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Sterbehilfe für Alkoholiker

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Slowly
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Registriert: 28.02.2014, 01:29

Sterbehilfe für Alkoholiker

Beitrag von Slowly » 08.12.2016, 06:44

Guten Morgen,

ich weiß gar nicht, ob ich hier einen Zeitungsartikel-Link einstellen darf ?

Nun mache ich es einfach mal.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 59814.html

Bestimmt wird der eine oder andere diesen Artikel lesen wollen, um sich dann eventuell auch eine Meinung zu bilden.

Liebe Grüße .......
und einen schönen, lebenswerten Tag wünscht Slowly :)

garcia
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Beitrag von garcia » 09.12.2016, 17:59

Hallo Slowley,

danke für diesen Link (ob er nun hier gestattet war oder nicht).

Ich will gar nicht erst versuchen, ein so kompliziertes vielschichtiges Thema wie Sterbehilfe auf Verlangen in einem Internetforum auch nur halbwegs angemessen zu diskutieren. Das wäre mir nicht einmal möglich wenn ich nicht alles was ich schreibe auf dem Handy zusammentippen müßte...

nur soviel: ich arbeite seit 33 Jahren in der Behindertenhilfe, habe einige Sterbebegleitungen in dieser Zeit leisten müssen (manchmsl: dürfen) und bin kein Gegner eines Weges zu einem selbstbestimmten Sterben, bei allen Unwegbarkeiten und Bedenken, die ernst genommen werden müssen.

Ich möchte auch mal gehen dürfen wie ich das für richtig halte, falls eine unhaltbare Situation eintritt.

Dieser Fall hier erschreckt mich aber. Es hätte andre Möglichkeiten gegeben, geben müssen. Einerseits ist die Entscheidung dieses Mensche und seines Bruders zu respektieren. Aber andererseits frage ich mich schon, ob dort wirklich alles ausgelotet worden ist, was machbar hätte sein können, um ein Weiterleben in Würde zu ermöglichen, um ein wenig Licht in die Dunkelheit werfen zu können. Das frage ich mich wirlich.

Nachdenkliche, betroffene Grüße, Frank

Karsten
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Beitrag von Karsten » 10.12.2016, 12:01

Hallo,

ich sehe das auch nicht als gut an, was da gemacht wurde.
Er war ja nicht unheilbar krank, so dass keine Perspekive mehr bestanden hätte.
Wenn die Gesetze in diesem Land so sind, muss man die Entscheidung akzeptieren, aber nicht verstehen.

Ich sehe es schon bei den sogenannten Schwerstabhängigen von ilegalen Drogen sehr kritisch, wenn dort lebenslang oder über einen sehr langen Zeitraum Ersatzdrogen von Ärzten verschrieben werden, weil es angeblich sonst keine "Abstinenz" geben kann.

Viele Menschen befinden sich in scheinbar ausweglosen Situationen, aber wo soll man dann da die Grenzen ziehen?

Gruß
Karsten

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 10.12.2016, 13:08

Hallo,
ich tue mich sehr schwer mit dem verlinkten Beitrag, obwohl ich auch kein Gegner von Sterbehilfe bin.
Und zwar aus folgenden Grund, den auch garcia schon nannte:
ob dort wirklich alles ausgelotet worden ist, was machbar hätte sein können, um ein Weiterleben in Würde zu ermöglichen, um ein wenig Licht in die Dunkelheit werfen zu können. Das frage ich mich wirlich.
Denn ich denke, das es IMMER einen WEg aus Abhängigkeiten gibt.
Und darum ging es hier und nicht um eine beispielsweise schwere Krebserkrankung, wo keine positiven Aussichten mehr möglich sind.

Außerdem beschleicht mich bei solchen Artikeln immer wieder so ein ungutes Gefühl, das Menschen aussortiert werden, die nicht mehr so funktionieren wie sie sollten.
Und so auch keinen "Gewinn" mehr abwerfen, sondern Geld kosten.
Wenn man ihnen dann noch suggeriert, das sie ja eh dem Staat und den Angehörigen nur zur Last fallen, fällt die Entscheidung zur Sterbehilfe eventuell aufgrunddessen schneller?
Sind aber jetzt nur so persönliche Horrorvisionen... ob da was dran ist, weiß ich nicht.
Ich empfinde momentan unsere Gesellscahft eh immer mehr als Wegwerfgesellschaft und vielleicht macht das auch vor Menschen bald nicht mehr halt.

LG Sunshine

Karsten
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Beitrag von Karsten » 12.12.2016, 15:02

Hallo,

umso mehr ich darüber nachdenke, umso weniger kann ich verstehen, dass sich dafür Ärzte finden.

Gruß
Karsten

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