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schriftliche Vereinbarung

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
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AnnikaF82
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 28.09.2017, 14:16

schriftliche Vereinbarung

Beitrag von AnnikaF82 » 29.09.2017, 10:52

Hallo,


ich schreibe noch mal kurz meine Vorstellung um alle:

Ich bin Annika, bin 35 Jahre alt und seit 3 Jahren trocken.
Ich habe damals eine Therapie im weißen Hirsch in Dresden gemacht.

Mittlerweile arbeite ich wieder teilweise in meinem alten Beruf als Steuerfachangestellte und habe aktuell auch einen Freund.

Durch die Alkoholerkrankung habe ich damals viele Menschen in meinem Umfeld belogen und betrogen, ich versuche nach und nach wieder einen Kreis von Freunden aufzubauen was leider nicht so leicht ist, daher suche ich hier vor allem Austausch mit anderen Betroffenen und ehemaligen Betroffenen.

Ich habe vor mir eine Lite zu machen oder auch ein Buch, in dem ich mir verbildlichen kann was ich alles geschafft habe. Was eben auch wieder auf dem Spiel stehen könnte, wenn ich wieder anfangen würde.

Ich habe eben im Forum vom "Koffer packen" gelesen und bin so auf die Idee gekommen.

Hat jemand Ähnliche Ideen, Erfahrungen damit?

Konrad1212
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 29.09.2017, 14:55

Beitrag von Konrad1212 » 04.10.2017, 13:46

Hallo,

ich habe eben deinen Beitrag gelesen und frage mich was mit "Koffer packen" gemeint ist. Ich habe zwar schon viel hier im Forum gelesen, aber davon noch nichts.

Ich selbst habe eine Frau die immer einen Anlass findet um Alkohol zu trinken. Daher wäre ich wirklich an der Methode interessiert. Ich habe mittlerweile sehr viel gelesen und habe auch überlegt ihr einen Brief zu schreiben, da sie auf meine Gesprächsversuche nicht reagiert. Jedes mal wenn ich versuche zu fragen oder sie drauf ansprechen möchte, macht sie dicht und zieht sich zurück.

Ich habe jetzt meine Probleme aufgeschrieben:
- zwanghafter Versuch Anlass zu finden, Party feiern
- immer wenn du nicht trinkst, bist du traurig
- wir können nicht normal darüber reden

Dann wollte ich noch Vorteile aufschreiben warum es sich lohnt aufzuhören.

Einmal körperlich: Verbesserung der Blutwerte, Besserer und tieferer Schlaf ... (ich habe eine Liste mit viel mehr gefunden - edit, externer Link entfernt, Linde -

ich hoffe das kann helfen, damit sie die Probleme erkennt. Jedoch weiß ich nicht ob das gleichzeitig abschreckt?

Aurora
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 12264
Registriert: 02.05.2007, 13:47

Beitrag von Aurora » 04.10.2017, 18:51

Hallo und willkommen Annika,

mit "Koffer packen" ist gemeint, dass es günstig ist, einen Notfallkoffer zu haben. Du könntest es auch anders nennen, Hauptsache du weißt, was gemeint ist. In solchem Notfallkoffer sind Dinge, die du gebrauchen kannst, wenn dich der Suchtdruck überfällt. Das sind oft sehr individuelle Dinge, Fotos, die einen im Vollrausch zeigen zum Beispiel oder auch emotionale Dinge, wie bestimmte Gefühle.

Ich glaube du hast eine bessere Chance gelesen zu werden, wenn du im Bereich für "Alkoholsucht und Alkoholabhängigkeit der offenen Bereiche" dein Fädchen eröffnest. Dort lesen die Mitglieder zuerst und da findet auch der meiste Austausch statt!

Liebe Grüße
Aurora
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Hallo Konrad,

dieser Notfallkoffer ist also zuerst einmal für die Alkoholiker, die trocken werden und lange trocken sind, gedacht.

Wenn deine Frau auf deine Gesprächsversuche nicht reagiert hast du kaum eine Chance, dass sie liest, was du ihr sagen möchtest. Ich habe damals selbst die Erfahrung gemacht. Ich habe meinem Exmann Broschüren hingelegt, Ausdrucke aus dem Internet zu diesem Thema, all sowas. Das hätte ich mir sparen können.

Wenn deine Frau nicht zu trinken aufhören will, kannst du machen, was du willst. Das ist alles Zeitverschwendung!

Hast du denn ein Fädchen im Co-Bereich?

Liebe Grüße
Aurora

Hull

Beitrag von Hull » 10.10.2017, 15:05

Ich habe angefangen, weil ich mir nichts wichtiger war als die Freiheit.

Und genau aus diesem Grunde habe ich wieder aufgehört.

Was zu Beginn vermeintliche Freiheit ist, wird mit der Zeit zu einer Beeinträchtigung und zu einer Last.

Im Prinzip eine einfache Rechnung.

Barthell
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1178
Registriert: 24.04.2016, 14:36

Beitrag von Barthell » 10.10.2017, 18:44

Ich habe aktuell ein Whiteboard in der Wohnung wo ich aufschreibe was mir:

Wichtig, weniger wichtig, dringlich, weniger dringlich, unwichtig


ist (grade gestern die Kategorien angepasst)

da steht ganz links:

ICH

und ab "dringlich" abwärts -> kann warten bis alles wichtige und weniger wichtige befriedigt ist. Das hilft mir mich zu ordnen.

Zusätzlich habe ich an die Tür aussen ein Korkboard befestigt an dem ich Postits und Notizen festpinne (hauptsächlich Arbeitskram aber auch den **** der mich fast übern haufen gefahren hat) mit den Dingen die ich nicht in gedanklich in der Wohnung haben will.

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