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Erfahrungsaustausch eine Last?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Karsten
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Erfahrungsaustausch eine Last?

Beitrag von Karsten » 27.09.2016, 17:17

Hallo,

ich möchte mal ein Thema zur Diskussion stellen, ob für euch ein Erfahrungsaustausch ein notwendiges Übel ist oder....?

Gruß
Karsten

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 27.09.2016, 22:01

Was heißt Last oder notwendiges Übel? Das klingt so negativ, getreu dem Motto: "Ich will nicht, aber ich muss."

Ich vergleiche längere Trockenarbeit gerne mit dem lieben Sport. Auch der benötigt seine regelmäßigen Trainingseinheiten, zu denen ich auch nicht immer Lust habe oder sie gerne mal -wie heute- auf den nächsten Tag verschiebe.

Nach einiger Zeit stellt sich wie überall im Leben, z.B. in einer Beziehung, im Job, in einem Verein... eine gewisse Ermüdung ein. Da sollte man sich mal eine kleine Auszeit gönnen, um anschließend gestärkt wieder einzusteigen.

Ich denke immer wieder an die Worte eines erfahrenen Suchtmediziners zum Abschluss meiner Therapie: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit auseinandersetzt."

Gruß Carl Friedrich

Martin

Beitrag von Martin » 27.09.2016, 22:12

Hallo Karsten,

notwendiges Übel hört sich so negativ an, ich finde es eher eine Notwendigkeit.

Ich bin nun schon lange trocken und führe ein fast normales Leben.

Wenn ich mich aber nicht mehr austauschen würde könnte es sein dass aus meinem normalem Leben

ein ganz normales Leben wird, das könnte gefährlich werden.

Wir haben nun mal eine Krankheit die nicht einfach so nach einigen Jahren weg ist.

LG Martin

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 27.09.2016, 22:21

Nein, ein Erfahrungsaustausch ist kein Übel oder so...

Aber Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe kann nur stattfinden, wenn die Beteiligten Erfahrung haben, die es auszutauschen gibt.

Ich als Neuling schreibe gerne hier meine momentanen Erfahrung nieder.
Es hilft mir, meine Gedanken zu sortieren.
Ob ein echter Austausch stattfindet? Mit einem Neuling möglicherweise ja.
Mit einem LZT wohl eher nicht. Da profitiere ich von den Antworten und Beiträgen. Aber meine Erfahrungen haben die alten Hasen ja schon gemacht.
Es gibt da nichts neues, was ich zu berichten hätte. Zum Austausch beitragen
könnte.

Mir ist der Austausch hier wichtig. Aber ich verstehe auch, dass sich nach einiger Zeit so etwas wie Müdigkeit einstellt. Dann sind Pausen verständlich. Wenn auch schade.

NNGNeo
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Beitrag von NNGNeo » 27.09.2016, 23:36

hallo karsten

warum sollte denn der erfahrungsaustausch ein übel sein? verstehe ich jetzt nicht.
ich empfinde den erfahrungsaustausch nicht als übel oder eine notwendigkeit, ich tausche mich aus weil ich es möchte und ich gerne hier bin. der erfahrungsaustausch hat mir dabei geholfen trocken zu werden und zu bleiben, also kann ich das gar nicht als übel bezeichnen.
grüße
NNGNeo

Karsten
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Beitrag von Karsten » 28.09.2016, 09:42

Hallo,

die Frage ist etwas provokannt gestellt, aber dennnoch ernst gemeint :)
Früher habe ich in den Selbsthilfegruppe öfter gehört, dass man sich auf die nächste Gruppe freut und auch gerne hin geht.

Wenn den hier manchmal Argumente kommen, mein alltägliches Leben nimmt mich so in Beschlag, dass ich gar keine Zeit habe, mich wieder mal zu äußern, frage ich mich schon, ob ein Erfahrungsaustausch als leider notwendig, also eine Art Zwang angesehen wird, den man sich leider stellen muss.

Sind da nicht die Prioritäten etwas verschoben?
Klar, wer sich da unter DRuck setzt, der wird auch eher keinen konstruktiven Erfahrungsaustausch führen.

Ist ja schon in meiner Schule vermittelt worden: Nur wer Freude am lernen hat, wird auch etwas lernen.

Gruß
Karsten

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 28.09.2016, 10:21

Ein angenehmer, informativer und hilfreicher Erfahrungsaustausch ist sicher kein notwendiges Übel, sondern eher eine Freude und birgt viel Weiterentwicklungspotential.

Ein "erzwungener", durch Rückfallängste geschürter Erfahrungsaustausch ist wohl eher wenig hilfreich und wird dann auch eher als notwendiges Übel empfunden.

Meine Meinung.
LG Sunshine

Karsten
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Beitrag von Karsten » 28.09.2016, 10:41

Hallo Sunshine,

Meiner Meinung dient ein ein Erfahrungsaustausch zu 99% der Rückfallvermeidung.

Wie sieht denn aus deiner Sicht ein nicht durch Rückfallängste geschürter Erfahrungsaustausch aus, um mal bei deiner Ausdrucksweise zu bleiben?

Gruß
Karsten

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