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Alkohol und CO, vulgo Ernährung

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
ClaudiA
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Beitrag von ClaudiA » 09.02.2018, 13:12

Hi Emma,

der kam vor ein paar Wochen glaub ich schon mal... ich habe ihn somit beim zappen entdeckt und bin hängen geblieben.

Ich empfand den Film als recht gut. Und ich hab mich schon auch gefragt, wie ich in so einer Situation handeln würde....diese Hilflosigkeit der Tochter...gepaart mit eben der Mutter-Kind-Liebe. Krass.

Nachdem in der Familie ICH der Alki bin kann ich nur sagen, daß ich seeeehr froh bin, daß ich meinem Kind das Gsd erspart habe bzw. ich hoffe, daß ich ihm das auch in Zukunft ersparen werde!

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 14.02.2018, 10:10

Danke Claudia für deine Antwort.

Hallo Leute,

also ich habe mir den Film angeschaut, auch wenn ich einige Male das
Bedürfnis hatte, umzuschalten. Denn ist nicht einfach, in dem Fall war
es die Tochter, welche von der Mutter stets eine drauf bekommt und sich
nicht von distanziert. Dann als Ganzes gesehen, wird ihr Verhalten doch auch irgendwie nachvollziehbar. Was hilft es aufzubegehren, bei einer Frau, in dem Fall die Mutter, die Alkoholkrank, psychisch krank, obdachlos und alt ist.
Seltsam finde ich nur, jetzt aufs reale Leben bezogen, dass mich die Geschichte nicht sonderlich beeindruckt hat. Lebensgeschichten wie jene, oder auch hier im Forum, sind nichts besonderes mehr, im Sinne von dramatisch.

Beziehungsweise sind derart traurig, aber es fehlt mir an Mitgefühl.
Genaugenommen kann Krankheit und Resignation und daraufhin Obdachlosigkeit zwar jeden treffen und bei Alkohol und Co-Alkoholiker sind die Weichen auch entsprechend gestellt.

Warum glaube ich von mir, jeder von sich, dass einem das nicht passiert?
Man sieht das viele Elend auf den Straßen aber man hält sich für was
besseres?

Heute beginnt mal wieder (Aschermittwoch) die Fastenzeit!
Neu lernen mal zu verzichten, bestenfalls bei guten Gemüt ist möglich und ist in. Fastenzeit, wenniger und kalorienbewusster essen, Alkohol meiden,
täglich Bewegung machen, Stress vermeiden, kurzum, ein wenig
kürzertreten, sind in etwa die guten Vorsätze für die vierzig Tage.

Es klingt so einfach, es bedarf nur weniger Weichenstellung, für ein Leben in Gesundheit und Sicherheit. Und doch sind es Eigenschaften, die eben auch nichts besonderes sind. Sind sie so selbstverständlich für uns wie der Rest unseres Lebens?

In diesen Sinne wünsche ich allen einen Guten Start!
Beste Grüße
Emma

(Bitte liebe Moderatoren, hätte gerne den Faden in einem anderen
Block, vlt. passt besser zu "Sonstiges zu Alkoholsucht...?)

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 14.02.2018, 10:20

Hallo Emma
Bitte liebe Moderatoren, hätte gerne den Faden in einem anderen
Block, vlt. passt besser zu "Sonstiges zu Alkoholsucht...
Habe es verschoben.

Gruß Hartmut

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 28.02.2018, 09:24

Hallo miteinander,

die Fastenzeit ist schon recht eine ruhige Zeit. Vielleicht aber empfinde es nur so, weil ich derzeit auf so gut wie alles verzichte, was mir
ansonsten schmeckt, trinke oder nasche.

Seit Neujahr hatte begonnen, bisserl mehr auf die Qualität beim Einkaufen zu achten, halt bewusster zu sein indem was ich tue.

Seit Aschermittwoch versuche ich als eine Art Experiment an mir selber, zu ergründen, wieviel ich essen muss, um nicht zu quengeln aber wie wenig
ausreicht um noch aktiv im Alltag zu sein.

