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Bereitschaft zur Veränderung

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Martina02

Beitrag von Martina02 » 11.01.2017, 10:42

Hallo Andreas,

genau so meine ich das.

Ob Suchtdruck sich in Form von zb psychischen Schwindel , Verlagerungen etc zeigen kann.
Im Grunde hast Du die Frage mit Deiner Aufzählung beantwortet.Dann wäre es interessant zu erfahren, wie Du und "die anderen" damit umgegangen sind bzw umgehen?

Ich bin übrigens Einzelkind
(wer hätte das gedacht)

Gruß
M.

Carpenter
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1698
Registriert: 09.12.2012, 08:15

Beitrag von Carpenter » 11.01.2017, 20:37

Hallo Martina,

den klassischen Suchtdruck hab ich vielleicht ein-, zweimal andeutungsweise erlebt...allerdings wäre Druck in der Tat übertrieben.

Ganz klar festgestellt habe ich akute Stimmungsschwankungen zu Beginn...das ging oft innerhalb von ein paar Minuten und hat mich doch beschäftigt. Das hat sich allerdings nach ein paar Wochen gelegt.

Was ich im Nachhinein sagen kann, ist, daß ich zu Beginn meiner Abstinez so ne Art Reizüberflutung beschreiben könnte. Ich erkläre mir das damit, daß ich eben viele aktuelle Probleme verdrängt hatte und jetzt urplötzlich in einem Zustand war, in dem die sich nicht mehr leugnen ließen...das war ein ordentlicher Berg, der sich da angesammelt hatte, aber durchaus machbar.

Gleichzeitig wollte ich vielleicht zu viel auf einmal anpacken und kam dadurch manchmal etwas ins Schleudern...sich zu viel vornehmen kann natürlich auch nach sich ziehen, daß man das Gefühl hat, überfordert zu sein.

Das würde ich im Nachhinein sicher anders machen...mir irgendwie mehr Zeit lassen, um das alles zu verarbeiten.

Dieses große Glücksgefühl, jetzt trocken zu sein, mit so nem Dauergrinsen im Gesicht, hab ich auch nicht erlebt, allerdings immer wieder Momente, in denen mir schlagartig klar wurde, das Richtige für mich getan zu haben...und das ist ein verdammt gutes Gefühl.

Was ich konkret dagegen gemacht habe ? Genaugenommen gar nix. In schwierigen Momenten hab ich mir meine schlimmsten Fehltritte ins Gedächnis geholt, eine wirksame Methode gegen Rückfälle...ich wollte nicht wieder auf Knien rutschen :-)

Ich hoffe, ich konnte Deine Frage zumindest bis zu einem gewissen Punkt beantworten. Ich bin zwar kein Einzelkind, aber vermutlich irgendwo auch ein Glückskind...ich hatte mit Saufdruck weit weniger Probleme als manch anderer hier - und dafür bin ich echt dankbar...

Schönen Gruß und schöne Zeit

Andreas

Martina02

Beitrag von Martina02 » 13.01.2017, 07:33

Hallo Andreas :)

Kann die Reizüberflutung die Du hattest nicht rein körperlich bedingt gewesen sein.
Als späteres Entzugssymptom?
Wahrscheinlich werden oft nur die extremen Reaktionen wie zittern, Übelkeit,Herzrasen,Halluzinationen usw als Entzugssymptome betrachtet.
Ich könnte mir vorstellen das doch noch mehr dazu gehört, das sich dann erst mit der Zeit zeigt.

Was findest Du im Nachhinein schlimmer,
den Problemen *in die Augen zu schauen* oder sie im benebeltem Zustand verdrängt zu haben und möglicherweise keinen Überblick darüber gehabt zu haben?

Ich staune, daß ich bisher 0 Verlangen nach irgendwelchem Gesöffs hatte.
Morgen bin ich erst bei einem Viertel Jahr Abstinenz. Vielleicht kommt der Suchtdruck noch.

Dir einen schönen Tag,
Bei uns regnet es heute
Martina

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