein wohnen/leben, oder wo ist hier noch der Unterschied?

Kann sein, das ich hier einiges mißverstanden habe, Emma.
Aber ab hier:
Eine Weile später konnte ich dann doch mit ihm reden, aus Sorge
heraus musste ich enfach vorbeischauen, aber von sich aus hätte er sich sicher nicht mehr gemeldet.

2 Tage später ließ ich ihn in ein Krankenhaus einweisen, es folgten
mehrere längere Aufenthalte und er hat ziemlich viel durchgemacht.
bist Du für mich einfach wieder in Deine alte CO-Rolle gerutscht. Einfach ein Rückfall in die alten Verhaltensweisen und mehr nich... sorry :oops:

Wie gesagt, mir ist auch unklar, ob ihr nun noch zusammen wohnt oder nicht...

LG Sunshine

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 13.11.2014, 20:49

Hallo Sunshine,

danke dir, dass du nochmal auf den Beitrag eingegangen bist.

Es ist einfach etwas schwierig gewesen, 23 Jahre Beziehung in 3 Postings
zu fassen.

Glaube mir, wenn mein Partner zum Zeitpunkt der Trennung auch nur ein wenig den Eindruck hinterlassen hätte, dass er sich wahrscheinlich wieder irgendwie aufrappeln könnte, dann wäre das Thema sowieso für mich durch gewesen. Und emotional hatte ich wirklich abgeschlossen.

Nachdem er aber schon ca. 7 Jahre zuvor, arbeitsunfähig wurde,
hatte bereits auffällige Denkstörungen, wusste es, denn man kennt immerhin den Menschen mit den man zusammen ist, dass er sich lieber umbringen würde, als zum Arzt zu gehen.

Ich bin so, kann mich eben nicht auf einen kranken Menschen derart einlassen, hole mir die Rosinen aus den Kuchen, soll heißen, ziehe aus der Partnerschaft egoistisch meinen Nutzen, ...
sondern dann habe ich auch eine gewisse verantwortungsvolle Haltung einzunehmen.

Eine Regel im Pflegedienst laut ungefähr so,.... einem Hilfsbedürftigen hilft man dort weiter, wo er es selbst nicht mehr kann.

Als ich meinen Mann vor ein paar Jahren ins Krankenhaus bringen lies, war dies lediglich ein Erste Hilfe Dienst, ein Akt der Nächstenliebe und die sich jeder Mensch verdient.

Aus dem Krankenhaus entlassen, da hat dann jemand da sein müssen, und sag mir warum sollte ich nicht einspingen, wenn dieser Mensch mal
der wichtigste in meinem Leben war.

Dass wir uns doch wieder annähern würden, wir uns miteinander wohl fühlen, wir leben harmonisch miteinander wie ein vertrautes altes
Ehepaar, dass hätte ich damals nie geglaubt.

Wir alle verändern und wandeln uns stetig, bin in meinen Leben intuitiv stets der Sprache des Herzens gefolgt und hab mich nie verirrt.


What happends, wo die Liebe eben hinfällt.


Gruß Emma

JonathanHeart
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Registriert: 16.12.2014, 11:30

Beitrag von JonathanHeart » 16.12.2014, 18:58

Interessantes Thema. Mich würde mal eure Meinung zu meiner Ex-Beziehung interessieren: Sie meinte, betrunken könne sie mich nicht ertragen, sodass ich stets allein trank. Was ich ihr wiederum vorhielt. Wenn es mir richtig mies ging, war sie weg. Betrunken machte ich ihr Vorhaltungen, die sie mir wochenlang nüchtern vorhielt. Sie schleppte mich zur Caritas-Suchtberatung - ohne Erfolg, und als ich meinte, sie sei Co-Abhängig, ist sie fast ausgeflippt. Sie nahm alle möglichen Psychopharmaka, und als ich meinte, das sei auch eine Art Abhängigkeit, ist sie ebenso ausgeflippt. Nun ja. Aus und vorbei. Und ich bin endlich nüchtern.

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