Ich will zwar jetzt nicht im Detail meine Diät propagieren, weils auch nicht hierher passt, jedoch finde es spannend, dass man gut und
gerne unter 1000 Kalorien bleiben kann ohne Beschwerden.

Was wohl anstrengender ist, auf Essen oder auf Alkohol zu verzichten?
Jedenfalls so meine Erfahrung, wenn man erstmal die Entzugsphase
geschafft hat, sozusagen wieder der Herr/Frau im eigenen Oberstübchen, dann fällt ein Verzicht manchmal fast gar nicht mehr auf.

Um allen Missverständnissen vorzubeugen, warum ich mir das gebe.
Denn es hat vorrangig nichts im Sinne von Diät oder Religion zu tun, oder wie sehr man sich quälen kann.

Mir geht es speziell mal darum, dass ich mir meiner Gewohnheiten bewusster werde und Veränderungen versuchen kann, will mein Belohnungszentrum von meinen Gefühlen entkoppeln, sofern das geht.
(Bisher bin müde, dann ein Kaffee, Kekse, bin traurig dann ein Bier,
bin verärgert, suche ich erstmal den Kühlschrank auf, u.u.u.)

Erst jetzt, wo ich mich von diesen Verhaltensweisen rausgenommen habe, empfinde ich soviel Destruktivität selbst sehr albern.
Allerdings weiß auch wie schnell man wieder ins alte Muster abrutschen kann, sonst wäre heute ja nicht grad die die ich bin.

Auf jeden Fall zeigt mir mein Versuch, dass es jede Mühe wert, die eigenen Strategien ins Visier zu nehmen, daher hoffe ich sehr, das bis Ostern so
fortzusetzen.

Heute Abend nehme dann das erste Mal an einem Fastenseminar teil und sowas hätte ich sonst sicher auch nie gemacht.

Beste Grüße
Emma

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 13.03.2018, 15:33

Hallo Leute, sind schon wieder 2 Wochen vergangen, wir haben also
bereits die Halbfasten-Zeit erreicht.

Wenn es auch an jeglicher Resonanz hier mangelt, hoffe es hat
niemand was dagegen, wenn ich bis Ostern hin, meine Gedanken
noch fortsetze.

Die ewige Leier rund um die Ernährung, bzw. der Versuch einer
Gewichtsreduktion und das Thema Alkoholmissbrauch haben, so meine
Meinung viel mehr Gemeinsamkeiten als man glaubt.

A) Die innere Einstellung zum Verzicht -, kann einen niemand abnehmen,
die muss von jeden, der im Leben was ändern will, - kann nur von einem
selbst kommen.

B) Das bewusste in sich hineinhören, die Achtsamkeit, die es braucht,
damit man unterscheiden kann, warum ich gerade jetzt dieses oder
jenes Genussmittel ( Alkohol, Süßigkeiten, Fertigprodukte, extragroße
Fleischgerichte, Brot und Kuchen, etc.) glaube zu brauchen, meist
hat es mit den momentanen Gefühlen zu tun.

C) Ein instabiler Insulinspiegel. Zuviel Zucker und Kohlenhydrate bringen
den Blutzuckerspiegel massiv durcheinander, a) man hat schnell
wieder Hunger, b) das (angenehme) Sättigungsgefühl bleibt aus.
Auch Alkohol hat viel Zucker und Kalorien und bringt unseren Insulinspiegel
aus den Takt.

D) Mein Lieblingsthema: Das Belohnungszentrum. Leider gehörte zu jenen
Kindern, das lieber mit Naschzeugs abgefertigt wurde, als das zu
bekommen, was ich gewollt hätt. Vlt. nur mal eine Umarmung,
etwas Zeit zum Plaudern, oder Anerkennung, ein Lob?
*Wie oft glaubt eigentlich ein Trinker sich Tag für Tag belohnen zu
müssen?

Von daher wie man sieht, braucht es auf beiden Seiten ein gutes Gespür
um seine Auslöser zu fassen. Besonders in unserer hektischen und
lauten/lärmenden Zeit, keine einfache Aufgabe.

