Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Langzeittrockene zu weit weg?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Antworten
Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 32401
Registriert: 04.11.2004, 22:21
Geschlecht: Männlich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Langzeittrockene zu weit weg?

Beitrag von Karsten » 20.10.2016, 10:42

Hallo,

aus einem Gefühl heraus, dass ich bei einer kürzlich erlebten Situation hatte, möchte ich mal die Frage aufwerfen, wie das Gefühl von eher neuen Mitgliedern hier gegenüber Langzeittrockenen ist?

Kann man sich als Alkoholiker/in mit ihnen identifizieren oder hat man eher das Gefühl, die verstehen einen gar nicht mehr, weil sie einfach schon zu lange von den Anfängen der Nüchternheit weg sind?

Gruß
Karsten

Katharsis
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 581
Registriert: 14.01.2013, 17:02

Beitrag von Katharsis » 20.10.2016, 14:33

Hallo Karsten,

nun bin ich zwar weniger neu, doch ist dies eine Frage, die mich auch öfter beschäftigt hat.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es ganz einfach davon abhängt, an welchen Langzeittrockenen der Newbie gerät.
Während der eine Langzeittrockene sich sehr gut an seinen meist steinigen Weg erinnern kann und dadurch Verständnis signalisiert, gibt der nächste einem das Gefühl, man müsste sich nur mal ein bisschen mehr am Riemen reißen und der Drops wäre gelutscht. Und so einfach ist es doch nie gewesen…

Gruß
Katha

Seidenraupe
neuer Teilnehmer
Beiträge: 342
Registriert: 21.02.2011, 08:47

Beitrag von Seidenraupe » 20.10.2016, 18:11

Hallo Karsten,
das ist eine interessante Frage!
Katharsis hat es schon richtig beschrieben. Es hängt sehr davon ab, an
was für Langzeittrockene man gerät.
Ich habe z.B. das Glück, in einer SHG zu sein, die in Zeiten meiner Rückfälle
immer aufbauend damit umging. Sehr viele in meiner Gruppe sind sehr, sehr
lange trocken (ü 15) und erinnern sich - auch durch den regelmäßigen Besuch
einer/dieser Gruppe - wie es war und wohin sie nicht mehr möchten.
Die Hinweise sind immer vorwärtsgerichtet und motivierend.
Auch hier im Forum habe ich überwiegend diese Tendenz heraus gelesen!

Seidenraupe

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 32401
Registriert: 04.11.2004, 22:21
Geschlecht: Männlich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Beitrag von Karsten » 20.10.2016, 18:25

Hallo,

ich erinnere mich noch sehr gut an meine vielen Versuche und auch den Anfang meiner jetzigen Trockenheit, die vor über 17 Jahren begann.
Ich habe auch immer noch Respekt vor der Krankheit.

Mir geht es hier in dem Thema auch darum, dass man keine Angst oder so vor schon länger trockenen Alkoholikern haben sollte.

Ich kann es zwar verstehen, wenn man eher danach schaut, ob man ähnliche lange trockene Alkoholiker zum reden findet, aber eine stabilisierte Trockenheit haben ja nun die Langzeitrockenen.

Vielleicht melden sich ja noch ein paar neuere Mitglieder, ob sie solche Gefühle haben.

Gruß
Karsten

Gauguin
neuer Teilnehmer
Beiträge: 74
Registriert: 04.08.2016, 21:51

Beitrag von Gauguin » 21.10.2016, 18:31

Hallo,

Angst soll ja ein schlechter Begleiter sein, trotzdem gibt es ein paar Dinge vor denen man Angst haben kann, Langzeittrockene gehören nicht dazu :=)

Ich schaue nicht danach, wie lange einer trocken ist, sondern danach, was er zu sagen hat.

LG Gauguin

Slowly
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1426
Registriert: 28.02.2014, 01:29

Beitrag von Slowly » 23.10.2016, 08:46

Hallo Karsten,

ich denke das ist individuell und ob die Worte eines Menschen bei anderen ankommen und dann im besten Falle auch noch etwas positives bewirken, hängt zusätzlich noch an sehr vielen anderen Faktoren, als an der Länge der Trockenheit.

Als ich hier ankam waren es die weichen und empathischen Menschen, die mich aufgefangen und teilweise so wirksame Worte gefunden haben ( das waren oft nur ein paar Sätze ), dass ich mich umsorgt und dadurch gestärkt gefühlt habe.

Andere wiederum empfand ich als übergriffig und verletzend.

Sie haben mich gelehrt meine:"L-m-a-A-Einstellung" zu optimieren und das ( also die innere Möglichkeit zu erlangen, die Meinung anderer über mich als unwichtig zu erachten ) hat mich ebenso weiter gebracht.

Das ist ja das tolle am ganzen Pool an Persönlichkeiten, die hier schreiben ( ausführlicher verständlicherweise im geschlossenen Bereich) ......irgendwas kann man immer mitnehmen, wenn man denn bereit ist dazu.

Liebe Grüße

Slowly

Barthell
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1196
Registriert: 24.04.2016, 14:36

Beitrag von Barthell » 23.10.2016, 12:11

Hallo,

ich bin ja erst seit Mai dabei, und dabei auch nicht durchgöngig nüchtern.

Ich denke, dass es ganz stark auf die Person an sich ankommt die mir gegenüber ist.
Ich für mich habe hier im Forum verschiedenste Charaktere gefunden nen paar die etwas eiunfühlsamer sind und andere die ebeb etwas "härter" rangehen.
Aber das Gefühl, dass irgendwer hier "vergessen" hötte wie die ersten Schritte waren hatte ich bisher bei keinem.

Identifizieren als Mensch? kann ich mich mit keinem bisher, ich bin ich :)

Mein Weg in die Nüchternheit: dabei sehe ich mich immer mal wieder in den Geschichten der Anderen wieder.

Angst vor "euch" ...
Habe ich keine

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 32401
Registriert: 04.11.2004, 22:21
Geschlecht: Männlich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Beitrag von Karsten » 01.11.2016, 11:44

Hallo,

Angst soll ja auch keiner haben :lol:
Ich möchte das ja gerade mit diesem Thema sagen, denn wir sitzen ja alle im selben Boot.

Gruß
Karsten

Antworten