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Jeder ist seines Glückes Schmied!

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

Moderator: Moderatoren

Zimttee
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Beitrag von Zimttee » 22.12.2014, 19:10

JonathanHeart hat geschrieben:Interessantes Thema. Mich würde mal eure Meinung zu meiner Ex-Beziehung interessieren: Sie meinte, betrunken könne sie mich nicht ertragen, sodass ich stets allein trank. Was ich ihr wiederum vorhielt. Wenn es mir richtig mies ging, war sie weg. Betrunken machte ich ihr Vorhaltungen, die sie mir wochenlang nüchtern vorhielt. Sie schleppte mich zur Caritas-Suchtberatung - ohne Erfolg, und als ich meinte, sie sei Co-Abhängig, ist sie fast ausgeflippt. Sie nahm alle möglichen Psychopharmaka, und als ich meinte, das sei auch eine Art Abhängigkeit, ist sie ebenso ausgeflippt. Nun ja. Aus und vorbei. Und ich bin endlich nüchtern.
Hallo Jonathan,
was soll man dazu sagen? Es klingt, als wären es die typischen irrationalen Streitereien in einer Beziehung mit einem nassen Alkoholiker.
Vermutlich ist es für sie das beste, dass sie gegangen ist.. Sie scheint dann auch nicht die stabilste zu sein, wenn sie Psychopharmaka nimmt. Allerdings würde ich mich dort mit dem Wort "Abhängigkeit" zurückhalten- sie nimmt sie, um gesund zu werden. Und nicht alle Psychopharmaka machen abhängig.

Viele Grüße,
Zimttee

Zimttee
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Beitrag von Zimttee » 22.12.2014, 19:14

Hallo Emma,
hier habe ich deinen Thread echt übersehen.

Wie geht es dir denn nun?
Bist du mit deinem Leben zufrieden?


Co-Abhängigkeit ist übrigens nicht offiziell als Krankheit gelistet. Es gibt da zwei Lager- die, die sie als Krankheit sehen und die, die die Co-Abhängigkeit nicht als eigene Krankheit sehen. Ich gehöre zu letzterem- keine eigenständige, unabhängige Erkrankung, macht aber krank auf Dauer.

Liebe Grüße,
Zimttee

(und danke für deinen Beitrag in meinem Faden)

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 13.02.2015, 06:45

Hallo zusammen,

will hier meinen Text im Thread von Lorelei noch zum besseren
Verständnis ergänzen

zu: Ich bereue die alkoholabhängige Zeit meines Mannes miteinander nicht, hatte allerdings auch nie die Chance
was dran zu ändern.

Will damit sagen, dass ich in den 23 Jahren, die wir uns nun kennen auch mit Trennungen, einmal für ein 3/4 Jahr, einmal fast 2 Jahre
mich immer wieder neu ausgerichtet habe, auch mit Hife einer Therapie,
sowie eines längeren Rehaaufenthalts in Bad Kissingen.

Für mich konnte ich viel erreichen, allerdings bei meinen Mann hat alles
nichts gebracht. Lange Zeit dachte ich auch, war vielleicht nicht konsequent genug.

Fakt ist, dass der eigentliche Auslöser einer Demenz meines Mannes
vor einigen Jahren das Schädel-Hirn-Trauma war und der Alkohol seine
sozusagen sekundäre Behandlung.

Zimttee fragt:
Wie geht es dir denn nun?
Bist du mit deinem Leben zufrieden?

Ehrlich gesagt ja. Wir führen zusammen ein harmonischen Leben.
Alles läuft rund. Ich bin frei zu tun was mir gefällt.
Mein Mann wird in dieser Zeit 2 mal wöchentlich von einer
Assistentin betreut.
Sein Alkoholkonsum ist unwesentlich, zumal er gar nicht mehr die
Möglichkeit hat sich mehr als erlaubt anzuschaffen.

Ich denke oft an unsere Reisen zurück und die Bergtouren, die uns
so zusammengefügt haben und überhaupt an unsere turbulente Zeit.
Es ist schön zu sehen, wie er heute jeden Tag happy und ausgeglichen ist, sodass ich mich richtig mitfreuen muss.
Von den letzten ungefähr 10 Jahren weiß er allerdings nichts mehr.

Ich erlebe mit klaren Kopf die Erinnerungen und geniese es, alles
gut verkraftet zu haben, sowie es aufarbeiten konnte.

Für uns zählt nun vielmehr das HIER und JETZT und das Gefühl,
dass wir uns noch oder dennoch lieben.


