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Gesundheitskompetenz - den Arzt verstehen

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Karsten
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Gesundheitskompetenz - den Arzt verstehen

Beitrag von Karsten » 19.02.2018, 19:19

Hallo,

im Fernsehen ist gerade eine erschreckende Statistik genannt worden, die mit dem Thema Gesundheitskompetenz zu tun hat.
Viele Menschen können den Arzt nicht verstehen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema gemacht?
Versteht ihr euren Arzt und fragt auch mal nach, wenn ihr etwas nicht verstanden habt?

Gruß
Karsten

NNGNeo
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Beitrag von NNGNeo » 20.02.2018, 01:34

hallo karsten

ich habe diese erfahrung bisher nicht gemacht denn ich frage immer nach wenn ich was nicht verstanden habe, nicht nur bei ärzten, auch bei anderen sachen.
nur wer nachfragt dem kann geholfen werden :wink:
grüße
NNGNeo

ClaudiA
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Beitrag von ClaudiA » 20.02.2018, 14:35

Hallo Karsten,

nachdem ich ja so einige unschöne Sachen mit mir rumschleppe... NATÜRLICH möchte ich auch verstehen,
was das ist, wieso das ist, was ich selbst machen kann, um den Schaden gering zu halten.

Meine "draussen"-Ärzte erklären mir für gewöhnlich alles, auch zweimal zur Not.
Im Krankenhaus schaut´s jedoch anders aus, wenn ich genauer nachhake.
Dort bin ich mittlerweile nicht mehr wirklich gern gesehen, weil eben unbequem :lol:...
Macht mir aber garnix, denn es ist mein Körper und meine Krankheit und Punkt!

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 20.02.2018, 15:13

Hallo Karsten,
ich habe dazu eine eher schaurige Erfahrung machen müssen. :(
Meiner Mutter wurde im KH während der Visite gesagt, das sie "austherapiert" sei. Das war alles von Arztseite aus.
Sie wußte nicht, was das bedeutet, sie wußte zwar, das sie Blutkrebs hat, aber sie schloß aus dieser Aussage,
das sie bald entlassen werde und es ihr demnächst auch wieder besser gehen würde.
Der Pfleger erklärte ihr daraufhin, daß das nicht der Fall sein wird, sondern das sie sterben wird aufgrund von Organversagen, was nach und nach einsetzen wird.
Ich war entsetzt über diese Sache, kam allerdings erst ein paar Stunden später ins KH und der Arzt hatte bereits Feierabend.
Ich hätte gern mal ein paar Worte mit ihm gewechselt... und ich habe keine Angst vor weißen Kitteln,
die halten mich keinesfalls davon ab, meine Meinung zu sagen !! :evil:
Wenn jemand Arzt wird, dann hat er sich auch um die menschliche Seite zu kümmern und sich auch verständlich auszudrücken,
ansonsten ist er meiner Meinung nach im falschen Beruf!

Ich persönlich habe im KH gute sowie auch ungute Erfahrungen gemacht.
Gute besonders mit Krankenschwestern und Pflegern.
Nicht so gute mit den Ärzten, die sich kaum Zeit für einen nahmen und Fragen schienen auch eher unerwünscht zu sein.
Es wurden teilweise auch Untersuchungen durchgeführt, ohne das ich vorher darüber mal informiert wurde, warum und weshalb.
Das fand ich sehr negativ.

Meine Hausärztin hingegen nimmt sich immer ausreichend Zeit und erklärt mir auch alles genau, wenn ich was nicht verstehe.
Und sie hat auch immer sinnvolle Tipps und vor allem auch ein freundliches Wort für ihre Patienten.
Zu ihr habe ich darum auch großes Vertrauen.

LG Sunshine

Emma2010
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Beitrag von Emma2010 » 21.02.2018, 08:28

Hallo Karsten,

denke mal, es kommt drauf an, welches Problem man hat.

Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass die Ärzte dann kooperativ sind,
wenn man gut zuhört, Fragen stellen ist okay aber soll bloß nicht widersprechen, demütig sein, kurzum am liebsten ist man pflegeleicht.

Als meine damalige Partnerschaft am Tiefpunkt war, hatte massive
Erschöpfungszustände und Bluthochdruck, also hat mir der
Doktor eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung empfohlen.
(Haha, wäre ich nicht drauf gekommen)

Einmal war ich beim Arzt, wegen Erschöpfung und permanenter Niedergeschlagenheit, also hat mir der Doktor empfohlen, aufgrund meiner
Vorgeschichte, Tabletten zu nehmen.

Allerdings habe mich glaube mal auch schlecht verkauft, und nach den
Hintergründen, die langen 12-Std. Dienste im Pflegebereich, meine
bessere Lebenshälfte die sich Daheim ohne Job langweilt und grantelt und sich während ich weg bin die Birne zuschüttet, des habe ich dem Arzt halt nicht gesagt.

A) weil ich nicht das Gefühl hatte, dass es hier angebracht ist
B) weil ich zu privates nicht gerne rumerzählen mag
C) weil ich hinterrücks meinen Lebenspartner nicht schlecht machen will und
D) weil ich ja wusste, was Sache ist und hätte ich den Ratschlag
bekommen, so in etwa, dass man einem Alkoholiker nicht helfen kann und wenn ich es nicht mehr aushalten kann eben die Beziehung
beenden müsste.

Daher habe ich von meinen Belastungen lieber nix erzählt.
Mit ein paar Medis und ne Weile Krankenstand, das tut es zur Not
dann ja auch, oder?

LG Emma

Emma2010
neuer Teilnehmer
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Beitrag von Emma2010 » 22.02.2018, 08:40

Guten Tag,

möchte zu dem gestrigen Post noch gerne hinzufügen, dass ich
damals nach diesen Arztbesuchen wenigstens mal angefangen hatte,
drüber nachzudenken, wo ich denn Hilfe bekommen kann.

So konnte es einfach nicht mehr weitergehen und ich hatte zudem Angst,
meinen Job zu verlieren.

Also habe mich auch auf die Suche via Internet begeben und dieses
Forum gefunden, wo ich erstmals verstand, was mit XY los ist und
hörte auch das erste Mal den Begriff Co-Abhängigkeit.

Später bei einem anderen Arzttermin, ich hatte mal wieder einen grippalen Infekt, habe dann mal was gesagt, eben dass ich zudem auch so fertig bin, weil mein Mann halt Alkoholiker ist und vermute, dass ich also Co-Abhängig bin.

Ich weiß ja nicht, wie es bei euch so ist, aber mein Hausarzt hat diesbezüglich nicht drauf reagiert, sondern mich etwas mitfühlend angeschaut.

Von daher ist meine Erfahrung, dass man sich aufrappeln muss um
Hilfe zu gekommen und dann einen auch geholfen wird.
Es ist aber nur der 1. Schritt,

Nochmal Danke! LG Emma

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