Wenn ich hier meine Fastenreise thematisiere, heißt das ja nicht, das
ich alles perfekt umzusetzen in der Lage bin.
Ist gar nicht so lange her, hatte da eine Art Rückfall. Mein Stoffwechsel hatte denke mal die Schnauze voll von Gemüse und Co und reduzierte sich auf Sparflamme, war ständig müde.

Momentan läuft es wieder total rund, habe allerdings die Kalorienanzahl
auf ca. 1800 kcal pro Tag gesteigert. Sinn meiner Übungen ist nicht wie schon geschrieben, das schnelle Abnehmen. Sondern einfach nur während
der Fastenzeit die Gelegenheit zu nützen um mehr Einblick ins ICH zu gewinnen.
Was ich will, brauche oder nicht brauche, was ich fühle, was mir fehlt, sowie den eigenen Glaubenssätzen auf den Grund gehen.

Also ich finde schon, dass ein Verzicht viele gute Gründe hat, es zu probieren.
Nicht das nicht Scheitern ist mein Ziel, sondern die diesbezügliche
Selbsterkenntnis.


Liebe Grüße
Emma

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 05.04.2018, 10:42

Hallo!

Guten Gewissens kann ich euch berichten, dass ich die Fastentage gut
zu Ende führen konnte.
Dann über Ostern war ich 2 x eingeladen und wir haben gemeinsam
entspannte und fröhliche Nachmittage verbracht, allerdings stellte sich mir mal wieder die Frage: Warum wird an den Feiertagen immer derart viel serviert?
Ist unser Verständnis von Genuss nur vorstellbar, indem wir miteinander ausgiebig Essen und Trinken? Würde man sich weniger gut verstehen, wenn man von allem weniger konsumieren würde?

Ich wollte natürlich keine Spaßbremse sein und habe mich gewohnt den alten Mustern verhalten, in dem Gefühl die Gastgeber nicht zu vergraulen und auch weil ich wissen wollte, wie es mir damit geht.

Also ich habe echt Probleme, wenn ich nicht bewusst Maß halte. Ich fühle mich dann irgendwie schuldig, träge und bin nur niedergeschlagen.
Denke mal, dass derartige Gemütszustände nur jemand versteht, der/die mal mit einer Sucht zu tun hatte. In meinem Fall mal mit einer Essstörung, aber bin auch dem Alkohol nicht abgeneigt.

Es ist noch immer so, dass es in meinem Haushalt keine Produkte
geben darf, die mein Suchtgedächtnis ansprechen. Ist es so, einmal süchtig, immer süchtig?

Da kommt vielleicht der Gedanke auf, dass so heißt es ja, man nur einmal lebt und trügerisch glaubt man , nur im Genuss, im sich etwas gönnen, liegt
die Lebensfreude, man sei doch sonst bald ungenießbar.

Jedoch genau das Gegenteil ist der Fall. Erst jenseits der Sucht, im bewussten Konsumieren, kann man innerlich loslassen und findet echte
Entspannung und Freude. Jenseits von Abhängigkeit bin ich viel beweglicher und kreativer, dankbarer für Freundschaften und man fühlt sich
zuversichtlich, stark, viel weniger egoistisch.

Jedenfalls geht es mir so und daher ist ein Leben ohne Sucht, gar kein Verzicht sondern der Beginn von Menschlichkeit, von Charisma, der Beginn vom Selbst sein.

Ich wünsche jeden, der bzw. die noch am Kämpfen sind, mal einen Schritt zur Seite zu treten, wie es eine Auszeit, bzw. die Fastenzeit bietet um zu reflektieren und zu entspannen.
Sehr oft, so auch bei mir, versteckten sich hinter der Sucht psychische Probleme, ( Kränkungen, Trennungen, Kummer, Einsamkeit ), das kann man aufarbeiten, kommt drüber hinweg, wenn man will, effizienter, schneller und auf jeden Fall gesünder ohne Sucht, ohne zu deckeln.

Alle Gute Emma

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 05.04.2018, 10:46

Doppelt hält besser:

ALLES GUTE !

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