Liebe Grüße
Emma

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 13.02.2015, 08:30

Hallo Emma,

dann ist doch alles super in Deinem Leben.
Hört sich jedenfalls sehr zufrieden an.
Und nicht danach, das Du von Deinem (alkoholkranken?) Mann beschimpft, verletzt, ausgenutzt und degemütigt wirst.
Das aber passiert bei vielen anderen Frauen, die einen alkoholkranken Partner haben !
Da läuft das eben nicht so harmonisch und "rund" ab und es sind sehr oft auch Kinder mit betroffen, die Schaden für ihr Leben nehmen.
Und die Frauen suchen erstmal Möglichkeiten, ihren versoffenen XY trocken zu legen.
Und müssen irgendwann schmerzhaft feststellen, das sowas nicht geht.
Und dann Wege für sich selbst suchen.
Oder eben weiter leiden, aushalten und selbst am Ende krank werden.

Mir tut jeder Mensch leid, der Tag um Tag, Monat für Monat und sogar
Jahr für Jahr bleibt, in der Hoffnung, das evtl. doch noch alles gut wird.
Was für ein verschenktes Leben !
In dieser Zeit hätte man so viel schöne Sachen machen können und längst einen lieben, netten Menschen kennenlernen können, der
einen liebt und schätzt und sich nicht nur auf das nächste Besäufnis konzentriert.
Wir können nämlich mehrere Menschen in unserem Leben lieben und ebenso von mehreren Menschen geliebt werden.
Wäre es anders, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben. :wink:

LG Sunshine
(trockene Alkoholikerin)

girasole
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Beitrag von girasole » 13.02.2015, 21:23

Hallo Emma,

sorry, ich kann mich nicht erinnern, dir einen Tipp gegeben zu haben, hier einen Faden zu eröffnen?!

LG girasole

girasole
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 777
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Beitrag von girasole » 14.02.2015, 14:03

.... oh richtig, ich hatte angeregt, einen eigenen Faden zu eröffnen. Jaja mein Gedächtnis...
zugute halten kann man mir, dass ich einigermaßen überrascht bin, eine CO bei den Alkies zu finden.
aber auch egal.

Wo ich jetzt schon mal hier bin kann ich ja auch was inhaltliches hier lassen.
Du siehst also im Rückblick eure Jahre als schön.
Gleichzeitig schreibst du- kein Vertrauen war für dich möglich. Und du musstest dich abgrenzen. Es waren viele schwere Zeiten dabei.
aber du bist zufrieden im Rückblick.
Ich behaupte, das ist ein typischer Fall von Verdrehung bzw Schönfärberei. Sonst wäre es nicht auszuhalten, überhaupt zurück zu schauen.

Hallo- eine Beziehung ohne Vertrauen! Wo bitte ist das schön oder erstrebenswert!
Aber gerade als CO braucht man ja dringend das Gefühl, dass sich der Kampf gelohnt hat.

Daher machen Menschen sowas. Es gibt dafür auch einen Fachbegriff, der fällt mir aber leider gerade nicht ein.
Das muss nicht unbedingt bewusst geschehen.
Wird aber meist von den Betroffenen als real gesehen.
Ich kenne Menschen, die ihre Vergangenheit zurechtbiegen und entscheidende Dinge leugnen, wobei ich definitiv weiß, es stimmt nicht.
diese Menschen erzählen mir wirklich dreiste Lügen -die ihr Leben im Rückblick einfach schöner und normaler aussehen lassen--- bloß ich war damals dabei. :shock:
aus psychologischer Sicht wurde mir erklärt, dient das dazu, das eigene Leben und eigene Verhalten gesellschaftlich akzeptabel zu machen, - und natürlich auch für sich selbst akzeptabel. Man muss es für das eigene Selbstbild vermeiden, im Rückblick zu sehen "ziemlich verkorkst".

Ich finde es ganz gruselig, dass hier in dem Forum so ein Faden zu lesen ist, egal ob bei den CIs oder Alkies.
meiner Meinung nach verharmlost dies das Leiden von beiden Seiten total bis hin zur Verdrehung. All die Schmerzen, das Leid- verschwinden hinter "es gab auch schwere Zeiten".
Da denkt sich doch der typische CO "genau, die gibt es doch überall! Schwere Zeiten überstehen- darin bin ich doch gut! Das schaffen wir!" Würg.
Wenn du dir dein Leben so zurecht biegst ist das ja deine Sache.
Aber dass dies öffentlich zu lesen ist von allen, die hier auch erstmal nur reinschnuppern, finde ich nicht richtig.

LG girasole

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 15.02.2015, 14:18

Hallo girasole,

1) ich weiß zwar nicht was dich an meinen postings so aufregt, glaube
eher es hat gar nichts mit mir zu tun

2) muss ich mich in einen öffentlichen Forum nicht rechtfertigen

Wenn das Moderatorenteam allerdings ebenso denkt, dass mein Thread für mögliche User irreführend ist, bitte ich euch meinen Accont und die Beiträge somit zu löschen.
Du siehst also im Rückblick eure Jahre als schön.
Gleichzeitig schreibst du- kein Vertrauen war für dich möglich. Und du musstest dich abgrenzen. Es waren viele schwere Zeiten dabei.
Wo Girasole habe ich geschrieben, dass ich meine Geschichte im
Rückblick als schön bezeichne?
Bin zwar eigentlich kein Mensch, der stets mit der Vergangenheit hadert und die Co-Abhängigkeit war natürlich eine ernüchternde Zeit, doch wie ist das denn bei dir, bei den anderen hier, bei den trockenen Alkoholikern?

Ich jedenfalls liebe heute mein Leben und all die erlittenen Krisen verfluche ich nicht, hab die mir auch selbst eingebrockt, sondern hat mich zu der geformt, die ich heute bin.
Hallo- eine Beziehung ohne Vertrauen! Wo bitte ist das schön oder erstrebenswert!
Aber gerade als CO braucht man ja dringend das Gefühl, dass sich der Kampf gelohnt hat.
Frage: Wie bringst du mit Co-Abhängigkeit in einer Partnerschaft
dein Vertrauen zum Ausdruck?

Mein Mann, ein ... Alki kann ich aufgrund seiner Erkrankung in Bezug
mit Alkohol nicht vertrauen.
Mein Mann ist aber gottlob auch noch eine andere Persönlichkeit, dem
man in allen sonstigen Fragen sehr wohl vertrauen kann.
Zudem spielt dieses Thema für mich eine gar nicht so wesentliche Rolle, weil ich zu allererst mal vorrangig mir sebst vertraue,
meinen Gefühlen, meinen Verstand und meinen Fähigkeiten.

Keine Ahnung Girasole, welchen Kampf du anscheinend noch bis heute zu kämpfen hast, aus meiner Sicht heraus, habe ich bisher nie um
meinen Mann gekämpft, sondern eher darum Abstand zu bekommen.
Nicht gegen den Alkohol gekämpft sondern gegen meine Hilflosigkeit.
Nie um finanzelle Sicherheit gekämpft, bin bis heute völlig
finanzell unabhängig.
meiner Meinung nach verharmlost dies das Leiden von beiden Seiten total bis hin zur Verdrehung. All die Schmerzen, das Leid- verschwinden hinter "es gab auch schwere Zeiten".
Diese Zeit (CO zwischen 2007 - 2011) ist schon ein Weilchen her.
Willst du mir also genaugenommen absprechen, dass ich heute mich
und für meinen Mann beurteilen kann, ob wir so wie es ist zufrieden sind?

Dann allerdings erübrigt sich für mich jedes weitere Gespräch.


Mit freundlichen Grüßen

Emma


Übrigens empfinde ich den Ausdruck ALKI beleidigend, mir war es und ist immer wichtig, meinem Lebenspartner sowie jeden Menschen
erstmal auf Augenhöhe zu begegnen.

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15129
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 15.02.2015, 14:53

Hallo Emma2010,
Wenn das Moderatorenteam allerdings ebenso denkt, dass mein Thread für mögliche User irreführend ist, bitte ich euch meinen Accont und die Beiträge somit zu löschen.
Keine Sorge . Passt alles
Ehrlich gesagt ja. Wir führen zusammen ein harmonischen Leben.
Alles läuft rund. Ich bin frei zu tun was mir gefällt.
wenn es so ist, ist es doch schön. Ich kenne einige Beispiele bei denen es funktioniert . Wenn ich mich nicht für den Partner zwanghaft aufgebe, mich für sein Verhalten rechtfertigen oder gar schämen muss, ist doch nichts einzuwenden .

Im Alkoholiker Bereich schreiben wir ja auch etwas von einer gewissen Stabilität je länger man Trocken ist . Warum sollte das bei CO anders sein ?

Gruß Hartmut

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